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Autor : Foren-Admin   Thema : Gesetze - Versicherungen - Soziales   Newsquellen : Märkische Allgemeine vom 01.07.2009
Beitrag Verfasst am:01 Jul 2009 11:47

Krankenkasse und Urologe streiten über die beste Versorgung


JÜTERBOG: Eigentlich soll ein Katheter Erleichterung bringen. Im Gesundheitssystem sorgt er sinnbildlich für eine Verstopfung. Das wurde bei dem Katheter-Problem deutlich, das Karl-Heinz Thiele neulich am MAZ-Sorgentelefon schilderte.

Der Fall: Karl-Heinz Thiele erhielt nach einer Operation im Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum einen Dauerkatheter, der das Urin ableitete. Nach vier Wochen, wie vorgesehen, entnahm der Jüterboger Urologe Gerhard Lenting dem Oehnaer das Hilfsmittel. Bei einer Kontrolle einige Stunden später stellte er aber fest, dass die Blase noch nicht selbstständig arbeitete. Eine Entleerung war nötig, doch statt einen Katheter, wie es der Patient erwartete, schickte Gerhard Lenting ihn in die Notaufnahme des Luckenwalder Krankenhauses. Als Grund dafür wurden Karl-Heinz Thiele die offenbar außergewöhnlichen Vertragsbedingungen seiner Krankenkasse, der AOK Brandenburg, genannt.

Die erste Annahme, dass die von einem Krankenhaus begonnene Behandlung dem Arzt nicht vergütet würde, bestätigte sich im Nachhinein nicht. Vielmehr sieht das komplizierte deutsche Gesundheitssystem eine Spezialregelung für Katheter und andere medizinische Hilfsmittel bei der sogenannten ableitenden Inkontinenz vor.

„Gesetzlich ist es den Krankenkassen erlaubt, bundesweit auszuschreiben, von welcher Firma ihre Mitglieder Katheter erhalten sollen“, erklärt Jörg Trinogga, Pressesprecher der AOK Brandenburg. Dies habe die Kasse genutzt und darauf hin mit der Firma Luna-Care einen Versorgungsvertrag abgeschlossen. Alle Patienten mit AOK-Karte bekommen Katheter nur von dieser Firma.

Als Folge daraus müsste nun jede Urologenpraxis ein sogenanntes Notfalldepot mit Luna-Care-Kathetern haben, so Jörg Trinogga. Nach AOK-Angaben soll sich Gerhard Lenting geweigert haben, diese Reserve für Notfälle – wie Karl-Heinz Thiele – anzulegen, weil er mit der Politik der Kasse nicht einverstanden gewesen wäre. „Wir entscheiden, welche Hilfsmittel unsere Mitglieder erhalten, nicht die Ärzte.“

Aus Sicht von Gerhard Lenting jedoch hat die AOK das Problem durch ihre Vertragsbindung an eine Firma selbst verursacht. Tatsächlich habe er kein Luna-Care-Depot in seiner Praxis, sagt der Jüterboger Urologe auf MAZ-Anfrage. Das liege aber daran, dass die Firma nicht liefern könne, weil sie von der AOK-Notfall-Forderung überrascht worden sei. „Einem Großteil der Praxen im Land geht es wie mir“, sagt der Arzt, der Vorstandsmitglied im Urologenverband Brandenburg ist. Der Vertrag der AOK führe zu Versorgungsengpässen. Uneinig sind sich Kasse und Arzt auch darüber, ob es im Notfall auch ein anderer Katheter getan hätte.

Laut Gerhard Lenting gibt es Verhandlungen zwischen Kassen und Urologen, um eine „einheitliche Regelung“ zu erreichen. Er hofft auf einen Erfolg in den nächsten Wochen.

Karl-Heinz Thiele soll ein Einzelfall bleiben.

Das MAZ-Sorgentelefon ist immer montags von 10 bis 11Uhr geschaltet, 0 33 72/41 57 16. (Von Alexander Engels)


Quelle: Märkische Allgemeine vom 01.07.2009




Anmerkung der Redaktion:
Kaum ist der "Windelkrieg" zwischen der AOK und den Pflegeheimen/Betroffenen beigelegt, geht es offensichtlich in die nächste Runde, dieses mal aber bei den ableitenden Hilfsmitteln. Eigentlich sollte man meinen, die AOK hat aus den Problemen mit minderwertigen Produkten bei den saugenden Hilfsmitteln, den Schwierigkeiten bei der Belieferung der Betroffenen mit den nötigen Hilfsmitteln und der daraus resultierenden schlechten Presse gelernt, aber allen Anschein nach wohl nicht. Bleibt zu hoffen, dass die AOK hier schneller zur Einsicht gelangt, denn "Geiz ist Geil" ist häufig die schlechtere Wahl und bringt im nachhinein oft höhere Folgekosten mit sich.

Wenn nicht nur so wie bei der AOK die urologischen Praxen sogenannte Notfalldepots mit Luna-Care-Kathetern vorhalten müssen, sondern auch die übrigen fast 200 Kassen von den Urologen verlangen würden, auch solche Notfallsets ihrer Vertragspartner vorzuhalten, dann muss wohl jeder Urologe zusätzliche Lagerräume anmieten. Bedenkt man bei der Angelegenheit auch, dass es außer Katheter noch eine ganze Reihe anderer Hilfsmittel gibt, so ist es einfach nicht zumutbar, so etwas von den Ärzten zu verlangen.



Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : urologische Nachrichten vom 29.06.2009
Beitrag Verfasst am:29 Jun 2009 19:34

Beckenbodenstimulation hilft einigen Frauen mit Belastungsinkontinenz


NEW YORK – USA: Elektromagnetische Stimulation des Beckenbodens verbessert bei Frauen, die den Beckenboden nicht ausreichend kontrahieren können, die Belastungsinkontinenz, so ein Bericht in der Mai-Ausgabe des BJU International.

"Diese Therapie könnte den Patienten helfen, die keinen Erfolg mit Beckenbodentraining haben. Es wird jedoch eine Erhaltungstherapie notwendig sein", sagte Dr. Peter J. Gilling vom Tauranga Hospital in Neuseeland gegenüber Reuters Health.

Dr. Gilling und seine Kollegen verglichen die elektromagnetische Stimulation des Beckenbodens (dreimal die Woche, sechs Wochen lang) mit einer Scheinbehandlung bei 70 Frauen mit urodynamisch bestätigter Belastungsinkontinenz.

Alle Frauen zeigten nach acht Wochen Verbesserungen beim 20-Minuten-Einlagentest, bei der Anzahl an benötigten Einlagen pro Tag, bei der Stärke des Beckenbodenmuskels, dem 24-Stunden-Einlagentest und der Lebensqualität, berichten die Autoren.

Allerdings zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen (Stimulation, Scheinbehandlung) hinsichtlich Veränderungen jeglicher Outcome-Maße nach sechs oder nach acht Wochen.

Im Gegensatz dazu war die elektromagnetische Stimulation bei Frauen, die zu Anfang eine schlechte Kontraktion des Beckenbodenmuskels aufwiesen, mit statistisch signifikanten Verbesserungen beim 20-Minuten-Einlagentest assoziiert - verglichen mit der Scheinbehandlung.

"Elektromagnetische Stimulation ist bei Frauen, die an Belastungsinkontinenz leiden insgesamt gesehen nicht wirksamer als eine Scheinbehandlung", schlussfolgern die Autoren. Allerdings gebe es eine Untergruppe von Patientinnen mit schlechter Kontrolle über ihre Beckenbodenmuskulatur, die von dieser Behandlung profitieren könnten.

"Elektromagnetische Stimulation ersetzt das Beckenbodentraining nicht, sie kann aber adjunktiv eingesetzt werden und Frauen helfen, diese Muskeln zu isolieren und so Übungen effektiver auszuführen", sagte Dr. Gilling.

Er ergänzte: "Ich glaube, dass der Effekt kurzlebig ist und deshalb planen wir, uns auf Frauen mit schwachem Beckenboden, die am meisten zu profitieren scheinen, zu konzentrieren, anstatt auf Langzeiteffekte. Wir setzen die elektromagnetische Stimulation auch nach Prostatektomien ein."


Quelle: BJU Int 2009;103:1386-1390.


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : urologenportal.de vom 25.05.2009
Beitrag Verfasst am:16 Jun 2009 10:21

Welt Kontinenz Woche vom 22. bis 29. Juni 2009


BRISTOL - GB, KASSEL: Weltweit leiden Frauen und Männer unter einer Harn- oder Stuhlinkontinenz. Dennoch ist die Erkrankung "Inkontinenz" nach wie vor ein Tabuthema. Urologen und Organisationen wie die Deutsche Kontinenz Gesellschaft versuchen durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit dieses Tabu zu brechen.

Auf der Homepage www.kontinenz-gesellschaft.de wird auf die "Welt Kontinenz Woche" aufmerksam gemacht, die vom Montag, 22. Juni bis Sonntag, 28. Juni 2009 stattfindet. Hierbei handelt es sich um ein Projekt der International Continence Society ICS. Durch eine Vielzahl von Veranstaltungen rund um den Erdball soll die mit hohem Leidensdruck verbundene Krankheit ins öffentliche Bewusstsein gerufen werden. Auch in vielen Städten Deutschlands werden Patientenveranstaltungen organisiert. Eine Übersicht finden Sie unter: www.kontinenz-gesellschaft.de/weltkontinenz.htm. Themenbereiche sind unter anderem die Hilfsmittelversorgung bei Inkontinenz und Methoden des Beckenbodentrainings. Der Eintritt für sämtliche Veranstaltungen ist frei.

Weiterführende Informationen:

Für Deutschland:
Deutsche Kontinenz Gesellschaft
www.kontinenz-gesellschaft.de

E-Mail: info(at)kontinenz-gesellschaft.de
Telefon: +49-(0)561-78 06 04
Telefax: +49-(0)561-77 67 70

Die Patientenbroschüre der Urologen zum Thema:
Volkskrankheit Inkontinenz - Prominente und Urologen setzen gemeinsam auf Aufklärung

Informationen zu den weltweiten Veranstaltungen:
E-Mail: info@icsoffice.org
Telefon: +44 117 9444881
Telefax: +44 117 9444882
19 Portland Square, Bristol, BS2 8SJ, Großbritannien


Quelle: urologenportal.de vom 25.05.2009


Autor : Foren-Admin   Thema : Gesetze - Versicherungen - Soziales   Newsquellen : newsclick.de vom 29.05.2009
Beitrag Verfasst am:29 Mai 2009 23:54

Fast alle Heime wechseln Windel-Lieferanten


SALZGITTER: Von den 110 Seniorenheimen im Braunschweiger Land wollen nur 5 den seit Monaten in der Kritik stehenden Windel-Lieferanten der AOK behalten. Das gab Rainer Rinne, Regionaldirektor der Krankenkasse aus Braunschweig, bei einem Abschlussgespräch mit Seniorenbeirat und Seniorenvertretern im Streit um die Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln bekannt. Dies sei das vorläufige Ergebnis, nachdem sich 85 Prozent der Heime bei der Krankenkasse zurückgemeldet hätten. Zahlen für Salzgitters Seniorenheime konnte Rinne nicht nennen.

Es hätten sich aber etwa 25 Prozent der häuslich Versicherten in Salzgitter entschieden, ihre Windeln nach wie vor von dem Lieferanten zu beziehen. "Wir haben in Salzgitter 428 Versicherte kontaktiert, 109 von ihnen bleiben bei dem Anbieter", sagte Rinne und bekannte: "Wir wissen, dass der Lieferant nicht so versorgt hat, wie er sollte."

Nennenswerte Austritte aufgrund der Querelen habe es bei der Krankenkasse nicht gegeben. "Die Quote liegt bei unter 0,05 Prozent. Und die Versicherten haben keine Gründe für die Kündigungen angegeben", sagte Rinne.

Wie berichtet, hatte die AOK nach einer Gesetzesänderung die Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln zum Oktober 2008 neu ausgeschrieben und dem billigsten Anbieter den Zuschlag erteilt. Seitdem beklagten Heime und Privatpersonen minderwertige Windeln, logistische Probleme und wundgelegene Patienten. Der in die Kritik geratene Anbieter hatte nach sieben Monate andauernden Protesten das Gebiet Braunschweiger Land wieder abgegeben. Die Versicherten können ihren Lieferanten nun wieder frei wählen.

Um die zum 1. Juli wieder rückgängig gemachte Versorgungsregelung ohne Probleme umsetzen zu können, habe die AOK Ärzte und Apotheken informiert, teilte Heribert Pietschmann, Leiter der AOK in Salzgitter, mit. Weshalb der nun nicht mehr zuständige Lieferant bei ihnen anrufe und um Aufträge werbe, wollten die Heimvertreter noch geklärt wissen. "In dem Moment, wo wir mit Heimen und Versicherten Gespräche geführt haben, ist die Firma draußen", sagte Martin Eichenberg von der AOK Niedersachsen. "Sie darf nicht nachkontaktieren."


Quelle: newsclick.de vom 29.05.2009


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Urologische Nachrichten vom 19.05.2009
Beitrag Verfasst am:22 Mai 2009 17:34

Harn- und Stuhlinkontinenz treten häufig zusammen auf


NEW YORK – USA: Nahezu jede fünfte Frau mit Harninkontinenz leidet auch an Stuhlinkontinenz, wie Wissenschaftler berichten. Dr. Alayne Markland von der University of Alabama in Birmingham sagte gegenüber Reuters Health: "Frauen mit Stuhlinkontinenz haben häufig das Gefühl, dass nichts für sie getan werden kann. Oft kümmern sich die Ärzte um die Harninkontinenz, aber nicht um die Stuhlinkontinenz."

Wie Markland in der April-Ausgabe des American Journal of Obstetrics and Gynecology berichtet, studierte ihre Arbeitsgruppe die Daten von 307 Frauen, die an einer Therapiestudie zur Harninkontinenz teilnahmen, um mehr Informationen zur Prävalenz dieser dualen Inkontinenz zu gewinnen.

Die Forscher stellten fest, dass 18 Prozent der Frauen zusätzlich zur Harninkontinenz auch noch an einer Stuhlinkontinenz litten. Stuhlinkontinenz war definiert als der Verlust von flüssigem oder festem Stuhl mindestens einmal im Monat..

Mit Stuhlinkontinenz assoziierte Faktoren waren eine oder mehrer vaginale Geburten und Vaginalprolaps. Patientinnen, die sowohl an Harn- als auch an Stuhlinkontinenz litten, erreichten auf Messskalen der Lebensqualität rund zehn Punkte weniger als diejenigen, die nur eine Harninkontinenz hatten.

Markland schlussfolgerte, dass das gleichzeitige Angehen und Behandeln von Harn- und Stuhlinkontinenz signifikante Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patientinnen haben könnte.


Quelle: Am J Obstet Gynecol. 2009 Apr;200(4):424.e1-8.


Autor : Foren-Admin   Thema : Gesetze - Versicherungen - Soziales   Newsquellen : Aktionsbüro »meine Wahl!« vom 20.05.2009
Beitrag Verfasst am:22 Mai 2009 17:31

Mit falschen Informationen Kasse machen


BERLIN: AOK Brandenburg informiert Ärzte und Versicherte unvollständig. Inkontinenz-Patienten werden unnötig zum Wechsel des Leistungserbringers gedrängt. Für Verwirrung und Unmut bei Hilfsmittelnutzern und Mitstreitern des Aktionsbündnisses „meine Wahl!“ sorgen derzeit Schreiben der AOK Brandenburg an Ärzte und Versicherte in der Region. Darin informierte die Krankenkasse Anfang April 2009 brandenburgische Arztpraxen und angeblich Betroffene über den Ausgang der gemeinsamen europaweiten Ausschreibung der AOKs Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt zu ableitenden Inkontinenzartikeln. Demnach sei ab dem 1. Mai ausschließlich der für den jeweiligen Landkreis zuständige Vertragspartner berechtigt, die AOK-Versicherten mit ableitenden Inkontinenzhilfen wie Einmalkatheter, Ballonkatheter oder Urin-Bein-Beutel zu versorgen.

Dass die Ausschreibung allerdings nur drei bestimmte Versorgungsarten umfasst, verschweigt die AOK Brandenburg gegenüber den Ärzten und ihren Versicherten. Patienten mit einer künstlichen Blase oder mit einem Dauerkatheter, die sich nicht durch die Harnröhre katheterisieren oder Patienten, die ausschließlich Urinableiter und Auffangsysteme wie Urinalkondome benötigen, sind nicht von der Ausschreibung betroffen. Eine wichtige Information, die die Kasse den Ärzten und somit auch den Patienten vorenthält. Aufgrund dieses Informationsdefizits treten nun Fälle auf, in denen Patienten zum Wechsel des Leistungserbringers aufgefordert werden, obwohl die Ausschreibung sie nicht betrifft. Das Aktionsbündnis rät allen AOK-Versicherten, sehr genau zu prüfen, ob sie tatsächlich zum Ausschreibungsgewinner wechseln müssen.

Betroffene, für die die Ausschreibung bindend ist, dürfen nicht mehr selbst entscheiden, wer sie mit ihren medizinischen Hilfsmitteln versorgt. Zukünftig werden sie von den Ausschreibungsgewinnern beliefert, die den niedrigsten Preis geboten haben. Bei zahlreichen Ausschreibungen anderer Krankenkassen hat dieses Verfahren bereits zu erheblichen Qualitätsdefiziten geführt. Das Aktionsbündnis empfiehlt den Betroffenen, bei etwaigen Qualitäts-, Versorgungs-, und Beratungsdefiziten die Krankenkasse schriftlich um Abhilfe aufzufordern und auch das Aktionsbündnis über die Defizite zu informieren.

Nähere Informationen zu allen bislang in Deutschland durchgeführten Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich liefert auch der neue Ausschreibungsmonitor des Aktionsbündnisses „meine Wahl!“ unter www.buendnis-meine-wahl.de.


Pressekontakt:

Bärbel Hestert-Vecoli
Aktionsbüro »meine Wahl!«
c/o Weber Shandwick
Schönhauser Allee 37, Geb. P
10435 Berlin

Tel.: +49 (0)30 203 51-27
bhestert@webershandwick.com



Autor : Foren-Admin   Thema : Gesetze - Versicherungen - Soziales   Newsquellen : newsclick.de vom 30.04.2009
Beitrag Verfasst am:08 Mai 2009 21:34

Freie Windel-Wahl - AOK stellt die Versorgung um


Von Alexandra Ritter

SALZGITTER. Seinen Job hat der Windel-Lieferant der AOK Niedersachsen offiziell nicht verloren. Doch die Versicherten im Braunschweiger Land dürfen von Juli an wieder selbst entscheiden, über wen sie ihre Inkontinenzhilfsmittel beziehen. Das gilt für Heime wie auch für die Versicherten, die zu Hause versorgt werden.

Das teilte die Krankenkasse gestern mit. "Wir werden alle betroffenen Heime und Versicherten kurzfristig über die Details der Umstellung informieren", sagt Vorstand Jürgen Peter. Damit reagiert die Kasse auf die heftigen Proteste von Senioren und Seniorenvertretern nach der Umstellung des Vergabesystems zum Oktober 2008.

Wie berichtet, hatte die AOK nach einer Gesetzesänderung die Vergabe der Inkontinenzhilfsmittel neu ausgeschrieben und dem günstigsten Anbieter den Zuschlag erteilt. Seitdem beklagen Heime und Privatpersonen eine schlechte Qualität der Windeln und Lieferengpässe. Der Seniorenbeirat Salzgitter hatte im März eine Demonstration vor Landtag und AOK initiiert.


Quelle: newsclick.de vom 30.04.2009


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Urologische Nachrichten vom 08.05.2009
Beitrag Verfasst am:08 Mai 2009 21:20

Harninkontinenzschlingen: Zulassungsprozess der FDA in Zweifel gezogen


NEW YORK - USA: Der Zulassungsprozess der Food and Drug Administration (FDA) für medizinisches OP-Material wird von der New York Times kritisiert. Mehrere Zivilklagen gegen den Hersteller der Ob-Schlinge zur Behandlung der Stressinkontinenz der Frau offenbarten deutliche Mängel im Zulassungsprozess der Behörde.

Die FDA entscheidet über Zulassungen per Vergleichsverfahren. Ergebnisse von neuen Schlingen werden mit denen von herkömmlichen Schlingen verglichen. Danach wird geprüft, ob das neue Material und die Anwendung den Leitlinien entspricht. Sind alle Ergebnisse gleichwertig oder besser sowie leitlinienkonform, dann wird die Zulassung erteilt. Die New York Times berichtet nun, dass das Ob-Tape genau diesem Vergleichsprozess unterzogen wurde. Das Problem hierbei sei laut der Times, dass sich das Ob-Tape nur mit einer speziellen Schlinge vergleichen lasse, die zuvor bereits vom Markt genommen wurde, weil Patienten sich ebenfalls über große Schmerzen beklagt hätten.

Der operative Einsatz und das Material unterscheide sich deutlich von herkömmlichen Schlingen und mache weitere Vergleiche somit unmöglich. Der Hersteller hatte aber das Produkt zuvor aggressiv bei Ärzten beworben und als eine innovative Schlinge gepriesen, die die Blasenpunktion deutlich reduzieren solle.


Quelle: Urologische Nachrichten vom 08.05.2009


Autor : Foren-Admin   Thema : Gesetze - Versicherungen - Soziales   Newsquellen : Urologische Nachrichten vom 07.05.2009
Beitrag Verfasst am:08 Mai 2009 21:17

Vertrag vorgestellt: Inkontinenzpatienten sollen besser behandelt werden


BERLIN: Die Vertragswerkstatt der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) und dem Berufsverband der Gynäkologen haben zusammen ein Vertragskonzept zur Versorgung harninkontinenter Patienten entworfen (wir berichteten). Nun hat die KBV das Konzept in Berlin vorgestellt.

"Unser Ziel ist die intensive Aufklärung der Betroffenen über die Ursachen und die Behandlungsmöglichkeiten der Inkontinenz. Effektive Diagnostik sowie das Zusammenspiel von ärztlichen und nichtärztlichen Fachleuten soll die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern", erklärte KBV-Vorstand, Dr. Carl-Heinz Müller, bei der Vorstellung des Konzepts gestern in Berlin. Sowohl Ärzte als auch Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen waren zu dem Treffen geladen. Die Entwickler des Konzepts wollen künftig Strukturen etablieren, durch die die Betroffenen gezielt angesprochen werden.

Der Vertrag ist nach Paragraph 73c SGB V gestrickt und richtet sich an Ärzte, die sich der hausärztlichen Versorgung gemäß Paragraf 73 Absatz 1a SGB V angeschlossen haben sowie Vertragsärzte mit der Facharztanerkennung für Frauenheilkunde und Urologie - sofern die Krankenkassen sich an dem Konzept beteiligen.

Die Vertragsärzte sollen eng zusammenarbeiten und mit nicht ärztlichen Gesundheitsberufen, beispielsweise Physiotherapeuten kooperieren. Laut dem Konzept überweist der Hausarzt den Patienten erst an einen Facharzt, wenn sich während seiner Behandlung die Symptome nicht verbessern oder gar verschlechtern. Bedingung für die Hausärzte ist, dass die Allgemeinmediziner an mindestens zwei hausärztlichen Qualitätszirkeln pro Jahr teilnehmen, die das Thema Harninkontinenz beinhalten müssen. Außerdem sollen sie Fachkonferenzen besuchen, die im Rahmen des Vertrages in der entsprechenden Region stattfinden.

Die Qualität der Versorgung von harninkontinenten Patienten soll laut KBV so verbessert werden und das Thema Harninkontinenz enttabuisiert werden. Von den rund fünf Millionen betroffenen Patienten in Deutschland sucht nur etwa die Hälfte einen Arzt auf, weil die Scham das Thema anzusprechen zu groß sei. "Jetzt sind die Krankenkassen aufgefordert, diesem Vertragskonzept beizutreten, um ihren Teil zu leisten, die Versorgungsqualität ihrer Versicherten zu verbessern", betonte BDU-Präsident, Dr. Martin Bloch. Unterstützt wurde die Vertragswerkstatt der KBV von der Bundesbeauftragten für die Belange der Patientinnen und Patienten, Helga Kühn-Mengel.


Quelle: Urologische Nachrichten vom 07.05.2009


Autor : Foren-Admin   Thema : Gesetze - Versicherungen - Soziales   Newsquellen : Landeszeitung Lüneburg vom 30.04.2009
Beitrag Verfasst am:30 Apr 2009 13:04

Lieferanten-Testphase beendet


LÜNEBURG: Die angekündigte "Testphase" ist jetzt vorbei: Nach wochenlanger massiver Kritik an der Firma Wendland Medicare aus Lüchow hatte die AOK Niedersachsen (AOKN) einen neuen Lieferanten von Inkontinenz-Hilfsmitteln für die Region Nordostheide eingesetzt. Ende April sollte über die Erfahrungen mit dem neuen Lieferanten, Firma SCA Hygiene Products GmbH, beraten werden, so die Vereinbarung von AOKN sowie Vertretern öffentlicher und privater Altenheime in Stadt und Kreis Lüneburg im Februar (LZ berichtete). Den Termin für das Treffen haben die Pflegeeinrichtungen kurzfristig abgesagt.

"Menschenunwürdig" seien die Zustände für AOK-Versicherte in Folge mangelhafter Inkontinenz-Versorgung seitens des Lieferanten und schlechter Produkte gewesen, lautete vor der Umstellung ein Vorwurf. Die Einsetzung von SCA Hygiene Products als neuen Lieferanten erschien zunächst nur wie eine Rochade: Denn der alte Lieferant Wendland Medicare ist ein Subunternehmen von SCA. Jetzt beliefert SCA, Hersteller der Hygieneprodukte, die stationären Pflegeeinrichtungen in Stadt und Kreis Lüneburg selbst - quasi als Subunternehmen im Namen und auf Rechnung für das eigene Subunternehmen Wendland Medicare.

Auf LZ-Anfrage nach einer ersten Bilanz zeigt sich zumindest AOKN-Pressesprecher Klaus Altmann zufrieden, er sagt: "Wir sind auf einem guten Weg. Wir haben deutliche Verbesserungen erzielt, vor allem in den Bereichen Kommunikation und Logistik." So eine Umstellung brauche nun einmal Zeit, ein abschließendes Bild ließe sich aber erst in einigen Wochen zeichnen, dann sei ein neuer Gesprächstermin mit allen Beteiligten vorgesehen.

Verhalten fällt hingegen die Reaktion seitens der Vertreter öffentlicher und privater Altenheime aus, einige mögen sich zu dem Thema öffentlich gar nicht mehr äußern. Jens Marquardt vom Haus Herbstrose in Drögennindorf, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Privater Altenheime (AGPA), bestätigt auf LZ-Anfrage: "Die Probleme bei Kommunikation und Logistik, die wir zuvor bei Wendland Medicare massiv bemängelt haben, wurden abgestellt." Den Gesprächstermin mit AOKN und SCA hätten die Pflegeeinrichtungen allerdings ihrerseits aus Zeitgründen abgesagt. "Wir brauchen noch einige Wochen, um die Bedarfsgerechtigkeit sowie die Quantität der Versorgung durch SCA in allen Einrichtungen vernünftig beobachten und bewerten zu können." Erst Ende Mai würden die Pflegeeinrichtungen erneut das Gespräch mit Krankenkasse und Lieferanten suchen und dann Bilanz ziehen.


Quelle: Landeszeitung Lüneburg vom 30.04.2009

 
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