Wie funktioniert die Stuhlentleerung



Der Mastdarm füllt sich langsam mit Stuhl. Durch die in der Darmwand liegenden Dehnungsrezeptoren geht die Meldung der Darmfüllung über das Rückenmark an das Großhirn. Als Antwort darauf erschlafft dadurch der innere Schließmuskel, ohne daß wir darauf Einfluß nehmen können. Der Stuhl tritt dadurch weiter nach unten. Der äußere Schließmuskel ist noch kontrahiert. Gleichzeitig mit der Erschlaffung des inneren Schließmuskels wird vom Gehirn aus eine vermehrte Peristaltik in Gang gesetzt. Das Großhirn sendet ähnlich wie bei der Miktion ständig hemmende Impulse. Diese Impulse verhindern die Erschlaffung des äußeren Schließmuskels und des Puborektalmuskels und somit auch die Stuhlentleerung. Besteht der Stuhldrang nun über einen längeren Zeitraum und es wird nicht entleert, so entfallen die Impulse der Dehnungsrezeptoren in der Darmwand wieder. Der Stuhldrang läßt nach.

Soll nun Stuhl entleert werden, so erschlafft durch unseren Willen der äußere Schließmuskel und der Puborektalmuskel. Durch den so entstandenen offenen Kanal kann der Stuhl unter Zuhilfenahme der Bauchpresse und der Aufwärtsbewegung der Beckenbodenmuskulatur nach Außen befördert werden. Der kontinente Zustand stellt sich danach wieder ein, in dem die unwillkürliche und willkürliche Muskulatur wieder kontrahiert. Die Peristaltik läßt nach. Wenn nun in diesem komplexen Zusammenspiel eine Störung auftritt, so kann das auch zu einer Stuhlinkontinenz führen.





Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 12:13


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