Wie funktioniert die Blasenentleerung



Wenn sich die Blase langsam füllt, werden die Dehnungsrezeptoren, die in der Blasenwand liegen, aktiviert. Diese Dehnungsrezeptoren veranlassen die Meldung der Blasenfüllung über das sakrale Miktionszentrum im Rückenmark zum Gehirn. In dem Moment wird uns bewußt, daß ein Harndrang vorhanden ist und wir Wasser lassen müssen. Vom Gehirn werden nun hemmende Impulse zurück zur Harnblase entsandt. Sie verhindern die automatische Miktion.

Die Detrusorkontraktion findet erst dann statt, wenn wir bewusst die Hemmung aufheben, also dann, wenn wir die Toilette aufsuchen. Gleichzeitig und automatisch wird mit der nun folgenden Kontraktion der Blasenmuskulatur auch der Blasenhals geöffnet. Die Harnblase zieht sich zusammen und die Beckenbodenmuskulatur senkt sich. Willentlich öffnet sich nun der äußere Schließmuskel. Um eine Verstärkung des Harnstrahls zu erreichen, können wir die Bauchpresse betätigen. Nach Beendigung der Miktion kontrahiert sich der Schließmuskel wieder und die Blase kann sich erneut füllen.

Im wesentlichen sind folgende Punkte für die ungestörte Miktion verantwortlich:

Nervenimpulse
Die Überleitung der Nervenimpulse zwischen Gehirn und sakralem Miktionszentrum im Rückenmark, sowie die Überleitung weiter zur Blase muss funktionieren.

Detrusor
Der Blasenmuskel selbst muß intakt sein, um den in der Blase gesammelten Harn halten zu können.

Schließmuskeln
Der innere Schließmuskel und der äußere Schließmuskel müssen dem Blaseninnendruck standhalten können, um die Miktion willentlich durch uns herbei zuführen.

Tritt an einer der genannten Stellen eine Störung auf, so kann es zur Harninkontinenz kommen. Je nachdem an welcher Stelle die Störung liegt, kommt es zu unterschiedlichen Inkontinenzformen, bei denen entweder nur tropfenweise der Harn verloren wird, oder aber auch eine ganze Blasenfüllung auf einmal entleert wird. Im nachfolgenden Kapitel werden die verschiedenen Inkontinenzformen vorgestellt.





Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 12:13


cron