Blasenspiegelung - Zystoskopie



Eine Blasendruckmessung wird oft durch eine Spiegelung der Harnröhre und Blase ergänzt. Dies ist wichtig, um z.B. die Notwendigkeit einer Operation oder die Art des Operationsverfahrens festzulegen. Die Spiegelung der Blase erfolgt in lokaler Betäubung mithilfe eines Geitmittels, so dass der Patient wenig vom einführen des Blasenspiegels merkt. Bei Männern wird dies meist als unangenehm, aber nicht schmerzhaft, empfunden. Der Blasenspiegel ist ein dünnes Metallrohr, durch das Flüssigkeit in die Harnwege gespült werden kann. Eine Präzisionsoptik erlaubt dem Arzt, die Harnröhre, den Schließmuskel und die Harnblase zu untersuchen und so Auffälligkeiten in diesem Bereich festzustellen. Diese in der regel nicht länger als 10 bis 15 Minuten dauernde Untersuchung muss auch bei Verdacht auf einen Tumor durchgeführt werden.

Was ist eine Blasenspiegelung?
Die beiden Wortteile des Begriffs "Zystoskopie" haben ihren Ursprung im Griechischen. Dabei bedeutet "Zyst" Blase und "skopein" schauen. Die Blasenspiegelung ist somit eine Untersuchung der Harnblase mit einem speziellen Endoskop, dem Zystoskop. Der Arzt kann mit dem Zystoskop den Blaseninnenraum betrachten. Mit einem bestimmten Zystoskop kann er auch die Harnröhre einsehen. Man spricht dann von einer Urethro-Zystoskopie.

Wie funktioniert die Blasenspiegelung?
Wie bereits erwähnt ist für diese Untersuchung ein Zystoskop erforderlich. Ein Zystoskop ist ein spezielles starres Endoskop. Es besteht aus einem komplexen optischen Stablinsen-System, einer Lichtquelle und meist einer Spül- und Absaugvorrichtung. Durch Arbeitskanäle im Zystoskop werden chirurgische Instrumente zur Entnahme von Biopsien (Gewebeproben) oder für operative Eingriffe eingeführt. Oftmals ist die Optik des Zystoskops zur Arbeitserleichterung über eine Kamera mit einem Monitor verbunden.

Wann wird eine Blasenspiegelung durchgeführt?
Zur Diagnose von Erkrankungen der Harnblase kann der Arzt eine Zystoskopie empfehlen. Entsprechende Erkrankungen sind z. B. Entzündungen der Harnblase oder der Harnröhre, Blasentumore, Blasen- und Harnleitersteine und Verengungen der Harnröhre. Bei einer Blasenspiegelung können auch gleichzeitig Biopsien (Gewebeproben) entnommen werden, beispielsweise um einen Tumor auszuschliessen. Zusätzlich kann der Arzt im Rahmen der Zystoskopie Behandlungen (therapeutische Eingriffe) durchführen. Dabei können Blasen- und Harnleitersteine entfernt werden. Dieser Eingriff erfolgt durch die Zertrümmerung von Steinen (Lithotripsie) oder ihre direkte Entfernung mit einer Schlinge (Extraktion). Außerdem kann der Arzt zystoskopisch Harnleiterschienen (Stents) einfügen. Auch Abtragungen von Blasen- oder Prostatatumoren und die Beseitigung von Verengungen, z. B. in der Harnröhre, sind möglich. Außerdem können bei der Blasenspiegelung die Harnleiter mit Röntgenkontrastmittel gefüllt werden. Dadurch werden bei einer nachfolgenden Röntgenuntersuchung neben den Harnleitern auch die Nierenbecken sichtbar. Man nennt diese Untersuchung retrograde Urographie.

Was ist im Vorfeld einer Blasenspiegelung zu beachten?
Der Patient muss zu einer Blasenspiegelung nüchtern erscheinen, er darf also einige Stunden vorher nichts essen und trinken. Vor der Untersuchung stellt der Arzt mit Hilfe einer Blutuntersuchung die Gerinnungswerte fest, denn im Fall von Gerinnungsstörungen darf unter Umständen keine Blasenspiegelung durchgeführt werden.

Wie wird die Blasenspiegelung durchgeführt?
Um eine Zystoskopie durchzuführen, wird zuerst in die Harnröhre ein Gleitmittel mit einem schmerzstillenden und anästhetisierenden Zusatz gespritzt, meist sind es etwa 20ml. Wenn nach etwa 5-10 Minuten die betäubende Wirkung eingesetzt hat, führt der Arzt das Instrument langsam durch die Harnröhre unter Sicht bis in die Harnblase ein. Zusätzlich füllt er die Harnblase mit einer sterilen (keimfreien) Flüssigkeit, um sich besser im Blaseninnenraum orientieren zu können. Bei Frauen ist die Spiegelung relativ einfach. Das Untersuchungsinstrument wird durch die kurze und gerade Harnröhre eingeführt. Die männliche Harnröhre ist lang und gebogen, was das Einführen des Zystoskops erschwert. Bei Männern ist es etwas schwieriger, da die männliche Harnröhre länger und gebogen ist. Heute werden daher fast immer flexible Instrumente verwendet, nur selten kommen noch starre Instrumente in der urologischen Praxis zum Einsatz. Die Untersuchung an sich dauert nur wenige Minuten und wird in der Regel Ambulant beim Urologen durchgeführt.

Welche Komplikationen können bei der Blasenspiegelung auftreten?
Durch die Reizung der Harnröhre während der Untersuchung, kann es zu geringfügigen Blutungen kommen. Dementsprechend können in den ersten Tagen nach der Zystoskopie Blut im Harn und auch Schmerzen beim Wasserlassen auftreten. Wenn die Beschwerden länger andauern, sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen. Einige Patienten leiden unter vorübergehendem unkontrolliertem Harnabgang (Harninkontinenz), der auf eine Reizung des Blasenschließmuskels zurückzuführen ist. Es handelt sich hier jedoch selten um eine dauerhafte Schädigung. Auch das Risiko von Verletzungen im Rahmen der Zystoskopie wie Perforation (Durchbohren) der Harnröhre oder Blase sind sehr gering. Entzündungen von Nieren oder Prostata kommen ebenfalls selten vor. Thrombosen sind ähnlich unwahrscheinlich nach einer Zystoskopie.





Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 12:49


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