In-Flow - Intraurethraler Katheter mit Ventil-Pumpe



Der In-Flow Katheter ist ein intraurethrales Blasendrainage-System, das speziell für Frauen mit atoner/erschlaffter Blase entwickelt wurde. Entwickelt wurde das System in Israel und wird nun von der amerikanischen Firma SRS Medical Systems Inc. hergestellt. Zumeist erfolgt die Blasenentleerung bei dieser Funktionsstörung mehrfach täglich durch intermittierende Katheterisierung oder Selbstkatheterisierung. Diese Alternativen haben bekannte Vor- und Nachteile, werden aber von den meisten Patienten als Einschränkung ihrer Lebensqualität, unpraktisch, zeitaufwendig und unsauber empfunden. Mit dem In-Flow Katheter haben Sie heute die Möglichkeit, Patienten eine therapeutische Alternative anzubieten, die eine annähernd normale, restharnfreie Blasenentleerung ermöglicht.

Was ist das In-Flow System?

Das In-Flow System ist als Miktionskatheter für atone Blasen konzipiert und offeriert eine neue Möglichkeit der Blasenentleerung. Völlig unterschiedlich zu herkömmlichen Kathetern, die passiv funktionieren, arbeitet das In-Flow System aktiv. Es gewährleistet mittels einer integrierten Pumpe eine vollständige Blasenentleerung. Der In-Flow Katheter besteht aus einem kurzen weichen Silikongehäuse. Er ist in verschiedenen Längen erhältlich, um eine anatomiegerechte Applikation zu ermöglichen. In das dünne Silikongehäuse ist ein Ventil und der Pumpmechanismus integriert. Der externe Aktivator enthält einen batteriebetriebenen Magnet, der zum einen das Ventil öffnet bzw. schließt, zum anderen die Pumpe antreibt. Zur Blasenentleerung wird er in die Nähe des Schambeins gehalten. Der In-Flow Katheter ist ein Einmalprodukt und wird monatlich gewechselt. Die intraurethrale Platzierung ist einer normalen Katheterisierung der Urethra ähnlich. Sie als Arzt bestimmen die Länge des In-Flow mit dem Messkatheter und setzen beim ersten Mal den Katheter selbst ein. Das Wechseln des Katheters kann weiterhin durch Sie, durch ärztliches Personal oder durch die Patientin selbst erfolgen. Der In-Flow Katheter ist in 9 verschiedenen Längen und einer Größe von 24 French (in Ausnahmefällen 28 Fr) verfügbar, um eine exakte und anatomiegerechte Adaptation zu erreichen.

Wie funktioniert das In-Flow System?

Das In-Flow System ermöglicht Patientinnen eine normale Blasenentleerung auf der Toilette. Zur Blasenentleerung hält die Patientin oder eine Hilfsperson den externen Aktivator in Schambeinnähe, ungefähr 4 cm vom Meatus entfernt. Der Aktivator wird mit zwei 3 Volt Lithium Batterien betrieben. Durch Knopfdruck wird er aktiviert. In Betriebsbereitschaft öffnet sich das Ventil, ein Minirotor in der Pumpe der wie bei einem Elektromotor über ein Magnetfeld angetrieben wird, fördert mit etwa 10.000 Umdrehungen pro Minute den Urin mit einer Flussrate von 10 - 12 ml pro Sekunde aus der Blase. Nach der Blasenentleerung wird der Auslöseknopf losgelassen und der Aktivator für weitere 5 Sek. in dieser Stellung gehalten. Es ertönt ein akustisches Signal und die LED Anzeige erlischt. Dieses Signal zeigt an, dass der Vorgang beendet und das Ventil wieder geschlossen ist. Bis zur nächsten Blasenentleerung ist somit die Kontinenz wieder hergestellt.

Für wen eignet sich das In-Flow System?

Das In-Flow System ist grundsätzlich bei allen Patientinnen indiziert, bei denen durch eine vorausgegangene urodynamische Untersuchung eine atone Blase diagnostiziert worden ist, die ihre atone Blase mit hohem Druck auspressen oder deren Entleerung nicht restharnfrei möglich ist, bei denen der Selbst- oder Fremdkatheterismus nur unregelmäßig oder unzuverlässig durchgeführt wird, die eine Dauerableitung tragen (suprapubisch/transurethral) und dadurch in ihrer Lebensführung behindert werden. Die Patientinnen müssen mental und physisch in der Lage sein, das In-Flow System verstehen und bedienen zu können, um eine zuverlässige Blasenentleerung zu erreichen. Sie müssen auch in der Lage sein, ihre Blase bei reduzierter oder aufgehobener Blasensensorik entsprechend eines Miktionsprogrammes zu entleeren. Sie sollten im Notfall (Dislokation des Katheters nach distal) auch in der Lage sein, den einfachen Vorgang des Entfernens durchzuführen. Ist dies nicht gewährleistet, kann alternativ ein Familienmitglied oder eine Person aus dem Umfeld der Patientin in Bedienung und Entfernung des In-Flow eingewiesen werden. Diese Hilfsperson muss mindestens 4 x täglich verlässlich zur Verfügung stehen.

Um optimale Ergebnisse mit dem In-Flow System zu erzielen, muss der Therapie eine exakte Diagnostik in Form einer urodynamischen Untersuchung vorausgehen. Klinische Untersuchungen in den USA haben gezeigt, dass eine reduzierte Lebensqualität und entsprechender Leidensdruck (eingeschränkte Gehfähigkeit, verminderte manuelle Geschicklichkeit, Tragen von Windeln, initial niedriger Wagner I QOL Test) die positive Akzeptanz eines Hilfsmittels zu steigern vermögen. Darüber hinaus ist der Erfolgsfaktor bei Frauen, die sich selbst katheterisieren, höher. Diese Patientinnen sind mit ihrer Anatomie bereits vertraut und sehr motiviert, Alternativen zum Selbstkatheterismus zu finden. Frauen, bei denen eine reduzierte Empfindlichkeit in der perinealen Region vorliegt, tendieren ebenfalls zu einer schnelleren Akzeptanz des In-Flow Systems. Insbesondere querschnittgelähmte Patientinnen (dort nur bei Vorliegen einer hypo- oder inaktiven Blase, evtl. auch unter anticholinerger Dämpfung) oder bei Vorliegen eines Diabetes mellitus. Auch Patientinnen nach linksseitigem Schlaganfall können vom In-Flow System profitieren, da diese zu einer hypo- oder atonen Blase tendieren. Positive charakterliche Eigenschaften im Wesen eines Betroffenen tragen ebenfalls zur erfolgreichen Anwendung des In-Flow bei. Motivierte Patientinnen, die bereit sind, am Anfang kleine Unannehmlichkeiten hinzunehmen, werden generell in der Lernphase schneller Fortschritte erzielen. Frauen, die sexuell aktiv sind und ihre Anatomie kennen, werden vom In-Flow System ebenfalls schneller profitieren. Auch Patientinnen, die bereits mit ihrer Anatomie vertraut sind, werden schneller den Gebrauch des In-Flow Katheters erlernen.

Welche Patientinnen sollten In-Flow nicht anwenden?

In-Flow darf nicht angewendet werden bei Vorliegen einer Infektion oder Entzündung im Urogenitaltrakt. Auch nicht bei abnormer Anatomie oder Neoplasien. Frauen mit kleinkapazitärer, kontrakter Blase oder ungehemmten Blasenkontraktionen (Reflexblasen), die durch Anticholinergika nicht zuverlässig behandelbar sind, sollten das In-Flow System nicht verwenden. Auch Patientinnen mit einem Herzschrittmacher sind von der Anwendung ausgeschlossen. Vor einer Strahlentherapie oder einer MRT muss der In-Flow Katheter entfernt werden. Weitere Kontraindikationen sind Patientinnen mit autonomer Dysreflexie, Störungen des Immunsystems und allergischen Reaktionen auf Antibiotika. Folgende Faktoren können den Erfolg des In-Flow Systems beeinträchtigen: Patienten, die noch nie oder selten katheterisiert wurden, fällt es zu Anfang schwerer, den In-Flow Katheter zu tolerieren. Nach klinischen Untersuchungen wird der Erfolg des In-Flow Systems zusätzlich durch Faktoren beeinträchtigt, wie eine vorausgegangene Bakteriurie, ungenaue Diagnostik (keine urodynamische Untersuchung), sowie bei Vorliegen einer spastischen Hochdruckblase. Auch Patientinnen mit geringer Spastik oder hyperaktiven Reflexblasen sind ungeeignet. Zu dieser Gruppe gehören Patienten mit rechtseitigem Schlaganfall (tendieren zu kleinkapazitären Blasen mit unkontrollierter Aktivität) sowie Patienten mit MS, die das urodynamische Bild einer spastischen Blase zeigen und durch Anticholinergika nicht zuverlässig behandelbar sind. In jedem Fall müssen vor Anwendung des In-Flow Katheters diese Krankheitsbilder ausgeschlossen werden.

Was sind die Risiken des In-Flow Systems

Es sind keine schwerwiegenden Krankheitsverläufe oder gar Todesfälle bekannt, die kausal mit der Anwendung des In-Flow Systems in Zusammenhang stehen! Die meisten Risiken ähneln im wesentlichen denen, die auch bei einer Dauerableitung bzw. beim Selbstkatheterismus auftreten. Bei allen instrumentellen Manipulationen in der Urethra besteht das Risiko einer Infektion einhergehend mit symptomatischer oder asymptomatischer Bakteriurie, einer urethralen Erweiterung, einer Schleimhautirritation oder Narbenbildung durch Schleimhautläsion. Durch klinische Untersuchungen ließ sich nachweisen, dass Patientinnen beim Einsatz des In-Flow Systems unter den gleichen, teilweise auch geringeren Nebenwirkungen litten wie beim Dauerkatheter (Harnwegsinfektionen). Eine asymptomatische Bakteriuria trat unter In-Flow seltener auf als beim Selbstkatheterismus. In der klinischen US IDE Studie wurden folgende, selten auftretende Risiken bei der Anwendung des In-Flow Katheters festgestellt:

  • Migration des Katheters in die Blase (3%). (Gefahr bei sexueller Aktivität). Die Entfernung sollte dann mit einem Zystoskop erfolgen.
  • Blockierung des Ventils bei Inkrustration (2%).
  • Funktionsstörungen des externen Aktivators, schwache Batterien (2%).

Was sind die häufigsten Gründe für den Abbruch der In-Flow Behandlung?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Patientinnen sich entscheiden, das In-Flow System nicht weiter zu verwenden, diese sind in der US Die Studie beschrieben. Lokale Beschwerden wie Fremdkörpergefühl in Urethra oder Vagina, Irritationen oder Spasmus. Stichartige Missempfindungen während der aktiven Urindrainage wurden von 50% der Patientinnen angegeben, 32% nannten unkontrollierten Urinabgang durch falsche Größenwahl des In-Flow-Katheters als Grund und bei 15% waren technische Gründe wie Schwierigkeiten bei der Bedienung des Aktivators die Ursache. Die meisten Patientinnen, die transurethrale Katheter aber auch In-Flow verwenden, benötigen einige Zeit, um sich an das Fremdkörpergefühl zu gewöhnen. Ähnlich wie bei Kontaktlinsen, die das Auge anfangs auch als ungewohnt empfindet. Ob und wie schnell Patientinnen den In-Flow Katheter akzeptieren, hängt nicht allein von der Intensität der Missempfindung ab, sondern auch vom Grad der Bereitschaft damit umzugehen. Deshalb ist es wichtig, die Patientinnen schon vor Einsatz des In-Flow Katheters entsprechend zu informieren. Aufgeklärte Patienten entwickeln erfahrungsgemäß eine höhere Akzeptanz des In-Flow Katheters und eine größere Bereitschaft, anfängliche Missempfindungen zu tolerieren.

Welche Erfolgsraten können Ärzte und Patienten erwarten?

Weltweite, klinische Studien haben gezeigt, dass 34% - 87% der Patientinnen dem In-Flow System subjektiv eine wesentliche Verbesserung ihrer Situation zuschreiben. Sie sehen in In-Flow einen deutlichen Vorteil gegenüber herkömmlichen Entleerungstechniken. Ein bestimmter Prozentsatz hat Schwierigkeiten, das Hilfsmittel zu tolerieren. Als Faustregel kann man sagen, dass von vier Frauen, die In-Flow anwenden, eine Frau keine größeren Probleme haben wird. Eine Frau wird In-Flow nicht mal einen Tag ertragen. Die verbliebenen zwei Patientinnen werden In-Flow schätzen lernen, wenn sie insbesondere in der Anfangsphase hinreichend geschult und unterstützt wurden. Werden bereits am ersten Tag extreme Beschwerden angegeben, ist ein Fehlschlagen der Therapie wahrscheinlich. Wenn eine Frau In-Flow wenigstens einen Tag toleriert, sollte sie unbedingt ermutigt werden, das Hilfsmittel noch 1 Woche zu nutzen. Gewöhnlich schwinden die Anfangsbeschwerden innerhalb von 3 - 5 Tagen. Abhängig von Können und Geschicklichkeit der Patientin dauert es 1 - 6 Tage bis die Funktion des Aktivators beherrscht wird.

Welche Untersuchungen sollten vor dem Einsatz des In-Flow Systems durchgeführt werden?

Empfohlene Untersuchungen sind eine Zystoskopie zur Dokumentation des Ausgangsbefundes, das Erstellen eines Miktionstagebuchs, eine Anamnese der Harninfektsituation, die Erhebung des psychosozialen Status und der Lebensqualität. Akute Harnwegsinfekte müssen ausgeschlossen werden. Zwischen Zystoskopie und In-Flow Applikation sollte am besten eine Woche vergehen. Zur Erfassung der Lebensqualität eignet sich der Wagner I-QOL Test. Er bewertet die Angaben auf einer 100 Punkte Skala. Bei Patientinnen ohne Erfahrungen mit dem intermittierenden Selbstkatheterismus oder bei unklarer Diagnose sind wiederholte urodynamische Untersuchungen empfohlen.

Applikation des In-Flow Katheters


Messen der Urethralänge

Das Messen der Urethralänge muß nur einmal vor der ersten In-Flow Anpassung durchgeführt werden. Die einmal festgestellte Länge bleibt unverändert im weiteren Verlauf der Behandlung. Die Patientin nimmt auf den Untersuchungsstuhl Platz und in Steinschnittlagerung wird nun der Meatusbereich gereinigt wie zum Legen eines Katheters. Der In-Flow Messkatheter wird in die Blase eingeführt und der Ballon geblockt. Nun wird der Katheter behutsam mit dem Ballon bis in den Blasenhals gezogen. Die verschiebbare Hülse wird nun auf dem Messkatheter soweit Richtung Meatus bewegt, bis er diesen berührt. Die Länge der Urethra wird durch die am unteren Ende der Hülse erscheinende Zahl angezeigt. Jetzt wird die gemessene Urethralänge notiert, der Messkatheter entblockt und entfernt. Nun wird der richtige In-Flow Katheter gewählt, der etwa 1 cm länger ist als die gemessene Länge der Urethra (z. B. bei einer gemessenen Länge von 32 mm, wählen Sie einen 40 mm In-Flow Katheter).

Einsetzen und Entfernen des In-Flow Katheters

Vor dem Einführen des In-Flow Katheters wird die Außenseite des Katheters mit einem üblichen Gleitmittel wie zum Beispiel Instillagel® benetzt. Danach wird dieser in die Urethra so weit eingeführt bis der Außenflansch den Meatusrand berührt. Der Flansch muss von der Vagina weg nach oben zeigen. Der Kolben des Einführgerätes wird ganz hinein gedrückt, bis sich der In-Flow Katheter gelöst hat. Das Einführinstrument erst dann herausziehen, wenn sich der In-Flow Katheter vollständig gelöst hat. Das Einführgerät wird nicht mehr benötigt und kann entsorgt werden. Bei gefüllter Blase wird der In-Flow Katheter auf Dichtigkeit und einwandfreie Funktion geprüft. Der In-Flow Katheter ist nun für seine Anwendung bereit.

Das Entfernen des In-Flow Katheters ist sehr einfach und kann auch von der Patientin selbst vorgenommen werden, dazu greift man den Katheter am unteren Teil mit den Fingern und zieht ihn langsam heraus. Dank der flexiblen Silikonarme des Fixationssystems entstehen im Regelfall hierdurch keine Verletzungen am Blasenhals und der Urethra.

Die Blasenentleerung mit dem Aktivator

Die Patientin sitzt auf der Toilette wie zur normalen Miktion. Nun wird die Schutzhülle wird vom Aktivator entfernt, der Aktivator funktioniert nur bei entfernter Schutzhülle! Danach wird der Aktivator nahe an die Genitalregion gehalten, etwa 4 cm von der äußeren Harnröhrenmündung entfernt und der Auslöseknopf am Aktivator gedrückt, die LED Anzeige leuchtet auf um die Miktion einzuleiten. Der Knopf wird solange gedrückt gehalten, bis die Entleerung vollständig beendet ist. Nach Loslassen des Knopfes muß der Aktivator unbedingt solange in dieser Position gehalten (etwa 5 Sek.) werden, bis ein Signalton ertönt und die LED Anzeige erlischt. Dies zeigt an, dass der Pumpvorgang beendet und das Ventil geschlossen ist. Die Blasenentleerung ist damit abgeschlossen. Um eine Dislokation des In-Flow Katheters zu vermeiden, sollte der Schambereich nur trocken getupft, aber auf keinen Fall gewischt werden! Falls es notwendig ist, den Aktivator trocken wischen und die Schutzhülle wieder über den Aktivator ziehen. Damit ist die Blasenentleerung beendet, sie dauert in der Regel nicht länger als eine Blasenentleerung bei einer gesunden Person.

Vorsichtsmaßnahmen

Der erste In-Flow Katheter darf nur von einem Arzt nach genauer Größenbestimmung mit dem In-Flow Messkatheter eingebracht werden. Die darauffolgenden Behandlungen können von Personen aus dem Pflegebereich oder von der Patientin selbst durchgeführt werden, wenn sie ausreichend in die Technik des Einführens und des Entfernens sowie des Gebrauchs eingewiesen wurden. Der In-Flow Katheter ist für eine Liegedauer von maximal 29 Tagen bestimmt und muß danach ersetzt werden. Es dürfen nur Verpackungen im einwandfreiem Zustand verwendet werden, da sonst die Sterilität der Verpackung nicht gewährleistet ist. Sollte die Verpackung beschädigt sein, darf deren Inhal unter keinen Umständen verwendet werden! Die Patientinnen und/oder das Pflegepersonal müssen eine genaue Einweisung hinsichtlich des Einsetzens und Entfernens des In-Flow Katheters sowie seiner Bedienung erhalten. Der Aktivator muß immer verfügbar sein, da sonst sonst die Blasen durch den In-Flow Katheter nicht entleert werden kann. Während der Tageszeit sollte die Blase auch ohne Wahrnehmung des Harndrangs alle 3 bis 4 Stunden entleert werden. Bei Blut im Urin, Irritationen, Schmerzen beim Wasserlassen oder vermutetem Funktionsausfall sollte umgehend der Arzt aufgesucht werden. Der Gebrauch des In-Flow Katheters während der Schwangerschaft ist nicht untersucht. Patientinnen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft vermuten, sollten das Hilfsmittel nicht mehr anwenden und ihren Arzt konsultieren.

Komplikationen

Mögliche Komplikationen beim Einsatz des In-Flow Katheters sind denen ähnlich, wie sie bei Dauerkathetern oder beim intermittierenden Katheterismus auftreten können. Dazu zählen unkontrollierter Urinverlust am Katheter vorbei oder durch das Lumen. eine mögliche Ursache dafür kann eine Inkrustation oder Steinobstruktion sein, die den Ventilverschluss behindert. Weitere Ursachen sind: Inkontinenzepisoden, Harnwegsinfektionen, asymptomatische Bakteriurie, Pyurie, positive Urinkulturen, Pyelonephritis, Hydronephrose, Vesicoureteraler Reflux, Erweiterungen des oberen Harntrakts und Nierenversagen, Dysurie, Drangsymptomatik/Blasenspastik, häufiges Wasserlassen, Harnstauung, ansteigender Restharn, lokale urethrale oder perianale Entzündungen, Katheterverursachte Missempfindungen oder Schmerzen, lokale Hautirritationen.

Zystoskopisch gesehene pathologische Befunde in Urethra und Blase: Irritation oder Läsion der Schleimhaut. Striktur(en), Divertikel, Fisteln, Abszess, Hyperaemie/Entzündung/Ödem, Erosion/Ulkus, schwere Irritation oder Ulzeration am Meatus externus, in der Urethra oder Blase, Plattenepithelmetaplasie, Blasensteine, Blutungen oder Schmierblutungen, Haematurie, Viae falsae oder Perforationen, autonome Dysreflexie.

Mögliche zusätzliche Komplikationen, die bei der Anwendung des In-Flow Katheters auftreten können: Dislokation oder Spontanverlust des Implantates, Blockade des Ventils durch Inkrustation oder Steinbildung, In-Flow Fehlfunktion mit Restharnbildung oder Harninkontinenz zum Beispiel durch mechanischen Defekt des Ventils oder Fehlfunktion des Aktivators), Ausfall des externen Aktivators oder schwache Batterien.





Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 14:57


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