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Aktuelles Datum und Uhrzeit: 11 März 2010 12:29
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Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Informationsdienst Wissenschaft vom 29.01.2010
Beitrag Verfasst am:30 Jan 2010 16:09

Schonende Operationen mit weniger Komplikationen


HEIDELBERG: Der Heidelberger Operationsroboter DaVinci in Aktion. Unten rechts: Präzise und schonende Operationstechnik durch feine Geräte. Der Heidelberger "DaVinci"-Operationsroboter ist 5 Jahre alt / Klinische Studie zu neuer Technik der Kontinenzerhaltung bei vollständiger Prostataentfernung
Weniger Komplikationen wie Inkontinenz und Impotenz, ein kurzer Aufenthalt in der Klinik und selten Bluttransfusionen: Das ist die Bilanz der Operationsserie mit der computerunterstützten Operationstechnik mit dem "DaVinci"-Roboter in der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg. Eine klinische Studie soll nun ein neues Operations-Verfahren zum optimierten Erhalt der Kontinenz untersuchen.


Die "DaVinci"-Technik steht für höchste Präzision und schonende, nebenwirkungsarme Operationen. Die Urologische Universitätsklinik Heidelberg hat das Verfahren bereits 2004 erfolgreich etabliert und ist eines der europäischen Kompetenzzentren. 500 Patienten wurden hier seitdem mit Hilfe des Roboters erfolgreich behandelt. Primäres Einsatzgebiet sind Prostataentfernungen, die Urologen benutzen "DaVinci" aber auch für Eingriffe an Blase, Nieren und Samenleitern.

Europäisches Kompetenzzentrum für Ausbildung

Bisher wurden in Heidelberg 400 totale Prostataentfernungen mit dem "DaVinci" durchgeführt. Die Heidelberger Urologen können damit in Deutschland die längste Erfahrung mit dieser Methode vorweisen. "Die "DaVinci"-Operationstechnik ist hier ein integraler Bestandteil der klinischen Ausbildung für unsere Ärzte", so Professor Dr. Markus Hohenfellner, Ärztlicher Direktor der Urologischen Universitätsklinik. "Die Klinik ist außerdem eines der europäischen Kompetenzzentren, in dem Operateure aus anderen nationalen und internationalen Kliniken ausgebildet werden." Sieben Operateure der eigenen Klinik sowie 15 Operateure von extern sind im Umgang mit der neuen Technik geschult worden.

Entscheidend für die Bewahrung von Kontinenz und Potenz ist vor allem der Erhalt der Nerven. Von den robotischen Prostatakrebsoperationen wurden in Heidelberg 75 Prozent nervenerhaltend durchgeführt. Die Operationsdauer betrug 120-150 Minuten und die Patienten waren durchschnittlich 5 Tage im Krankenhaus (zwischen 3 und 8 Tagen). Durch die Operationstechnik wird eine Kontinenzrate von 95 Prozent erreicht. Blutersatzprodukte mussten nur bei 2 Prozent der Patienten verabreicht werden. Der Wechsel zur konventionellen Schnittoperation war bei weniger als 1 Prozent der Operationen nötig.

Wie funktioniert der "DaVinci"-Roboter?

"DaVinci" ist kein selbständiger Roboter, sondern nur der Übermittler, der die Bewegungen des Chirurgen an der Bedienkonsole in präzise Aktionen der Operationsinstrumente im Bauch des Patienten umsetzt. Dabei rechnet der Computer relativ große Handbewegungen in minimale Positionsänderungen der Instrumente um und ermöglicht so ein exaktes Vorgehen. "DaVinci" hat drei Arme: einer hält die Kamera, zwei halten die Operationsinstrumente, die - wie bei der normalen Bauchspiegelung - durch kleine Schnitte in der Bauchdecke eingeführt werden. Der Operateur kann mit der Kamera das Operationsgebiet vergrößern und sogar ein wenig um die Ecke sehen.

Welche Vorteile hat das Verfahren?

Der Roboter ermöglicht es dem Chirurgen trotz "Schlüssellochchirurgie" fast so zu arbeiten, als hätte er die Bauchhöhle mit einem großen Schnitt eröffnet. Er erhält ein dreidimensionales Bild und kann die Instrumente wie seine eigenen Hände bewegen. Das Verfahren kombiniert die Vorteile der offenen Operation mit denen des minimal-invasiven Vorgehens: minimaler Blutverlust, schnelle Erholung des Patienten, weniger Schmerzen und ein gutes kosmetisches Ergebnis. Außerdem können kleine Blutgefäße und Nerven, wie z.B. die Erektionsnerven bei potenzerhaltenden Operationen, exakt geschont werden. Einziger Nachteil sind die enorm hohen Anschaffungskosten: das Gerät kostet etwa 1,6 Millionen Euro.

Studie zur blasenhalserhaltenden Technik bei totaler Prostataentfernung

Leidet der Patient an einem Prostatatumor, muss die Prostata meist entfernt werden. Direkt nach der Operation kommt es bei vielen Patienten zu unfreiwilligem Harnabgang, sie sind vorrübergehend inkontinent. Bei Risikopatienten kann diese Harninkontinenz sogar bestehen bleiben. Die Heidelberger Urologen haben eine sogenannte "blasenhalserhaltende" Operationstechnik entwickelt, bei der nicht nur der äußere, sondern auch der innere Schließmuskel der Blase erhalten bleibt.

"Wir erwarten, dass die Patienten den Urin früher wieder halten können, und es weniger bleibende Harninkontinenzen geben wird", erklärt Dr. Joanne Nyarangi-Dix, Studienleiterin und Ärztin an der Urologischen Universitätsklinik. "Die Studie soll nun klären, ob die "DaVinci"-Technik dazu beitragen kann, die Blasenkontrolle nach radikaler Prostataentfernung weiter zu verbessern."

Weitere Informationen im Internet:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Da-Vinci.105354.0.html
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Die-robotergestuetzte-Da-Vinci-Technik.111276.0.html
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Erhalt-des-inneren-Schliessmuskels-bei-radikaler-Prostatektomie.113027.0.html

Ansprechpartner:
Professor Dr. Markus Hohenfellner
Ärztlicher Direktor der Urologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 63 21

Dr. med. Joanne Nyarangi-Dix
Klinik für Urologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 63 21
Fax: 06221 / 56 53 66
E-Mail: Joan.Nyarangi-Dix@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit 1.600 Betten werden jährlich rund 500.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.100 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. (Stand 12/2008)


Quelle: Informationsdienst Wissenschaft vom 29.01.2010


Autor : Foren-Admin   Thema : Gesetze - Versicherungen - Soziales   Newsquellen : BVMed vom 29.01.2010
Beitrag Verfasst am:30 Jan 2010 16:04

Hilfsmittel-Konferenz von MedInform: „Die Qualität der Versorgung darf nicht auf der Strecke bleiben“


BERLIN: Qualitätsaspekte müssen in dem sensiblen Bereich der Versorgung mit Hilfsmitteln eine größere Rolle spielen und die Einhaltung der Qualitätskriterien dann auch überprüft werden. Das sagten Experten wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn, Maria Klein-Schmeink von den Grünen oder Carla Grienberger vom GKV-Spitzenverband auf der MedInform-Konferenz „Erstattung von Hilfsmitteln durch die GKV 2010plus“ am 28. Januar 2010 in Berlin. Einig waren sich in einer gesundheitspolitischen Diskussionsrunde alle Parteienvertreter, dass die Nachfrage nach Hilfsmitteln weiter steigen wird. Strittig sind dagegen die geeigneten Instrumente, um Effizienzreserven zu heben, ohne dass die Qualität der Versorgung leidet? Nach Ansicht von Unternehmensvertretern wie Alexander Rehm von Fresenius sind Ausschreibungen durch die Krankenkassen im Hilfsmittelbereich kein geeignetes Mittel.

BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt sprach von einem immer noch hohen Versorgungsniveau im Hilfsmittelbereich, aber von großen Problemen für Hersteller und Leistungserbringer durch die „Novellierungssucht“ des Gesetzgebers. Dadurch fehle es in diesem sensiblen Versorgungsbereich an Kontinuität, Stabilität und damit Planungssicherheit. In die gleiche Richtung argumentierte die Hilfsmittelexpertin Carla Grienberger vom GKV-Spitzenverband: „Wir benötigen mehr Rechtssicherheit und vor allem mehr Rechtskontinuität. Und wir brauchen mehr Qualitätswettbewerb bei der Versorgung und eine Überprüfung der Erfüllung von Verträgen.“ Moderiert wurde die MedInform-Konferenz von Jana Künstner, Leiterin des Homecare-Referats beim BVMed. MedInform ist der Informations- und Seminarservice des BVMed.

Wie kann eine optimale Hilfsmittelversorgung unter den Rahmenbedingungen steigender Fallzahlen und sinkender Budgets aussehen? Dazu fand eine gesundheitspolitische Podiumsdiskussion mit den Bundestagsabgeordneten Jens Spahn (CDU), Dr. Marlies Volkmer (SPD), Jens Ackermann (FDP), Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE) statt.

> Jens Spahn (CDU) sprach bei Hilfsmitteln von einem wichtigen Bereich für die Patientenversorgung, der aber gemeinhin unterschätzt werde. Ziel der Ausschreibungen war es, Effizienzreserven zu heben, ohne die Qualität zu mindern. Dieses Ziel sei verfehlt worden. Deshalb habe der Gesetzgeber nachgebessert. Es bleibe abzuwarten, wie sich die Präqualifizierung entwickle. Langfristig strebt Spahn ein eigenes Gesundheits-Wettbewerbsrecht an.

> Für Jens Ackermann (FDP) ist es besonders wichtig, dass der Patient im sensiblen Bereich der Hilfsmittelversorgung ein Mitspracherecht hat. Es dürfe zudem keinen Verdrängungswettbewerb geben. „Die Vielfalt spielt im Hilfsmittelbereich eine wichtige Rolle.“

> Dr. Marlies Volkmer (SPD) kritisierte die aktuelle Gesundheitspolitik und lehnte vor allem die Überlegungen zu Mehrkostenregelungen ab. Dies laufe auf eine Basisversorgung hinaus, die die SPD ablehne. „Mehrkosten dürfen nicht alleine dem Versicherten aufgebürdet werden“, so Volkmer.

> Viele Detailprobleme und Fragezeichen sieht Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90/Die Grünen) im Hilfsmittelbereich. Die Qualität müsse eine größere Rolle spielen, die wohnortnahe Versorgung sichergestellt werden. „Wir brauchen Qualitätsverbünde unter Einbeziehung der Selbsthilfegruppen, also der Betroffenen als Experten in eigener Sache“, so die Grünen-Politikerin.

> Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE) sprach von einer paradoxen Situation in der Hilfsmittelversorgung. Es gebe auf der einen Seite Rationierung, aber in bestimmten Bereichen wie den wiederverwendbaren Hilfsmitteln (Rollstühle oder Gehhilfen) auch „eine unglaubliche Verschwendung“. Der individuelle Bedarf der Patienten an Hilfsmitteln müsse gedeckt sein. Verträge der Krankenkassen mit Leistungserbringern dürften nicht zu Lasten Dritter, der Patienten, gehen.

Carla Grienberger, Leiterin des Referats Hilfsmittel beim GKV-Spitzenverband, forderte „mehr Rechtssicherheit und vor allem mehr Rechtskontinuität“ im Hilfsmittelbereich. Gesetzesreformen wurden in diesem Bereich zuletzt „inflationär“ vorgenommen. Die Ausgaben für Hilfsmittel in Höhe von rund 5 Milliarden Euro seien für die Gesetzliche Krankenversicherung „in der Gesamtschau eher gering. Da ist es schon erstaunlich, wie groß die Regelungsdichte ist“, so Grienberger. Die Einführung von Ausschreibungen habe zum Ziel gehabt, mehr Wettbewerb einzuführen. In der Praxis habe es aber negative Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung gegeben. Daher seien die gesetzlichen Nachbesserungen sinnvoll gewesen. Die Krankenkassen können nun individuell entscheiden und gehen derzeit mit dem Instrument der Ausschreibungen sehr zurückhaltend um. Auch zuvor habe es schon eine Konzentration auf wenige Bereiche gegeben, beispielsweise auf aufsaugende Inkontinenzhilfen. In der Hilfsmittelversorgung müsse laut Grienberger beachtet werden, dass die Hilfsmittel-Teilmärkte sehr unterschiedlich organisiert seien. „Das macht die besonderen Schwierigkeiten im Hilfsmittelbereich aus.“ Von zentraler Bedeutung sei im Hilfsmittelbereich der Qualitätsaspekt. „Die Qualität der Versorgung darf nicht auf der Strecke bleiben.“ Man müsse dabei unterscheiden zwischen Strukturqualität, Prozessqualität und Ergebnisqualität. Die Strukturqualität solle künftig über den Nachweis in einem Präqualifizierungsverfahren für Leistungserbringer sichergestellt werden. Die Kriterien werden von allen Beteiligten gemeinsam erarbeitet. Derzeit befinden sich die Arbeiten in der Endabstimmung. Der Vertrag soll am 1. April 2010 in Kraft treten. Für die Prozessqualität werden Standards erarbeitet, die in das Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen werden und in Verträgen zu berücksichtigen sind. Grienberger: „Die Einhaltung dieser Standards muss dann aber auch überprüft werden.“

Krankenkassenvertreter Friedrich Stodt von der Knappschaft, die rund 1,7 Millionen Versicherte vertritt, nannte als eine aktuelle Herausforderung für die Krankenkassen die Rechtsunsicherheit bei Vertragsverhandlungen nach § 127 SGB V. Ausschreibungen sind möglich, wenn sie nicht unzweckmäßig sind. „Wenn ich als Krankenkasse glaube, dass eine Ausschreibung zweckmäßig ist, dann darf ich sie durchführen. Die Krankenkasse muss dann aber auch das sehr formstrenge EU-Vergaberecht anwenden“, so Stodt. Nach EU-Recht gebe es drei Voraussetzungen für eine Ausschreibungspflicht: 1. Ein öffentlicher Auftraggeber. Das sind die Krankenkassen. 2. Der Schwellenwert (193.000 Euro seit 1. Januar 2010) muss überschritten sein. Dies sei bei den meisten Krankenkassen der Fall. 3. Ein öffentlicher Auftrag. Darüber werde derzeit noch gestritten. Nach Ansicht Stodts sind Bekanntmachungsverträge der Krankenkassen keine öffentlichen Aufträge, da keine Steuerung vorgenommen werde. „Wir wollen, dass sich möglichst viele Leistungserbringer beteiligen, um den Markt gut abbilden zu können.“ Nach einem Beschluss der 3. Vergabekammer des Bundeskartellamtes vom 12. November 2009 muss oberhalb des Schwellenwertes ausgeschrieben werden. Der Knappschaft wird aufgegeben, bei „fortbestehender Beschaffungsabsicht“ ein Vergabeverfahren durchzuführen. Gegen diese Entscheidung hat die Knappschaft eine Beschwerde beim Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen eingelegt. Der Beschluss ist damit nicht rechtskräftig. Stodt: „Wir wenden die Verträge damit weiter an.“

„Die kurzfristig aufgelegten Gesetzesnovellen im Hilfsmittelbereich machen den Leistungserbringern das Leben schwer“, so Dr. Alexander Rehm, Geschäftsführer der Fresenius Kabi Deutschland GmbH. Fresenius ist in Deutschland nicht nur Hersteller, sondern auch Leistungserbringer, beispielsweise im Bereich Ernährungs- und Infusionstherapien. Ausschreibungen sind nach Ansicht Rehms – wenn überhaupt – nur in den wenigsten Hilfsmittelbereichen tauglich. Daher sei das Instrument der Bekanntmachungs- bzw. Beitrittsverträge (nach §127 Absatz 2 SGB V) ein guter Weg, auf den sich die Unternehmen einstellen. Problematischer sei das Instrument des Kostenvoranschlags (§127 III SGB V), da es sich um ein sehr zeitaufwändiges Verfahren handelt. Dies bedeute auf beiden Seiten höhere Kosten. Die Qualität sei früher Bestandteil der Vertragsverhandlungen gewesen und wurde in der Regel bezahlt. Heute stehe dagegen der Preiswettbewerb im Vordergrund. Bei Ausschreibungen sei der Preis das entscheidende Kriterium. Das Problem der Unternehmen der Medizintechnologie sei, dass auf der einen Seite die Kosten durch immer neue Vorgaben steigen, auf der anderen Seite die Erstattungspreise aber seit Jahren sinken. Rehm: „Die Regularien sind in vielen Bereichen übertrieben. Sie sind aufwändig, ohne dass sie zu einer besseren Versorgungsqualität der Patienten führen.“ Der Spagat zwischen gestiegenen Anforderungen und Kosten, sinkenden Preisen und gleicher Qualität gehe nur partnerschaftlich gut: „Alle Parteien müssen auf gleicher Ebene am Verhandlungstisch sitzen. Es darf keine einseitigen Vorgaben geben.“ Die Politik müsse deshalb „gleichlange Spieße für eine qualitätsgesicherte bezahlbare Versorgung“ sicherstellen, so Rehm abschließend.


Quelle: BVMed vom 29.01.2010


Autor : Foren-Admin   Thema : Hilfsmitteltechnologie   Newsquellen : Pressestelle Procter & Gamble vom 26.01.2010
Beitrag Verfasst am:26 Jan 2010 21:10

"Mama, es ist wieder passiert!" - Pampers entdeckt bettnässende Kinder


SCHWALBACH AM TAUNUS: Wenn Kinder nachts ins Bett machen, sind die meisten Eltern beunruhigt. Dabei ist Entwarnung angesagt: Fast 10% der Kinder im Alter von 4 bis 15 Jahren in Westeuropa sind nachts nicht zuverlässig trocken. In Deutschland sind schätzungsweise etwa 600.000 bis 700.000 Kinder in diesem Alter betroffen. Für das Kind und die Eltern stellt Bettnässen eine große Belastung dar. Mit UnderJams hat Pampers eine saugfähige Unterwäsche entwickelt, die dem Kind die ganze Nacht einen unauffälligen Schutz bietet. Saugfähige Unterwäsche kann dem Kind ein Gefühl von Sicherheit geben, sein Selbstbewusstsein stärken und den Stressfaktor Bettnässen im Familienleben entschärfen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der erholsame Schlaf für die ganze Familie. Es ist dem Kind wieder möglich, unbeschwert an altersgerechten Aktivitäten wie Ferienlagern teilzunehmen, ohne dass es Angst vor einer unangenehmen Überraschung haben muss.

Bettnässen – kein Grund zur Sorge
Kinder in schulpflichtigem Alter unterliegen vielfältigen Herausforderungen. Sie wachsen in soziale Gruppen hinein, müssen lernen diszipliniert in der Schule zu arbeiten und die Eltern haben oftmals hohe Erwartungen. Das kann ein Kind schnell überfordern. Eine mögliche Begleiterscheinung dieser Entwicklung ist das Bettnässen. Für die meisten überraschend: Nachts nässen 25% der Vierjährigen, 10% der Siebenjährigen und auch noch 1 bis 2% der Jugendlichen ein. Jungen machen dabei 60% der Bettnässer aus. Damit ist Bettnässen eine der häufigsten Störungen im Kindesalter. Jedoch muss dies kein Ausdruck seelischer Probleme sein. Die Ursachen sind vielfältig. Bei manchen Kindern ist die Verbindung zwischen Blase und Gehirn noch nicht richtig ausgebildet oder das Bettnässen ist erblich bedingt. Oft ist der Auslöser auch der Mangel eines Botenstoffes, der dazu führt, dass in der Nacht zuviel Harn produziert wird. Wenn ein Kind bereits trocken war und plötzlich wieder einnässt kann das seelische Gründe haben, wie die Geburt eines Geschwisterkindes, ein Umzug oder ein Trennungserlebnis. Beruhigend für das betroffene Kind und die Familie: In absehbarer Zeit geht das Bettnässen bei vielen Kindern von alleine vorbei. In dieser schwierigen Zeit braucht das Kind viel Zuspruch und Unterstützung von der Familie, damit die Phase ohne Schuldgefühle und Angst gemeistert werden kann.

Pampers UnderJams – gibt dem Kind die ganze Nacht den Schutz, den es jetzt braucht!
Die neue saugfähige Unterwäsche von Pampers wurde entwickelt, um betroffene Jungen und Mädchen während dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Die Pampers UnderJams ist diskret und unter dem Pyjama nicht zu erkennen, was sie von Babywindeln deutlich unterscheidet. Sie ist einer Unterhose nachempfunden, nimmt Urin und Gerüche sicher auf und wird einfach am Morgen entsorgt. Die UnderJams ist um die Hüfte herum geschlossen, sodass man wie in eine Unterhose hinein steigt und sie nicht wie eine Windel mit Klettverschlüssen schließt. Ein weiterer Vorteil für eine unbeschwerte Nacht: Das Produkt wurde auf Geräuscharmut optimiert, das heißt, es raschelt nicht unter der Nachtkleidung. Dies ist für betroffene Kinder sehr wichtig, damit es so unauffällig wie möglich ist,. Die Pampers UnderJams ist für Mädchen und Jungen in verschiedenen Größen erhältlich.

Bettnässen ist leider immer noch ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft und in den meisten Familien wird nicht groß darüber gesprochen. Dies verstärkt den Druck und die Verunsicherung von Kindern und Eltern. Um diese Stressspirale zu durchbrechen, kann saugfähige Unterwäsche eine Entlastung bieten. Dem Kind kann dadurch eine neue Selbstsicherheit gegeben werden, die es braucht, um diese schwierige Zeit zu bestehen. Auch für die ganze Familie kann sich dadurch die Situation sehr entspannen. Das Kind sollte motiviert werden, mit saugfähiger Unterwäsche Aktivitäten wie Übernachten bei Freunden oder Ferienlager wahrzunehmen. Ein weiterer Punkt sind die zusätzlichen Kosten für Waschladungen und extra Textilien, die vermieden werden können.

Schlafexperte Prof. Dr. Jürgen Zulley über die Wichtigkeit von ungestörtem Schlaf
Ein bettnässendes Kind stellt für die ganze Familie eine Belastung dar, vor allem durch den unterbrochenen Schlaf in der Nacht. Manche Eltern wecken ihr Kind nachts, um es auf die Toilette zu schicken. Dabei bezweifeln Experten, dass das nächtliche Wecken zum Trockenwerden führt. Prof. Dr. Zulley weiß, wie extrem wichtig ein erholsamer Schlaf speziell im Schulalter ist: „Die Auswirkung von Bettnässen auf den Schlaf sollte nicht unterschätzt werden – sowohl für das Kind, als auch für die Eltern. Wenn das Bett und die Unterwäsche trocken bleiben, ist das für Kinder oder Jugendliche eine Erleichterung und Entlastung. Dies verhindert nicht nur den Wechsel von Schlafanzug und Bettwäsche, sondern reduziert auch Unbehagen oder Angst und verbessert dadurch den erholsamen Schlaf.“ Denn gerade Kinder, die unter Bettnässen leiden, brauchen ungestörten Schlaf für ihre körperliche und geistige Entwicklung.

Pampers Underjams gibt dem Kind die ganze Nacht den Schutz, den es braucht und ermöglicht so einen ungestörten Schlaf. Die saugfähige Unterwäsche für die Nacht ist diskret und geräuscharm, sitzt angenehm und lässt die Haut atmen. Mit dieser Unterstützung kann jedes Kind ohne Einschränkung einfach Kind sein.


Pampers Underjams sind ab Feburar 2010 in Apotheken und im Einzelhandel erhältlich. Die Pampers UnderJams Mädchen /Jungen gibt es in der Größe S/M, 4-8 Jahre, mit 10 Stück pro Packung und in der Größe L/XL, 8-12 Jahre, mit 9 Stück pro Packung.


Presse-Information:
Procter & Gamble Germany GmbH & Co Operations oHG

Sulzbacher Str. 40
65824 Schwalbach am Taunus

Kontakt-Person:
Sandra Broich
Leiterin der Pressestelle
Telefon: +49 6196 89 3102
E-Mail: e-Mail
Web: www.pg.com


Quelle: Pressestelle Procter & Gamble vom 26.01.2010



Autor : Stefan   Thema : Hilfsmittelrecht   Newsquellen : SVI-Redaktion
Beitrag Verfasst am:25 Jan 2010 23:10

Bayern – Die Leistungserbringer schlagen zu!


MÜNCHEN: So sieht das Leben von Betroffenen unter dem neuen Vertrag von AOK, Betriebskrankenkassen und Landwirtschaftlicher Krankenkasse aus. Leistungserbringer drohen Betroffenen, fordern ultimativ die Unterschrift unter Knebelvereinbarungen oder es wird keine medizinisch ausreichende Versorgung sichergestellt. Auch werden Verordnungen die nach der Hilfsmittelrichtlinie als Einzelproduktverordnung ausgestellt sind nicht akzeptiert oder nicht regelgerecht abgerechnet.

Die Zustände die der neue Vertrag in Bayern heraufbeschworen hat schreien zum Himmel. Eigentlich ist seit dem 1. Januar alles klar. Der Betroffene trägt sein Rezept zu einem Leistungserbringer der einen Vertrag mit der Krankenkasse geschlossen hat und dieser bekommt von der Kasse dann jeden Monat 38 Euro. Egal wie viel der Betroffene braucht, er zahlt nur die gesetzliche Zuzahlung. Eine wirtschaftliche Aufzahlung darf der Leistungserbringer weder verlangen noch annehmen. Der Leistungserbringer finanziert sich durch eine Mischkalkulation zwischen Betroffenen die weniger und denen die mehr Hilfsmittel brauchen. Doch die Realität sieht anders aus.

Die Leistungserbringer spielen in Bayern nun Mafia und erpressen unrechtmäßig von den Betroffenen Schutzgeld. Nun dies sind harte Worte für ein wirklich unseriöses und vertragswidriges Geschäftsgebaren. Hier einige Bespiele.

Fall 1: Ein Sanitätshaus behauptet das Windelhosen nicht mehr von der Kasse bezahlt werden und es nur noch Vorlagen gibt. Außerdem nur soviel wie der Gegenwert von 38 Euro sind, jede weitere Vorlage muss vom Betroffenen selbst bezahlt werden. Hier würde der Versicherte nur 2 bis maximal 3 Vorlagen vom Sanitätshaus bekommen, benötigt werden aber 4 bis 5 Stück pro Tag.

Fall 2: Ein weiteres Sanitätshaus gibt an, dass die Kasse nur noch einen Inkontinenzslip pro Tag bezahlt. Jeden weiteren Inkontinenzslip soll der Betroffene in Bar bezahlen und am Besten hierzu eine Vereinbarung unterschreiben. Mitnehmen dürfe er das Vertragswerk aber nicht, da es nur in einfacher Ausfertigung sei. Bei Unterschrift fallen ca. 70 Euro pro Monat zusätzlich zur Rezeptgebühr an.

Fall 3: Eine Dame geht zu einem Leistungserbringer und legt ein Rezept nach §7 Abs. 3 Satz 3 und Abs. 4 vor. Der Leistungserbringer willigt in eine Belieferung ein, liefert aber nicht das verordnete Hilfsmittel sondern ein ganz anderes unbrauchbares Hilfsmittel. Als die ältere Dame den Leistungserbringer zur Rede stellt meint dieser, dass er für die Belieferung mit dem verordneten Hilfsmittel 50 Euro pro Monat zusätzlich abkassieren würde.

Fall 4: Ganz dreist versuchte eine Apotheke einen Herrn in einer Großstadt abzuzocken. Man nahm dankend das Rezept an und versprach die kostenfreie Lieferung ins Haus. An der Wohnungstür bat dann ein Mitarbeiter der Apotheke drei Unterschriften zu leisten. Die erste auf dem Rezept, die Zweite auf dem Lieferschein und die dritte auf einer Vereinbarung zur Zahlung von 100 Euro Aufzahlung und Dienstleistungsgebühren (Hauslieferung) pro Monat. Als der Herr dies verweigerte und drohte sich an die Kasse zu wenden, meinte der Lieferant, dass er dann diesen Monat überhaupt nichts bekommen würde, da das Rezept bereits abgerechnet sei.

Fall 5: Eine weitere Dreistigkeit erlebte ein Herr in einer Kleinstadt. Das örtliche Sanitätshaus liefert einen Karton eines Hilfsmittels mit 90 Stück Inhalt aus und meint lapidar, das sei nun für 2 Monate. Zusätzlich zur Rezeptgebühr für 2 Monate wird auch noch unrechtmäßig Aufzahlung in Höhe von 13,56 Euro verlangt. Das Problem ist, dass dieser Herr jedoch einen Bedarf von 240 Stück in zwei Monaten von diesem Hilfsmittel hat.

Nun die Masche der Leistungserbringermafia ist klar und wird durch diese einzelnen Fälle ganz gut dargestellt. Wir bitten jedoch weiterhin um Rückmeldung, am Besten mit der Nennung weiterer schwarzer Schafe an uns.




Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Informationsdienst Wissenschaft vom 18.01.2010
Beitrag Verfasst am:18 Jan 2010 20:45

Ein Segen für Patienten mit Blasenfunktionsstörungen


DÜSSELDORF: Noch ist der Einsatz von Botulinum Toxin A in der Urologie keine Routinebehandlung, aber immer mehr Patienten mit Blasenfunktionsstörungen profitieren von der neuartigen Therapie. Der Wirkstoff aus dem Bakterium Clostridium botulinum wird während einer Blasenspiegelung direkt in die Harnblase gespritzt. Symptome wie häufiger und unwillkürlicher Harndrang können etwa neun Monate lang reduziert oder völlig unterbunden werden.

Blasenfunktionsstörungen wie Dranginkontinenz oder überaktive Blase bedeuten für die Betroffenen starke Einschränkungen in der Lebensqualität und hohen Leidensdruck, oft verbunden mit dem Verlust von Selbstwertgefühl und dem Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben. Wenn herkömmliche Methoden nicht helfen, kann Botulinum Toxin A das Leiden lindern. Auch bei Blasenfunktionsstörungen neurogener Ursache, nach Querschnittlähmungen, bei Parkinson oder Multipler Sklerose sowie bei chronisch schmerzhaften Blasenerkrankungen wie der Interstitiellen Cystitis kommt Botulinum Toxin A zum Einsatz.

"Anders als in der Schönheitschirurgie gibt es in der Urologie eine klare medizinische Indikation. Der Wirkstoff schließt die therapeutische Lücke zwischen Medikamentengabe und Operation. Die Behandlung erfolgt unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung an urologischen Kliniken mit dem Schwerpunkt Inkontinenz oder in spezialisierten urologischen Praxen", sagt der Kieler Urologe Privatdozent Dr. Christoph Seif. Zuvor müssen allerdings alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden. "Erst wenn herkömmliche Medikamente, Verhaltenstherapien oder physiotherapeutische Therapien wirkungslos bleiben, kann Botulinum Toxin A mangels einer adäquaten Therapiealternative angewendet werden, denn noch wird es in der Urologie ohne amtliche Zulassung im sogenannten Off-Label-Gebrauch verwendet", so Privatdozent Dr. Seif aus dem Arbeitskreis "Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau" der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V..

Was das für die Patienten bedeutet, erklärt Privatdozent Dr. Arndt van Ophoven vom Marienhospital Herne der Ruhr-Universität Bochum: "In den meisten Fällen übernehmen die Krankenkassen heute die rund 1000 Euro teuren Behandlungskosten. Im Off-Label-Gebrauch besteht allerdings keine Pflicht zur Kostenübernahme. Die Zulassung in der Urologie wird in zwei Schritten erfolgen und für Ende 2010 oder in 2011 zunächst für die neurogene Blasenfunktionsstörungen erwartet".

Nach PD Dr. Seif könnte die Botulinum Toxin A-Injektion in der Zukunft auch vermehrt bei der Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) zum Tragen kommen. "Bei dieser Indikation handelt es sich um einen vielversprechenden Therapieansatz, doch hier gilt es vorerst noch, weitere Studienergebnisse abzuwarten", dämpft Privatdozent Dr. Arndt van Ophoven allzu große Erwartungen betroffener Männer.

Weitere Informationen:
DGU/ BDU- Pressestelle

Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17, 21149 Hamburg
Tel.: 040 - 79 14 05 60 Mobil: 0170 - 48 27 28 7
E-Mail: info@wahlers-pr.de
Internet: www.urologenportal.de


Quelle: Informationsdienst Wissenschaft vom 18.01.2010


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Urologische Nachrichten vom 15.01.2010
Beitrag Verfasst am:16 Jan 2010 15:10

Sport kann nach einer Prostataoperation vor Inkontinenz schützen


NEW YORK – USA: Gesundes Körpergewicht und regelmäßiger Sport können Männer vor der häufigsten Nebenwirkung einer Operation gegen Prostatakrebs schützen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle US-amerikanische Studie.

Die Wissenschaftler untersuchten 165 Männern, deren Prostata aufgrund einer Krebserkrankung entfernt wurde. Und kamen zu dem Ergebnis, dass die Männer, die nicht übergewichtig waren und vor dem Eingriff regelmäßig Sport getrieben hatten, seltener unter einer langfristigen Harninkontinenz litten. Selbst in der Gruppe der übergewichtigen Männer war die Wahrscheinlichkeit für eine Inkontinenz ein Jahr nach der Operation bei denjenigen verringert, die vor dem Eingriff regelmäßig Sport trieben.

Bei allen Studienteilnehmern hatte der Chirurg die Prostata und Teile des umgebenen Gewebes entfernt. Harninkontinenz und sexuelle Dysfunktion sind bei diesen Eingriffen weitverbreitete Nebenwirkungen, allerdings bessert sich beides oft im Laufe der Zeit. Bislang hat man sich auf die Suche nach besseren chirurgischen Techniken, bei denen Nebenwirkungen wie Nerven-, Muskel- oder Blutgefäßschädigungen in prostatanahem Gewebe vermieden werden.

Allerdings legen die neuen Ergebnisse nahe, dass Männer auch ihren Lebensstil ändern können, um ihr Risiko auf Inkontinenz zu verringern, kommentiert Dr. Kathleen Y. Wolin, Dozentin für Chirurgie an der Washington University School of Medicine in St. Louis. Sie hat die Untersuchung geleitet. "Das ist ein weiterer Grund für Männer, aufzustehen und aktiv zu werden", teilte sie Reuters Health in einem Interview mit.

Im Allgemeinen werden Männer mit Prostatakrebs, wie alle anderen Männer auch, dazu ermutigt einen gesunden Lebensstil zu pflegen, regelmäßiger Sport inklusive. Eine Studie, die über 20 Jahre lief und letzten Monat veröffentlicht wurde, zeigte: Bei Männern mit Prostatakrebs starben diejenigen, die wenigstens 15 Minuten Sport pro Tag trieben, seltener während der Studienlaufzeit als inaktive Männer. "Wir empfehlen Männern mit Prostatakrebs, die bewegungsarm leben, ausdrücklich, dass sie mit ihrem Arzt darüber sprechen, wie sie sportlicher werden können", sagte Wolin.

Wolin und ihre Kollegen haben die Ergebnisse im Journal of Urology veröffentlicht. Für die Studie haben sie 165 Männer ein Jahr nach einer Prostataentfernung auf eine eventuelle Inkontinenz untersucht. Vor der Operation hatten alle Männer von ihren Sportgewohnheiten berichtet. Diejenigen, die angegeben hatten, dass sie mindestens eine Stunde pro Woche Sport trieben, wurden als aktiv eingestuft. Insgesamt fanden die Forscher die höchste Inkontinenzrate in der Gruppe der übergewichtigen Männer, die sich wenig bewegten (41 Prozent). Sportliche, normalgewichtige Männer zeigten die geringste Neigung zu Inkontinenz (16 Prozent).

Innerhalb der Gruppe der übergewichtigen Männer war ein Viertel derer, die physisch aktiv waren, inkontinent. Das entspricht der Anzahl normalgewichtiger, nicht sportlichen Männer mit Inkontinenz. Das lege nahe, erklären die Forscher, dass Sport die negativen Effekte von Übergewicht ausschalten könne.

Warum genau Sport eine Inkontinenz abwehren kann, ist unklar. Eine Möglichkeit sei, sagte Wolin, dass Sportler allgemein einen besseren Muskeltonus haben. Dieser könne helfen, die Blase zu kontrollieren. Eine andere Möglichkeit könnte sein, dass Langzeit-Sportler eher auf die Anweisungen des Arztes hören und ihre Übungen nach der Operation ausführen. Diese sogenannten Kegel-Übungen stärken die Muskeln des Beckenbogens und könnten somit Inkontinenz und sexuelle Dysfunktion verbessern.

Laut Wolin sind weitere Studien nötig, um zu untersuchen, ob verschiedene Sportarten und Übungsintensitäten effektiver sind als andere - und wie das Sportverhalten nach einer Prostataoperation das Risiko auf eine Langzeit-Inkontinenz beeinflussen kann.


Quelle: J Urol. 2009 Dec 15.


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Urologische Nachrichten vom 12.01.2010
Beitrag Verfasst am:16 Jan 2010 15:07

Bildung quergestreifter Muskelfasern aus mesenchymalen Stammzellen in vivo


TÜBINGEN: Belastungsinkontinenz wird durch funktionale und morphologische Schädigungen des Rhabdosphinkters als Folge von Tumoroperationen oder Schwangerschaften mit vaginaler Geburt verursacht. Auch die mit dem Alter korrelierende Abnahme der Anzahl der Muskelfasern des Rhabdosphinkters durch physiologische Apoptose kann Ursache einer Belastungsinkontinenz sein.

Die zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten der Belastungsinkontinenz wie orale Medikation, Injektionstherapie und das Einsetzen von Bändern oder Sphinkterprothesen stellen lediglich eine symptomatische und keine kausale Therapie dar. Diese Maßnahmen führen nicht zu einer Heilung der geschädigten Muskelfasern.

Da mesenchymale Stammzellen in verschiedene mesodermale Gewebe einschließlich Muskel, Knochen, Knorpel und Fett differenzieren, sind sie eine attraktive Quelle für die Erneuerung geschädigter oder geschwächter Gewebe und Organe. Die direkte Injektion patienteneigener mesenchymaler Stammzellen in den Rhabdosphinkter könnte deshalb eine Option für die funktionale Therapie der Belastungsinkontinenz darstellen.

In unserer Studie wurde die Bildung quergestreifter Muskelfasern in vivo nach Transplantation humaner adulter Stammzellen in den Musculus rectus abdominis von athymischen Ratten untersucht. Humane mesenchymale Stammzellen aus dem Knochenmark wurden durch Plastikadhärenz in den Zellkulturgefäßen isoliert.

Für eine myogene Differenzierung in vitro wurden konfluente Stammzellkulturen in Passage (P) 1 für 24 Stunden mit 10 ?m 5-Azacytidin inkubiert. Transplantiert wurden Zellen der nachfolgenden P2 und P3 oder native Stammzellen in P1 und P3. Die Zellen wurden nach Eröffnung der Muskelfaszie direkt in den Musculus rectus abdominis athymischer Ratten injiziert. Um einen lichtmikroskopischen Nachweis zu ermöglichen, wurden die transplantierten Zellen vor der Applikation mit dem rotfluoreszenten Zell-Linker PKH26 markiert.

Die Integration und myogene Differenzierung der Zellen wurden nach vier Tagen bis zu 16 Wochen nach der Transplantation in Kryoschnitten untersucht. Eine myogene Differenzierung in vivo wurde durch den immunhistologischen Nachweis der Muskelmarker Desmin (Klon D33) und skelettmuskuläres Myosin langsamer Fasern (Klon NOQ7.5.4.D) geprüft. Transplantierte native oder myogen differenzierte humane Stammzellen konnten in allen behandelten Tieren nachgewiesen werden.

Die histologische Aufarbeitung von Muskelgeweben zeigte im Kurzzeitversuch nach vier und acht Tagen gut abgrenzbare Zellgruppen transplantierter Zellen mit beginnender Zellverteilung im Zielgewebe. Vier und acht Wochen nach der Zellinjektion wurde eine gleichmäßige Verteilung transplantierter Zellen und die Bildung von Myofibrillen beobachtet. Im Langzeitversuch nach 16 Wochen zeigte die Histologie PKH26- positive Muskelfasern, die parallel zu den nativen Muskelfasern des Musculus rectus abdominis angeordnet waren.

Die Immunhistologie ergab positive Reaktionen für Desmin und skelettmuskuläres Myosin langsamer Fasern in den PKH26-positiven Muskelfasern am Versuchsende nach 16 Wochen. Über die durchgeführte Versuchsdauer zeigte sich eine myogene Differenzierungsreihe der humanen mesenchymalen Stammzellen in quergestreifte Muskelzellen. Nach vier Tagen war die beginnende Expression des Muskelzellmarkers Desmin in einzelnen Zellen feststellbar, gefolgt von differenzierten Desminpositiven Myofibrillen benachbart zu Muskelfasern in situ nach vier Wochen und deren fokaler Integration nach acht Wochen mit stärkerer Desmin-Expression und schließlich der Ausbildung von Muskelfasern.

Das Xenograftmodell ist für Untersuchungen zur histologischen Integration und myogenen Differenzierung humaner mesenchymaler Stammzellen in vivo sehr gut geeignet. Die Ergebnisse unserer Untersuchungen belegen das Potenzial adulter mesenchymaler Stammzellen zur Ausbildung von Myofibrillen und neuen Muskelfasern in vivo. Die Bildung neuer Muskelfasern aus direkt in quergestreifte Muskulatur applizierten mesenchymalen Stammzellen ist für eine Regeneration des Rhabdosphinkters bei Patienten mit Belastungsinkontinenz vielversprechend.

Die für eine Stammzell-basierte Therapie benötigten autologen Stammzellen lassen sich mit geringem Aufwand aus dem Knochenmark von Patienten isolieren. Für die funktionale Verbesserung geschädigter oder geschwächter Muskulatur des Rhabdosphinkters ist die Anbindung neu gebildeter Muskelfasern an das Nervensystem eine notwendige Voraussetzung.

Autor:
1Dr. rer. nat. Gerhard Feil
1Simon Baumann
1Jochen Schäfer
2Dr. Richard Schäfer
1Prof. Arnulf Stenzl
1Prof. Karl-Dietrich Sievert
1Klinik für Urologie, Eberhard Karls Universität
Hoppe-Seyler-Straße 3, D-72076 Tübingen
e-mail: gerhard.feil@med.uni-tuebingen.de
2Institut für Klinische und Experimentelle Transfusionsmedizin



Quelle: Urologische Nachrichten vom 12.01.2010


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Universimed vom 29.12.2009
Beitrag Verfasst am:29 Dez 2009 10:16

Neues Inkontinenz-Implantat: Mehr Freiheit für den Patienten erreichen


WIEN - ÖSTERREICH: Das neue hydraulische Sphinkter-Ersatzsystem ATOMS gegen männliche Inkontinenz soll Vorteile anderer Systeme miteinander vereinen sowie bekannte Nachteile bestmöglich vermeiden. Das von Dr. Wilhelm Bauer erfundene System wurde in Zusammenarbeit mit der Firma A.M.I. (Agency for Medical Innovations) entwickelt und ist bereits ein CE-zertifiziertes und in Europa zugelassenes Medizinprodukt.

Was veranlasste Sie dazu, ein neues Sphinkter-System zu entwickeln?

W. Bauer: Die Initiative war die Unzufriedenheit mit bestehenden Systemen und den Problemen mit der Adjustierungsmöglichkeit bzw. Befestigung. Viele Systeme sind nicht verankert und verlagern sich im Körper bzw. verlieren ihre Wirkung über die Zeit, oder sie sind z.B. mit Knochenschrauben verankert.

Bitte erklären Sie kurz, wie dieses System funktioniert.

W. Bauer: Das System wird mit zwei Mesh-System-Armen am unteren Schambeinast fixiert. Es ist in der Verankerung am besten mit einem Rucksack vergleichbar. Zentral findet sich ein befüllbares Kissen, das den Wirkmechanismus darstellt. Es führt zu einer einseitigen Kompression der Harnröhre und erhöht somit den funktionellen Urethraverschlussdruck. Dieser Druck entspricht dem normalen Ruhedruck des Sphinkterapparates. Durch einen Titanport, der mittels dünnen Katheters mit dem zentralen Kissen verbunden ist, lässt sich dieses System jederzeit den jeweiligen Patientenbedürfnissen anpassen. Die Adjustierung erfolgt durch eine perkutane Punktion des Portes mittels einer speziellen Portnadel. Die Belästigung des Patienten ist nicht größer als bei einer Blutabnahme. Nach der Adjustierung ist keinerlei Manipulation durch den Patienten bzw. den Arzt nötig.

Wie unterscheidet sich das neuartige System von den bisherigen?

W. Bauer: Das neue System vereint die Vorteile bestehender Systeme und versucht die Nachteile zu vermeiden. Zusätzlich muss der Patient nichts selbst machen, keine Pumpe betätigen. Er kann frei urinieren. Die Einstellung erfolgt ohne Operation bzw. Schnitt und kann so oft wie nötig wiederholt werden, je nach Patientenbedarf.

Wie läuft die Nachjustierung ab und wie sieht es mit regelmäßigen Kontrollen durch den Urologen aus?

W. Bauer: 3–4 Wochen sollten nach der Implantation vergehen, um das Implantat einheilen zu lassen. In dieser Zeit bildet sich um das zentrale Kissen eine körpereigene Membran, die als zusätzlicher Schutz für die Harnröhre dient. Nach der Einheilungsphase wird das Kissen über den Titanport schrittweise, normalerweise im Wochenrhythmus, so weit gefüllt, dass der Patient kontinent ist. In meiner Patientenserie waren bis jetzt pro Patient 0 bis 7 Adjustierungen nötig.

Für welche Patientengruppe ist das neue ATOMS-Implantat geeignet? Kann es auch bei speziellen Patienten, z.B. nach Op oder Bestrahlung, eingesetzt werden?

W. Bauer: Es ist für alle Patienten mit Belastungsharninkontinenz nach Eingriffen an der Prostata mit Schädigung des Schließmuskelapparats geeignet. Auch nach Bestrahlung kann dieses System eingesetzt werden. Es bedarf keiner großen Patientenselektion. Das Implantat wurde für einen breiten Einsatz konstruiert. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass auch nachfolgende endo-urologische Operationen, wie Entfernung von Blasentumoren, Harnröhrenschlitzungen und endourologische Eingriffe am Ureter bei Steinen, möglich sind.

Wie sieht es mit der Komplikationsrate aus?

W. Bauer: Die derzeitige Komplikationsrate bei meiner Patientenserie von 34 Patienten beträgt 3%, also ein Patient. Bei diesem einen Patienten kam es zu einer Infektion des Systems.

Wie hoch sind die erreichbaren Kontinenzraten und wie lange hält ein gut implantiertes System?

W. Bauer: Die derzeitigen Kontinenzraten liegen bei völliger Kontinenz bei 62%, mit Schutzvorlage bei 26% und bei gebessert, jedoch mit mehr als 3 Vorlagen bei 12%. Man muss jedoch bedenken, dass sich in meiner Patientenserie 22 Patienten mit totaler Harninkontinenz befinden, 13 davon bestrahlt und 8 davon mit insuffizienten Voroperationen. Bei dieser Patientengruppe liegt die Kontinenzrate weit über den Raten vergleichbarer Systeme. Über die Haltbarkeit kann noch keine wirkliche Aussage getroffen werden. Das System wurde bereits in Hinblick auf die Haltbarkeit verbessert und man kann derzeit von einer prognostischen Haltbarkeit von 10 Jahren ausgehen.

Vielen Dank für das Gespräch!



Das Interview führte: Mag. Elisabeth Pipelka

Unser Interviewpartner: OA Dr. Wilhelm Bauer, FEBU, Abteilung für Urologie und Andrologie, Vorstand: Univ.-Prof. Dr. P. Schramek, KH Barmherzige Brüder, Wien


Quelle: Universimed vom 29.12.2009



Anmerkung der Redaktion:
Weitere Informationen zum ATOMS System finden Sie auf der Homepage von A.M.I. Deutschland GmbH.



Autor : Stefan   Thema : Hilfsmittel   Newsquellen : SVI-Redaktion
Beitrag Verfasst am:29 Dez 2009 00:54

Bayern – Apotheken von eigenem Verband verraten?


MÜNCHEN: Die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern (AOK Bayern, BKK Landesverband Bayern, Signal Iduna IKK und den Landwirtschaftlichen Krankenkassen in Bayern) hat mit einem von mehreren Apothekerverbänden einen Vertrag über die Versorgung mit aufsaugenden Inkontinenzhilfsmitteln ausgehandelt. In den letzten Tagen erhielten sowohl die Mitglieder des einen Verbandes, als auch Apotheker die keine Mitglieder des Verbandes sind Post mit der nachdrücklichen Aufforderung den Vertrag umgehend zu unterschreiben. Es wurde in irreführender Weise von dem einzelnen Verband behauptet, dass ab Januar 2010 die Festbeträge nicht mehr gelten würden und Apotheker die nicht dem Vertrag beitreten von der Inkontinenzversorgung ausgeschlossen sein würden.

Das was dort verhandelt wurde, schießt über das Ziel hinaus, so ein Apotheker. Ab Januar müssen sich Apotheken die diesen Vertrag unterzeichnen von einem unabhängigen Institut prüfen lassen. Dieses Zertifikat kostet uns 18 Monate Zeit und tausende von Euro, so erboste Apotheker, aber zumindest dürfen wir noch verkaufen wenn wir die Zertifizierung gestartet haben. Außerdem muss eine ausgebildete Fachkraft die Beratung übernehmen und darüber schriftlich Protokoll führen. Zu einem späteren Zeitpunkt muss nachgeprüft werden, ob die Inkontinenzversorung dann auch ausreichend ist und ob eine Umstellung von Nöten ist. Schwerwiegender sind auch bauliche Anforderungen an die Apotheken. So wird zum Beispiel eine Behindertentoilette vorgegeben, ein Beratungszimmer jedoch nicht. Auch nicht Berücksichtigt wird, ob die Apotheke ausschließlich vor Ort Beratungen beim Betroffenen durchführt. Grosses Novum ist, dass keine wirtschaftliche Aufzahlung von den Apotheken mehr verlangt werden darf, wenn z.B. ein Kunde mit namentlicher Verordnung eines Produktes in die Apotheke kommt. Die Versorgung mit teuren Markenprodukten ist mit den 38,00 Euro des Vertrages abgegolten. Die Höhe der Kopfpauschale und das Verbot von Aufzahlungen stellen die größten Probleme für die Apotheken dar. Pflicht ist nun auch, dass die Apotheken in einem Umkreis von 100 Kilometern ausliefern. Dieser Vertrag brachte bereits vor Weihnachten die Galle bei Bayerns Apothekern zum Überlaufen. Von Verrat durch die einigen Funktionäre war die Rede und denen sollte man ein richtiges Haberfeldtreiben machen.



Anmerkung der Redaktion:
Es muss wohl bei den letzten Ausschreibungen was gründlich schief gelaufen sein. Oder wie kann man sich erklären, dass die Kassen nun so einen Qualitätssprung machen und pro Person und Monat teilweise 15 Euro mehr bezahlen. Den Krankenkassen ist auch aufgefallen, dass Leistungserbringer im Rahmen der wirtschaftlichen Aufzahlung die Betroffenen gnadenlos abgezogen haben und die Hilfen aus der Not teuer haben bezahlen lassen. Frech ist, dass nun der eine verhandelnde Apothekerverband versucht möglichst alle Apotheker ins Boot zu holen. Es wäre nämlich nicht in deren Interesse, wenn deren Mitglieder nur 38 Euro pro Monat bekommen und verbandsfreie Apotheker eigene Verträge über Stückzahlen in hohe Festbeträge abschließen würden. Letzteres ist auch im Jahr 2010 möglich, sofern die Apotheke nicht zu diesem einen Verband gehört.



Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Urologische Nachrichten vom 15.12.2009
Beitrag Verfasst am:17 Dez 2009 21:58

Inkontinenz in der Schwangerschaft verbunden mit postpartaler Inkontinenz


NEW YORK – USA: Harninkontinenz betrifft fast ein Drittel aller schwangeren Frauen. Inkontinenz nach der Geburt ist bei denjenigen Frauen, die schon in der Schwangerschaft inkontinent waren, viel häufiger. Die Entbindungsmethode scheint jedoch keinen Einfluss auf den postpartalen Kontinenzstatus zu haben, heißt es in einem Artikel in der April-Ausgabe des British Journal of Obstetrics and Gynecology: An International Journal of Obstetrics and Gynecology.

Dr. Stian Langeland Wesnes und seine Kollegen von der Universität von Bergen, Norwegen, untersuchten 12.679 Primigravidae in der Norwegischen Mutter-und-Kind-Kohortenstudie, die alle vor der Schwangerschaft kontinent gewesen waren. Die Patientinnen füllten Fragebögen aus; die ersten nach 15 und 30 Schwangerschaftswochen und dann noch einmal einen sechs Monate nach der Geburt.

"31 Prozent der Frauen gaben sechs Monate nach der Geburt an, an Inkontinenz zu leiden", berichten die Wissenschaftler. "Verglichen mit Frauen, die während der Schwangerschaft kontinent gewesen waren, litten die Frauen, die während der Schwangerschaft inkontinent gewesen waren, sechs Monate nach der Geburt häufiger an Inkontinenz" - mit einer adjustierten Risk Ratio (RR) von 2,3.

"Der Effekt der Entbindungsmethode auf die postpartale Inkontinenz hing nicht vom Kontinenzstatus in der Schwangerschaft ab", so die Autoren. Im Einzelnen, berichten sie, waren die RRs für Inkontinenz nach spontanen Vaginalgeburten verglichen mit elektiven Kaiserschnitten 3,2 unter Frauen, die während der Schwangerschaft kontinent gewesen waren, und 2,9 bei den Frauen, die unter Inkontinenz gelitten hatten.

"Die Entbindungsmethode spielt für das Inkontinenzrisiko keine Rolle", sagte Dr. Wesnes gegenüber Reuters Health. "Das Risiko für Inkontinenz nach einem Kaiserschnitt oder einer spontanen vaginalen Entbindung ist das gleiche."

"Um es anders auszudrücken: Inkontinenz in der Schwangerschaft ist kein Argument für einen Kaiserschnitt", sagte Dr. Wesnes.

"Eine der Stärken dieser großen Beobachtungsstudie sind die engen Konfidenzintervalle, die auf eine hohe Genauigkeit der Ergebnisse hindeuten", schreiben die Forscher. "Das kontinente Becken der Nullipara repräsentiert das beste zur Verfügung stehende klinische Modell eines nicht beanspruchten Beckens und unser Studiendesign ist deshalb das Beste, um das Risiko für eine Inkontinenz in Verbindung mit Schwangerschaft und Geburt zu bestimmen."


Quelle: British Journal of Obstetrics and Gynecology 2009;116:700-707

 
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