Pin  Aktuelle Nachrichten aus Medizin, Forschung und der Hilfsmittelindustrie

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test.de vom 01.02.2016
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01 Feb 2016 20:08



Umfrage zur Inkontinenz: Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen




BERLIN: Das Thema Inkontinenz ist unangenehm. Wer seine Blase nicht kontrollieren kann, dem fällt es meist auch schwer, darüber zu sprechen. Probleme mit Einlagen, Vorlagen, Slips und Hosen mögen Betroffene kaum zur Sprache bringen. Doch für sie ist eine gute Qualität der Inkontinenz­produkte wichtig. Nur so ist ein Leben ohne große Einschränkungen gewähr­leistet. test.de möchte mithilfe einer Umfrage heraus­finden, welche Erfahrungen Betroffene und Angehörige gemacht haben.

Mehr Beschwerden über Inkontinenz­produkte

Das Thema „Qualität von Inkontinenz­produkten“ beschäftig die Betroffenen. So nehmen laut Medienbe­richten die Beschwerden über diese Produkte beim Patienten­beauftragten der Bundes­regierung zu. Offen­bar zeigt das Wirkung: Die Fraktionen der Regierungs­koalition wollen die Hilfs­mittel­versorgung durch eine neue gesetzliche Regelung verbessern. Es müsse gewähr­leistet werden, dass Menschen mit Inkontinenz­problemen weiter am gesell­schaftlichen Leben teilhaben könnten, sagte kürzlich die gesund­heits­politische Sprecherin der SPD-Bundes­tags­fraktion, Hilde Mattheis.

Online-Umfrage zum Thema Inkontinenz

test.de möchte den Problemen gerne auf den Grund gehen und startet deshalb eine Umfrage zum Thema Inkontinenz. Wir würden gerne wissen: Welche Erfahrungen haben Sie als Betroffener oder auch als Angehöriger gemacht? Wie zufrieden sind Sie mit den Hilfs­mitteln? Und wie haben Sie die fachliche Beratung beim Arzt, in der Apotheke oder im Sanitäts­haus erlebt? test.de wendet sich an alle Betroffenen, die nicht stationär gepflegt werden, sondern zuhause wohnen und mitten im Leben stehen. Es spielt keine Rolle, ob Ihre Inkontinenz­produkte selbst­gekauft oder von den Kranken­versicherungen finanziert sind.

Die Teil­nahme an der Umfrage Inkontinenz ist natürlich anonym. test.de bittet Sie herz­lich um Mithilfe und sagt vielen Dank im Voraus fürs Mitmachen! Wir werden für Sie wichtige Erkennt­nisse heraus­filtern und hier auf test.de veröffent­lichen.

Hier geht es zur Umfrage

Quelle:   test.de vom 01.02.2016


Anmerkung der Redaktion:

Wir bitten alle Besucher unserer Homepage zahlreich an der Umfrage teilzunehmen.


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Forschung & Medizin
PresseBox von 01.02.2016
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01 Feb 2016 19:58



Künstliches Sphinktersystem, mit neuen richtungsweisenden, technischen Innovationen




SEEFELD: Unterschiedliche Erkrankungen können eine Harninkontinenz verursachen. Weltweit leiden etwa 200 Millionen, in Deutschland etwa 8 Millionen Menschen an der Volkskrankheit Inkontinenz, so Experten auf dem Jahreskongress der Kontinenz Gesellschaft Ende 2015 in München. Hilfe können die Patienten unter anderem von modernen Implantaten erwarten.

Mit der Entwicklung von aktiven Implantaten hat die Firma DUALIS MedTech GmbH seit Jahren Erfahrung. Jetzt will die Firma eine neue Generation eines künstlichen Schließmuskels entwickeln. Der IWSS "Implantable Wireless Sphinkter System" wird auf diesem Gebiet richtungsweisend sein.

Leichtes Handling für Patienten

Über eine Smart Watch oder alternativ über eine kleine Fernbedienung lässt sich der implantierte Sphinkter steuern, und ist somit für Männer als auch Frauen gleichermaßen geeignet. Selbst für Personen mit leichten motorischen Behinderungen ist so ein Implantat denkbar. Dadurch können deutlich mehr Patienten versorgt werden, als mit den bisherigen Systemen. Das System reagiert automatisch auf plötzliche Druckveränderungen, wobei der Patient über die Bedieneinheit verschiedene Druckmodi selbst einstellen kann.

Signifikante Vorteile für Arzt und Patient


Das IWSS Implantat wird sich genauso einfach implantieren lassen, wie derzeitige manuelle Systeme. Einmal implantiert, wird der Druck automatisch geregelt und somit das Gewebe um die Urethra geschont. Deshalb kann das IWSS länger implantiert bleiben als bisherige Systeme. Weiterhin kann das System automatisch auf Stresssituationen reagieren, indem es den Druck kurzzeitig erhöht. Mittels eines Sicherheitssystems wird ein Alarm ausgelöst, wenn das Implantat die Harnröhre nach einer gewissen Zeit nicht öffnet (Patient ist ohnmächtig). Sofern der Alarm ignoriert wird, öffnet das System automatisch. Das ist auch der Fall, wenn im Akku nicht mehr genügend Energie vorhanden ist. Das Aufladen der Batterie erfolgt einmal wöchentlich für etwa eine Stunde mit dem Charger, der mit der firmeneigenen kabellosen Ladetechnik MedBase ® ausgestattet ist. Die Leistungsfähigkeit ermöglicht den Ladevorgang auch durch die Kleidung. Wenn gewünscht, können die gespeicherten Druckwerte des Implantats per Funk über einen Server zum behandelnden Arzt übermittelt und analysiert werden (Homecare). Die dadurch mögliche 24/7 Versorgung des Patienten, bietet dem Arzt eine völlig neue Art der Diagnose und Therapie. So ist es z. B. möglich, frühzeitig Gewebeveränderungen oder falsch eingestellte Druckwerte zu erkennen und komplette urodynamische Untersuchungen durchzuführen. Die Datensicherheit ist selbstverständlich gewährleistet. Das System verfügt über eine Lebenszeit von zehn Jahren und ist für alle gängigen bildgebenden Verfahren kompatibel.

Fazit

Die zukunftsweisende Technologie des IWSS, der Firma DUALIS Medtech GmbH, ermöglicht Patienten einen komfortablen Umgang mit der Erkrankung und dem Arzt neue und weitreichende Therapieoptionen. IWSS ist ein Beitrag zur evidenzbasierten Medizin.



Kontakt
DUALIS MedTech GmbH
Am Technologiepark 8+10
D-82229 Seefeld

http://www.dualis-medtech.de/investitio ... sphinkter/

Quelle:   PresseBox von 01.02.2016




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Urologische Nachrichten vom 18.01.2016
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01 Feb 2016 19:41



Risikofaktoren für Therapieversagen bei AMS 800




von Markus Grabbert

MÜNCHEN: Retrospektive Analyse nach Implantation eines artifiziellen Harnröhrensphinkters. Der artifizielle Harnröhren­sphinkter AMS 800® (Boston Scientific, USA; vormals: American Medical Systems, Minnetonka, MN/USA) kann insgesamt als effektives Therapiesystem mit einer hohen Patientenzufriedenheit von rund 82 Prozent im Studienkollektiv angesehen werden. In der hier vorgestellten Studie konnte ein signifikanter negativer Effekt einer präoperativen Anti­koagulation, der primären Implantation eines Doppel-Cuff-Systems sowie einer stattgehabten pelvinen Bestrahlung nachgewiesen werden. Diese Faktoren konnten somit erstmals als Risikofaktoren für ein Therapieversagen definiert werden. Der perineale Zugangsweg scheint außerdem vorteilhaft.

Der AMS 800 ist die Therapieform der Wahl zur Behandlung der schweren persistierenden Belastungsinkontinenz des Mannes. Er wird heutzutage mit Abstand am häufigsten eingesetzt und vereint hohe Effektivitätsraten mit jahrzehntelanger Erfahrung. Allerdings sind hohe Komplikationsraten beschrieben. Obwohl der AMS 800 schon seit Jahrzehnten eingesetzt wird, sind die Risikofaktoren für ein Therapieversagen beziehungsweise für Revisionsoperationen bisher nicht klar definiert. In der vorliegenden Studie sollten Risikofaktoren für ein Therapieversagen nach der Implantation eines AMS 800 untersucht werden.

Methode

Die Daten von 84 Patienten, die zwischen März 2002 und Mai 2012 einen AMS 800 implantiert bekommen hatten, wurden retrospektiv und monozentrisch analysiert. Die Effektivität wurde anhand des täglichen Vor­lagenverbrauchs evaluiert. Patienten ohne Vorlage wurden als kontinent definiert. Patienten mit maximal einer Vorlage in 24 Stunden wurden als sozial kontinent definiert.

Es wurde eine Liste potenzieller Risikofaktoren erstellt und im Anschluss der Einfluss der Risikofaktoren auf Explantations- und Revi­sionsraten, Implantatinfektionen, Harnröhrenarrosionen sowie die Kontinenzraten statistisch mittels Chi-Quadrat-Tests untersucht. Der statistische Vergleich hinsichtlich des Vorlagenverbrauchs erfolgte mithilfe einer Wilcoxon-Analyse bei einem statistischen Signifikanzniveau von p<0,05.

Ergebnisse

Das mittlere Follow-up betrug 39,7 Monate. 71 Prozent der AMS 800 wurden penoskrotal implantiert, 29 Prozent über einen perinealen Zugangsweg. Im Mittel wurden präoperativ neun (4–20) Vorlagen benötigt. Nach dem maximalen Follow-up war der AMS 800 noch bei 64 von 84 Patienten (76 %) in situ, mit einer Kontinenzrate (0 Vorlagen in 24 h) von 29 Prozent (16/64) und einer sozialen Kontinenzrate (0–1 Vorlage in 24 h) von 52 Prozent (33/64) bei einem mittleren Vorlagenverbrauch von 1,6 (p=0,001).

Patienten, die eine präoperative Antikoagulation benötigten, hatten signifikant höhere Harnröhrenarro­sionsraten (6 % vs. 30 %; p=0,002) und Explantationsraten (15 % vs. 34 %; p=0,047). Pelvin vorbestrahlte Patienten wiesen signifikant höhere Infek­tionsraten auf (0 % vs. 10 %; p=0,018). Der penoskrotale Zugangsweg zeigte signifikant erhöhte Arrosionsraten (0 % vs. 21 %; p=0,015), wobei kein Unterschied bezüglich einer vorherigen Bestrahlung und einer eingenommenen Antikoagulation zwischen den Gruppen der penoskrotal und der perineal operierten Patienten bestand. Die Implantation eines Doppel-Cuff-Systems führte zu einer signifikanten Erhöhung der Explantationsrate (58 % vs. 24 %; p=0,014) und der Revisionsrate (75 % vs. 38 %; p=0,017) sowie einer signifikanten Steigerung der Implantatinfektionen (17 % vs. 1 %; p=0,008).

Literatur:
Kretschmer A, Buchner A, Grabbert M, Bauer RM et al. Risk factors for artificial urinary sphincter failure. World J Urol 2015 Aug 8. [Epub ahead of print]

Autoren:
M. T. Grabbert, A. Kretschmer, C. G. Stief, R. M. Bauer
Urologische Klinik und Poliklinik
Klinikum der Universität München (LMU)

Korrespondenz:
Dr. Markus Grabbert
E-Mail: markus.grabbert@med.uni-muenchen.de

Quelle:   Urologische Nachrichten vom 18.01.2016




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Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. vom 01.02.2016
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01 Feb 2016 19:27



Lach-Inkontinenz ist für Kinder nicht zum Lachen




von äin-red

KÖLN: Ebenso wie Erwachsene können Kinder unter Inkontinenz und Beckenboden-Dysfunktionen leiden. Aber bei ihnen werden diese Beschwerden häufiger übersehen und sind schwer zu erkennen. Bei einigen Kindern kann schon ein einziger Lachanfall Harnabgang und große Angst verursachen.

"Gelegentlicher, geringer Harnverlust tagsüber bei jüngeren Kindern und Kindern, die sich noch im Toilettentraining befinden, ist ein normaler Teil der Entwicklung", erklärt Dr. Robert Mevorach, Owings Mills, Maryland, USA. "Wenn der Harnverlust aber die soziale Entwicklung des Kindes beeinträchtigt, es in der Schule stört oder sein Wohlbefinden einschränkt, sollte es dem Kinder- und Jugendarzt bzw. einem pädiatrischen Urologen vorgestellt werden.

Symptome der Inkontinenz bei Kindern

Die Eltern können die Symptome der Harninkontinenz und / oder eine Fehlfunktion der Beckenbodenmuskulatur bei ihrem Kind bemerken, wenn das Kind beim Lachen, Husten oder bei bestimmten Bewegungen, wie z.B. Hüpfen, Harn verliert. Manchmal kann häufiges Wasserlassen und häufiger Harndrang auch durch eine Harnwegsinfektion verursacht werden. Bei einigen Kindern kann Einnässen tagsüber mit nächtlichen Bettnässen kombiniert sein.

Häufige Ursachen für Harninkontinenz bei Kindern

  • Verstopfung: In über 70% der Fälle leiden Kinder aufgrund einer Verstopfung unter Harninkontinenz. Der überfüllte Darm übt zusätzlichen Druck auf die Blase aus, wodurch Urin austreten kann. Die Behandlung der Verstopfung beendet dann meist auch die Inkontinenz.
  • Infektion: Eine Blasen- oder Harnwegsinfektion (HWI).
  • Zurückhalten: Ein Kind kann den Urin während eines gesamten Schultages halten, weil es befürchtet, auf die öffentliche Toilette gehen zu müssen, und dies vermeiden will. Dies kann zu Harn-Entleerungsproblemen und Harnverlust führen. Jüngere Kinder können ihren Urin zudem bis zur letzten Sekunde halten, wenn sie von etwas Spannenden abgelenkt sind, was zu einem "Unfall" führen kann, wenn sie den Druck der Blase nicht mehr halten können.

Erkennung ist der erste Schritt zur Therapie

Wichtig ist es, die Ursachen der Harninkontinenz eines Kindes aufzudecken. Kindern, die seit einiger Zeit von Inkontinenz betroffen sind, hilft oft ein Toilettentraining. Mit einem spezialisierten Physiotherapeuten stärkt das Kind seine Beckenbodenmuskeln und lernt, wie Ernährung, Schlaf und Bewegung zu dem Problem beitragen können. Manche Experten setzen Computerspiele zur spielerischen Gestaltung und besserem Verständnis für das Kind ein. Zudem erwirbt das Kind Strategien zur Überwindung von Inkontinenz in der Schule und in sozialen Situationen durch positive Verstärkung.

Quelle: HealthNewDigest, PR Newswire

Quelle:   Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. vom 01.02.2016




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Pressestelle Deuschte Kontinenzgesellschaft vom 20.01.2016
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28 Jan 2016 19:52



Harninkontinenz beim Mann - Beckenbodentraining hilft nicht nur Frauen




FRANKFURT am Main: Das gezielte Beckenbodentraining ist mittlerweile ein wesentlicher Teil der Inkontinenzbehandlung. Mit den richtigen Übungen kann Betroffenen geholfen werden, ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen. Dabei richtet sich diese Behandlungsmethode nicht – wie oft fälschlicherweise angenommen – ausschließlich an Frauen. Auch Männer können von den Übungen profitieren – etwa nach einem operativen Eingriff. Neben diesem konservativen Ansatz gibt es heute eine Vielzahl weiterer individueller Behandlungsmöglichkeiten. Inkontinenz ist somit kein unabwendbares Schicksal und muss keineswegs schweigend hingenommen werden.

Inkontinenz wird bei der Krebsnachsorge häufig übersehen

Jedes Jahr werden circa 5.000 Männer infolge von Operationen harninkontinent. Vor allem nach radikalen Prostatektomien leidet jeder fünfte bis zehnte Mann dauerhaft an Inkontinenz, so Privatdozentin Dr. Ricarda Bauer, Oberärztin der Urologischen Klinik und Poliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München und Leiterin des dortigen Kontinenzzentrums. Hinzu kommt, dass bei einigen Patienten eine Inkontinenz bei der Krebsnachsorge übersehen wird. Die Botschaft des Urologen geht nach Erfahrung von Dr. Ricarda Bauer oftmals nur in die Richtung: „Hauptsache, der PSA-Wert ist normal“ oder „Wenn Sie Ihren Harnstrahl unterbrechen können, sind Sie nicht inkontinent“. Dabei verhält es sich bei der Harninkontinenz des Mannes anders als bei Frauen, die häufig beim Niesen oder Husten Urin verlieren: Die meisten Männer nässen während längerer körperlicher Anstrengung ein, beispielsweise beim Wandern oder bei der Gartenarbeit.

Weniger ist mehr: Männer übertreiben es oft mit den Beckenbodenübungen

Zahlreichen Betroffenen kann ohne großen Aufwand geholfen werden: „Der erste Schritt ist oft ein Beckenbodentraining unter Anleitung eines Physiotherapeuten mit Spezialisierung auf dieses Thema“, so Dr. Ricarda Bauer. In den durch die Deutsche Kontinenz Gesellschaft zertifizierten Kontinenz- und Beckenboden-Zentren arbeiten auch immer qualifizierte Physiotherapeuten. Eine Liste mit zertifizierten Kontinenz- und Beckenboden-Zentren findet sich auf der Website der Deutschen Kontinenz Gesellschaft. Wichtig ist dabei, sich an die Anweisungen und den vorgegebenen Trainingsumfang zu halten. Häufig kommt es vor, dass die Männer – getrieben vom Wunsch, wieder kontinent zu sein – zu viel auf einmal wollen und sich übernehmen. Doch auch beim Beckenbodentraining gilt: Wer es übertreibt, riskiert Schäden. Richtig ausgeführt kann jedoch durch gezielte Übungen die Beckenbodenmuskulatur dauerhaft gekräftigt und stabilisiert werden, und einer Inkontinenz so gegengesteuert werden.

Offensiverer Umgang von Ärzten gefordert

Wem das regelmäßige Training nach sechs bis zwölf Monaten nicht geholfen hat, dem steht inzwischen eine Vielfalt an operativen Verfahren zur Verfügung. „Es gibt verschiedene Schlingensysteme, auch nachstellbare. Bei extremer Schädigung des Schließmuskels ist nach wie vor der künstliche Schließmuskel die Therapie der Wahl“, erklärt Dr. Ricarda Bauer. Wichtig zu wissen ist, dass es heute zahlreiche Behandlungsmethoden bei Inkontinenz gibt, und Betroffene ihr Leiden nicht hinnehmen müssen. „Insgesamt sollten alle Ärzte, die Männer vor und nach Prostataoperationen begleiten, offensiver als bisher häufig üblich mit der Thematik umgehen“, fordert Dr. Ricarda Bauer.

Männer sollten sich nicht vor einem Gespräch scheuen

Die Angst, nach einer OP inkontinent zu sein, ist bei betroffenen Männern noch größer als die Angst vor einer Erektionsstörung. Auch deshalb ist der Wunsch der Männer, wieder kontinent zu werden, besonders hoch. Betroffene sollten nicht den Gang zum Arzt scheuen und sich einen fachlichen Rat einholen. Hierfür bietet die Deutsche Kontinenz Gesellschaft auf ihrer Website eine Liste mit Fachärzten.

Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V. hat es sich als gemeinnützige, medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft seit 1987 zur Aufgabe gemacht, Inkontinenz aus der Tabuzone zu holen und den Weg frei zu machen für eine verbesserte Diagnose, Behandlung und Prävention von Harn- und Stuhlinkontinenz. Beraten wird die Gesellschaft durch einen interdisziplinären Expertenrat aller betroffenen Fachrichtungen. Mit der Zertifizierung von ärztlichen Beratungsstellen sowie Kontinenz- und Beckenboden-Zentren und der Veranstaltung von Fortbildungen trägt die Deutsche Kontinenz Gesellschaft maßgeblich zur Qualitätssicherung in der Behandlung und Beratung von Menschen mit Inkontinenz bei.

Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V.
Friedrichstraße 15
60323 Frankfurt am Main
http://www.kontinenz-gesellschaft.de
E-Mail: info@kontinenz-gesellschaft.de

Pressestelle:
Nicola Sieverling
Harvestehuder Weg 21
20148 Hamburg
Telefon: 040-429 358 43
Mobil: 0172-455 43 62
E-Mail: redaktion@nicola-sieverling.de

Quelle:   Pressestelle Deuschte Kontinenzgesellschaft vom 20.01.2016




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Bundesverband Medizintechnologie e.V. vom 14.01.2016
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15 Jan 2016 21:56



Mattheis beim BVMed: "Hilfsmittelversorgung muss verbessert werden"




BERLIN: Die Koalitionsfraktionen wollen gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium "Ende März, Anfang April einen gemeinsamen Aufschlag" für eine gesetzliche Regelung zur Verbesserung der Hilfsmittelversorgung unternehmen. Das kündigte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Hilde Mattheis, auf dem Gesprächskreis Gesundheit des BVMed in Berlin an. Nach dem Eckpunktepapier des Ministeriums sei dies "der nächste Schritt eines gemeinsamen Vorgehens". Oberstes Ziel müsse es sein, Patienten, die auf eine Hilfsmittelversorgung angewiesen sind, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, so Mattheis. Dabei müsse auch diskutiert werden, ob die derzeit bereitgestellten Mittel ausreichend seien, "denn hier geht es um eine ganz konkrete Verbesserung der Lebensqualität der Patienten, beispielsweise in der Inkontinenzversorgung".

Hilfsmittelthemen seien derzeit durch zahlreiche Petitionen und Medienberichte sehr aktuell. Das Thema Ausschreibungen spiele für viele Patienten in der täglichen Versorgung eine Rolle. Als Beispiel nannte die SPD-Gesundheitsexpertin die zu niedrigen Monatspauschalen für aufsaugende Inkontinenzhilfen. Die SPD-Bundestagsfraktion hatte bereits im Sommer 2015 ein Positionspapier zur Hilfsmittelversorgung vorgelegt und sieht sich in zentralen Punkten mit dem Koalitionspartner und dem Ministerium auf einer Linie. Mattheis nannte als Ziele der SPD hohe Mindeststandards, Transparenz bei den Ausschreibungen und Kontrolle der Ausschreibungsgewinner. Das Hilfsmittelverzeichnis müsse zudem regelmäßig aktualisiert werden. Derzeit werde beispielsweise die Produktgruppe 15 für Inkontinenzhilfen überarbeitet, "das ist richtig gut", so Mattheis. Das Verzeichnis müsse klare Vorgaben zu den Mindeststandards der Dienstleistung geben.

Der BVMed setzt sich dabei für einheitliche bundesweite Vorgaben ein, "damit eine Vergleichbarkeit der Versorgungsqualität hergestellt werden kann", so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt und die BVMed-Hilfsmittelexpertin Daniela Piossek. Die Dienstleistungsqualität müsse dabei ebenfalls festgeschrieben sein. Dazu gehörten beispielsweise Anforderungen an die Qualifikation der Fachkräfte.

Dissenz mit dem Koalitionspartner sieht Mattheis lediglich beim Thema externe Hilfsmittelberater. Diese werden von der SPD abgelehnt. Der BVMed spricht sich ebenfalls gegen externe Hilfsmittelberater aus, die von den Krankenkassen direkt beauftragt werden. Dafür gebe es bereits den Medizinischen Dienst der Krankenkassen, so BVMed-Expertin Piossek.

Quelle:   Bundesverband Medizintechnologie e.V. vom 14.01.2016




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Presseabteilung Coloplast GmbH vom 13.01.2016
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15 Jan 2016 21:54



Studie: Einer von vier Berufstätigen würde persönliche chronische Erkrankungen bei der Arbeit geheim halten




HAMBURG: Jeder zweite Berufstätige in Deutschland fürchtet, im Falle einer intimen chronischen Erkrankung in seinem Arbeitsleben stark oder sehr stark eingeschränkt zu werden. Sie erwarten vor allem, in ihrer beruflichen Weiterentwicklung gebremst zu werden, dass die eigene Arbeitsleistung leiden könnte oder dass schon die weitere Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit problematisch werden würde. Das zeigt die Studie „Inklusion in Beruf und Alltag“ der Coloplast GmbH. Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren.

Trotz aller Anstrengungen für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten im Arbeitsleben rechnet die Mehrheit der berufstätigen Deutschen mit großen Schwierigkeiten, sollten sie an einem sehr persönlichen dauerhaften Leiden erkranken. Jeweils 51 Prozent befürchten, dass dies ihre eigene Arbeitsleistung und ihre berufliche Weiterentwicklung einschränken würde. Die Hälfte geht davon aus, dass eine intime chronische Erkrankung wie zum Beispiel Inkontinenz die weitere Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit einschränken würde. 49 Prozent fürchten, das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu verlieren. 43 Prozent erwarten, dass die Beziehungen zu ihren Arbeitskollegen darunter stark oder sehr stark leiden würden. 42 Prozent befürchten sogar, dass so eine dauerhafte Erkrankung sie stark oder sehr stark darin einschränken könnte, überhaupt einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können.

Junge Berufstätige fürchten Krankheitsfolgen am meisten

Am stärksten ausgeprägt sind diese Ängste unter jungen Leuten. Mehr als alles andere fürchten die Berufstätigen im Alter von 18 bis 29 Jahren, ihre bisherige Tätigkeit nicht weiter ausüben zu können. 71 Prozent von ihnen rechnen hier mit starken oder sehr starken Einschränkungen. Direkt dahinter folgt mit 69 Prozent die Angst, die eigene Arbeitsleistung könnte unter einer sehr persönlichen chronischen Erkrankung leiden. „Die Zahlen zeigen, dass beim Thema Inklusion am Arbeitsplatz noch viel zu tun ist. Wir müssen Ängste abbauen und zeigen, dass eine chronische Krankheit nicht automatisch die berufliche Leistungsfähigkeit ausbremst“, sagt Michael Zwick, Geschäftsführer Coloplast Deutschland. „Zumal es heute für viele persönliche, dauerhafte gesundheitliche Einschränkungen qualitativ hochwertige, sichere und diskrete Hilfsmittel gibt. Sie ermöglichen den Betroffenen eine erfolgreiche, aktive Teilnahme am Berufsleben.“

Jeder Vierte würde chronische Erkrankungen am Arbeitsplatz geheim halten

Die meisten Menschen könnten sich nicht vorstellen, eine persönliche chronische Erkrankung mit ihrem gesamten Kollegenkreis zu teilen. Nur 15 Prozent der Deutschen würden im Falle einer intimen chronischen Krankheit diese mit allen Kollegen besprechen. 59 Prozent sprächen mit wenigen, ihnen besonders nahstehenden Kollegen über die Erkrankung. Mit 26 Prozent würde mehr als jeder vierte Deutsche die Krankheit am Arbeitsplatz komplett geheim halten. „Es besteht keine Verpflichtung, eine chronische Erkrankung bei der Arbeit bekannt zu machen, die die Arbeitsleistung nicht dauerhaft mindert und andere Menschen oder den Betriebsablauf nicht gefährden“, erläutert Zwick. „In einem vertrauens- und verständnisvollen Arbeitsumfeld kann der offene Umgang mit einer chronischen Erkrankung aber vieles einfacher machen und Problemen vorbeugen.“ Deswegen ist neben einer medizinischen Versorgung nach dem aktuellsten Stand der Technik der wichtigste Schritt zur erfolgreichen Inklusion, dass Arbeitgeber und nicht erkrankte Mitarbeiter ihre Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten abbauen.

Hintergrundinformationen

Für die Studie „Inklusion in Beruf und Alltag“ wurden in einer für die deutsche Bevölkerung repräsentativen Umfrage 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren telefonisch befragt. Die Daten sind im zweiten Halbjahr 2015 durch Forsa im Auftrag der Coloplast GmbH erhoben worden. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.

Über die Coloplast GmbH

Coloplast ist führender Anbieter medizinischer Produkte und Serviceleistungen für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Die Kerngeschäftsfelder sind Stomaversorgung, Kontinenzversorgung, Wundversorgung und Urologie. Der Jahresumsatz des Unternehmens betrug zuletzt weltweit mehr als 1,5 Mrd. Euro.
Coloplast A/S wurde 1957 in Dänemark gegründet und beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat Niederlassungen in mehr als 40 Ländern und Produktionsstätten in China, Dänemark, Ungarn, Frankreich und den USA. Die Unternehmenszentrale ist in Humlebæk in Dänemark. Die Coloplast GmbH mit Sitz in Hamburg besteht seit 1983 und hat derzeit 550 Mitarbeiter.

Pressekontakt
Yvonne Dolberg
Coloplast GmbH
Kuehnstrasse 75
22045 Hamburg
Tel.: +49 40 66 98 07-950
E-Mail: deyd@coloplast.com
Internet: http://www.coloplast.de

Quelle:   Presseabteilung Coloplast GmbH vom 13.01.2016




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Hilfsmittel
Bundesverband Medizintechnologie e.V. vom 13.01.2016
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13 Jan 2016 14:48



BVMed legt Patienteninformationen zur Hilfsmittelversorgung für Inkontinenz- und Stoma-Patienten auf




BERLIN: Mit vier ausführlichen Informationsblättern informiert der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, Inkontinenz- und Stoma-Patienten sowie deren Angehörige über die rechtlichen Grundlagen, die Patientenrechte und die Informationspflichten der Krankenkassen bei der Hilfsmittelversorgung. Neben einer allgemeinen Patienteninformation zu den rechtlichen Grundlagen der Hilfsmittelversorgung gibt es einzelne Infoblätter zur ableitenden Kontinenzversorgung, zum intermittierenden Katheterismus sowie zur Stomaversorgung. Die neuen BVMed-Patienteninformationen sind unter www.bvmed.de/infokarten abrufbar.

Im Leistungsumfang der Hilfsmittelversorgung sind alle Dienstleistungen enthalten, die mit der Hilfsmittelabgabe im Zusammenhang stehen und die für eine möglichst selbstständige Versorgung erforderlich sind, informiert der BVMed. Patienten haben die freie Wahl des Leistungserbringers unter den Vertragspartnern ihrer Krankenkasse, wenn der Versorgungsbereich nicht ausgeschrieben worden ist. Die Krankenkassen haben dabei gegenüber den Patienten eine Informationspflicht, welche Vertragspartner zur Auswahl stehen. Auf Nachfrage muss auch mitgeteilt werden, welche wesentlichen Leistungen vertraglich geregelt sind. Bei Ausschreibungen existiert üblicherweise nur ein Vertragspartner pro ausgeschriebenem Versorgungsbereich. "Sollte es Probleme mit der Versorgung durch den Ausschreibungsgewinner geben, informieren Sie umgehend mündlich und schriftlich Ihre Krankenkasse und fordern Sie unter Setzung einer Frist eine Nachbesserung ein", empfiehlt der BVMed den Patienten.

Die Patienteninformationen zur ableitenden Kontinenzversorgung, zum intermittierenden Katheterismus sowie zur Stomaversorgung enthalten weitere spezifische Hinweise und Tipps.

Bei der ableitenden Kontinenzversorgung sollte ein erstes, persönliches Beratungsgespräch möglichst im häuslichen Umfeld stattfinden. Dabei sollte nach der Qualifikation des Ansprechpartners gefragt werden, da es speziell ausgebildete medizinische Fachkräfte für die ableitende Kontinenzversorgung gibt. "Zu dem Beratungsgespräch gehören neben dem Umgang mit den Hilfsmitteln Themen wie die Pflege des Intimbereichs, Vorbeugung von Harnwegsinfekten und anderen Komplikationen, Auswirkungen der Ernährung und des Trinkverhaltens sowie Tipps für den Alltag", so der BVMed.

Beim intermittierenden Katheterismus definiert der Arzt das Therapieziel und die Häufigkeit des Katheterisierens. Danach sollte sich der Hilfsmittelversorger richten. Benötigt der Patient aus medizinischen Gründen ein bestimmtes Produkt, darf der Arzt im Einzelfall dieses spezielle Hilfsmittel namentlich verordnen (10-stellige Positionsnummer des Hilfsmittelverzeichnisses). Diese Einzelproduktverordnung ist zwingend vom Arzt zu begründen. Das Beratungsgespräch mit dem Hilfsmittelversorger sollte in der Anfangsphase so häufig stattfinden, bis der Patient oder die Betreuungsperson den intermittierenden Katheterismus selbstständig und sicher durchführen kann. Der Hilfsmittelversorger sollte den Patienten zudem darüber informieren, dass es sich bei den Kathetern um sterile Einmalprodukte handelt, die nicht mehrfach verwendet werden dürfen. Dies trägt zur Vermeidung von Harnwegsinfekten bei.

Auch bei der Stomaversorgung (Stuhl- oder Harnableitung) findet ein erstes, persönliches Beratungsgespräch – möglichst im häuslichen Umfeld – statt. Es gibt speziell ausgebildete medizinische Fachkräfte für die Stomaversorgung. Inhalte der Beratungen sind die umfassende Aufklärung über den Umgang mit dem Stoma, die Anleitung zur Selbstständigkeit, die gemeinsame Auswahl und Anpassung der Hilfsmittel an das sich verändernde Stoma und die Lebensgewohnheiten sowie die Vorbeugung und das Erkennen von Komplikationen.

Weitere Patienteninformationen können unter www.bvmed.de/infokarten abgerufen werden.

Quelle:   Bundesverband Medizintechnologie e.V. vom 13.01.2016




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Deutsches Ärzteblatt vom 03.01.2016
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04 Jan 2016 14:09



Laumann: Hilfsmittel für Patienten auf technischen Standard bringen




BERLIN: Der Patienten-Beauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), hat die Krankenkassen aufgefordert, ihr Angebot an Hilfsmitteln dem heutigen technischen Stand anzupassen. Er behalte sich weiter vor, die Tauglichkeit der angebotenen Hilfsmittel für Patienten wie Rollstühle, Rollatoren oder Windeln zu testen, sagte Laumann.

Hintergrund sind anhaltende Beschwerden von Patientenverbänden, dass die angebotenen Windeln für Menschen mit Blasenschwäche zum Teil unzureichend seien. Die Betroffenen klagten darüber, dass die Windeln nach kurzer Zeit ihre Saugfähigkeit verlören und es immer wieder zu Entzündungen und Pilzinfektionen gekommen sei.

Laumann erläuterte: „Die Krankenkassen haben die Preise bei den einfachen Hilfsmitteln offenbar so gedrückt, dass dafür einfach keine Qualität mehr möglich ist. Wenn ich höre, dass Krankenkassen Patienten für zehn Euro oder weniger mit Inkontinenzhilfen versorgen wollen, dann kann das keine Qualität mehr sein.“ Viele Patienten hätten die Probleme anscheinend durch Zuzahlungen gelöst, damit sie bessere Produkte bekommen.

Laumann will das Thema Hilfsmittel weiter im Auge behalten. Es sei eine Gesetzesänderung zu prüfen, nach der Leistungserbringer, die die Ausschreibungen der Krankenkassen zum Beispiel bei Inkontinenzmitteln gewinnen, im Rahmen ihrer Versorgungsverträge keine Produkte mit Aufzahlung mehr anbieten dürfen. Auch sei zu überlegen, dass künftig jede Kasse veröffentlichen müsse, wie oft und wie viel Versicherte aus eigener Tasche aufzahlen. © dpa/aerzteblatt.de

Quelle:   Deutsches Ärzteblatt vom 03.01.2016




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apotheke adhoc vom 21.12.2015
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22 Dez 2015 11:22



Hilfsmittel: Gröhe macht Kassen Druck




von Julia Pradel

BERLIN: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will die Hilfsmittelversorgung verbessern. Das geht aus einem Eckpunktepapier hervor, in dem zahlreiche gesetzliche Änderungen angekündigt werden. Demnach sollen die Versicherten künftig zwischen mehreren aufzahlungsfreien Hilfsmitteln wählen können, das Hilfsmittelverzeichnis soll überarbeitet werden und der Preis nicht mehr das alleinige Kriterium bei Ausschreibungen sein.

Ausschreibungen zu Hilfsmitteln wird Gröhe nicht abschaffen: Weiterhin sollen nur solche Leistungserbringer versorgungsberechtigt sein, die einen Vertrag mit den Krankenkassen abschließen. „An dieser Grundsatzentscheidung für eine Stärkung des Preiswettbewerbs wird festgehalten“, heißt es in dem Eckpunktepapier. Zu berücksichtigen sei aber auch, „dass der Hilfsmittelsektor zu den sensibelsten Versorgungsbereichen im deutschen Gesundheitssystem zählt“. Mittlerweile sei deutlich geworden, dass es Weiterentwicklungsbedarf gebe.

Zur Stärkung der Versorgung soll das Präqualifizierungsverfahren weiterentwickelt werden. Präqualifizierungsstellen von Leistungserbringerorganisationen sollen unabhängig sein – der GKV-Spitzenverband soll deren Arbeit überwachen.

Patienten sollen „am medizinisch-technischen Fortschritt teilhaben“ und Hersteller einen Anreiz für Innovationen haben. Deshalb soll der GKV-Spitzenverband verpflichtet werden, das bestehende Hilfsmittelverzeichnis zu aktualisieren. Produktgruppen mit einer hohen Innovationsdynamik sollen künftig nur noch zeitlich befristet in das Verzeichnis aufgenommen werden. Die Auswahl dieser Produktgruppen und die jeweiligen Fristen sollen durch die Kassen, Hersteller, Leistungserbringer und Patientenverbände festgelegt werden.

Hersteller und Leistungserbringer sollen verpflichtet werden, den GKV-Spitzenverband über maßgebliche Änderungen bereits gelisteter Produkte zu informieren. Vor einer Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses sollen Hersteller, Leistungserbringer und Patienten die Möglichkeit zur Stellungnahme bekommen. Außerdem sollen die Kassen künftig auch Stellungnahmen von medizinischen Fachgesellschaften und Sachverständigen einholen können.

Den Mehraufwand, der durch die kontinuierliche Aktualisierung des Hilfsmittelverzeichnisses entsteht, sollen die Hersteller finanzieren. Sie sollen künftig für die Aufnahme eines Hilfsmittels in das Verzeichnis eine Gebühr an den GKV-Spitzenverband zahlen.

Ausschreibungen sollen zwar nicht verboten, die Möglichkeiten dazu aber eingeschränkt werden: Die Zuschlagserteilung soll künftig nicht mehr ausschließlich nach dem Kriterium des niedrigsten Preises erfolgen. „Die Krankenkassen werden zu einer stärkeren Berücksichtigung von Qualitätsaspekten verpflichtet“, heißt es in dem Papier. Unabhängig von der Vertragsart müssen die Kassen künftig gewährleisten, „dass ihre Versicherten zwischen mehreren aufzahlungsfreien Hilfsmitteln wählen können“.

Außerdem sollen die Krankenkassen die Einhaltung der Vertragsinhalte überwachen. Als Instrumente schweben dem BMG etwa Versichertenbefragungen, die Einrichtung eines Beschwerdemanagements oder stichprobenartige Überprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) vor.

Schließlich wird die bestehende Verpflichtung der Kassen, ihre Versicherten auf Nachfrage über Vertragsinhalte zu informieren, erweitert: Diese Information wird künftig obligatorisch und muss den Hinweis darauf enthalten, dass der Patient ein Recht auf eine Versorgung ohne Mehrkosten hat.

Der GKV-Spitzenverband hat erst Anfang Dezember einen Entwurf für eine Aktualisierung des Hilfsmittelverzeichnisses im Bereich der Inkontinenzprodukte vorgelegt. Darin geht es vor allem um die Produktqualität, aber auch für die Abgabe selbst sollen erstmals konkrete Kriterien festgelegt werden: Patienten sollen stärker wohnortnah versorgt werden. Bis zum 22. Dezember können die Fachkreise zu den geplanten Änderungen Stellung nehmen, im Januar soll das Verzeichnis dann durch die GKV-Gremien verabschiedet werden.

Quelle:   apotheke adhoc vom 21.12.2015






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