Elektrostimulation



Bei der Elektrostimulation wird der Schließmuskel nicht wie beim Biofeedback aktiv vom Patienten angespannt, sondern bei diesem Verfahren wird die Kontraktion des Muskels ohne Zutun des Patienten durch elektrische Stromimpulse ausgelöst. Die zugehörigen Elektroden werden mit einer Sonde in die Vagina oder in den After eingeführt. Nach einer Anlernphase können Patienten die Elektrostimulation stelbsttätig zu Hause anwenden. Die Elektrostimulation mit Hilfe einer Vaginal- oder Rektalsonde ist vergleichsweise Einfach und kann daher leicht im häuslichen Bereich durchgeführt werden. Nach Einweisung durch den Arzt erhält der Patient ein Heimgerät, damit er das Training selbsttätig zu Hause durchführen kann.

Die Anwendung der Elektrostimulation ist ähnlich wie beim Biofeedbacktraining. Zur Durchführung wird eineVaginalsonde vollständig in die Scheide eingeführt oder eine Rektalsonde in den After eingeführt, die über ein Kabel mit dem Impulsgeber verbunden ist. Der Patient braucht selbsttätig nichts zu tun, den durch die Stromimpulse, die eine Stromstärke von etwa 40mA bis 80mA haben, werden die Beckenbodenmuskeln automatisch angespannt. Dabei werden oft Frequenzen im Bereich von 20Hz bis 60Hz verwendet, die Impulsdauer liegt so bei 5 bis 10 Sekunden und die Pausen dazwischen bei etwa 20 Sekunden. Eine Behandlungssquenz liegt bei etwa 30 Minuten ein- bis zweimal täglich. Die genauen Parameter legt natürlich der Arzt fest und ist auch Abhängig von der Art der Harninkontinenz. Bei Dranginkontinenz kann meist innerhalb der ersten 2-3 Wochen ein Behandlungserfolg verzeichnet werden. Bei regelmäßiger Anwendung 2x30 Minuten pro Tag werden nach etwa 6 Monaten Erfolgsraten von fast 90% erzielt. Um eine dauerhafte Besserung zu erzielen, sollte die Stimulation auch nach beendigung der Behandlung fortgesetzt werden.

Seit kurzem stehen auch kombinierte Geräte zur Verfügung, die das Biofeedback und die Elektrostimulation in einem Gerät vereinen und somit noch bessere Ergebnisse erzielen lassen. Dabei wird beim Biofeedback während des Anspannens des Beckenbodens zusätzlich ein Stromimpuls vom Gerät erzeugt, wodurch sich die Beckenbodenmuskulatur noch stärker anspannen lässt. Durch diese unterstützende Maßnahme wird das Trainingsergebnis in noch kürzerer Zeit erreicht, wobei während der Übungen die Stromimpluse immer schwächer werden.






Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 15:10


cron