Anticholinergika - Detrusorrelaxation



Die Anticholinergika bewirken eine Detrusorrelaxation....




Darifenacin


Fesoterodin


Oxybutynin

Seit mehr als 25 Jahren wird der Wirkstoff Oxybutynin in der Urologie bei Querschnittgelähmten und neurologisch betroffenen Patienten zur Steuerung der Blasentätigkeit eingesetzt. Das Oxybutynin gehört zu der Gruppe der Anticholinergika, das sind hochwirksame Medikamente, die zur Behandlung einer instabilen Blasenmuskulatur bei Inkontinenz angewandt werden. Sie werden auch Spasmolytika oder Antispasmodika genannt. Ihre Wirksamkeit wurde in wissenschaftlichen Studien zweifelsfrei belegt. Insbesondere bei der Dranginkontinenz bzw. bei einer hyperaktiven Blase, gehören Anticholinergika zusammen mit einem gezielten Toilettentraining zur Standarttherapie.

Durch diese Medikamente wird die Blasenmuskulatur an der Kontraktion gehindert. Das funktioniert so: Bei jedem Menschen werden durch Impulse des Blasensteuerzentrums im Gehirn an den Nervenenden in der Blase die Substanz Acetylcholin freigesetzt. Acetylcholin wird an bestimmten Rezeptoren in der Blasenmuskulatur gebunden. Ist der Impuls so stark, dass Acetylcholin am gesamten Blasenmuskel die Rezeptoren belegt, so kontrahiert der Blasenmuskel und es kommt zur Blasenentleerung. Die Medikamente - Anticholinergika - besetzen nun diese Rezeptoren in der Muskulatur. Dadurch kann die Substanz Acetylcholin nicht mehr gebunden werden und die Kontraktionsfähigkeit der Muskulatur wird gehemmt.

Weil diese Substanzen nicht nur am Blasenmuskel, sondern auch in anderen Bereichen des Körpers wirken, kommt es bei der Einnahme von Anticholinergika möglicherweise zu erheblichen Nebenwirkungen. Hier muß eine genaue Indikation erfolgen, die zusammen mit dem Patienten gestellt wird. Manchmal kann es sich auch als Sinnvoll erweisen, nur geringe Dosen der Medikamente zu verabreichen, oder ganz darauf zu verzichten. Hier setzt auch die neue Art der Darreichungsform an, da der Wirkstoff direkt an den Ort des Geschehens gebracht wird.

Häufige Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, schneller und unregelmäßiger Pulsschlag, Magenbeschwerden, Verstopfung, Anstieg des Augeninnendrucks und Beeinträchtigung des Nahsehens. Die Nebenwirkungen können bei jedem sehr unterschiedlich sein. Genau hier könnte diese neue Art der Darreichung die störenden Nebenwirkungen etwas mildern, aber die Betroffenen können trotzdem weiterhin die wirksame Substanz verwenden. Im Moment laufen auch vielfältige Wissenschaftliche Forschungsreihen, um ein spezifisch an der Blasenmuskulatur wirkendes Anticholinergikum zu entwickeln.




Propiverin


Solifenacin


Tolterodin


Trospiumchlorid







Letzte Änderung am:  13 Jul 2014 19:27


cron