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Hilfsmittel
Südtirol Online vom 08.10.2008
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12 Okt 2008 21:26



Windeln auf dem Laufsteg: Inkontinenz-Markt in Japan boomt




TOKIO - JAPAN: Zu Popmusik stolzieren die Models auf dem Laufsteg auf und ab. Hunderte Zuschauer füllen die Reihen der Modenschau in Tokio. Doch etwas ist anders: Über ihren schwarzen Strumphosen tragen die Laufsteg-Schönheiten weiße Windelhosen für Erwachsene.

Bei der ersten Modenschau für Inkontinenzslips zeigen Hersteller in Japan mit seiner rapide alternden Gesellschaft 170 verschiedene Windel- und Bindenmodelle. Der Markt für Seniorenprodukte boomt: Die Gesellschaft altert, die Menschen leben länger und geben immer mehr Geld für Gesundheit, Hygiene und Pflege aus. Auf umgerechnet 710 Millionen Euro jährlich wird allein der Markt für Inkontinenzslips in Japan geschätzt. Mit Namen wie „Erleichterung“ und „Erfolg“ preist die Moderatorin die Vorzüge der Erwachsenen-Windeln an. „Die Form passt sich den Körpern älterer Menschen perfekt an“, kommentiert sie ein Modell auf dem Laufsteg.

„Das sanfte Material fühlt sich an, als trage man normale Unterwäsche. Es tötet Keime ab und ist angenehm parfümiert.“ Der Katalog zur Modenschau listet die Eigenschaften aller 170 Modelle detailliert auf. „Das sind notwendige Produkte, für die man sich nicht schämen sollte“, formuliert Kiyoko Hamada die Botschaft der ungewöhnlichen Modenschau. Die 58-Jährige ist die Chefin von Mutsukian, einem Unternehmen, das sich mit den Auswirkungen des demografischen Wandels in Japan befasst. Die Menschen sollten sich „auf eine fröhliche Art“ mit Windeln befassen, sagt Hamada.

Ein Fünftel der Bevölkerung in Japan ist bereits 65 Jahre und älter, mehr als 400 Windelmodelle sind für sie auf dem Markt. 4,3 Millionen Japaner sind derzeit auf Pflege angewiesen, 50 Prozent mehr als noch vor sechs Jahren. „Egal, wie reich man ist, oder welchen sozialen Status man hat - irgendwann werden die meisten jemanden brauchen, der sich um die körperlichen Ausscheidungen kümmert“, heißt es zu Beginn der Windelschau. „Das können ein paar Tage im Krankenhaus sein oder ein paar Jahre im eigenen Bett“, sagt Sachiko Hanari, eine der Zuschauerinnen. Sie hat selbst bereits fünf Angehörige gepflegt: ihre Großeltern, ihren Vater, die Schwiegermutter und ihre eigene Mutter - über drei Jahrzehnte.

„Bei der Altenpflege geht es letztlich auch um den Umgang mit Urin und Exkrementen“, sagt sie prosaisch: „Auch wenn sie im Fernsehen immer sagen, es gehe um menschliche Würde und so etwas.“ Die 36-jährige Tomoko Tamakoshi ist zur Windelschau gekommen, weil sie ein Modell für ihren 76-jährigen Schwiegervater sucht, der nach einem Hirnschlag auf Pflege angewiesen ist. „Ich hoffe, hier alles nötige zu erfahren“, sagt sie. Für Pfleger und Angehörige bietet der Veranstalter Mutsukian auch gezielte Fortbildungen an, die bei der Auswahl geeigneter Modelle für Pflegebedürftige helfen sollen.

Die 55-jährige Hiroko Sano hat bereits selbst eine Erwachsenen-Windelmodell ausprobiert. Sie erleichterte sich, als sie mit ihrem Auto in einem Verkehrsstau festsaß. „Das war nicht besonders angenehm. Aber was soll’s? Niemand schaut zu - und morgen bist du selbst an der Reihe.“





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Gesetze & Versicherungen
SN-Online vom 03.10.2008
Foren-Admin
09 Okt 2008 19:23



Windel-Neustart geht in die Hose




SCHAUMBURG: Dieser Start ist in die Hose gegangen: Ab Oktober wollte die AOK ihre rund 2500 von Inkontinenz-Problemen betroffenen Versicherten im Weserbergland ausschließlich vom günstigsten Anbieter, der Medi Markt Home Care Service GmbH aus Mannheim, mit Inkontinenzartikeln versorgen lassen. Das Versandhaus hatte die im „Wettbewerbs-Stärkungsgesetz“ vorgesehene Ausschreibung gewonnen. Stichtag für die erste Lieferung war der 1. Oktober - aber die Lager von Pflegeheimen blieben leer.

Kreis Schaumburg. Am vergangenen Mittwoch sollte es losgehen. Doch statt der befürchteten Windelflut warteten im gesamten Landkreis Pflegeheime und ambulante Pflegedienste vergeblich auf die beantragten neuen Produkte. „Es läuft überhaupt nichts mehr“, berichtete Pflegedienstleiterin Heidi Gunsser vom „Rosenhof“ in Stadthagen. Bei der Eröffnung der Pflegemesse im Gebäude der AOK Stadthagen (siehe unten) hätten am Donnerstag alle Schaumburger Betriebe kritisiert, dass sie nicht beliefert worden seien.

„Woran es liegt, wissen wir nicht“, spekulierte Gunsser, die Firma „Medi Markt“ könnte mit der Logistik überfordert sein. Entsprechende Rückfragen dort seien unbeantwortet geblieben. Anrufe der SN in der Mannheimer Zentrale endeten ebenfalls in der Warteschleife. „Keiner ist zuständig“, bestätigte die Direktorin der Nenndorfer „Curanum Residenz“, Gisela Steege-Fischer.

Wie die Versorgung über das lange Wochenende geregelt werden soll, war bis Donnerstagabend völlig unklar. Wer nicht über ausreichend Lagerbestände verfügte, stand unter Zeitdruck. Um vier Tage zu überbrücken, bestellten einige kurzerhand beim alten Lieferanten oder in Apotheken. „Die Rechnung schicke ich an die AOK“, sagte Michael West, Geschäftsführer der Nenndorfer „Lindenparkresidenz“. „Die Bewohner sollen nicht unter der Inkompetenz dieser Organisation leiden“, bestätigte Armin Brosch, Heimleiter des „Herminenhofs“ in Bückeburg. Die den Pflegeheimen von der AOK vorgehaltene mangelnde Kooperationsbereitschaft (siehe Kasten) wies West von sich: Er habe dem Lieferanten alle Daten Anfang September übermittelt.

Klage wegen Qualitätsmängeln?

Schwester Helga Drinkuth vom „Evangelischen Pflegedienst Eilsen“ in Heeßen befürchtete Folgekosten durch eine zu niedrige Qualität der neuen Produkte. Damit ihre 60 AOK-Patienten am Wochenende nicht „ins Handtuch pinkeln müssen“, besorgte die Pflegedienstleiterin Einlagen aus der Apotheke. Schon vor acht Monaten habe die Barmer per Ausschreibung auf eine niedrigere Qualität umgestellt, berichtete Drinkuth: „Der Pflegedienst erstellt jetzt eine Fotodokumentation und plant einen Prozess.“

Zudem sei es den Patienten nicht zuzumuten, ihre Einzimmerwohnungen zu Windellagern zu machen, verdeutlichte die Pflegekraft. Ursula Betger vom „Haus Desirée“ in Bad Eilsen hat ein Probepaket bekommen und haderte mit der Passform der Einlagen: „Die per Mail übermittelten Größen passen nicht.“ Zudem befürchte sie den enormen Aufwand, die Lieferungen der verschiedenen Krankenkassen zu trennen. Ein Lager im Zimmer komme jedenfalls nicht in Frage, so Betger: „Ich bin gespannt, wie das weitergeht.“





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Forschung & Medizin
Urologische Nachrichten vom 01.10.2008
Foren-Admin
09 Okt 2008 18:23



Erste Erfahrungen - Die adjustierbare Kontinenztherapie ProACT zeichnet sich durch einfache Implantationstechnik aus




ESSEN: Die Inkontinenz nach Prostataoperationen ist ein wichtiges Thema in der Urologie, nicht zuletzt bedingt durch die zunehmende Anzahl an radikalen Prostatektomien. Aber auch transurethrale Prostataresektionen gehen immer wieder mit einer Belastungsinkontinenz einher. Zur Behandlung werden verschiedene Verfahren verwendet wie zum Beispiel parasphinktere Unterspritzungen, suburethrale Schlingen und der artifizielle Sphinkter.

Im Jahre 2000 wurde erstmals das ProACT-System durch Prof. Hübner beim Mann angewandt. Ermutigt durch die guten Ergebnisse aus verschiedenen Zentren wurde dieses Verfahren 2006 auch in unserer Klinik eingeführt. Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wurden unsere ersten Erfahrungen mit diesem Verfahren ausgewertet.

Methode

Das ProACT-System besteht aus zwei Silikonballons, die über einen dünnen Schlauch mit je einem Titanport verbunden sind. Die Ballons werden am Blasenhals positioniert und die Titanports nach skrotal verlagert.

Über den Port kann der Füllungszustand der Ballons sowohl intraoperativ als auch später transkutan angepasst werden. Der operative Zugangsweg erfolgt von perineal. Die Füllung der Ballons erfolgt intraoperativ mit je 1,5 ml einer Mischung aus Kontrastmittel und Aqua dest. Sie wird sechs Wochen nach der Implantation fortgesetzt und dann in zweiwöchigen Abständen weitergeführt bis zum Erreichen des maximalen Volumens beziehungsweise der vollständigen Kontinenz. Wir haben unsere mit dieser Methode behandelten Patienten nachuntersucht und im Hinblick auf perioperative Komplikationen und auf die Patientenzufriedenheit mittels schriftlicher Befragung ausgewertet. Zwischen Januar 2006 und August 2007 implantierten wir das System bei 25 Patienten. Das Alter lag zwischen 59 und 81 Jahren (Median 67 Jahre). Bei 84 Prozent der Patienten lag eine Belastungsinkontinenz II°, bei 16 Prozent eine III° vor.

88 Prozent aller Patienten (n = 22) erlitten die Inkontinenz in Folge einer radikalen Prostatektomie. Weitere drei Patienten waren nach einer transurethralen Prostataresektion inkontinent. Der durchschnittliche Vorlagenverbrauch präoperativ lag zwischen zwei und zwölf pro Tag und verteilt sich wie in der Tabelle dargestellt. Die mediane Operationsdauer betrug 35 Minuten (25 bis 75 Minuten). Als perioperative Komplikation trat eine intraoperative Blasenperforation auf, die konservativ behandelt wurde. Zwei Patienten entwickelten postoperativ ein Hämatom, wovon eines operativ entlastet werden musste. Beide Patienten hatten in der Folge einen Harnverhalt mit notwendiger Anlage eines suprapubischen Katheters. Beide Patienten waren anschließend kontinent. In dem beobachteten Zeitrahmen kam es bei einem Patienten im Rahmen der Adjustierungsphase bei nahezu vollständiger Kontinenz zu einer Arrosion der Ballons in die Harnröhre. Hier mussten beide Implantate entfernt und später neu implantiert werden. Auch dieser Patient ist erneut kontinent geworden. Das objektive Ergebnis im Bezug auf den Vorlagenverbrauch zum Zeitpunkt der Endadjustierung zeigt die Tabelle 1.

17 oder 68 Prozent der Patienten sind zum Zeitpunkt der Endadjustierung somit kontinent gewesen, wendet man eine gängige Definition der Kontinenz mit einer Vorlage pro Tag an. Da wir wissen wollten, wie sich die Kontinenzsituation nach Abschluss der Adjustierungsphase darstellt, entwickelten wir einen Fragebogen, der allen 25 Patienten zugeschickt wurde. 14 Patienten sandten uns den Fragebogen zurück (56 %). Der Kontinenzstatus weiterer neun Patienten wurde durch die behandelnden Urologen erfasst. Von zwei Patienten waren keine Daten zu erheben. Das mittlere Follow-up lag mit 357 Tagen bei einem knappen Jahr. Von diesen 23 auswertbaren Patienten wurden sechs als komplett kontinent ohne Vorlagen eingestuft (26,1 %), bei zehn weiteren Patienten wurde eine deutliche Verbesserung gesehen (43,5 %). Drei weitere Patienten (13 %) gaben eine mäßige Verbesserung an und bei vier Patienten (17,4 %) trat keine Veränderung der Inkontinenzsymptomatik auf.

Der Vorlagenverbrauch war im Vergleich zur Endadjustierung nahezu konstant geblieben. Die subjektive Einschätzung des Operationserfolges werteten wir anhand der 14 zurückgesandten Fragebögen aus. Von einem sehr guten bis ausgezeichneten Operationserfolg sprachen sieben Patienten (50 %), zwei weitere (14,3 %) bezeichneten das Operationsergebnis als gut. Von einem mäßigen Erfolg sprachen ebenfalls zwei Patienten (14,3 %) und bei drei Patienten (21,4 %) war kein Erfolg zu verzeichnen. Diese Zahlen spiegeln sich in der Zufriedenheit der Patienten wider. Zirka zwei Drittel aller Patienten (n=9) gaben an, sehr bis absolut zufrieden mit dem Operationsergebnis zu sein. Ein weiterer Patient war zufrieden (7,1 %). Vier Patienten waren unzufrieden mit dem Operationsergebnis (28,6 %). Auf die Frage, ob sie in dem Wissen um das Operationsergebnis den Eingriff nochmals durchführen lassen würden, antworteten elf der 14 Patienten mit "Ja" (78,6 %), den Eingriff weiterempfehlen würden 13 der 14 Patienten.

Zusammenfassung

Das ProACT-System zeichnet sich durch eine einfache Implantationstechnik und die Möglichkeit dem individuellen Bedarf angepassten Adjustierung der Ballons aus. Im Gegensatz zum artifiziellen Sphinkter ist keine Pumpe zu bedienen, was eine Anwendung auch bei Patienten ermöglicht, die eine solche nicht bedienen können oder wollen. Unsere ersten Ergebnisse entsprechen denen anderer Zentren und sind vielversprechend. Es lässt sich zusammenfassend festhalten, dass das ProACT-System eine gute Alternative zum artifiziellen Sphinkter darstellt. Die Inzidenz perioperativer Komplikationen ist gering, wobei Komplikationen im Langzeitverlauf bei uns noch nicht abschließend beurteilt werden können. Mit diesem System lässt sich bei 83 Prozent aller Patienten eine spürbare Verbesserung der Inkontinenz erreichen und bei zirka 70 Prozent eine deutliche Verbesserung (max. eine Vorlage pro Tag). Knapp 80 Prozent aller Patienten würden sich nochmals für diesen Eingriff entscheiden und über 90 Prozent würden ihn anderen Patienten weiterempfehlen.


Autor:
Dr. Andrea Verweyen
Kliniken Essen Mitte - Evang. Huyssens-Stiftung/Knappschaft gGmbH
Abteilung für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie
Henricistr. 92
D-45136 Essen
e-mail: a.verweyen@kliniken-essen-mitte.de





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Alten- und Krankenpflege
Informationsdienst Wissenschaft vom 07.10.2008
Foren-Admin
09 Okt 2008 18:13



Pflegende müssen Intimsphäre bei Blasenschwäche achten




WITTEN/HERDECKE: Wittener Pflegewissenschaftlerin plädiert im neuen Praxishandbuch zur Harninkontinenz für vertrauensvolles Verhältnis von Pflegenden und Patienten Schätzungen zufolge sieht sich jede vierte Frau und einer von acht Männern im Laufe des Lebens mit einer Form von Blasenschwäche konfrontiert.

"Harninkontinenz ist weiter verbreitet als man vielleicht denkt und für viele Betroffene nach wie vor ein Tabuthema", sagt Daniela Hayder von der Universität Witten/Herdecke. Die Pflegewissenschaftlerin hat sich bereits mit viel beachteten Studien zu diesem facettenreichen, aber bislang relativ wenig untersuchten Problem einen Namen gemacht. Nun gehört sie zu den Autorinnen eines Praxishandbuchs für Pflegende mit dem Titel "Kontinenz - Inkontinenz - Kontinenzförderung".

Eine Blasenschwäche kann in jedem Alter auftreten. In jüngeren Jahren sind vorwiegend Frauen betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko sowohl für Frauen als auch für Männer stark an. Auch wenn konkrete Zahlen bisher fehlen, wird vermutet, dass bis zu acht Millionen Menschen in Deutschland an einer Harninkontinenz leiden. In Einrichtungen der Altenhilfe sind häufig bis zu 80 Prozent der Bewohner von Harninkontinenz betroffen.

Nicht wenige schämen sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Von den Pflegenden ist daher ein hohes Maß an Sensibilität gefordert. "Die Intimsphäre der Betroffenen ist unbedingt zu schützen", betont Daniela Hayder. Nur wenn ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Pflegenden und Patienten bestehe, könnten erfolgreiche Beratungs- und Unterstützungsangebote überhaupt erst entwickelt werden. "Zum Schutz der Intimsphäre gehört auch, dass Angehörige nur mit Einverständnis der Betroffenen über die Harninkontinenz informiert werden dürften", so Hayder weiter.

Die Publikation baut auf den aktuellen Erkenntnissen des Nationalen Expertenstandards "Förderung der Harnkontinenz in der Pflege" auf. Der Expertenstandard enthält eine kommentierte Zusammenstellung des praxisrelevanten Wissens zur Kontinenzförderung und Rahmenrichtlinien mit verbindlichem Charakter für die Qualitätssicherung in der stationären und ambulanten Pflege. Alle drei Autorinnen des jetzt erschienenen Praxishandbuchs für Pflegende, neben Daniela Hayder auch Elke Kuno und Margit Müller, haben maßgeblich an dem Expertenstandard mitgewirkt.

Das Praxishandbuch der drei Fachfrauen beginnt mit Erläuterungen und Hinweisen zum Expertenstandard. Im folgenden Kapitel "Das von Inkontinenz geprägte Leben" thematisiert Daniela Hayder das Schamgefühl der Betroffenen und dessen Auswirkungen auf die Pflegebeziehung. In einem weiteren Kapitel geht es darum, wie Anzeichen von Inkontinenz erkannt und Kontinenzprobleme differenziert eingeschätzt werden können. Zentrales Thema dieses Kapitels sind die so genannten Kontinenzprofile, die von den Pflegeexpertinnen neu entwickelt wurden. Mit den Kontinenzprofilen soll den Pflegenden eine Hilfestellung gegeben werden bei der Beschreibung der Ausgangssituation, beim Festlegen der Ziele und bei der Auswahl der kontinenzfördernden Maßnahmen.

Im weiteren Verlauf werden eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Kontinenzförderung und die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel beschrieben. Darüber hinaus gibt das Praxishandbuch einen Überblick, mit welchen Maßnahmen die Haut der Betroffenen gesund erhalten werden kann. Abschließend beschreiben die Autorinnen, wie die Pflegenden den Prozess der Kontinenzförderung evaluieren können. Auf diese Weise entsteht ein Werk mit Nachschlagecharakter, besonders für alle Pflegefachkräfte, die an der Umsetzung des Expertenstandards arbeiten oder planen, daran zu arbeiten.

Die Pflegewissenschaftlerin Daniela Hayder untersucht zurzeit in einem Forschungsprojekt der Universität Witten/Herdecke, wie Menschen mit Harninkontinenz und ihre pflegenden Angehörigen den Alltag bewältigen. Das Projekt hat im Februar 2007 begonnen und wird voraussichtlich noch bis Juni 2009 fortgeführt.

Das Praxishandbuch "Kontinenz - Inkontinenz - Kontinenzförderung" ist im Hans Huber Verlag erschienen, es kostet 24,95 Euro. ISBN 978-3-456-84544-9.


Kontakt: Daniela Hayder,
Universität Witten/Herdecke, Institut für Pflegewissenschaft
02302/926-304, Daniela.Hayder@uni-wh.de
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de/pflege - Institut für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke





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Gesetze & Versicherungen
SVI - Redaktion, Focus online
Stefan
09 Okt 2008 11:21



Schmidt will nur eine AOK für Deutschland




BERLIN: Gesundheitsministerin Schmidt hat die Allgemeinen Ortskrankenkassen aufgefordert, sich langfristig zu einer einzigen AOK zusammenzuschließen. Eine derartige Fusion würde ihrer Einschätzung nach nicht nur Verwaltungskosten sparen.

„Das dauert noch lange, wäre aber der richtige Schritt, um die regionale Risikoverteilung zu verbessern“, sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) der „Passauer Neuen Presse“ vom Donnerstag. Neben geringeren Verwaltungskosten verspricht sich Schmidt von einem Zusammenschluss eine bessere Risikoverteilung und eine größere Verhandlungsmacht gegenüber Krankenhäusern, Pharmaindustrie und Ärzten.

Die SPD-Politikerin unterstrich, dass sie nach Einführung des einheitlichen Beitragssatzes zum Jahreswechsel für die Kassen keinen Anlass sieht, Zusatzbeiträge zu erheben. „Der Fonds ist so ausgestattet, dass 100 Prozent der Ausgaben abgedeckt sind. Es besteht daher keinerlei Anlass, dass die Kassen Zusatzbeiträge von ihren Versicherten verlangen.“

AOK, Barmer, die Techniker und andere große Kassen haben Schmidt zufolge bereits gesagt, dass sie keine Zusatzbeiträge benötigten. „Dass die Kassen im Moment versuchen, so viel Geld wie möglich herauszuholen, ist zwar verständlich. Aber ich kann dem nicht nachgeben“, sagte Schmidt. Krankenkassen seien keine Sparkassen, die Kapital verliehen.





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Gesetze & Versicherungen
SVI - Redaktion, dpa
Stefan
08 Okt 2008 11:23



Kassenvorsitzende Pfeiffer befürchtet: 2009 geht vielen Kassen das Geld aus




BERLIN: Die Vorsitzende des Kassenspitzenverbandes, Doris Pfeiffer, schlägt Alarm. Sie ist davon überzeugt, dass den gestzlichen Krankenkassen die Erhöhung der Beiträge um 11 Mrd Euro, auf 167 Mrd Euro nicht ausreichen. Viele Krankenkassen müssten die Leistungen einschränken. Der Vizesprecher der Bundesregierung, Thomas Steg, versichert: "Im Jahr 2009 braucht kaum eine Krankenkasse Zusatzbeiträge erheben. Vielmehr könnten Versicherte oft mit Prämien und Rückzahlungen rechnen."

Was passiert in der gesetzlichen Krankenversicherung? Die Kassenvorsitzende Pfeiffer beschört den Untergang des Abendlandes herauf. Die "größzügige" Anhebung des Krankenkassenbeitrages durch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt auf 15,5% reicht den Krankenkassen nicht aus. Auch die maximal 36 Euro Zusatzbeitrag pro Jahr und Versicherten würde das Fass nicht voller machen. Angela Merkel und Ulla Schmidt sind sich einig, der Betrag ist sehr üppig ausgestattet. Kostensteigerungen bei Krankenhäusern, Ärzten und Medikamenten sind bereits mehr ausreichend in den Beitragssatz eingerechnet. Ein Kassensprecher einer großen Ersatzkasse meinte man solle doch die Inkontinenzversorgung und die Leistungen an Selbsthilfegruppen aus der Kassenleistung herausnehmen. Dann würden einige Gruppen sehen, dass sie sich bei Informationen an Betroffene nicht so weit aus dem Fenster lehnen dürfen. An die Adresse der Kassen sagte Schmidt: "Es ist eine Unverschämtheit, zu sagen, man müsse Leistungen streichen, wenn man soviel Geld bekommt. Manche Kassen könnten am Ende des Jahres sogar Geld zurückzahlen."





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Gesetze & Versicherungen
SVI-Redaktion
Stefan
06 Okt 2008 16:49



Krankenkassen werden richtig teuer! - Beitrag ab 2009 bei 15,5%




BERLIN: Der Koalitionsausschuss setzt den einheitlichen Beitrag auf 15,5% fest. Die Krankenkassen hatten jedoch 15,8% gefordert. Zur Zeit liegt der Durchschnitt aller Krankenkassen bei 14,92%, ab Januar heißt es also für fast Alle mehr bezahlen. Viele Krankenkassen haben bereits angekündigt, dass der Geldsegen Ihnen nicht reicht und man den Zusatzbeitrag von 1% erheben werde.

Ein Raunen geht durchs Volk. Die Krankenversicherung wird wieder teuerer. Dieses mal hat die Politik das schlimmste verhindert. Die Krankenkassen wollten sich satte 15,8% gönnen und sprachen vom Untergang des Abendlandes, sollte man das Geld nicht bekommen. Der Koalitionsausschuss war da in der Zwickmühle. Man hat sich dann doch auf 15,5% durchgerungen und blieb somit 0,3% unterhalb den Forderungen. Als dies bekannt wurde zogen die Krankenkassen unverzüglich "Experten" aus dem Hut, die den Versicherten eine schlechtere medizinische Versorgung prophezeiten. Auch sahen diese in Ihrer Kugel der Weisheit, dass viele Krankenkassen den Sonderbeitrag von 1% erheben werden. Prompt wurde dies im Laufe des Tages von einigen Krankenkassen verlautbart.

Fakt ist jedoch, dass viele Krankenkassen mit diesem Beitrag mehr als gut auskommen und wahrscheinlich auch am Ende des Jahren einen Bonus ausschütten können, wie der Gesetzgeber dies vorsieht. Diese mal hat sich die Politik nicht zum Spielball der Kassenbosse machen lassen, obwohl man mit diesem Beitrag eher Krankenkassen bevorzugt, die Ihre wirtschaftlichen Hausaufgaben nicht gemacht haben.

Wir raten jedem Versicherten bei seiner Krankenkasse nachzufragen, wie deren wirtschaftliche Lage ist. Sollte ab Januar ein Sonderbeitrag erhoben werden, dann tut ein Wechsel in eine fairere Krankenkasse Not. Versicherte haben hier, wie bei jeder Beitragserhöhung ein Sonderkündungsrecht!





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Gesetze & Versicherungen
SVI-Redaktion
Stefan
30 Sep 2008 10:30



Ende der Selbstherrlichkeit - Landessozialgerichte für Übergangsfrist




LEIPZIG: Bis Ende des Jahres können Betroffene auch weiterhin bei Ihrer Apotheke oder Sanitätshaus kaufen, auch wenn die Versorgung bereits ausgeschrieben wurde. Die Leipziger Kanzlei Stephan und Kinner Rechtsanwälte hatten hiezu zahlreiche Verfahren hierzu geführt. Rechtsanwalt Christian Kinner sieht die Rechtslage nunmehr als geklärt an.

Das Hessische Landessozialgericht (Beschl. v. 17.09.2008 - L 8 KR 166/08 B ER) und das Thüringer Landessozialgericht (Beschl. v. 22.08.2008 -L 6 KR 324/08 ER) haben in zwei neuen rechtskräftigen Beschlüssen entschieden, wie such schon das LSG Berlin-Brandenburg und das LSG Baden-Württemberg zuvor, dass ursprünglich zugelassene Leistungserbringer bis zum Ende der Übergangsfrist auch weiterhin trotz Ausschreibungen zur Versorgung zugelassen sind. Lediglich das LSG Sachsen und das LSG Nordrhein-Westfalen haben hier abweichende Ansichten bekundet.

Da die beiden neuen Beschlüsse nunmehr den Ausschlag in der Rechtsprechung zugunsten der bisherigen Leistungserbringer (z.B. Apotheken und Sanitätshäuser) geben, geht Rechtsanwalt Kinner davon aus, dass die Leistungserbringer weiterhin bis 31.12.2008 ihre Leistungen gegenüber den Krankenkassen geltend machen können. Sollten Leistungen zu Unrecht von Krankenkassen mit Verweis auf Ausschreibungen abgelehnt worden sein, drohen den Kassen nun Nachzahlungen und Schadenersatzforderungen.

Stephan und Kinner Rechtsanwälte raten daher die abgelehnten Kostenvoranschläge noch einmal bei den Kassen einzureichen, soweit die Versorgungen noch nicht durchgeführt sind. Wurde bereits auf Ausschreibungsgewinner umversorgt, raten die Anwälte, Schadenersatzforderungen von einem Anwalt prüfen zu lassen.

Die Rechtsanwälte beraten aber auch Ausschreibungsgewinner über ihre rechtlichen Möglichkeiten, da diesen zum Teil Landeskontingente exklusiv zugesichert worden sind, die die Krankenkassen nun nicht mehr garantieren können.

(Quelle: MTD)





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Gesetze & Versicherungen
Gesundhzeitspolitik
Stefan
23 Sep 2008 08:53



Riese frisst Zwerg - KKH fusioniert mit BKK Allianz




HANNOVER: Zum Start des Gesundheitsfonds bündeln weitere Krankenkassen ihre Kräfte. Trotz der Fusion soll es betriebsbedingte Kündigungen nicht geben, kündigten beide Unternehmen an

Die Kaufmännische Krankenkasse Hannover (KKH) und die Betriebskrankenkasse der Allianz (BKK) haben am Montag ihren Zusammenschluss zum Beginn des Jahres 2009 bekannt gegeben. Die neue Krankenkasse KKH I Allianz werde gemeinsam mehr als zwei Millionen Versicherte und rund 4500 Beschäftigte haben, teilten die Unternehmen am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mit und bestätigten damit einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung».

Partner für private Zusatzversicherungen wird die Allianz Private Krankenversicherung. Die Firmenzentrale der neuen Versicherung wird in Hannover sein. Zu einem Stellenabbau soll es nach Angaben einer Sprecherin aber nicht kommen. «Wir sind auf Wachstumskurs.» Derzeit hat die KKH rund 4300 Beschäftigte und rund zwei Millionen Versicherte, die BKK Allianz 180 Mitarbeiter und rund 100.000 Versicherte.

Experten rechnen mit weiteren Fusionen

Experten erwarten weitere kassenartenübergreifende Fusionen, da der Fonds und der damit verbundene Einheitsbeitrag vor allem für kleine Kassen wie die Betriebskrankenkassen Nachteile bringt. Sie können künftig nicht mehr mit besonders günstigen Beitragssätzen Kunden locken.

(Quelle: dpa.de)





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Gesetze & Versicherungen
SVI-Redaktion
Stefan
18 Sep 2008 11:26



Techniker Krankenkasse übernimmt IKK Direkt




HAMBURG/BERLIN: Die Techniker Krankenkasse (TK) möchte zum Start des Gesundheitsfonds die IKK-Direkt übernehmen und unter der Marke Techniker Krankenkasse zur größten Krankenkasse Deutschlands aufsteigen.

"Wir planen die Fusion zum 1. Januar 2009", sagte eine TK-Sprecherin am Mittwoch in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur dpa und bestätigte damit Berichte der "Bild-Zeitung" und des "Hamburger Abendblatts" (Donnerstag). Die Versicherungen reagieren damit auf erwartete Umwälzungen durch den 2009 startenden Fonds. Die neue Kasse mit dem Namen TK solle rund 7,1 Millionen Menschen versichern. Die derzeit größte gesetzliche Krankenkassen Barmer hat 6,8 Millionen Versicherte.

"Durch die Fusion gewinnen wir eine bessere Marktposition", sagte TK-Chef Norbert Klusen der "Bild-Zeitung". "Dadurch verbessern wir unsere Chancen, keinen Zusatzbeitrag erheben zu müssen." Im "Hamburger Abendblatt" versicherte er, keiner der 2500 Arbeitsplätze in Hamburg werde wegfallen. Für kleine Kassen sehe er in der Zukunft große Schwierigkeiten. "Dort, wo wir unternehmerische Freiheiten haben und selbst Verträge schließen können, lassen sich für die Versicherten noch Millionen einsparen, auch beispielsweise bei den Arzneimittelkosten."

Die IKK-Direkt habe bereits den Weg für den Zusammenschluss freigemacht, sagte die Sprecherin. "Der TK-Verwaltungsrat wird in der kommenden Woche über die Fusion entscheiden." Danach müsse noch das Bundesversicherungsamt seine Genehmigung geben. Als "Antwort auf Gesundheitsfonds und Einheitsbeitrag" bezeichnete in der "Bild" der Vorstandsvorsitzende der in Kiel ansässigen IKK-Direkt, Ralf Hermes, den Zusammenschluss. "Der Einheitsbeitrag nimmt der IKK-Direkt ihren Preisvorteil. Darauf mussten wir reagieren."

Es handelt sich um die bislang größte kassenartenübergreifende Fusion. Mit der BKK mobil oil und der KEH Ersatzkasse hatten zum Jahresbeginn erstmals zwei Kassen diese Möglichkeit der jüngsten Gesundheitsreform wahrgenommen. Nun schließen sich eine Innungs- und eine Angestelltenkasse zusammen.

Die Zahl der derzeit noch rund 215 gesetzlichen Kassen wird sich nach Branchenschätzungen in den kommenden Jahren stark vermindern. Die zwei Dutzend größten Kassen haben heute einen Marktanteil von rund drei Viertel. Durch Gesundheitsfonds und neuen Finanzausgleich zwischen den Kassen bekommen Versicherungen künftig Zuschläge, wenn sie Versicherte mit ausgewählten 80 teuren, häufigen Krankheiten haben. Folge: Kassen mit vielen jungen, gesunden Versicherten geraten in eine schlechtere Wettbewerbsposition gegenüber großen Versorgerkassen wie Barmer oder AOK. Zugleich gilt für alle Kassen künftig ein einheitlicher Beitragssatz. Wenn die Kassen mit dem Beitrags- und Steuergeld, das sie aus dem Fonds zugewiesen bekommen, nicht auskommen, müssen sie Zusatzbeiträge erheben - was sie nach Möglichkeit vermeiden wollen.

Quelle: dpa.de








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