Die transanale Irrigation TAI



Die transanale Irrigation (lat.: Aus-, Durchspülung, Eingießung) kurz auch TAI genannt, ist eine spezielle Art des Darmeinlaufes. Die Technik der transanalen Irrigation ist nicht neu, sie stammt ursprünglich aus dem Bereich der Stomaversorgung und wird zunehmend auch für die Versorgung der Stuhlinkontinenz verwendet. Im Vergleich zum gewöhnlichen Darmeinlauf mit einem Irrigator bei dem der Patient auf der linken Seite liegt, wird die transanale Irrigation in der Regel auf der Toilette sitzend durchgeführt.

Ziel der Irrigation ist es, den Darm durch regelmäßige Spülungen soweit zu entleeren und zu reinigen dass sich eine entleerungsfreie Zeit von mehreren Stunden ergibt in welcher der Patient nicht mit Stuhlgang rechnen muss. Die Technik der Irrigation bei Stuhlinkontinenz ist bei uns noch nicht sehr gebräuchlich, da sich viele Patienten vor der Anwendung ekeln und es ihnen unangenehm ist, sich einen „Einlauf” zu verpassen. Hier liegt es auch etwas am behandelten Arzt, dem Patienten diese Technik nahezubringen und ihn von den Vorteilen zu überzeugen. Selbst Kleinkinder ab etwa 3 Jahren können schon mit der Irrigation behandelt werden. Da die Technik der Irrigation relativ einfach zu erlernen ist, sind Kinder ab etwa 6 Jahren in der Lage, die Irrigation nach entsprechender Anlernphase selbsttätig durchzuführen.

Für welche Personengruppe ist die Irrigation geeignet?
Die Irrigation kann immer dann eingesetzt werden, wenn es darum geht, eine unfreiwillige Stuhlentleerung bei Stuhlinkontinenz zu verhindern oder zumindest die Inkontinenz-Episoden deutlich zu verringern. Aber auch bei einer chronischen Verstopfung oder krankheitsbedingter verlängerter Stuhlentleerungszeiten kann durch die Irrigation eine Verbesserung der Symptome erreicht werden.


Wann darf die Irrigation nicht durchführen?
Die Irrigation darf nicht durchgeführt werden bei bekannten Verschluss des Dickdarms aufgrund von Verengungen oder Tumoren, bei akuten entzündlichen Darmerkrankungen, bei komplexen Divertikel Erkrankungen, bei abdominalen oder analen Operationen in den letzten 3 Monaten, sowie bei Kindern unter 3 Jahren.


Wann darf die Irrigation nur mit Rücksprache des Arztes eingesetzt werden?
Vor Anwendung der Irrigation ist immer dann ein Arzt zu befragen, bei schwangeren oder stillenden Frauen, bei entzündlichen Darmerkrankungen wie etwa Morbus Chron oder Colitis ulcerosa, bei Herzproblemen, bei anorekalen Erkrankungen wie eine Analfissur, schwere Hämorrhoiden, Blutungen aus dem After, bei Bestrahlungen des Bauch- und Beckenbereichs (z.B. bei Tumorbehandlungen), bei einer Divertikelkrankheit, bei länger als 3 Monate zurück liegende Operationen im Bauch, Darm- oder Rektumbereich, bei einer kürzlich durchgeführten Biopsie im Rektumbereich, bei Krebserkrankungen im Bauch- und Beckenbereich, bei Koprostase (stark verhärtete Stuhlballen), bei plötzlichen Veränderungen der Stuhlgewohnheiten (Durchfall, Verstopfung, ...), oder wenn regelmäßig Medikamente Rektal verabreicht werden müssen, hier ist eine Abstimmung der Zeiten für die Irrigation und der Medikamentengabe erforderlich.


Ab welchem Alter kann mit der Irrigation begonnen werden?
Hier gibt es unterschiedliche Meinungen ab wann eine Irrigation bei Kindern durchgeführt werden soll. In der Literatur gehen die meisten Aussagen dahin dass mit der Irrigation begonnen werden sollte wenn das Kind normal eine soziale Kontinenz erreicht hätte. Das bedeutet dass die Irrigation nicht vor erreichen des dritten Lebensjahres gemacht werden sollte, es erst ab diesem Zeitpunkt normalerweise tagsüber keine Windeln mehr trägt. Oft wird aber erst mit der Irrigation begonnen wenn das Kind in den Kindergarten bzw. Vorschule geht. Als günstig hat sich gezeigt, den Kindern schon frühzeitig, also ab etwa 6 Jahren die Technik der Irrigation erlernen zu lassen, um ein möglichst selbstständiges Leben zu ermöglichen. Wichtig dabei ist auch, dass die Kinder im Umgang mit ihren anderen Hilfsmitteln geschult werden, etwa dem eigenständigen Anlegen einer Windel, in der Anwendung des ISK (intermittierender Selbstkatheterismus) oder die Verwendung von Analtampons, sowie der dazugehörenden Körperhygiene im Intimbereich.


Voruntersuchungen und Beratung
Bevor die Irrigation durchgeführt wird, muss auf alle Fälle der behandelnde Arzt gefragt werden. Er wird zunächst eine Befragung des Patienten über dessen Stuhlgewohnheiten und Inkontinenzereignissen befragen, danach eine körperliche Untersuchung mit Blutdruck usw. vornehmen. Eine Tastuntersuchung des Enddarmes sowie eine äußerliche Begutachtung des Schließmuskels gehört zum normalen Programm, ebenso eine Proktoskopie um stark ausgeprägte Hämorrhoiden auszuschließen welche der Irrigation entgegenstehen könnten. In einigen Fällen macht der Arzt auch eine Rektoskopie um Entzündungen im Enddarmbereich auszuschließen. Hat der Arzt nach den Untersuchungen grünes Licht gegeben, so steht der Irrigation nichts mehr im Wege.

Die Technik der Irrigation ist zwar sehr leicht zu erlernen, es sollte aber zuvor eine ausführliche Beratung stattfinden, welches System den eigenen Bedürfnissen am besten gerecht wird. Außerdem sollte eine praktische Einführung durch geschultes Fach- oder Pflegepersonal erfolgen, in welcher der Anwender die richtige Handhabung erlernt, welche Probleme auftreten könnten und wie diese zu begegnen sind.


Wirkungsweise
Anders als beim normalen Einlauf nützt die Irrigation die natürliche Darmfunktion, um eine ausreichende Entleerung zu erreichen. Durch den Dehnungsreiz, den das relativ schnell einlaufende Wasser in entsprechender Menge im Enddarm ausübt, wird die Peristaltik des ganzen Darmes auf natürliche Weise angeregt. Dadurch wird zur gewünschten Zeit eine vollständige Entleerung des Dickdarmes herbeiführt, so dass der Patient danach in der Regel für 24 bis 30 Stunden keine weiteren Stuhlentleerungen zu erwarten hat. Die Dauer des entleerungsfreien Intervalls hängt unter anderem von der Länge des Dickdarms, der Beschaffenheit des Enddarmes und den Ernährungsgewohnheiten ab. Wenn die Irrigation richtig durchgeführt wird, dann ist auch keine Schädigung der Darmflora zu erwarten, da die Spülflüssigkeit nur im Enddarm bleibt und dort seine volle Wirkung entfaltet. Der restliche Darm soll hierbei nicht mit der Spülflüssigkeit gefüllt werden, auch irgendwelche Zusätze zur Spülflüssigkeit sind in der Regel hier nicht notwendig. Bei Menschen mit chronischer Verstopfung wirkt sich die Irrigation ebenfalls positiv aus, hier wird durch die Spülungen der Stuhl weich gehalten und kann so leichter entleert werden.


Die Spülflüssigkeit
Für die Irrigation sollte nur klares Wasser ohne Zusätze verwendet werden, damit lassen sich die besten Ergebnisse erzielen ohne den Körper zu belasten. In der Literatur sind häufig noch Zusätze genannt wenn die Irrigation mit klarem Wasser keine zufriedenstellende Entleerung bringt. So soll durch Zugabe von phosphathaltigen Klistieren (etwa Freka-Clyss®, Practo-Clyss®) die Peristaltik des Darmes zusätzlich angeregt werden. Allerdings sind diese Klistiere als Zusatz nicht für den Dauergebrauch geeignet, da es durch die enthaltenen Phosphate zu einer Elektrolytverschiebung im Körper kommt. Gerne wurde auch Bisacodyl (Abführmittel wie etwa Dulcolax®) zugesetzt um den Darm anzuregen, ebenso wie Glyzerin (20ml/Liter). Der Nachteil dabei ist, dass es nach der Irrigation zur vermehrten Ausscheidung von Schleim und gelegentlich auch von flüssigem Stuhl kam. Dann wurde gerne die 0,9% Kochsalzlösung (9g Kochsalz auf 1000ml Wasser) gerade für Kinder forciert. In der Praxis spielt das aber bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen keine große Rolle, da die verwendete Menge bzw. der durch die Darmwand resorbierte Anteil der Spülflüssigkeit auch als Trinkwasser zu sich genommen werden kann und nur einen Teil des notwendigen täglichen Flüssigkeitsbedarf darstellt. Allenfalls bei Säuglingen und Kleinstkindern mag das noch eine geringe Rolle spielen.

Aus den oben genannten Gründen sollte die Irrigation immer mit klaren Wasser ohne Zusätze erfolgen und nur im Notfall zu Zusätzen gegriffen werden. Steht kein sauberes Trinkwasser aus der Leitung zur Verfügung, so kann auch stilles Wasser aus dem Supermarkt verwendet werden, etwa im Urlaub in anderen Ländern. Die Temperatur des Wassers sollte dabei Körpertemperatur, also etwa 37° Grad haben. Eine Senkung der Wassertemperatur auf 35° Grad sorgt für einen stärkeren Entleerungsreiz, wobei die Temperatur nicht tiefer als 30° Grad sein sollte, das würde zu schmerzhaften Darmkrämpfen führen. Auch darf die Temperatur der Spülflüssigkeit nicht über 40° Grad liegen, da im Darm keine Schmerzrezeptoren vorhanden sind und es somit zu Verbrühungen der Darmschleimhaut kommen könnte.


Häufigkeit der Irrigation
Wie häufig muss die Irrigation durchgeführt werden? Das kommt sehr auf den einzelnen Anwender an, wie häufig die Irrigation durchgeführt werden muss um eine möglichst gute soziale Kontinenz zu erreichen. So gibt es Anwender welche aus ihrem Sicherheitsempfinden die Irrigation zweimal täglich durchführen. Aber auch das Gegenteil ist der Fall, so kann es auch ausreichen, die Irrigation alle zwei oder drei Tage zu machen, wie es häufig bei Querschnittpatienten der Fall ist. Bei Menschen mit gesundem bzw. noch voll funktionsfähigem Darm aber mit Stuhlinkontinenz wird dagegen häufig die tägliche Irrigation bevorzugt. Einige Anwender mit hyperaktivem Darm machen gerne auch zweimal täglich die Irrigation um sicher zu gehen dass kein "Unfall" passiert.


Der richtige Zeitpunkt zur Irrigation
Und wann ist der beste Zeitpunkt zur Irrigation? Nun das lässt sich nicht eindeutig sagen, es kommt sehr auf den einzelnen Anwender sowie sein soziales Umfeld an. In der Literatur und von einigen Herstellern dieser Irrigations-Systeme wird häufig der Abend als idealer Zeitpunkt zur Durchführung der Irrigation genannt weil die Kolonmobilität geringer ist und es Nachts seltener zu intraabdomineller Druckerhöhung kommt. Der Darm hat dann auch mehr Zeit, verbliebene Spülflüssigkeit aufzunehmen. Auf der anderen Seite kann es durch die am Abend geringere Kolonmobilität zu schlechteren Ergebnissen bei der Irrigation kommen, sprich der Darm wird nicht so gut zur Entleerung angeregt und es bleibt mehr Stuhl im Darm zurück. Außerdem besteht durch die am Abend durchgeführte Irrigation die Gefahr, dass der Enddarm früher wieder mit Stuhl gefüllt wird und dadurch die Wahrscheinlichkeit eines "Unfalls" am Tag schon wieder ansteigt.

Für die Durchführung der Irrigation am Morgen spricht, wie schon gesagt, die höhere Darmtätigkeit am Morgen bei den meisten Menschen und die damit verbundene bessere Darmentleerung sowie die Tatsache dass gerade bei berufstätigen Anwendern der Darm dann sicher leer ist und es mehrere Stunden dauert bis wieder Stuhl von höheren Darmabschnitten nachrückt. Außerdem haben die meisten Anwender ein höheres Sicherheitsempfinden bei der morgendlichen Irrigation. Als Nachteil kann es gelegentlich vorkommen, dass wie bei der abendlichen Irrigation eine geringe Menge an Restspülflüssigkeit im Darm zurück bleibt, welche der Darm erst aufsaugen muss. Durch die tagsüber übliche stehende oder sitzende Körperhaltung kann es hier leichter zum Austritt von Flüssigkeit aus dem Darm kommen, was in der Regel aber durch die verwendeten Hilfsmittel wie Vorlagen, Pants oder Inkontinenzslips vollständig aufgenommen wird. Manche Anwender haben auch gute Erfahrungen mit der zusätzlichen Anwendung von Analtampons gemacht.


Die richtige Körperhaltung bei der Anwendung
Die besten Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn die Irrigation im Sitzen auf der Toilette durchgeführt wird. Ziel der Irrigation ist es ja, die eigenständige Darmbewegung anzuregen ohne den ganzen Darm bzw. größere Abschnitte davon mit Spülflüssigkeit zu füllen. Durch die aufrechte Körperhaltung und dem schnellen Einströmen der Spülflüssigkeit, bleibt diese im Enddarm und regt durch den schnell entstehenden Dehnungsreiz die Peristaltik des Darmes auf natürliche Weise an. Da das Wasser nur im Enddarm bleibt, wird auch die natürliche Darmflora nicht beschädigt, daher ist eine tägliche Anwendung auch über Jahre hinweg für den Darm völlig Unschädlich. Wird die Irrigation dagegen in linker Seitenlage durchgeführt, was gerne bei jüngeren Kindern oder bei Behinderung gemacht wird, dann besteht dabei die Gefahr dass die Spülflüssigkeit wie bei einem normalen Einlauf weit in den Darm einläuft und der Darm dadurch nicht vollständig entleert wird, besonders wenn nur ein Spülzyklus verwendet wird. Außerdem wird durch diese Körperhaltung die Darmflora mehr belastet. Daher sollte die sitzende Körperhaltung nach Möglichkeit immer einer Irrigation in linker Seitenlage vorgezogen werden.


Anzahl der Spülzyklen pro Sitzung
Hier gehen die Meinungen auseinander, auch in der Literatur gibt es keine einheitliche Meinung dazu. Von einigen Herstellern von Irrigationsgeräten wird ein Spülzyklus mit einer größeren Menge an Spülflüssigkeit (750-1000ml) empfohlen. Die Praxis hat aber gezeigt, dass mehrere Spülzyklen (2 bis 4) mit weniger Spülflüssigkeit, etwa 500ml beim Erwachsenen, welche relativ schnell in den Darm eingebracht wird, eine bessere Darmentleerung bringt, da erst beim zweiten oder dritten Durchgang die Peristaltik des Darmes so richtig in Gang kommt. Außerdem besteht bei einer größeren Menge an Spülflüssigkeit die Gefahr dass diese zu weit in den Darm eindringt, nicht vollständig wieder ausgeschieden wird und es dann über Stunden hinweg zu Ausscheidungen von Flüssigkeit und dünnem Stuhl kommt.

Die eingelaufene Spülflüssigkeit sollte nach Möglichkeit 2-3 Minuten im Darm verbleiben um einen genügend hohen Reiz zu erzeugen. Zwischen den Spülzyklen sollte dem Darm die Gelegenheit gegeben werden, sich gut zu entleeren, daher sollten die Spülzyklen im Abstand von etwa 5-10 Minuten gemacht werden. Nach dem letzten Spülzyklus sollte man noch mindestens 15-20 Minuten auf der Toilette verweilen, da die Erfahrung gezeigt hat, dass noch Stuhl kommen kann.


Zeitaufwand für die Irrigation
Der zeitliche Aufwand, um die Irrigation sorgfältig durchführen zu können, ist nicht ganz außer acht zu lassen. Hier gibt es unterschiedliche Meinungen von Seiten der Hersteller und der Fachliteratur, Fakt ist aber dass es sehr vom einzelnen Anwender abhängt. Werden mehrere Spülzyklen durchgeführt, so kann ein Zeitaufwand von 30-50 Minuten als Normal betrachtet werden. Dagegen kann bei einem Spülzyklus der Darm schon nach 15-20 Minuten vollständig entleert sein, das richtet sich aber auch hier nach den Gegebenheiten. Fazit ist, wer sich zur Irrigation nicht genügend Zeit nimmt, der muss damit rechnen dass noch eher unkontrollierte Stuhlabgänge auftreten können.


Probleme während der Irrigation
In der Regel treten während der Durchführung einer Irrigation keine Schwierigkeiten auf, dennoch kann es in seltenen Fällen zu Problemen kommen. Die häufigsten Probleme sind dabei Krämpfe und Schmerzen welche während dem Einfließen des Wassers auftreten können. Oft reicht es dann aus, den Wasserzufluss für kurze Zeit zu unterbrechen und einige male tief Durchatmen. Meistens verschwinden die Probleme dann von selbst und die Irrigation kann fortgesetzt werden. Falls nicht, muss unbedingt die Irrigation abgebrochen werden und die Fachkraft oder ein Arzt konsultiert werden.

Es kommt aber auch vor, dass nach dem Einbringen der nötigen Spülflüssigkeit eine Stuhlentleerung ausbleibt, das deutet dann auf einen Flüssigkeitsmangel des Körpers hin. In diesem Fall ist es sinnvoll, etwa 15 Minuten vor der Irrigation ein oder zwei Gläser Wasser oder Tee zu trinken, um dem Körper die nötige Flüssigkeit zu bieten. In der Regel schadet es nicht, wenn nach dem Einbringen der Spülflüssigkeit nur wenig Stuhl entleert wird, hier kann im folgenden Spülzyklus ohne Probleme weitere Spülflüssigkeit eingebracht werden. Oft kommt es danach zu einer deutlich besseren Entleerung, da der Körper seinen Flüssigkeitsbedarf bereits gedeckt hat.


Ergebnisse
Die Irrigation kann nicht vom ersten Tag an optimale Ergebnisse liefern. Da sich der Darm erst an diese Prozdezur gewöhnen muss, sollte die Irrigation immer in etwa zur selben Uhrzeit ausgeführt werden, zum Beispiel vor dem Frühstück. In der Regel wird die Irrigation einmal täglich durchgeführt, es kann aber auch sein, dass die Irrigation zweimal täglich gemacht werden muss oder es auch genügt, die Irrigation alle zwei Tage zu machen. Es muss auch die optimale Menge der Spülflüssigkeit durch Versuche ermittelt werden, ebenso wie die Anzahl der notwendigen Spülzyklen. Die Eingewöhnungszeit dauert bei den meisten Patienten zwei Wochen bis drei Monate. Erst dann hat sich die Technik im alltäglichen Rhythmus soweit eingespielt, dass es nur noch selten zu unkontrollierten Stuhlentleerungen kommt, also eine Sicherheit von gut 95% erreicht wird. Meistens wird bei den eventuell verbleibenden unkontrollierten Entleerungen nur sehr wenig ausgeschieden, und oft kommt nur etwas Schleim oder Flüssigkeit. Zur Sicherheit, wenn keine Einlagen oder Windeln getragen werden, können Analtampons verwendet werden. Es ist aber ratsam, gerade in der Anlernphase auf Windeln oder Einlagen nicht zu verzichten, da während dieser Zeit noch mit gelegentlichen spontanen Entleerungen gerechnet werden muss.

Werden vor der Irrigation zur Anregung der Peristaltik des Darmes Abführmittel genommen, so sollen nur Mittel zur rektalen Anwendung eingesetzt werden, da oral eingenommene Abführmittel häufig zu einer Verschlechterung der Ergebnisse der Irrigation führen und es auch häufiger zu unkontrollierten Stuhlabgängen kommt. Müssen aus medizinischen Gründen orale Abführmittel regelmäßig eingenommen werden, so muss durch Testen der passende Zeitpunkt für die Irrigation gefunden werden wann nach der Irrigation am wenigsten unkontrollierte Entleerungen auftreten.


Langzeitergebnisse
Die Irrigation ist eine Technik welche über einen langen Zeitraum hinweg durchgeführt werden kann, ohne den Darm nennenswert zu belasten oder gar zu schädigen wenn man sich an die Vorgaben seines Arztes hält. Auch wird der Körper nicht durch Medikamente belastet, da in der Regel keine Medikamente bei der Irrigation eingesetzt werden. Einzig der doch sehr große Zeitaufwand bei der Durchführung der Irrigation ist für einige Anwender belastend, daher kommt es bei der genannten Personengruppe häufiger dazu, dass die Technik der Irrigation wieder verlassen wird und stattdessen andere Techniken des Darmmanagements zum Einsatz kommen oder die Stuhlinkontinenz nur noch mit Hilfsmittel wie Analtampons und/oder Windeln versorgt wird.


Risiken der Irrigation
Die Risiken der Irrigation sind bei sachgerechter Anwendung praktisch gleich Null, dennoch kann es zu Problemen kommen. Zu den Risiken zählen Verletzungen, teilweise mit Perforation der Darmwand bei kontra indizierter oder unsachgemäßer Anwendung des Rektalkatheters, vor allem wenn durch Vorerkrankungen die Darmwand schon geschädigt ist. Hier kann durch zu brüskes Vorgehen beim Einführen des Rektalkatheters die Darmwand durchstoßen werden und es ist dann sofortige ärztliche Hilfe durch operative Behandlung notwendig. Mit gerade einmal 0,002% kommt dies in der Praxis äußerst selten vor. Ebenso können durch den Rektalkatheter vorhandene Hämorrhoiden verletzt werden, wodurch es zu starken Blutungen kommt, welche ebenfalls ärztlicher Behandlung bedürfen.

Auch eine zu hohe Temperatur (über 40° Grad) der Spülflüssigkeit kann zu Verbrühungen im Darm führen, schlimmstenfalls muss dann der verletzte Darmabschnitt operativ entfernt werden. Auch viel zu tiefe Temperaturen (kaltes Wasser) können zu einer Kreislaufschwäche führen, schlimmstenfalls zur Bewusstlosigkeit oder gar zum Herzstillstand bei entsprechender Vorerkrankung. Zusätze zur Spülflüssigkeit in zu hoher Dosierung, ungeeignete Stoffe oder die Anwendung entsprechender Zusätze über einen längeren Zeitraum sind auf Dauer für den Körper schädlich, mitunter können sogar bleibende Schäden eintreten.


Allgemeine Hinweise
Die Irrigation soll nur nach Rücksprache mit dem behandelten Arzt zur Anwendung kommen um Verletzungen am Darm oder eine Verschlechterung der Gesundheit zu verhindern. Die Geräte und ganz besonders die Rektalkatheter, Rektalkonen, Ballondarmrohre usw. dürfen aus hygienischen Gründen nur von ein und der selben Person verwendet werden. Die Geräte zur mehrfachen Verwendung müssen nach jeder Anwendung gründlich gereinigt werden, dazu empfiehlt sich warmes Wasser und Seife. Desinfektionsmittel zur Gerätedesinfektion dürfen aber nur eingesetzt werden wenn dies von Hersteller ausdrücklich erlaubt ist. Bei elektrischen Geräten ist eine technische Prüfung einmal im Jahr empfehlenswert auch wenn der Hersteller dies nicht zwingend vorschreibt.

Da bei der Durchführung der Irrigation immer mit austretenden Stuhl oder mit verunreinigter Spülflüssigkeit zu rechnen ist, sollte aus hygienischen Gründen der Anwender oder die ausführende Hilfsperson immer Einmalhandschuhe tragen, um eine Verunreinigung der Hände durch Fäkalien zu verhindern und einer Keimverschleppung entgegen zu wirken. Am besten eignen sich Vinyl- oder Nitril Einmalhandschuhe dazu, auf Latex-Handschuhe sollte aber wegen dem erhöhte Allergie Risiko verzichtet werden.


Tipps & Tricks
Sollte trotz der Irrigation gelegentlich keine befriedigende Darmentleerung zustande kommen, so kann die Gabe eines Abführzäpfchens (Dulcolax®, Lecicarbon®, Glycilax®) etwa 15 Minuten vor der Irrigation hilfreich sein. Zwischen der Gabe des Zäpfchens und der Irrigation sollte der Darm nicht entleert werden, damit das Abführmittel bei der nachfolgenden Irrigation besser auf die Peristaltik des Darmes wirken kann. Der richtige Zeitpunkt zur Irrigation nach Gabe des Abführzäpfchens ist dann der einsetzende Drang zur Stuhlentleerung. Es ist dabei aber zu bedenken, dass die zusätzliche Gabe von Abführzäpfchen vor der Irrigation nur dann erfolgen soll, wenn es unbedingt erforderlich ist, auf keinen Fall darf dies Regelmäßig geschehen.

In der Praxis hat sich bewährt, zusätzlich zur Irrigation Ballaststoffe wie zum Beispiel Flohsamenschalen über den Tag verteilt zu nehmen, um das Stuhlvolumen zu erhöhen und damit die Wirkung der Irrigation zu verbessern. In Ausnahmefällen kann auch die Gabe von Loperamid angeraten sein, um den Darm in seiner Mobilität zu bremsen. Dieses Medikament wird in diesem Fall direkt nach der Irrigation eingenommen. Danach ist relativ sicher die nächsten 4 bis 8 Stunden mit keiner Stuhlentleerung zu rechnen.

Gerade für Neueinsteiger der Irrigation kann es sinnvoll sein, den Verlauf des Erfolges der Irrigation in einem Protokoll fest zu halten. In unserem Download-Bereich haben wir dazu ein einfaches Protokoll erstellt, welches alle wichtigen Punkte enthält. Damit kann auch der behandelnde Arzt den Verlauf gut erkennen ob die Irrigation etwas für die Behandlung bringt und ob noch Verbesserungen im Ablauf möglich sind. Hier kann das Protokoll zur Irrigation herunter geladen werden:

icon-url Protokoll zur Irrigation

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Systeme die zur transanalen Irrigation geeignet sind

Es gibt vier unterschiedliche Systeme auf dem Markt, die sich aber nur vom Aufbau her unterscheiden. Das erste System nutzt dabei die Schwerkraft aus, um die Spülflüssigkeit in den Darm zu bringen, beim zweiten System wird mit Hilfe einer Handpumpe das Wasser in den Darm gepumpt, beim dritten System wird im Spülbeutel mit einer Handpumpe ein Überdruck erzeugt, welcher das Wasser in den Darm befördert und beim vierten System wird mit einer kleinen Elektropumpe die Spülflüssigkeit in den Darm eingebracht. Ebenso gibt es inzwischen Systeme, welche speziell für immobile oder in der Handmotorik eingeschränkte Patienten entworfen wurden.

Welches der genannten Systeme der Patient verwendet, spielt nur eine untergeordnete Rolle, hier kommt es mehr auf die individuellen Bedürfnisse des Anwenders an. Für den häuslichen Gebrauch haben sich die Systeme mit einer Elektropumpe besser bewährt, da sie einfacher zu Bedienen sind und sich auch leichter reinigen lassen. Ist der Anwender dagegen häufig auf Reisen unterwegs, so bieten sich die Schwerkraftsysteme oder mechanisch-pneumatische Systeme an, da sie im Vergleich zu elektrischen Irrigationspumpen sehr platzsparend im Gepäck verstaut werden können. Der zweite Vorteil liegt darin, dass sie von der Stromversorgung unabhängig sind und nicht nach jedem Gebrauch an ein Ladegerät angeschlossen werden müssen. Natürlich können auch die elektrischen Irrigationspumpen mit auf Reisen genommen werden, das ist jedem Anwender selbst überlassen.


Auswahl des passenden Systems
Hat sich der Patient für die Irrigation entschieden, dann steht schon die nächste Frage an, welches System ist nun für mich am besten geeignet? Um diese Frage beantworten zu können, muss sich der zukünftige Anwender im klaren sein, welche Anforderungen er an das System stellt. Die wichtigsten Punkte haben wir hier aufgezählt:

  • Wo wird die Irrigation normal durchgeführt, überwiegend zuhause oder unterwegs etwa im Hotel?
  • Wie viele Spülzyklen werden pro Anwendung gemacht, mehr als einer?
  • Wo soll das System aufgestellt bzw. verwendet werden, muss es frei stehen oder kann der Wasserbehälter aufgehängt werden?
  • Wie gut ist die Handmotorik um die Irrigation durchführen zu können?
  • Ist der Schließmuskel eher schlaff oder hat er noch eine normale Verschlusskraft?
  • Kann der Patient noch frei auf der Toilette sitzen oder muss er sich mit einer Hand festhalten?
  • Kann der Patient die Irrigation selbsttätig durchführen oder wird fremde Hilfe benötigt?
  • Ist der Patient noch Mobil oder Bettlägrig?
Entsprechend der Antworten auf die oben genannten Punkte kann der Anwender nun eine Auswahl treffen, welches der vier Systemvarianten für ihn am besten geeignet ist. So wird jemand welcher viel außer Haus etwa in Hotels übernachtet eher zu einem Beutelsystem greifen, da diese sehr Platzsparend mitgenommen werden können. Dagegen sind bei Anwendern ohne motorische Einschränkungen der Hände zuhause auch mit den elektrischen Irrigations-Geräten gut beraten, da diese sich gut reinigen lassen.


Eine Frage, die immer wieder gestellt wird
Kann ich zur Irrigation einen ganz normalen Irrigator aus der Apotheke oder dem Sanitätshaus verwenden? Nun, diese Fragen kann ganz klar mit NEIN beantwortet werden. Das liegt daran dass der einfache Irrigator zwar für Reinigungseinläufe, hohe Einläufe und Schwenkeinläufe zur Behandlung einer Verstopfung in der Krankenpflege entwickelt wurde, aber die Technik sich wesentlich von der transanalen Irrigation unterscheidet wie Eingangs schon gesagt wurde. Theoretisch könnte der normale Irrigator natürlich eingesetzt werden, aber Praktisch sind die falschen Zubehörteile beigefügt welche zur transanalen Irrigation denkbar ungeeignet sind. Da bei einer Stuhlinkontinenz der Schließmuskel oft auch schlaff ist,wird es fast unmöglich, mit dem beigefügtem Klistierrohr die Flüssigkeit in den Darm zu bringen ohne dass sie sofort wieder heraus läuft, da die Irrigation ja im Sitzen durchgeführt wird. Daher sollte unbedingt ein System verwendet werden das zur Durchführung der transanalen Irrigation entwickelt wurde.


Die Glaubensfrage - Was ist besser, Systeme mit Ballon oder mit Konus?
Diese Frage wird zwangsläufig auftauchen wenn man sich die unterschiedlichen Systeme näher betrachtet. Was nun besser ist, das kann nicht so einfach beantwortet werden, es kommt doch sehr auf die individuellen Bedürfnisse des Anwenders an. So sind Systeme mit Ballon eher bei schlaffen Schließmuskel geeignet, da der Ballon den After von innen her abdichtet. Wichtig dabei ist aber, dass der Ballon nicht zu klein ist, denn dann könnte er mit zunehmenden Druck im Darm leicht heraus gedrückt werden. Anwender mit normaler Sensorik im Enddarm und/oder normaler Verschlusskraft des Schließmuskels empfinden den Ballon in der ersten Zeit der Anwendung der Irrigation oftmals als unangenehm, aber das gibt sich bei den allermeisten Anwendern mit der Zeit. Der Ballon hat auch noch den Vorteil dass während der Irrigation der Rektalkatheter nicht mit der Hand gehalten werden muss, damit ist diese Hand frei, um sich z.B. festhalten zu können

Der Konus bzw. ein Rektalkatheter mit verschiebbaren Konus wird gerne genommen bei Anwendern mit einem Schließmuskel welcher eine normale Verschlusskraft besitzt, oder er eher spastisch angespannt ist. Dabei ist darauf zu achten dass der Konus einen längeren schmalen Schaft besitzt, welcher sich genügend weit in den After einführen lässt. Allerdings kann der Konus auch bei schlaffen Schließmuskel verwendet werden, hier ist dann darauf zu achten, dass er am breiten Ende eine genügend große Basis besitzt. Der Nachteil bei Systemen mit Konus liegt darin, dass während der Irrigation der Konus immer mit der Hand fest gegen den After gedrückt werden muss um die Flüssigkeit in den Darm zu bringen und den Darm abzudichten.


Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme
Schon aufgrund des unterschiedlichen Aufbaus der einzelnen Irrigations-Systeme, wegen der unterschiedlichen Anforderungen durch den Anwender und der Handhabung ergeben sich Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme. In der folgenden Aufstellung sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme aufgezeigt.

Schwerkraftsysteme

Rectobag® Schwenkeinlauf Beutel


    icon hygienische Anwendung, da das System Steril geliefert wird, daher auch bei ansteckenden Krankheiten gut verwendbar
    icon 2ltr. großer Beutel für die Spülflüssigkeit, dadurch sind auch mehrere Spülzyklen möglich, ohne dass Spülflüssigkeit nachgefüllt werden muss
    icon Rektalkatheter mit Ballon, dadurch beide Hände frei bei der Anwendung
    icon einfache Handhabung da alle Teile fest miteinander verbunden sind
    icon sehr platzsparend zu transportieren, Ideal auf Reisen

    icon kein Gleitgel und keine Einmalhandschuhe beigefügt
    icon Flüssigkeitsbeutel muss oberhalb des Anwenders aufgehängt werden, damit die Flüssigkeit in den Darm einlaufen kann
    icon System ist nur schwer zu reinigen, kann aber bei entsprechender Reinigung trotzdem etwa 5 Mal wiederverwendet werden.
    icon relativ hohe Kosten pro Anwendung wenn das System wie vom Hersteller vorgegeben nur einmal verwendet wird
    icon System besitzt keine Hilfsmittelnummer, daher ist eine Kostenübernahme durch die GKV's schwierig zu erreichen.

Qufora® Irrigationssystem für das Darmmanagement im Sitzen bei mobilen Patienten

    icon 2,5ltr. großer Beutel für die Spülflüssigkeit, dadurch sind auch mehrere Spülzyklen möglich, ohne dass Spülflüssigkeit nachgefüllt werden muss
    icon der Wasserbehälter kann bis zu 30 Mal verwendet werden
    icon der Rektalkonus kann bis zu 5 Mal verwendet werden
    icon sehr platzsparend zu transportieren, Ideal auf Reisen
    icon geringe Kosten pro Anwendung
    icon System besitzt eine Hilfsmittel-Nr. (03.36.01.0009), daher ist eine Kostenübernahme durch die GKV's einfach möglich, sowie eine PZN: 03453995

    icon kein Gleitgel und keine Einmalhandschuhe beigefügt
    icon Flüssigkeitsbeutel muss oberhalb des Anwenders aufgehängt werden, damit die Flüssigkeit in den Darm einlaufen kann
    icon der Rektalkonus muss während der Anwendung immer an den After gepresst werden um zu verhindern dass Spülflüssigkeit austritt
    icon Wasserbehälter lässt sich schwer austrocknen

Qufora® geschlossenes Irrigationssystem für das Darmmanagement im Liegen bei immobilen Patienten

    icon 2,5ltr. großer Beutel für die Spülflüssigkeit, dadurch sind auch mehrere Spülzyklen möglich, ohne dass Spülflüssigkeit nachgefüllt werden muss
    icon der Wasserbehälter kann bis zu 30 Mal verwendet werden
    icon der Rektalkatheter ist in 3 Größen (12mm, 21mm und 30mm Durchmesser) erhältlich
    icon Auffangbeutel mit 3ltr. Volumen auch einzeln erhältlich
    icon sehr platzsparend zu transportieren, Ideal auf Reisen
    icon sehr geruchsarme Anwendung durch geschlossenes System möglich

    icon kein Gleitgel und keine Einmalhandschuhe beigefügt
    icon Flüssigkeitsbeutel muss oberhalb des Anwenders aufgehängt werden, damit die Flüssigkeit in den Darm einlaufen kann
    icon Rektalkatheter und Auffangbeutel können nur einmal verwendet werden, lassen sich schwer bzw. überhaupt nicht reinigen
    icon zur Durchführung der Irrigation ist eine Hilfsperson notwendig
    icon durch die Anwendung im Liegen wird eine vollständige Darmentleerung erschwert
    icon relativ hohe Kosten pro Anwendung
    icon System besitzt keine Hilfsmittelnummer, daher ist eine Kostenübernahme durch die GKV's schwierig zu erreichen
    icon Wasserbehälter lässt sich schwer austrocknen


mechanische Pumpsysteme

Qufora Mini® Irrigationssystem zum Darmmanagement im Sitzen oder Liegen

    icon die Pumpe kann bis zu 14 Mal verwendet werden und es kann ein Wasserbehälter angeschlossen werden
    icon der Rektalkonus kann bis zu 5 Mal verwendet werden
    icon sehr platzsparend zu transportieren, Ideal auf Reisen
    icon das System wird in einer Kulturtasche geliefert und kann damit sehr Diskret transportiert werden
    icon System besitzt eine Hilfsmittel-Nr. (03.36.01.1005), daher ist eine Kostenübernahme durch die GKV's einfach möglich, sowie eine PZN: 03454144

    icon kein Gleitgel und keine Einmalhandschuhe beigefügt
    icon der Rektalkonus muss während der Anwendung immer an den After gepresst werden um zu verhindern dass Spülflüssigkeit austritt
    icon relativ hohe Kosten pro Anwendung

Qufora® Irrigationssystem für das Darmmangement im Sitzen bei mobilen Patienten

    icon 2,5ltr. großer Beutel für die Spülflüssigkeit, dadurch sind auch mehrere Spülzyklen möglich, ohne dass Spülflüssigkeit nachgefüllt werden muss
    icon der Wasserbehälter mit Pumpe kann bis zu 14 Mal verwendet werden
    icon der Rektalkonus kann bis zu 5 Mal verwendet werden
    icon sehr platzsparend zu transportieren, Ideal auf Reisen
    icon geringe Kosten pro Anwendung
    icon Flüssigkeitsbeutel muss nicht oberhalb des Anwenders aufgehängt werden, die Flüssigkeit kann in den Darm gepumpt werden
    icon System besitzt eine Hilfsmittel-Nr. (03.36.01.1003), daher ist eine Kostenübernahme durch die GKV's einfach möglich, sowie eine PZN: 03454026

    icon kein Gleitgel und keine Einmalhandschuhe beigefügt
    icon der Rektalkonus muss während der Anwendung immer an den After gepresst werden um zu verhindern dass Spülflüssigkeit austritt
    icon Wasserbehälter und Pumpe lässt sich schwer austrocknen

Qufora® Irrigationssystem mit rektalem Ballonkatheter für mobile Patienten

    icon 2,5ltr. großer Beutel für die Spülflüssigkeit, dadurch sind auch mehrere Spülzyklen möglich, ohne dass Spülflüssigkeit nachgefüllt werden muss
    icon der Wasserbehälter mit Pumpe, Steuereinheit und Doppelschlauch kann bis zu 30 Mal verwendet werden
    icon der Rektalkatheter ist in zwei Größen erhältlich und kann laut Anleitung bis zu 3 Mal verwendet werden
    icon sehr platzsparend zu transportieren, Ideal auf Reisen
    icon das System wird in einer Kulturtasche geliefert und kann damit sehr Diskret transportiert werden
    icon Flüssigkeitsbeutel muss nicht oberhalb des Anwenders aufgehängt werden, die Flüssigkeit kann in den Darm gepumpt werden
    icon System besitzt eine Hilfsmittel-Nr. (03.36.01.1007), daher ist eine Kostenübernahme durch die GKV's einfach möglich, sowie eine PZN: 10009999

    icon kein Gleitgel und keine Einmalhandschuhe beigefügt
    icon relativ hohe Kosten pro Anwendung
    icon Wasserbehälter, Pumpe und Steuereinheit lässt sich schwer austrocknen

Qufora® geschlossenes Irrigationssystem für das Darmmanagement im Liegen bei immobilen Patienten

    icon 2,5ltr. großer Beutel für die Spülflüssigkeit, dadurch sind auch mehrere Spülzyklen möglich, ohne dass Spülflüssigkeit nachgefüllt werden muss
    icon der Wasserbehälter mit Pumpe kann bis zu 14 Mal verwendet werden
    icon der Rektalkatheter ist in 3 Größen (12mm, 21mm und 30mm Durchmesser) erhältlich
    icon Auffangbeutel mit 3ltr. Volumen auch einzeln erhältlich
    icon sehr platzsparend zu transportieren, Ideal auf Reisen
    icon sehr geruchsarme Anwendung durch geschlossenes System möglich
    icon Flüssigkeitsbeutel muss nicht oberhalb des Anwenders aufgehängt werden, die Flüssigkeit kann in den Darm gepumpt werden
    icon System besitzt eine Hilfsmittel-Nr. (03.36.01.1004), daher ist eine Kostenübernahme durch die GKV's einfach möglich, sowie eine PZN: 03453558

    icon kein Gleitgel und keine Einmalhandschuhe beigefügt
    icon Rektalkatheter und Auffangbeutel können nur einmal verwendet werden, lassen sich schwer bzw. überhaupt nicht reinigen
    icon zur Durchführung der Irrigation ist eine Hilfsperson notwendig
    icon durch die Anwendung im Liegen wird eine vollständige Darmentleerung erschwert
    icon relativ hohe Kosten pro Anwendung
    icon Wasserbehälter mit Pumpe lässt sich schwer austrocknen


pneumatische Pumpsysteme

Peristeen® Anale Irrigation System

    icon der Behälter kann bis zu 15 Mal verwendet werden
    icon die Steuereinheit, der Deckel und Doppelschlauch kann bis zu 90 Mal verwendet werden
    icon der Rektalkatheter ist in zwei Größen erhältlich, kann aber nur einmal verwendet werden
    icon der Rektalkatheter ist bereits mit einer Gleitschicht versehen, muss aber mit Wasser erst aktiviert werden
    icon sehr platzsparend zu transportieren, Ideal auf Reisen
    icon das System wird in einer Kulturtasche geliefert und kann damit sehr Diskret transportiert werden
    icon Flüssigkeitsbeutel muss nicht oberhalb des Anwenders aufgehängt werden, die Flüssigkeit kann in den Darm gepumpt werden
    icon System besitzt eine Hilfsmittel-Nr. (03.36.01.1002), daher ist eine Kostenübernahme durch die GKV's einfach möglich, sowie eine PZN: 04440150

    icon nur 1ltr. großer Beutel für die Spülflüssigkeit, dadurch sind mehrere Spülzyklen kaum möglich, ohne dass Spülflüssigkeit nachgefüllt werden muss
    icon keine Einmalhandschuhe beigefügt
    icon relativ hohe Kosten pro Anwendung
    icon Ballone neigen immer noch gerne zum platzen wenn diese nach Anleitung Maximal aufgeblasen werden
    icon Drehverschlüsse der Schläuche können bei grober Handhabung überdreht werden
    icon Verbindungsschläuche sind relativ Steif bei Raumtemperatur
    icon Wasserbehälter, Pumpe und Steuereinheit lässt sich schwer austrocknen


elektrische Pumpsysteme

Elektrisches Pumpsystem B.Braun Irrimatic R®

    icon 2ltr. großer Behälter für die Spülflüssigkeit, dadurch sind auch mehrere Spülzyklen möglich, ohne dass Spülflüssigkeit nachgefüllt werden muss
    icon die elektrische Pumpe hat eine lange Lebensdauer von 2 Jahren und mehr bei entsprechender Pflege
    icon die Akkus der elektrischen Pumpe sind selbst austauschbar
    icon das Gerät lässt sich sehr gut reinigen
    icon der Verbindungsschlauch kann bis zu 90 Mal, teilweise auch länger verwendet werden
    icon die ReClean® Rektalkatheter sind ein Einmalprodukt, können aber bis zu 15 Mal und mehr bei entsprechender Reinigung verwendet werden
    icon bei den Rektalkathetern werden Gleitgel und Einmalhandschuhe mitgeliefert
    icon sehr geringe Kosten pro Anwendung
    icon System besitzt eine Hilfsmittel-Nr. (03.36.01.2001), daher ist eine Kostenübernahme durch die GKV's möglich, sowie eine PZN: 1215866

    icon das System lässt sich nur schwer Bruchsicher für die Reise verpacken bzw. es muss der Karton aufgehoben werden
    icon das System ist für Flugreisen aus oben genannten Grund weniger geeignet
    icon das System benötigt zum Laden immer eine Steckdose, eine Vollladung reicht etwa 2 Tage
    icon das Gerät erzeugt beim Betrieb ein deutlich hörbares surrendes Geräusch von etwa 55 dBA
    icon das Gerät ist in der Anschaffung sehr teuer, daher häufig Probleme bei den GKV's wegen der Kostenübernahme


Elektrisches Pumpsystem Schaefers Medizintechnik GbR Irrimed classic®

    icon 2ltr. großer Behälter für die Spülflüssigkeit, dadurch sind auch mehrere Spülzyklen möglich, ohne dass Spülflüssigkeit nachgefüllt werden muss
    icon die elektrische Pumpe hat eine lange Lebensdauer von 2 Jahren und mehr bei entsprechender Pflege
    icon das Gerät lässt sich sehr gut reinigen
    icon der Verbindungsschlauch kann bis zu 90 Mal, teilweise auch länger verwendet werden
    icon die ReClean® Rektalkatheter sind ein Einmalprodukt, können aber bis zu 15 Mal und mehr bei entsprechender Reinigung verwendet werden
    icon bei den Rektalkathetern werden Gleitgel und Einmalhandschuhe mitgeliefert
    icon digitale Anzeige der Temperatur der Spülflüssigkeit
    icon das Gerät lässt sich in etwa 6 Std. voll aufladen, oder täglich nach einer Anwendung in etwa 3 Std.
    icon sehr geringe Kosten pro Anwendung
    icon System besitzt eine Hilfsmittel-Nr. (03.36.01.2002), daher ist eine Kostenübernahme durch die GKV's möglich, sowie eine PZN: 9536889

    icon das System lässt sich nur schwer Bruchsicher für die Reise verpacken bzw. es muss der Karton aufgehoben werden
    icon das System ist für Flugreisen aus oben genannten Grund weniger geeignet
    icon das System benötigt zum Laden immer eine Steckdose, eine Vollladung reicht etwa 2 Tage
    icon das Gerät erzeugt beim Betrieb ein deutlich hörbares surrendes Geräusch von etwa 55 dBA
    icon die Akkus der elektrischen Pumpe sind nur vom Hersteller austauschbar
    icon das Gerät ist in der Anschaffung sehr teuer, daher häufig Probleme bei den GKV's wegen der Kostenübernahme


Technische Betriebssicherheit
Die Sicherheit der unterschiedlichen Systeme für den Anwender bei der Durchführung der Irrigation wird in keinem System, gleichgültig von welchem Hersteller es kommt, aktiv überwacht. Hier wird vom Anwender erwartet, dass er selbst für seine Sicherheit sorgt, sprich den Druck des einfließenden Wassers bewusst reguliert, die Wassermenge selbst begrenzt und auch selbst auf die Temperatur des verwendeten Wassers achtet. Eine passive Sicherheit ist bei den Schwerkraftsystemen dadurch gegeben dass der Schlauch zwischen Wasserbehälter und dem Rektalkonus eine bestimmte Länge besitzt, womit der maximale Druck automatisch dadurch begrenzt wird, dass der Wasserbehälter nicht höher gehängt werden kann. Die Systeme mit einer Handpumpe besitzen dagegen keinerlei Sicherheitsmerkmale außer der Länge des Schlauches.

Bei Systemen mit Ballonkatheter wird die Sicherheit vor Überdehnung des Darmes dadurch gewährleistet dass der Ballon platzt, wenn er zu stark aufgepumpt wird. Das platzen erzeugt zwar ein unangenehmes Gefühl im Darm, ist aber ungefährlich. Da hier der Ballonkatheter nicht mit der Hand bei der Anwendung festgehalten wird, gleitet er von selbst aus dem Darm.

Bei den elektrischen Pumpen wie der Irrimatic R® und der Irrimed classic® wird der Druck dadurch begrenzt dass die eingesetzte Kreiselpumpe einen maximalen Druck erzeugt, welcher ungefährlich für den Darm ist und etwa dem der Schwerkraftsysteme entspricht. Die elektrische Sicherheit entspricht der aktuellen Klassifikation BF nach der Norm EN 60601-1, sowie der Schutzklasse III nach der Norm EN 60601-1. Die Konformitätskennzeichnung ist gemäß der europäischen Richtlinie für Medizinprodukte 93/42/EWG. Während das Ladegerät angeschlossen ist, arbeitet die Pumpe nicht, somit ist ein Betrieb unter Netzspannung ausgeschlossen.


Anschaffungs- und Unterhaltskosten
Bei den Anschaffungskosten für die Erstausstattung und den Kosten für den laufenden Betrieb, also die Instandhaltungskosten und dem Verbrauchsmaterial unterscheiden sich die Systeme doch teilweise erheblich von einander. So kann ein System das hohe Anschaffungskosten verursacht, billiger im Unterhalt sein als Systeme mit niedrigen Anschaffungskosten. Das ist häufig den Krankenkassen nicht immer klar, daher lehnen sie teure Systeme in der Anschaffung zumeist erst einmal ab, hier hilft oft nur ein schriftlicher Widerspruch mit entsprechender Argumentation.

Im Vergleich zu Systemen mit Konus sind Systeme mit Ballon vom Unterhalt her betrachtet, also pro Anwendung deutlich teurer, da die Rektalkatheter mit Ballon von den meisten Herstellern nur zur einmaligen Anwendung freigegeben sind, etwa weil sie mit einer hydrophilen Gleitschicht versehen wurden. Allerdings spricht auch nichts dagegen, diese Rektalkatheter mit Ballon bei entsprechender Reinigung mehrmals zu nutzen, da sie ja nur von immer der selben Person verwendet werden und diese auch nicht Steril sein müssen. Der Hersteller übernimmt aber aus rechtlichen Gründen keine Haftung dafür, wenn diese Rektalkatheter mit Ballon häufiger verwendet werden als in der Anleitung angegeben und dem Patienten ein medizinischer Schaden entsteht.

Im einzelnen sind in der folgenden Tabelle die Anschaffungs- und Unterhaltskosten der verschiedenen Systeme gut zu erkennen, sowie die Gesamtkosten pro Jahr und pro Anwendung. Die angegeben Preise sind alle ohne MwSt. und beziehen sich auf die Herstellerangaben von 02/2015, in Klammern sind die Artikelnummern der Hersteller angegeben.

Kosten für die Erstausstattung 4 (Starterset)Kosten für Verbrauchsmaterialien pro Jahr 1 Hersteller2/Praxis3Kosten für den laufenden Unterhalt pro Jahr 1
Hersteller2/Praxis3
Kosten der Irrigation pro Anwendung 1 Hersteller2/Praxis3Gesamtkosten der Irrigation pro Jahr 1 Hersteller2/Praxis3
Rectobag® Schwenkeinlauf Beutel(4423364) 16,87 €(4423364) 365x 16,87 €2
(4423364) 40x 16,87 €3
keine16,87 €2
1,85 €3
6157,55 €2
674,80 €3
Qufora® Irrigationssystem für das Darmmangement im Sitzen bei mobilen Patienten(51501) 50,00 €(52601) 13x 80,00 €2
(52601) 2x 80,00 €3
(51501) 11x 50,00 €2
(51501) 3x 50,00 €3
4,49 €2
0,99 €3
1640,00 €2
360,00 €3
Qufora® geschlossenes Irrigationssystem für das Darmmanagement im Liegen bei immobilen Patienten 8(51001) 98,00 €(52401) 31x 64,00 €3
(52301) 31x 75,00 €3
(51001) 72x 98,00 €2
(51001) 8x 98,00 €3
19,60 €2
13,95 €3
7354,00 €2
5093,00 €3
Qufora Mini® Irrigationssystem zum Darmmanagement im Sitzen oder Liegen(53601) 33,00 €(52611) 49x 80,00 €2
(52611) 12x 80,00 €3
(53601) 23x 33,00 €2
(53601) 6x 33,00 €3
12,91 €2
3,73 €3
4712,00 €2
1158,00 €3
Qufora® Irrigationssystem mit Handpumpe für das Darmmangement im Sitzen bei mobilen Patienten(53501) 56,00 €(52601) 10x 80,00 €2
(52601) 2x 80,00 €3
(53501) 26x 56,00 €2
(53501) 5x 56,00 €3
6,18 €2
1,21 €3
2256,00 €2
440,00 €3
Qufora® Irrigationssystem mit rektalem Ballonkatheter für mobile Patienten 6(54010) 180,00 €(54030) 13x 135,00 €2
(54030) 3x 135,00 €3
(54010) 11x 180,00 €2
(54010) 3x 180,00 €3
10,73 €2
3,08 €3
3915,00 €2
1125,00 €3
Qufora® geschlossenes Irrigationssystem für das Darmmanagement im Liegen bei immobilen Patienten 7(53001) 104,00 €(52401) 24x 64,00 €2
(52301) 24x 75,00 €2
(52401) 34x 64,00 €3
(52301) 34x 75,00 €3
(53001) 26x 104,00 €2
(53001) 5x 104,00 €3
16,83 €2
14,37 €3
6144,00 €2
5246,00 €3
Peristeen® Anale Irrigation System 6(29121) 95,55 €(29122) 24x 189,59 €2
(29122) 8x 189,59 €3
(29121) 3x 95,55 €2
(29121) 1x 95,55 €3
(29124) 1x 19,50 €3
13,51 €2
4,73 €3
4932,36 €2
1727,32 €3
Elektrisches Pumpsystem B.Braun Irrimatic R®(25075) 275,88 €5(350801) 18x 75,59 €2
(350801) 2x 75,59 €3
(25057) 4x 18,25 €2
(25057) 2x 18,25 €3
4,31 €2
0,89 €3
1571,56 €2
325,62 €3
Elektrisches Pumpsystem Schaefers Medizintechnik GbR Irrimed classic®(5000) 275,88 €5(350801) 18x 75,59 €2
(350801) 2x 75,59 €3
(2003) 4x 19,30 €2
(2003) 1x 19,30 €3
4,32 €2
0,85 €3
1575,76 €2
308,42 €3

1 Zur Berechnung der Kosten für die Anschaffung des Irrigations-Systems, den Verbrauchsmaterialien sowie den laufenden Unterhaltskosten für Verschleißteile wurde die tägliche Anwendung der Irrigation zugrunde gelegt, dabei wurde ein Jahr mit 365 Tagen veranschlagt. Die Kosten für Wasser, Strom, Reinigungsmittel, Gleitmittel und Einmalhandschuhe sind allerdings aus Gründen der Vereinfachung der Berechnung nicht berücksichtigt worden.
2 Die Kosten beziehen sich zum einen auf die Angaben des Herstellers zur Nutzungsdauer der Verbrauchsmaterialien und Verschleißteile. Die genannten Preise sind Listenpreise der Hersteller zuzüglich der gesetzlichen MwSt. (Stand der Abfrage 02/2015), alle Angaben ohne Gewähr.
3 Die Kosten beziehen sich auf die praktische Erfahrung im Alltag, wie lange die einzelnen Teile genutzt werden können. Die genannten Preise beziehen sich auf die Listenpreise der Hersteller zuzüglich der gesetzlichen MwSt. (Stand der Abfrage 02/2015), alle Angaben ohne Gewähr.
4 Die Angaben zu den Kosten beziehen sich auf ein Komplettset des Herstellers um mit der Irrigation beginnen zu können. Nicht enthalten sind die weiteren Kosten der Verbrauchsmaterialien, daher ist die Anzahl der möglichen Anwendungen mit einem Komplettset vom Hersteller abhängig.
5 Die elektrischen Irrigationspumpen können in der Regel alle zwei Jahre neu beantragt werden, daher sind für die Berechnung der Gesamtkosten zwei Jahre als Grundlage genommen worden. Nicht berücksichtigt ist die Möglichkeit dass die Geräte nach den zwei Jahren auf Anweisung der GKV's ggf. Instand gesetzt und daher dann auch länger verwendet werden können.
6 Zur Berechnung wurde nur das System mit dem normalen Ballonkatheter berücksichtigt, da sich die Kosten für das System mit dem Ballonkatheter in Small nur unwesentlich unterscheidet.
7 Für die Berechnung der Kosten wurde das Komplettset mit dem 21mm Rektalkatheter verwendet, die Größen 12mm und 30mm haben den selben Preis.



Kostenerstattung
Die Kostenerstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen stellt in der Regel kein Problem dar, da alle beschriebenen Irrigations-Systeme bis auf das Rectobag® im Hilfsmittelverzeichnis der GKV aufgeführt sind. Es genügt zumeist ein Rezept vom behandeltem Arzt mit entsprechender Diagnose z.B. Stuhlinkontinenz und ein Kostenvoranschlag vom Leistungsbringer (Apotheke, Sanitätshaus, ...). Dieser wird dann zur Krankenkasse geschickt, um eine Genehmigung der Kostenerstattung für das Irrigationsgerät zu erhalten. Gelegentlich lehnen aber einige GKV's die Kostenerstattung gerade für die teureren elektrischen Irrigationsgeräte ab, hier sollte der Patient unbedingt einen schriftlichen Widerspruch dagegen einlegen, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Kassen zuerst einmal die Kostenübernahme ablehnen,fast alle Kassen zahlen nach erfolgtem Widerspruch aber doch das gewünschte Irrigationsgerät.


Weitere Informationen
Damit sich jeder Anwender oder der es werden will ein noch genaueres Bild über die verfügbaren Irrigations-Systeme machen kann, haben wir in unserem Download Bereich zu allen Systemen weitere Informationen der einzelnen Hersteller bereit gestellt.

icon-url Download-Bereich



Quellenverweise:
GKV- Spitzenverband Hilfsmittelverzeichnis, Hilfsmittel-Richtlinien,
Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz und Obstipation bei Kindern und Jugendlichen UNI-MED Verlag 2.Auflage 2013
Colonic irrigation for disordered defecation; Peter Christensen Aarhus University 2009 Denmark
Herstellerinformationen B.Braun GmbH; Coloplast GmbH; MBH International A/S Dänemark; Schaefers Medizintechnik GbR; Teleflex Medical GmbH




Letzte Änderung am:  11 Apr 2016 12:27


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