Der künstliche Schließmuskel



Der künstliche Schließmuskel ist eine elegante Lösung bei kompletter Harninkontinenz und kann bei fast jeder Form der Harninkontienz eingebaut werden. Er liegt zirkulär um die Harnröhre. Hierbei verschließt ein aufblasbares Ballonsystem die Harnröhre. Mittels einer subkutan liegenden kleinen Pumpe kann der Patient das System beliebig selbst steuern. Da ein Fremdkörper implantiert wird, ist eine Infektion das Hauptproblem. Dies führt häufig zur Explantation. Wenn das System aber funktionstüchtig eingesetzt wird, dann wird in nahezu allen Fällen Kontinenz erreicht.

Der Neosphinkter ist eine kleine mit Flüssigkeit gefüllte Prothese, die vollständig in den Körper implantiert wird. Diese Prothese besteht aus mehreren Komponenten.

# Die Manschette umschließt die Harnröhre und dichtet sie so ab.
# Ein kleiner Ballon enthält die Flüssigkeit für die Manschette.
# Über Schläuche sind die einzelnen Komponenten verbunden.
# Die Pumpe liegt im Skrotum und läßt sich von außen Ertasten.
# Der Deaktivierungsknopf befindet sich am oberen Teil der Pumpe

Funktion der Prothese
Die mit Flüssigkeit gefüllte Manschette umschließt mit sanften Druck die Harnröhre. Zum Wasserlassen wird die Manschette durch mehrmaliges Drücken der Pumpe geöffnet. Damit fließt die Flüssigkeit aus der Manschette in den Ballon. Da die leere Manschette die Harnröhre nichtmehr verschließt, kann sich der Harn aus der Blase entleeren. Die Flüssigkeit fließt dann innerhalb weniger Minuten zurück in die Manschette und verschließt damit die Harnröhre wieder.

Untersuchungen durchführen
Um Untersuchungen der Harnröhre und der Blase durchführen zu können, muß die Prothese mit einem Knopf Deaktiviert werden. Damit wird der Harnröhre zur Blase hin offen gehalten, um die Instrumente einführen zu können. Nach Abschluß der Untersuchungen aktiviert der Patient die Prothese wieder und die Harnröhre ist somit wieder verschlossen.

bewährte Technik
Seit über 25 Jahren werden künstliche Blasenschließmuskel bein Harninkontinenz eingesetzt. Nahezu 90% der Patienten waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden und würden sich wieder einen künstlichen Sphinkter einsetzen lassen. Fast alle Patienten waren nach der durchschnittlichen Lebensdauer des künstlichen Sphinkters von über 7 Jahren noch nahezu Kontinent, das bedeutet, sie brauchten im Durchschnitt nur 0-2 Stück Vorlagen oder Windeln in 24 Stunden.





Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 13:20


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