Ausscheidungs-Urographie



Die Ausscheidungs-Urographie ist eine Röntgenuntersuchung der ableitenden Harnwege. Mit Hilfe eines Röntgen-Kontrastmittels wird das komplette Harnsystem von den Nieren ausgehend, über Nierenbecken, die beiden Harnleiter und die Blase bis hin zur Harnröhre sichtbar gemacht. Die Untersuchung ist für den Patienten wenig belastend und liefert wichtige Anhaltspunkte für weitere Untersuchungen.


Wie funktioniert die Ausscheidungs-Urographie?

Bei dieser Röntgenuntersuchung sind Kontrastmittel notwendig, um die Dichte von Nieren und Harnwegen zu erhöhen und sie dadurch deutlich sichtbar zu machen. Auf dem Röntgenbild ist das Ganze dann als Schwarzweiß-Kontrast zu erkennen. Die Nieren und ableitenden Harnwege sind hier im Unterschied zur restlichen Umgebung auf dem Röntgenbild weiß. Der weiße Kontrast entsteht dadurch, dass das Röntgen-Kontrastmittel die Röntgenstrahlung absorbiert.

Wann wird die Ausscheidungs-Urographie angewendet?

Die Urographie wird angewandt, um Erkrankungen der Harnwege zu diagnostizieren. Dazu gehören:

  • Wiederholte Nieren- oder Blasenentzündungen (z. B. Pyelonephritis)
  • Tumore in den Nieren oder Harnwegen
  • Harnstau durch Verengungen in den Nieren oder Harnwegen
  • Nieren- oder Harnwegsteine

Was ist im Vorfeld der Ausscheidungs-Urographie zu beachten?
Zur Vorbereitung für die Urographie es notwendig, am Vortag ein Abführmittel einzunehmen. Dadurch soll verhindert werden, dass geblähte Darmschlingen die Sicht auf das Harnsystem verdecken. Zudem sollte der Patient mindestens drei Stunden vor der Untersuchung nichts essen und trinken.

Wie wird die Ausscheidungs-Urographie durchgeführt?
Zur Durchführung der Urographie wird ein jodhaltiges, so genanntes nierengängiges Röntgen-Kontrastmittel in eine Vene am Unterarm injiziert. Dieses Kontrastmittel gelangt dann über den Blutweg in die Nieren und wird von dort aus weiter in die ableitenden Harnwege ausgeschieden. Nach dem Einspritzen des Kontrastmittels werden mehrere Röntgenaufnahmen angefertigt, in der Regel nach fünf, zehn und 20 Minuten. Auf diese Weise kann der Arzt die mit Kontrastmittel gefüllten Harnwege vom Nierenbecken über die Harnleiter bis hin zur Harnblase beurteilen. In einigen Fällen werden Frühaufnahmen im Zeitraum von einer, zwei und drei Minuten nach der Injektion benötigt, um die Ausscheidung des Kontrastmittels aus den Nieren nachvollziehen zu können. Manchmal werden auch Spätaufnahmen bis zu 24 Stunden nach Einspritzen des Kontrastmittels angefertigt. Derartige Aufnahmen sind sowohl bei einer verzögerten Ausscheidung des Kontrastmittels als auch bei Abflusshindernissen erforderlich.

Welche Komplikationen können bei der Ausscheidungs-Urographie auftreten?
Da einige Patienten allergisch gegen Kontrastmittel reagieren, ist es sehr wichtig, den Arzt zuvor zu informieren, falls solche Allergien schon bekannt sind. Zudem darf der Patient, bei dem eine Urographie durchgeführt werden soll, an keiner Schilddrüsenüberfunktion leiden. In diesem Fall würde nämlich das im Kontrastmittel enthaltene Jod zu Komplikationen führen. Bei Schwangeren sollte der Einsatz von Röntgenaufnahmen und Kontrastmitteln nur nach ärztlicher Abwägung von Risiko und Nutzen erfolgen. Das Gleiche gilt für Patienten, die an Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz) oder einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) leiden.

Welche alternativen Untersuchungs-Möglichkeiten können angewandt werden?
Neben der Ausscheidungs-Urographie wird noch die retrograde Urographie angewandt. Es handelt sich dabei ebenfalls um eine Röntgenuntersuchung, bei der Kontrastmittel eingesetzt werden. Hier werden Harnleiter und Nierenbecken jedoch von der Blase ausgehend sichtbar gemacht. Allerdings ist die Gefahr einer Infektion bei diesem Verfahren höher. Die Harnblase und Harnröhre lassen sich auch im Rahmen einer Blasenspiegelung (Zystoskopie) untersuchen. Hierbei können zusätzlich operative Eingriffe unternommen werden.





Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 12:36


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