Die EMDA-Therapie



Die EMDA-Therapie wird vorallem bei Dranginkontinenz oder auch bei der interstitiellen Cystitis - ist eine chronische gutartige Erkrankung, die sich in Form eines Symptomkomplexes unter anderem mit Pollakisurie, sensorischer Urge, suprapubischen Schmerzen und verminderter Blasenkapazität äußert - eingesetzt. Durch die EMDA-Therapie werden die Medikamente besser von der Blasenwand aufgenommen und die Wirkung verstärkt.

Funktions- und Wirkprinzip
Durch das Zusammenwirken von Iontophorese und Elektrophorese wird mittels eines elektrischen Feldes eine gezielte Abgabe von Medikamenten durch eine Elektrode in tiefliegende Gewebeschichten ermöglicht. Mit Hilfe des Stromes können in Flüssigkeit gelöste Arzneimittel kontrolliert in gewünschter Konzentration in die Blase und dann in das erkrankte Gewebe eingebracht werden. Eine Lösung von 4 %-igem Lidocain und 32 mg Dexamethason ad 150 ml Aqua Dest. werden über einen Spezialkatheter in die Blase appliziert und mit einer Stromstärke von 20 mA über 30 Minuten gegeben.

Vorbereitung und häufigkeit der Anwendung
Die Therapie wird in der ersten Anwendung in eineinhalb stationären Tagen durchgeführt, da noch einige Voruntersuchungen nötig werden, in den weiteren Anwendungen wird die Behandlung dann ambulant durchgeführt. Die Häufigkeit der Anwendung ist individuell verschieden, der durchschnittlicher Anwendungs-Wiederholungszeitraum liegt bei etwa vier bis sechs Wochen.

Ergebnis bisheriger Studien
Bei 16 von 17 Patienten erhöhte sich die Blasenkapazität von durchschnittlich 68 ml (40 bis 200 ml) vor der Therapie auf 380 ml (200 bis 680 ml) direkt nach der Therapie und auf 220 ml (100 bis 500 ml) nach einer Woche. Dieser Zustand hielt durchschnittlich 47 Tage an (10 bis 63 Tage). Komplette Symptomremission trat bei 14 Patienten auf und hielt durchschnittlich 35 Tage (7 bis 63 Tage). Partielle Remission wurde bei zwei Patienten für 10 bzw. 58 Tage beobachtet. Durch die Erhöhung der Blasenkapazität unter der EMDA-Therapie veränderte sich auch signifikant die Häufigkeit der Miktion am Tage und in der Nacht. Als einzige Nebenwirkung traten je einmal eine Makrohämaturie und ein Harnwegsinfekt auf.

Die Steigerung der Therapieeffekte ist durch wiederholte EMDA-Therapie möglich, wobei die beschwerdefreie Zeit von etwa sechs Wochen anhält. Insgesamt führte die Therapie bei den kontrollierten Patienten zu einer hoch signifikanten Besserung der Lebensqualität. Einige konnten ihr Studium wieder aufnehmen, andere waren wieder in der Lage eine regelmäßige Tätigkeit auszuführen oder auch in Urlaub zu fahren. Daraus folgert sich, die EMDA von Lidocain und Dexamethason wirkt schnell mit guter Verträglichkeit. Die Blasenkapazität kann signifikant erhöht werden, die Anzahl der Miktionen deutlich gesenkt werden, der Schmerz reduziert und die Lebensqualität erheblich gesteigert werden. Zur Verlängerung des Therapieeffektes kann die Behandlung wiederholt werden.





Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 12:57


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