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Gesetze & Versicherungen
Urologische Nachrichten vom 30.12.2004
Foren-Admin
30 Dez 2004 15:49



Riesige Datenschutzlücken im elektronischen Gesundheitswesen




BERLIN: Der IT-Berater Thomas Maus erhob auf dem 21. Chaos Communication Congress in Berlin schwere Vorwürfe gegen IT-Entwickler im Gesundheitswesen. Diesen sprach er jegliche Sicherheitskompetenz ab. Bei der Verschlüsselung der Nutzerdaten rund um die elektronische Gesundheitskarte seien verheerende Fehler gemacht worden, kritisierte Maus.

Das von ihm untersuchte Projekt spiele eine tragende Rolle beim Aufbau der vom Bund geplanten, umfassenden Telematik-Infrastruktur für das Gesundheitswesen, sagte Maus. Es handle sich hier um einen "Totalschaden". Man könne den bereits entstandenen Code "nur wegwerfen", müsste alles neu machen.

Ein externer Angreifer könne sich in dem von Maus analysierten System ungehindert bewegen und an sämtliche privaten Schlüssel der Nutzer herankommen. "Die elektronisch gespeicherten Patientenakten sind im Handumdrehen fälschbar und der sensible Datenaustausch zwischen den Arztpraxen ist einsehbar", sagte Maus.

Maus hatte im Vorfeld des Kongresses ein mit öffentlichen Mitteln finanziertes Projekt vier Tage auf Sicherheitslücken überprüft. Auftraggeber des Gutachtens sei nach Aussage von Maus nicht der Systemhersteller, sondern ein potenzieller Nutzer gewesen. Genauere Angaben zu dem schon dreimal umbenannten System wollte Maus allerdings nicht machen.

Ferner berichtete der IT-Experte über weitere Fehler: "Firewalls werden als explizit unnötig bezeichnet". Das System sei somit Austauschplattform beliebiger Dokumente und Viren. "Eine "Härtung" des Betriebssystems ist jedoch nicht vorgesehen", kritisierte Maus. Insgesamt sei eine "riesige Vertrauensblase nach dem Motto 'viel hilft viel' aufgebaut worden. Die Patientendaten würden zwar zweimal verschlüsselt – allerdings völlig ineffizient. Letztlich lägen etwa Passwörter der Datenbank im Klartext vor.





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Allgemeines
Deutsches Ärzteblatt vom 30.12.2004
Foren-Admin
30 Dez 2004 15:43



Zehn Millionen Deutsche besuchen im dritten Quartal Gesundheitsseiten




HANNOVER: Rund 30 Prozent (10,3 Millionen) aller Deutschen, die im dritten Quartal dieses Jahres online waren, haben Gesundheitswebseiten besucht. Das ist ein Wachstum von rund 38 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2003, in dem diese Websites 7,5 Millionen Besucher registrieren konnten. Auf eine entsprechende Analyse des US-amerikanischen Online-Marktforschers Nielsen/Netratings wies die Ärztekammer Niedersachsen im Dezember hin.

Mit rund 1,9 Millionen Besuchern liegt die Gesundheits-Seite von T-Online „onGesundheit“ an erster Stelle in der Beliebtheitsskala. Es folgen NetDoctor mit 1,4 Millionen, AOL Health (1,4 Millionen), Medicine Worldwide (1,1 Millionen) und DocMorris mit 1,1 Millionen Besuchern. Laut Nielsen lesen die Deutschen auf diesen Seiten wie man mit dem Rauchen aufhört, Gewicht verliert oder Erkältungen vorbeugen kann.

Aber auch der Kauf von Medikamenten via Internet nimmt zu: Im vergangenen Jahr hat sich die Anzahl der Besucher von Doc Morris fast verdoppelt. Gleichzeitig stieg die Zeit, welche die Nutzer im Durchschnitt auf Seiten zum Thema Gesundheit verbringen, um 5,2 Minuten: von 10,3 Minuten im dritten Quartal 2003 auf 15,5 Minuten im dritten Quartal 2004. Die Nutzer sind zu 66 Prozent Männer, die meisten von ihnen sind über 35 Jahren. /hil





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Hilfsmittel
Pressestelle der Paul Hartmann AG
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23 Dez 2004 17:13



Neu von Hartmann - MoliMed micro light




HEIDENHEIM: MoliMed-Einlagen sind jetzt in einer weiteren Größe verfügbar: MoliMed micro light rundet das Sortiment der kleinen, diskreten Einlagen ab. Die Einlage ist anatomisch geformt und nur 4 mm dick. Dadurch ist sie besonders trageangenehm und garantiert höchste Diskretion.

Wie alle anderen MoliMed-Aufmachungen bietet MoliMed micro light die bekannten Vorteile, nämlich den dreiteiligen Saugkörper, bestehend aus dem Dry-Plus-Vlies als Verteilerschicht, dem Ultra-Saugkern und der Grundfläche aus reiner Zellulose, eine atmungsaktive textile Außenseite und eine weiche Oberfläche auf der dem Körper zugewandten Seite.

MoliMed micro light ist in der Apotheke seit Dezember 2004 in Packungen à 14 Stück erhältlich. In den ersten Monaten werden die Packungen mit einem kleinen Give-away versehen: einem praktischen kleinen Täschchen, in dem die Kundinnen MoliMed micro light auch unterwegs diskret mitführen können.

MoliMed ist ideal bei leichten Formen der Stressinkontinenz, wie sie beispielsweise infolge von Schwangerschaft und Geburt auftreten kann, eignet sich aber auch als Schutz nach vaginalen Eingriffen oder als komfortable, auslaufsichere Wöchnerinnen-Vorlage.





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Forschung & Medizin
Urologische Nachrichten vom 23.12.2004
Foren-Admin
23 Dez 2004 16:01



Vaginalband hilfreich bei Symptomen gemischter Inkontinenz




NEW YORK - USA: Das spannungsfreie Vaginalband (“tension-free vaginal tape”, TVT), das zur Behandlung der Stressinkontinenz entwickelt wurde, kann einer neuen Studie zufolge auch bei vielen Patientinnen mit den Symptomen einer gemischten Inkontinenz die Komponente der Dranginkontinenz oder der überaktiven Blase lindern. Dabei weist es ein relativ niedriges Risiko auf, de novo Symptome einer überaktiven Blase zu verursachen.

Von 98 Patientinnen, die ein TVT wegen Stress- oder gemischter Inkontinenz erhielten, zeigte sich bei zwei Dritteln jener mit gemischter Inkontinenz nach der Operation eine Besserung der Symptome einer Dranginkontinenz oder überaktiven Blase. Dagegen trat bei 9,1 Prozent derer mit lediglich einer Stressinkontinenz de novo eine Dranginkontinenz auf. Das berichten Dr. Jeffrey L. Segal und Kollegen vom Good Samaritan Hospital in Cincinnati in Obstetrics & Gynecology.

Dr. Segal, der jetzt Direktor des Center for Urogynecology am St. Barnabas Medical Center in Livingston, New Jersey, ist, teilte Reuters Health mit, dass er die aktuelle Studie durchgeführt habe, weil so viele Frauen eine Mischung von Symptomen der Stress- und Dranginkontinenz zeigen. Das TVT wird zunehmend zum „Goldstandard“ der Behandlung bei Stressinkontinenz, fügte er hinzu, während Dranginkontinenz im Allgemeinen anfangs konservativ mit Medikamenten, Blasentraining und Beckenbodengymnastik behandelt wird.

Verfahren zur Therapie der Inkontinenz bringen das Risiko von neu auftretender Dranginkontinenz und überaktiver Blase mit sich, berichten Dr. Segal und Kollegen. Bei der TVT-Methode, die erstmals 1995 beschrieben wurde, wird ein spannungsfreies Band um die Mitte der Urethra gelegt. Sie wird ambulant und gewöhnlich unter intravenöser Sedierung und Lokalanästhesie durchgeführt.

33 Patientinnen in der Studie litten unter Stressinkontinenz und 65 unter gemischter Inkontinenz. Bei jenen mit gemischten Symptomen wiesen 63,1 Prozent eine Rückbildung ihrer Dranginkontinenz nach der Operation auf. Das TVT führte zur Rückbildung der Symptome einer überaktiven Blase bei 57,3 Prozent der Patientinnen, die solche Symptome vor der Operation aufwiesen. Und von den Patientinnen, die vor der Operation Anticholinergika einnahmen, waren 57,7 Prozent danach nicht mehr auf diese Medikamente angewiesen.

Bei drei (9,1 Prozent) der Patientinnen mit Stressinkontinenz trat nach der TVT-Behandlung eine Dranginkontinenz auf, während Symptome der überaktiven Blase in 4,3 Prozent der Fälle de novo auftraten und 8,7 Prozent erstmalig mit einer Anticholinergika-Medikation begannen.

Als einzigen signifikanten Risikofaktor für das erstmalige Auftreten von Symptomen der überaktiven Blase, die nach TVT-Operation eine Behandlung mit Anticholinergika erforderlich machten, identifizierten Dr. Segal und seine Kollegen eine vorherige chirurgische Therapie der Harninkontinenz. Bei diesen Frauen war die Wahrscheinlichkeit achtfach erhöht, dass Symptome der überaktiven Blase auftraten, die eine Anticholinergika-Medikation nach der Operation erforderlich machten.

Die Autoren bemerken, dass durch Blasenhalschirurgie das Risiko erstmalig auftretender Symptome einer überaktiven Blase erhöht werden kann – und zwar auf verschiedene Weise, z. B. durch Auslösung einer Reizung der Blasenschleimhaut, Veränderung der Nervenfunktion oder Verursachung einer partiellen Obstruktion des Abflusses.





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Forschung & Medizin
Urologische Nachrichten vom 21.12.2004
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21 Dez 2004 16:20



Qualitative Studie zur Psychologie der Stressharninkontinenz




HAMBURG: Während des 16. Kongresses der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft im Congress Centrum referierte PD Dr. Sven Hundertmark vor der Presse über psychische Aspekte der Stressharninkontinenz.

Die vorliegende Studie zur emotionalen Bedeutung von Stressharninkontinenz bei Patientinnen und Ärzten ist in dieser Form bisher nicht publiziert worden und weist auf ein Problem, das prinzipiell bekannt erscheint, in seiner Komplexität aber doch sehr überrascht.

Bei Patientinnen ist durch die Stressharninkontinenz oft das Selbstbewusstsein erheblich gemindert und ihr Lebensstil eingeschränkt. Bekannte Therapien werden als wenig suffizient eingeschätzt oder aus Angst, zum Beispiel vor Operationen, vermieden: Gründe für das Tabu seitens der Betroffenen.

Hier gilt es durch eine intensivierte Aufklärung die tatsächliche Wirksamkeit von individuellen modernen konservativen und operativen Verfahren, durchgeführt von Spezialisten, objektiv darzustellen. Natürlich gibt hier ein neues Medikament Anlass zu Hoffnung, die den Patientinnen in Aussicht gestellt werden kann. Besonders unerwartet aber ist die emotionale Situation der Ärzte.

Diese belegen das Thema ebenfalls mit einem Tabu und nehmen so oft die Komplexität und Quantität der Probleme ihrer Patientinnen nicht ausreichend wahr. Gründe dafür liegen in dem von den befragten Ärzten so empfundenen schwierigen Zugang zu der Erkrankung, was insbesondere den Zeitaufwand und die Aussicht auf einen Therapieerfolg angeht. Hier leidet das Selbstverständnis als Arzt und Heiler.

Das doppelte Tabu ist die eigentliche Herausforderung. Zum Tabubruch bei den Ärzten gilt es, die enorme Häufigkeit der Erkrankung besonders in das Bewusstsein des niedergelassenen Arztes zu heben.

Durch regelmäßige Fortbildungen des Arztes gilt es, statt der üblichen Komplexitätsdarstellungen gerade die Einfachheit einer Diagnose sowie die gute Praktikabilität moderner konservativer und sekundär auch operativer Therapieoptionen darzustellen.





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Gesundheit
Ärzte Zeitung vom 15.12.2004
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15 Dez 2004 15:33



Besser informierte Patienten dank Internet?




LONDON: In Großbritannien diskutieren Ärzte und Öffentlichkeit derzeit erneut die Frage, ob das Internet zu besser informierten Patienten führt oder ob es lediglich den Ärzten das Leben schwerer macht, weil mehr Patienten glauben, alles besser zu wissen.

Eine neue Untersuchung der Universität York sorgt für zusätzlichen Gesprächsstoff. Die Studie zeigt, daß das Internet bei der Arzt-Patienten-Kommunikation durchaus eine sinnvolle Rolle erfüllen kann.

Britische Ärzteverbände warnten in der Vergangenheit mehrfach vor den Gefahren, die die Informationsflut aus dem Internet für das Arzt-Patientenverhältnis bedeuteten. Forscher der Universität York stellten jetzt allerdings fest, daß Patienten das Internet lediglich als eine von vielen Informationsquellen benutzen und daß sich das keineswegs negativ auf das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten auswirke.

Im Gegenteil. Laut Sarah Nettleton, einer der Mit-Autorinnen der Studie, vertrauen Patienten, die sich zum Beispiel im Internet über chronische Erkrankungen ihrer Kinder informieren, ihren Ärzten unverändert stark. "Das Internet wird lediglich zu einer weiteren Informationsquelle", so Nettleton. "Das Arzt-Patienten-Verhältnis wird dadurch nicht geschädigt."

Die Wissenschaftler widersprechen der Meinung, medizinische Laien seien nicht in der Lage, die Vielfalt der Internet-Informationen richtig einzuordnen. "Unsere Ergebnisse zeigen, daß Patienten durchaus in der Lage sind, seriöse von unseriösen Inhalten zu unterscheiden." Die Wissenschaftler sprachen sich deshalb gegen die weitere Zensur von medizinischen Internet-Angeboten und -Inhalten aus.





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Forschung & Medizin
Urologische Nachrichten vom 13.12.2004
Foren-Admin
13 Dez 2004 15:28



Botulinumtoxin A lindert Schmerzen bei interstitieller Zystitis




NEW YORK – USA: Die Ergebnisse einer kleinen Studie liefern starke Hinweise darauf, dass Botulinumtoxin A (BTX-A) innerhalb der viszeralen Innervation des unteren Harntrakts einen antinozizeptiven Effekt hat.

Obwohl BTX-A weitläufig als spezifisches Toxin für cholinerge Nerven angesehen und von Urologen angewendet wird, um Störungen der Muskelspastik zu behandeln, liefern „unsere Ergebnisse vorläufige Hinweise darauf, dass BTX-A möglicherweise eine nützliche Therapieoption für Patienten mit interstitieller Zystitis darstellt“, die durch schmerzhaften, häufigen Harndrang gekennzeichnet ist, berichten Wissenschaftler in der November-Ausgabe von Urology.

Dr. Michael B. Chancellor von der University of Pittsburgh School of Medicine und Kollegen behandelten 13 Frauen mit therapierefraktärer interstitieller Zystitis (sechs in den Vereinigten Staaten und sieben in Polen) mit 100 bis 200 Einheiten Dysport (polnische Patienten) und Botox (US-Patienten).

Die Medikamente wurden submukös an 20 bis 30 Stellen des Trigonums und des Blasenbodens injiziert, während die Frauen unter kurzer Vollnarkose oder Sedation standen.

Insgesamt neun von 13 Frauen (69 Prozent) stellten nach der Behandlung Verbesserungen fest. Die Schmerzwerte auf der visuellen analogen Skala fielen um 79 Prozent, und die Symptome eines häufigen Harndrangs am Tag und einer Nykturie um 44 bzw. 45 Prozent.

Die mittleren Werte des Interstitial-Cystitis-Symptom-Index und Interstitial-Cystitis-Problem-Index verbesserten sich um 71 bzw. 69 Prozent (p<0,05).

Dr. Jeremy B. Tuttle von der University of Virginia School of Medicine in Charlottesville behauptet in einem Leitartikel, dass „wenn diese Ergebnisse bestätigt werden, dies bedeutet, dass unser Verständnis der Wirkung von BTX-A und der Entstehung interstitieller Zystitissymptome korrigiert werden muss“.

Falls BTX-A nur an den cholinergen Endknöpfchen wirkt, erklärt er, wäre vermutlich eine anticholinerge Therapie zur Behandlung von interstitiellen Zystitissymptomen wirksam. „Wahrscheinlich hat BTX-A einen zusätzlichen Effekt auf die Blaseninnervation und/oder auf den Muskel selbst“, schreibt er.

Dr. Chancellor und Kollegen „sollten dazu beglückwünscht werden“, sagt Tuttle, „dass sie einen solchen prägnanten Bericht mit überraschenden Ergebnissen verfasst und eine neue Therapieoption zur Behandlung der interstitiellen Zystitis entwickelt haben“.





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Gesetze & Versicherungen
SVI - Redaktion
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09 Dez 2004 16:59



Bundeseinheitliche Festbeträge für Inkontinenzhilfsmittel beschlossen




BERLIN: Die Spitzenverbände der Krankenkassen haben zum 1. Dezember 2004 die Festbeträge für Inkontinenzhilfsmittel festgelegt, die zum 1. Januar 2005 Inkraft treten werden. Hintergrund ist der §36 SGB V in dem der Gesetzgeber einheitliche Festbeträge für das gesamte Bundesgebiet verlangt und zum 31. Dezember 2004 beschlossen sein müssen.

Nach der uns nun vorliegenden Fassung der Festbeträge für Inkontinenzhilfsmittel sind die Zahlen doch noch in einen für Betroffene annehmbaren Rahmen geblieben. So wird zum Beispiel für eine Windelhose in der Größe Medium ab dem 1. Januar 2005 von den Krankenkassen 0,50 € gezahlt. Dieser Betrag liegt nur knapp unter dem früheren Durchschnitt, welcher in den einzelnen Bundesländern gezahlt wurde. Einzig werden die Betroffenen im Bundesland Sachsen-Anhalt sogar noch davon profitieren, denn dort wird bis jetzt nur 0,48 € für die gleiche Windelhose bezahlt. Schlechte Karten zum Beispiel haben dagegen die Betroffenen in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland, dort liegen die noch geltenden Festbeträge bei 0,61 € bzw. bei 0,58 € für eine Windel in der Größe Medium.

Bei den ableitenden Inkontinenzhilfsmitteln wurden noch keine Festbeträge vereinbart, da hier zuerst das Hilfsmittelverzeichnis angepasst werden muß, um diese Produkte in die jeweilige Produktgruppen einordnen zu können. Daher wird sich zum 1. Januar 2005 für die Anwender von ableitenden Inkontinenzhilfen wie Katheter nichts ändern, sie bekommen weiterhin ihre Produkte komplett erstattet. Die Einteilung der ableitenden Hilfsmittel soll aber bis Mitte 2005 auch abgeschlossen sein und vorraussichtlich zum 1. Juli 2005 Inkraft treten.

Weitere Einzelheiten zu den bundeseinheitlichen Festbeträgen folgen in Kürze, auch unsere Mitglieder erhalten mit dem nächsten Rundschreiben umfangreiche Informationen darüber.





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Forschung & Medizin
Ärzte Zeitung vom 1.12.2004
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01 Dez 2004 22:35



Blasendruckmessung entlarvt Ursache von Enuresis diurna




TÜBINGEN: Das Einnässen am Tage (Enuresis diurna) kommt bei Kindern zwar viel seltener vor als das Bettnässen (Enuresis nocturna), aber immerhin etwa zwei bis drei Prozent aller Kinder im Einschulungsalter machen tagsüber in die Hose. Zur Behandlung sind je nach Art der Störung eine Verhaltenstherapie, Beckenbodentraining oder auch eine medikamentöse Therapie geeignet.

Es gibt drei verschiedene Typen der Enuresis diurna, die alle durch Blasendruckmessungen nachgewiesen werden können, so Dr. Oliver Amon, Oberarzt an der Tübinger Kinderklinik. Etwa eine Detrusorinstabilität: Während der Füllungsphase kontrahiert sich der Detrusor bereits bei geringen Mengen Harn, so daß die Kinder sehr häufig zur Toilette rennen, sie aber selten noch trocken erreichen.

Dieses Verhalten versucht man therapeutisch zu beeinflussen: Bei Harndrang soll das Kind zwar zur Toilette gehen, dort aber das Wasserlassen noch ein Weilchen hinauszögern. Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit Oxybutinin oder Propiverin für zirka drei bis sechs Monate. Mit diesen Anticholinerga, die die Aktivität des Detrusors dämpfen, lassen sich gute Erfolge erzielen, wie Amon zur "Ärzte Zeitung" gesagt hat.

Bei der zweiten Form der Enuresis diurna, die wie die erste hauptsächlich Mädchen betrifft, arbeiten Detrusor und Sphinkter nicht harmonisch zusammen: Der eine kontrahiert sich, ohne daß der andere sich öffnet. Das kann so weit gehen, daß sich der Harn staut oder gar in die Harnleiter zurückfließt. Gegen die mangelhafte Koordination hilft ein Beckenbodentraining mit Biofeedback, das die Kinder nach Art eines Computerspiels bedienen. Zudem sollten sie prophylaktisch Antibiotika erhalten, da die Störung häufig mit Harnwegsinfekten einhergeht.

Bei der dritten Form der Enuresis diurna liegen Störungen ohne urodynamische Auffälligkeiten vor: Bei der Miktionsvermeidung etwa gehen die Kinder, ebenfalls hauptsächlich Mädchen, einfach nicht zur Toilette, obwohl sie eigentlich müssen. Zur Abhilfe erhalten sie eine Armbanduhr, die alle zwei bis drei Stunden klingelt: die Aufforderung, zur Toilette zu gehen. "Eine Uhr finden die Kinder schick und halten daher die Zeiten meist gewissenhaft ein", berichtet Amon.

Die Miktionsnegierung wiederum kommt vor allem bei Jungen vor. Sie behaupten, keinen Harndrang zu empfinden. Oft geht diese Verhaltensstörung noch mit anderen Auffälligkeiten einher, die vielfach auf Konflikten in der Sauberkeitserziehung beruhen, so daß es auch hier ratsam sein kann, einen Kinderpsychologen hinzuziehen.





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Ärztliche Praxis vom 30.11.2004
Foren-Admin
30 Nov 2004 18:49



Bettnässen dank Atemstörungen?




SYDNEY - AUSTRALIEN: In Sydney haben Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Bettnässen und nächtlichen Atemstörungen festgestellt. Jedes sechste Kind im Alter von fünf Jahren nässt nächtlich ein - bei den 15-jährigen sind es noch rund 1,5 Prozent. Australische Wissenschaftler haben nun einen Zusammenhang zwischen Enuresis und nächtlichen Atemstörungen erkannt.

So konnten Kinder mit zu großen Gaumen- oder Rachenmandeln häufig durch die Beseitigung der Atemhindernisse vom Bettnässen befreit werden. Ebenso: Bettnässer, deren Atmung wegen eines zu engen Gaumen gestört ist, werden beim Tragen eines Expanders zur Dehnung des Rachens rasch trocken, wie erste Studienergebnisse belegen.

In Deutschland gibt es bisher noch keine Forschungsansätze auf diesem Gebiet. Der Grund, warum Kinder mit nächtlichen Atembeschwerden einnässen, ist bisher noch unklar. "Möglicherweise sinkt durch die Atemprobleme der Unterdruck im Brustkorb so sehr, dass vermehrt bestimmte Hormone gebildet werden, die zusätzlich Flüssigkeiten aus dem Körper ausscheiden", so Kindernephrologe Dr. Ingo Franke vom Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn. "Insbesondere Kinder mit sehr hartnäckigem Verlauf sollten kontrolliert in einem kindgerechten Schlaflabor untersucht werden." Er hält eine Studie zum Zusammenhang zwischen Atemstörungen und Bettnässen für sehr sinnvoll, denn so könnte mit recht einfachen Methoden vielen Kindern geholfen werden.








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