Pin  Aktuelle Nachrichten aus Medizin, Forschung und der Hilfsmittelindustrie

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Pressemitteilung der Fa. MED.SSE GmbH
Foren-Admin
12 Aug 2004 21:46



CONTAM® Vaginaltampon ist jetzt mehrfach verwendbar




FÜRTH: Der schon viele Jahre auf dem Markt befindliche Vaginaltampon Contam® ist jetzt auch mehrfach verwendbar, das wurde in einer gut 2 Jahre dauernden ärztlichen Studie durch ein Gutachten bestätigt und die Zulassung erteilt.

Wieder aktiv sein mit CONTAM®
Blasenschwäche ist ein sehr persönliches Problem. Deshalb möchten wir, dass Sie sich erst einmal selbst helfen können – ohne fremde Hilfe ! Wir haben zur natürlichen Selbstbehandlung der Blasenschwäche einen Tampon entwickelt, der Ihnen Ihre volle Lebensqualität erhält bzw. zurückbringt.

Es liegt in der Natur des Menschen, mobil und unabhängig zu sein – ganz einfach, damit Sie sicher „gehen“ !

Wer geht schon gerne mit Windeln/ Vorlagen ausgestattet zur Arbeit, zum Einkaufen, ins Konzert oder zu Freizeitaktivitäten?

Die CONTAM®-Vaginaltampons von Med.SSE-System GmbH bieten Ihnen eine individuelle, optimale Hilfestellung bei der Lösung Ihres Inkontinenzproblems. Durch Anheben der vorderen Scheidenwand wird der Blasenhals gestützt. Zusätzlich stimuliert CONTAM® die geschwächte Beckenbodenmuskulatur. Durch diese Einwirkungen wird auf natürlichem Wege die normale Verschlussfunktion der Blase wiederhergestellt.


Die normale Blasenentleerung wird nicht beeinflusst.
Scheidensekretion bleibt erhalten und die normale Scheidenflora wird nicht beeinträchtigt. Der für CONTAM® verwendete Rohstoff ist ein toxikologisch und dermatologisch unbedenklicher Schaumstoff und wird seit Jahrzehnten in der Herzchirurgie, bei Verbrennungen und offenen Frakturen eingesetzt. Durch den eingenähten Rückholfaden entsteht kaum Kontakt vom Faden zur Schleimhaut. Reizungen werden dadurch verhindert.

CONTAM® bitte nicht während der Monatsblutung und bei mehrstündigem Schlaf benützen!

Nach dem Schwimmen soll der Tampon gewechselt werden. Tragen während der Schwangerschaft sowie bei Gebärmuttervorfall sollte mit dem Arzt abgestimmt sein. Tragedauer sollte möglichst nicht erheblich länger als 12 Stunden sein.

Wenn bei Verwendung von CONTAM® plötzlich Fieber, Durchfall, Erbrechen, Schwindelgefühle oder Hautausschlag auftreten, den Tampon entfernen und den Arzt aufsuchen. Das Toxische Schock Syndrom (TSS) tritt vor allem während der Menstruation auf, wobei es keine Rolle spielt, ob ein Tampon verwendet wird oder nicht.

Waschvorgehen bei Mehrfachverwendung:
Da Contam normalerweise beim Tragen nicht verschmutzt, kann er bis zu 1 Woche (7x) verwendet werden. Aufgrund der nach dieser Zeit auftretende Materialermüdung, sollte diese Tragedauer nicht überschritten werden. Jede Verwenderin kann natürlich aus hygienischen Gründen für sich entscheiden, ob sie sich für eine kürzere Anwendungsdauer entschließt. Aus bakteriologischen Gründen ist es sinnvoll, den Tampon nach jeder Anwendung auszukochen (min. 3 - max. 10 min) oder in der Waschmaschine bei 60 Grad zu waschen. Der Tampon kann getrocknet oder in einem Behältnis mit Wasser bis zur nächsten Verwendung aufbewahrt werden.

Sollte sich bei der Mehrfachverwendung evtl. Juckreiz/Brennen im Vaginalbereich, Ausfluß (auffällig riechend, verfärbt, grünlich, gelblich, bräunlich), Blutung/Zwischenblutung oder eine Entzündung einstellen, setzen Sie den Tampon ab und suchen Sie bitte Ihren Frauenarzt auf.

Die Komplette Vaginaltampon - Sortimentsübersicht können sie hier herunterladen oder sie wenden sich direkt an folgende Adresse:

MED.SSE-SYSTEM GmbH
Alfred von der Lehr
Erlangerstraße 73
D-90765 Fürth

Tel.: 0800 0633773
Fax: 0911 792337
Mail: Med.SSE@t-online.de
Internet: http://www.medsse.de

Quelle:   Pressemitteilung der Fa. MED.SSE GmbH




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Forschung & Medizin
SVI Redaktion
Stefan
09 Aug 2004 16:59



Latissimus dorsi übernimmt Detrusorfunktion




TÜBINGEN: Tübinger Urologen haben erstmals in Deutschland den breiten Rückenmuskel zum Ersatz des Blasenmuskels verpflanzt. Vor allem jüngere Patienten mit schlaffer Blasenlähmung sollen dadurch profitieren.

Der Urologe Prof. Arnulf Stenzl von der urologischen Universitätsklinik in Tübingen und der plastische Chirurg Prof. Milomir Ninkovic vom Universitätsklinikum Innsbruck entwickelten die Methode der Latissimus dorsi-Plastik bereits 1993. Dabei wird der Muskulus latissimus dorsi einer Rückenseite über die Blase gespannt. Die Befestigung des Muskels erfolgt an Bändern und Sehnen im Becken, nicht an der Harnblase. Als Widerlager dient ein ebenfalls eingebrachtes Vicrylnetz, das mit dem Muskel verbunden ist. Innervation und Gefäßversorgung erfolgen über den Anschluss an die jeweiligen Strukturen des Muskulus rectus abdominis. Die Operation dauert etwa sechs bis acht Stunden. Nach drei bis vier Monaten ist der Rückenmuskel fähig die Detrusorfunktion auszuführen. Der Patient kann über die Aktivierung seiner Bauchmuskeln den Latissimus dorsi anspannen, so dass die Harnblase entleert wird.

Die Wahl des geeigneten Tranplantats fiel auf den Rückenmuskel, weil er die nötige Größe besitzt, jeweils nur eine Vene, eine Arterie sowie einen Nerven aufweist und durch seine Struktur lange Kontraktionswege hat. Die eigentliche Funktion des Muskels kann von anderen Rückenmuskeln übernommen werden. Die Rückenmuskulatur ist somit einige Zeit nach dem Eingriff nicht eingeschränkt.

In Innsbruck erhielten bislang 25 Patienten im Alter zwischen 9 und 68 Jahren eine Latissimus dorsi-Plastik. Bei etwa 90 Prozent der Patienten war die Operation erfolgreich. Sie können ihre Harnblase wieder selbstständig entleeren. Besonders günstig verliefen die Operationen bei jüngeren Patienten mit schlaffer Blasenlähmung.

Nach Aussage Stenzls kann eine Latissimus dorsi-Plastik selbst bei einer schon viele Jahre andauernden Blasenlähmung durchgeführt werden. Der Schließmuskel der Blase muss allerdings in seiner Funktion erhalten sein. Auch wenn die Operation nicht erfolgreich verlaufen sollte, treten wenig Nachteile für den Patienten auf, so die Chirurgen. Der Patient muss dann allerdings seine Harnblase wieder mehrmals täglich katheterisieren.

(Quelle: Universität Tübingen)

Quelle:   SVI Redaktion




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SVI - Redaktion
Stefan
31 Jul 2004 11:02



Neuer Rahmenvertrag für TV - Auftritte schafft gleiche Chancen




REGENSBURG: Der Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. hat einen Rahmenvertrag geschaffen, welcher dem Verband und in erster Linie dem im Fernsehen zu sehenden gleiche Chancen verschafft. Auf unserer Internetseite wurde nun versucht, durch anmailen von Seitennutzern, unseren Vertrag zu umgehen. Aus gegeben Anlass weisen wir darauf hin, dass eine solche Kontaktaufnahme sehr zweifelhaft ist. Hier könnte es sein, dass man über den Tisch gezogen werden könnte. Wahrscheinlich will man aber Geld an Euch sparen und Euch über Euere Rechte im Dunkeln lassen!

Auftritte von Inkontinenten im Fernsehen sind sehr interessant, auch für die restlichen Fernsehzuschauer. Leider haben Peroduktionsfirmen und Fernsehsender ein Problem: "Wie bekomme ich Darsteller?" Hier will und kann der Selbsthilfeverband helfen, aber nicht für lau. Denn unsere Darsteller sollen auch die Auslagen bekommen und verpflegt werden. Und ganz wichtig, wir wollen genannt werden, damit noch mehr Betroffene von uns erfahren. Sollte ein Sender das nicht machen wollen, dann darf er für unsere und die Bemühungen unserer Leute sich "freikaufen". Und das kann er wirklich fast für Lau. Damit jeder das Gleiche, bzw. überhaupt einigermaßen fair behandelt wird, hat der Selbsthilfeverband einen Vertrag entwickelt. Darin stehen Rechte und Pflichten von beiden Vertragspartnern.

Sollte Euch eine so eine dubiose Mail erreichen, dann schickt Sie bitte an uns weiter unter:
info@selbsthilfeverband-inkontinenz.org

Selbstverständlich könnt Ihr auch schreiben unter:

Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V.
z.Hd. Stefan Süß
Tulpenstraße 5
93161 Sinzing

Wir werden und dann mit Euch in Verbindung setzen und das weitere Vorgehen besprechen. So können wir mit den Produktionsfirmen verhandeln, aber auch Ihr ganz einfach den Vertrag vorlegen und unterschreiben lassen und an uns zurückschicken.

Quelle:   SVI - Redaktion




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SVI - Redaktion
Stefan
21 Jul 2004 17:54



Rückrufaktion von Harmony Inkontinenzslips




MUGGENSTURM: Wie uns die deutsche Vertriebsfirma der Harmony Windeln mitteilte, gab es im April 2004 einige Unregelmäßigkeiten bei der Herstellung der Harmony Windeln.

Delipap der finnische Hersteller der Windeln hatte Probleme mit der Produktionsanlage, wodurch eine Charge der Windeln zum Teil fehlerhaft sind. Der Fehler konnte bei der bis dahin eingesetzten Endkontrolle nicht gefunden werden. Die eigentliche Ursache der Störung liegt darin begründet, daß es auf Grund eines technischen Defektes zu Problemen beim Auftrag des Superabsorbers kam, der teilweise mit zu hohem Druck aufgebracht wurde und dabei die Außenfolie beschädigte. Durch diese Druckschwankungen sind nur ein Teil der Windeln pro Packung betroffen gewesen. Da der Defekt nicht sofort erkannt wurde, ist eine ganze Charge davon betroffen. Die Chargen davor und danach sind von diesem Produktionsfehler nicht mehr betroffen.

Zu den betroffenen Produkten gehören folgende Artikel:

Harmony super M/L
Harmony super X/L
Harmony power M/L
Harmony power X/L


Die Größe S der Harmony power ist davon nicht betroffen, da sie zu diesem Zeitpunkt nicht produziert wurde. Ebenso sind keine der Harmony Einlagen betroffen.

Kunden, die defekte Ware erhalten haben, bekommen diese natürlich kostenlos ersetzt. Um die Abwicklung des Umtausches so einfach wie möglich zu halten, muß die defekte Ware nicht an den Lieferanten zurück geschickt werden. Folgende Angaben werden für den Austausch benötigt:

1. den Kaufbeleg (Kopie vom Kassenzettel, Rechnung, ....)
2. die Anzahl der defekten Windeln (geschätzt)
3. die Angabe der Chargennummer (steht auf der Windel)
4. die genaue Angabe ihrer Adresse damit eine Ersatzlieferung stattfinden kann

Diese Angaben senden Sie bitte per Fax an die Nummer 07222-968878-15. Bei Rückfragen wenden Sie sich an folgende E-Mailadresse: kontakt@clv-online.de

Quelle:   SVI - Redaktion




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Berliner Zeitung Online
Stefan
08 Jul 2004 11:17



Die Demografie des Wickelns




Maxim Leo

Deutschland vergreist und die Politik ist ratlos. Die Industrie stellt einfach um - von Baby- auf Seniorenwindeln

HEIDENHEIM, im Juli. Gleich neben dem Eingang der Werkhalle hat Michael Heimberg eine kleine Vorführecke. In einem Regal sind verschiedene Windeltypen aufgereiht. Heimberg greift nach der größten Windel. "Das ist Molicare, unser Flaggschiff", sagt er. Heimberg erklärt, dass Molicare einen völlig neuartigen Saugkörper hat, der selbst bei Schwallentladungen einen optimalen Auslaufschutz bietet. Er verweist auf das atmungsaktive Fleeceteil am Beinausschnitt, "einzigartig in dieser Form". Es gibt auch dehnbare Bündchen.

Heimberg will das kurz demonstrieren. Er legt die Windel mit einem Griff über der Anzughose an, schließt die Bündchen und geht in die Hocke. Er sieht jetzt aus wie ein großes Baby beim Ski fahren. Die Bündchen dehnen sich.

Michael Heimberg ist Betriebsleiter der Firma Hartmann in Herbrechtingen nahe Ulm. Es ist das größte Werk für Erwachsenen-Windeln in Europa. Wobei Michael Heimberg nicht von Erwachsenen-Windeln sprechen würde, sondern von Inkontinenz-Produkten. Das klingt besser, sagt er.

Um ihn herum dröhnen die Maschinen. Gepresste Häufchen aus Zellulose schießen über lange Förderbänder, werden von Greifarmen mit Plastikfolie beklebt, mit Gummizügen vernäht, mit Bündchen verschweißt, zusammen gedrückt und verpackt. Zwei Millionen Windeln verlassen jeden Tag das Werk. Sechshundert Millionen im Jahr. Die Hälfte davon wird in Deutschland verkauft, der Rest geht in die ganze Welt. Und Herbrechtingen ist nur ein Standort von vielen. Insgesamt produziert die Hartmann AG 1,6 Milliarden Inkontinenzwindeln pro Jahr. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat sich der Umsatz mit dem Senioren-Nässeschutz mehr als verdoppelt.

Es ist eben so, dass die Bevölkerung immer älter wird, sagt Michael Heimberg. Und je älter die Leute werden, desto leichter werden sie inkontinent, desto mehr Windeln müssen produziert werden. "Wir sind in einem großen Kreislauf", sagt Heimberg.

Er kann das alles von hier aus gut beobachten. Die Vergreisung der Welt misst Michael Heimberg in Pruduktionszahlen. Die sind drastisch nach oben geschnellt in den letzten Jahren. Heimberg musste immer neue Fertigungslinien bauen, immer schnellere Maschinen einsetzen. Das Werk arbeitet sieben Tage in der Woche, rund um die Uhr. Der Materialfluss ist vollautomatisiert. Unbemannte Transporter fahren computergesteuert durch die Hallen und schleppen ohne Unterlass Zellulose, Folie, Klebstoff und Fleece heran. Ein Stockwerk höher packt ein Roboter die Windelpakete in Transportkartons, die im Containerbahnhof auf die Lastschlepper verteilt werden.

Gerade werden am Ende der Halle zwei neue Produktionslinien montiert. Eine für spezielle Männerwindeln und eine für die neue Molicare Mobile, die noch dünner und komfortabler sein soll. "Wir kommen noch hinterher mit der Produktion", sagt Michael Heimberg. Es klingt so, als müsste gleich morgen mit dem Bau einer neuen, noch größeren Fabrik begonnen werden, um mithalten zu können mit den ständig wachsenden Horden der Alten, die sich draußen in der Welt drängen.

Es könnte sein, dass hier in Herbrechtingen der Begriff Zukunftstechnologie gerade neu definiert wird. Bisher dachte man dabei an Computerchips, an Genforschung, an alternative Energien oder Nano-Technik. Aber wer dachte an Windeln? An Saugkörper oder an dehnbare Bündchen? Es könnte sein, dass es hier in Herbrechtingen in zwanzig, dreißig Jahren eine Stadt geben wird. Eine Fabrik-Stadt, voll automatisiert. Für eine Menschheit, deren einzige Wachstumschance ihr langes Leben ist.

Am Konzernsitz der Hartmann AG in Heidenheim, ein paar Kilometer vom Windel-Werk entfernt, lässt sich der Boom der letzten Jahre besichtigen. Hinter dem barocken Wohnhaus des Firmengründers Paul Hartmann und dem alten Verwaltungsgebäude steht ein klotziger Betonbau. Verbindungsgänge aus Glas führen zu riesigen Nebengebäuden, die wiederum mehrere Anbauten haben. Es sieht so aus, als sei mit jedem Marktschub auch die Firmenzentrale gewachsen. Hartmann breitet sich aus.

Im Besprechungszimmer des Vorstands sitzt Christian Wicenec. Er ist der Direktor des Issue-Managements. Das heißt, er ist dafür verantwortlich, Chancen und Risiken des Unternehmens in der Zukunft abzuschätzen. Wicenec hat ein paar Schaubilder mitgebracht. Grafik eins zeigt, dass die Zahl der Kinder bis drei Jahre in Deutschland bis 2015 um 25 Prozent sinken wird. Grafik zwei zeigt, dass jeder fünfte Deutsche dann über 65 Jahre alt sein wird. Wicenec sagt, dass jeder Dritte über 65-Jährige inkontinent ist. Dass die Inkontinenzquote bei über 75-Jährigen auf vierzig Prozent ansteigt. Dass die Lebenserwartung im Jahre 2015 in Deutschland bei 83,5 Jahren liegen wird.

"Viel mehr muss man gar nicht wissen", sagt Wicenec. Er weiß, dass Hartmann bisher alles richtig gemacht hat. Dass seine Firma keine Angst zu haben braucht vor der Zukunft, weil alles noch besser wird, als es jetzt schon ist. "Unser Markt wird immer größer", sagt Wicenec. "Auch wenn diese ganze Entwicklung für die deutsche Gesellschaft natürlich fatal ist." Er sagt, dass die Politik die Demografie erst vor zwei Jahren entdeckt hat. Dass Hartmann schon vor zwanzig Jahren reagiert hat. 1984 hat die Firma mit der Produktion von Erwachsenen-Windeln begonnen. Vor zehn Jahren haben Inkontinenz-Windeln bei Hartmann schon mehr Umsatz gemacht als die Baby-Windeln der Hausmarke Fixies. Im vergangenen Jahr hat der Konzern die Fixies-Produktion komplett verkauft. Weil es keinen Sinn macht, auf einen schrumpfenden Markt zu setzen.

Hartmann hat einfach umgeschaltet. Von jung auf alt. Sie haben der Demografie ein Schnäppchen geschlagen, haben sich die Alterspyramide so zurecht gerückt, dass sie wieder passt. Das geht, weil Babys und Greise dieselben Probleme haben. Weil Menschen am Ende wieder so werden, wie sie mal begonnen haben. Als Windelhersteller ist man immer auf der sicheren Seite. Ob Baby- oder Senioren-Boom, man hat etwas Passendes im Angebot. Es gibt auch noch ein paar andere, die das können. Hipp zum Beispiel, Deutschlands größter Babybrei-Hersteller, produziert heute ein Fünftel seiner Gläschen für Erwachsene. Die Firma Bübchen, bekannt für Baby-Wundcremes, hat jetzt auch eine Senioren-Linie und bietet das "2-Phasen-Lotion Bad" gegen Alltagsstress. Auch Alete positioniert sich neu. Als Hersteller von Wellness-Lebensmitteln.

Michael Wicenec, der Zukunftsbeauftragte von Hartmann, denkt jetzt oft an Japan. Er hat da auch ein paar Zahlen parat. Im Jahr 2015 wird das Sterbealter dort einen Weltrekord erreichen. 87,5 Jahre alt werden die Japaner dann im Durchschnitt werden. Fünf Prozent der Bevölkerung werden über hundert Jahre alt sein. Hinzu kommt, dass die Japaner sehr pflegeorientiert und zahlungskräftig sind. Ein idealer Markt für unsere Produkte, sagt Wicenec. Neulich hat Wicenec auch mal ein paar arabische Länder durchgerechnet. Aber der durchschnittliche Ägypter wird gerade mal sechzig Jahre alt und hat kaum Kaufkraft. Kein lohnendes Geschäft also.

Weil Michael Wicenec dafür bezahlt wird, in die Zukunft zu sehen, hat er ein Bild der Alten von Morgen entworfen. Er sagt, dass sie sich jünger fühlen werden als die Alten von heute. Dass sie viel länger aktiv und mobil bleiben und sich von ihren körperlichen Leiden nicht am Leben hindern lassen. Die Alten von Morgen, sagt Wicenec, erwarten, dass man ihnen optimale Lösungen für ihre Probleme bietet. Das heute noch verschämt behandelte Thema Inkontinenz wird enttabuisiert. Weil es nicht mehr das Gebrechen einer Minderheit sein wird, sondern ein Massenphänomen.

Wicenec sagt, dass die Krankenkassen nicht mehr in der Lage sein werden, Inkontinenzwindeln zu bezahlen. Dann wird das Medizinprodukt, das heute fast ausschließlich an Apotheken, Pflegeheime und Krankenhäuser verkauft wird, in jedem Supermarkt zu haben sein. Die Erwachsenen-Windel wird ein normales Konsumprodukt werden. Michael Wicenec denkt an offensives Marketing. An alte Menschen, die in einer Windel vor der Kamera stehen und nicht lächerlich wirken.

Dann holt Wicenec sein letztes Schaubild aus dem Ordner. Darauf steht ein Satz des griechischen Staatsmannes Perikles: "Es kommt nicht darauf an, die Zukunft richtig vorherzusagen, sondern auf sie vorbereitet zu sein."

Vielleicht wird es in ein paar Jahrzehnten schwierig sein, noch etwas für Babys zu bekommen. Die paar übrig gebliebenen Mütter müssen sich dann die Windeln aus dem Erwachsenen-Sortiment zurecht schneiden. So wie sich früher die Alten mit Babywindeln beholfen haben. Das Leben kehrt sich um. Es wird nicht mehr von vorne gedacht.


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Ein netter Artikel, der zum Nachdenken anregt .....

Quelle:   Berliner Zeitung Online




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Forschung & Medizin
Universimed vom 07.07.2004
Foren-Admin
07 Jul 2004 13:48



Komplikationen bei TVT-Band: der Teufel schläft nicht




Dr. Judith Moser

WIEN: Die Behandlung weiblicher Stressinkontinenz mit suburethralen Tapes erfreut sich aufgrund hoher Erfolgsraten bei zugleich geringer Bereitschaft der Patientinnen zur konsequenten Durchführung konservativer Maßnahmen großer Beliebtheit. Dennoch muss auch bei TVT-Implantation an die Möglichkeit von Komplikationen gedacht werden.

Die TVT(tension free vaginal tape)-Implantation ist mittlerweile die beliebteste Therapie der Stressinkontinenz bei der Frau. In 95% der Fälle führt sie zum Erfolg, auch wird sie von den Patientinnen selbst favorisiert, da sie mit weniger Aufwand verbunden ist als etwa physiotherapeutische Maßnahmen oder Medikamenteneinnahme. Dementsprechend oft werden solche Eingriffe heute durchgeführt.

„Die Methode wird gern als minimal-invasiv präsentiert. Sie weist jedoch aufgrund der hohen Operationszahlen trotz des relativ kleinen Anteils an Komplikationen eine hohe absolute Komplikationsrate auf“, betont Prof. Dr. Laurent Boccon-Gibod, Vorstand der Abteilung für Urologie im Hospital Bichat, Paris.

Der Zugang entscheidet

Besonders problematisch in Bezug auf den operativen Zugang ist der retropubische Weg, der bei geringen Abweichungen von der korrekten Route schwere innere Verletzungen nach sich ziehen kann. Perforationen des Darmes und Verletzungen der externen Iliakalgefäße können tödlich sein, Läsionen der Blase haben weniger dramatische Konsequenzen. Okkulte Blasenperforationen werden nicht selten beobachtet, ebenso ist das Auftreten von späten Darmerosionen möglich.

Wenn der retropubische Zugang gewählt wird, empfiehlt Boccon-Gibod, eine Patientenselektion vorzunehmen, da in diesem Bereich voroperierte Personen für Komplikationen prädisponiert sind. Des Weiteren soll die etablierte Operationstechnik strikt eingehalten werden.

Andere Routen wie die präpubische und die transobturatorische gefährden bei gleicher Effizienz keine inneren Organe, wenngleich auch hier Urethra und Blase geschädigt werden können. Sie stellen heute eine gute Alternative zum retropubischen Weg dar.

Weitere Komplikationsquellen

Materialabhängige Komplikationen inkludieren urethrale und vaginale Erosionen bedingt durch falsche Platzierung oder Verrutschen des Tapes. „Bei der Präparation der Haut kann man nicht vorsichtig genug sein“, unterstreicht Boccon-Gibod. Für Infektionen sind besonders Diabetikerinnen anfällig, weshalb der Patientenselektion auch in dieser Beziehung eine wichtige Rolle zukommt.

Unter Umständen kommt es postoperativ zu einem Umschlagen der Symptomatik; so kann zu hohe Tape-Spannung oder das Vorliegen einer Hypokontraktilität des Detrusors zu Schwierigkeiten beim Urinieren führen. Obstruktionen finden sich bald nach der Operation in 10–20% der Fälle, später in 5–10%. Intermittierender Katheterismus bzw. Taperesektion kommt therapeutisch zur Anwendung.

De-Novo-Urge-Inkontinenz ist eine bedeutsame Komplikation, die bei 5–25% der Patienten auftritt. Tape-Release stellt die beste Lösung in dieser Situation dar, Anticholinergika wirken dagegen nicht sehr gut. In Bezug auf die Sexualfunktion werden nach TVT weder Verbesserungen noch Verschlechterungen beobachtet.


19 th Congress of the European Association of Urology (EAU), 27. März 2004, Wien

Quelle:   Universimed vom 07.07.2004




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SVI - Redaktion
Stefan
26 Jun 2004 16:09



Noch mehr Service bei Hilfsmittel - Discount




ERKERODE: Unser Partner die Firma Hilfsmittel -Discount bietet jetzt noch mehr Service an und das zu den bereits gewohnten Discountpreisen. Auch das Problem mit der Verlinkung wurde jetzt gelöst, man kommt nun direkt in den Onlineshop.

Viele Betroffene haben Probleme Ihre Rezepte in Apotheken oder Sanitätshäusern anzugeben. Dieses Problem war dem Team vom Selbsthilfeverband bekannt und so waren wir an einer Partnerschaft mit einem seriösen Onlineshop sehr interessiert. Mit Hilfsmitteldiscount haben wir einen Partner gefunden, der sich wirklich ins Zeug hängt. Zum Einen bietet er Discountpreise, zum Anderen bietet er einen Service, wo sich viele Apotheken und fast alle Onlineshops eine dicke Scheibe abschneiden sollten.

Nun wurde der Service nochmals verbessert.


Es gibt nun eine kostenlose Hotline (Freecall): (0800) 9 99 34 62 83, welche dem Kunden 24 Stunden zur Verfügung steht außerhalb der Geschäftszeiten können Telefonnummer und Nachrichten auf Band hinterlassen werden. Ein Rückruf erfolgt in der Regel innerhalb 24 Stunden (auch am Wochenende oder abends wenn gewünscht).

Sollen gewünschte Produkte noch nicht im Sortiment sein, dann versucht Hilfsmittel - Discount diese zu beschaffen. Bisher konnten diese Wünsche innerhalb 1-2 Wochen dann ins Sortiment aufgenommen werden. Auch ausländische Produkte wird versucht zu bekommen

Hilfsmittel -Discount rechnet mit allen Krankenkassen ab und Rezepte sind kein Problem. Alle Artikel, ob Inkontinenz- oder Diabetikerbedarf, werden neutral verpackt in der Regel innerhalb 3 Werktagen nach Eingang der Bestellung versandt.

In Zusammenarbeit mit dem Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. wurde versucht auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen und wird auch in Zukunft an weiteren Projekten gearbeitet. Hierzu wurde der Link von der Verbandseite überarbeitet und ein Qualitätsmanagementsystem erarbeitet.

Link: Hier gehts zu Hilfsmittel - Discount

Quelle:   SVI - Redaktion




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Forschung & Medizin
Urologische Nachrichten vom 22.06.2004
Foren-Admin
23 Jun 2004 14:09



Schlingen-OP beim Mann so erfolgreich wie ein künstlicher Sphinkter




TUSCON / USA: Die Zwischenergebnisse einer Schlingen-Operation beim Mann zeigen, dass diese Operationstechnik eine ähnlich hohe Erfolgsrate hat wie die eines künstlichen Blasensphinkters, berichten Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Journal of Urology.

Die Stress-Harninkontinenz nach einer Prostataoperation kann zu einem lästigen Problem werden, das sogar die Lebensqualität beeinflusst, erklären Dr. Nathan F. E. Ullrich und Dr. Craig V. Comiter vom University of Arizona Health Sciences Center und dem Southern Arizona Veterans Affairs Health Care System.

Sie führten eine prospektive Studie durch, um die perineale Schlingen-Operation beim Mann als Methode zur Beseitigung des Inkontinenz-Problems beurteilen zu können.

An der Untersuchung nahmen 36 Patienten teil, die sich dieser Operationsmethode unterzogen. Sie wurden prä- und postoperativ mit Hilfe des UCLA Prostate Cancer Index zur Harnfunktion sowohl auf eine quälende Harninkontinenz als auch auf die Anwendung von Einlagen untersucht.

Das mittlere Follow-up dauerte 25 Monate. Nach der Op benötigten 24 (67 Prozent) Patienten keine Einlagen mehr, fünf (14 Prozent) benutzten eine Einlage, vier (11 Prozent) zwei und drei (acht Prozent) benötigten weiterhin drei oder mehr Einlagen pro Tag.

Insgesamt nahm die mittlere Verwendung von Einlagen von 4,6 auf 0,64 Einlagen pro Tag ab (p < 0,001).

Von den Patienten berichteten 30 (83 Prozent) nach der Op, dass sie nicht oder nur geringfügig an einer Harninkontinenz litten, drei (acht Prozent) beurteilten die Inkontinenz als mäßiges Problem, während sie für weitere drei (acht Prozent) ein großes Problem darstellte.

Der mittlere Wert des UCLA Prostate Cancer Index zur Harnfunktion verbesserte sich von 33 vor dem Eingriff auf 330 nach der Operation (p < 0,001). Es gab keine Fälle von Erosionen, Infektionen oder verlängerter Retention.


The Journal of Urology 2004;172 (1): 207-209

Quelle:   Urologische Nachrichten vom 22.06.2004




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Gesundheit
Ärztliche Praxis vom 10.05.2004
Foren-Admin
10 Mai 2004 14:09



Erstes Deutsches Beckenbodenzentrum eröffnet




BERLIN: Für eine verbesserte Behandlung von Menschen mit Inkontinenz ist am Berliner St. Hedwig-Krankenhaus das Deutsche Beckenbodenzentrum geschaffen worden. Dort arbeiten Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen, so dass Patienten nicht mehr von einem Mediziner zum anderen geschickt werden müssen.

Behandelt werden alle gesundheitlichen Probleme, die den Beckenboden betreffen, so auch sexuelle Schwierigkeiten, Stuhlinkontinenz oder eine Senkung der Gebärmutter.

Den Angaben zufolge leiden vier Millionen Menschen in Deutschland unter Harninkontinenz. Ursachen können verschleppte Entzündungen, Bindegewebsschwäche nach einer Geburt oder auch psychische Erkrankungen sein.

Zum Angebot des Zentrums gehören auch eine Ernährungsberatung bei Übergewicht und Krankengymnastik speziell für den Beckenboden. «Erst wenn alles ausgeschöpft ist und die Patienten einen hohen Leidensdruck haben, wird operiert», sagte Koordinator Ralf Tunn.

Das Zentrum, das nach Angaben der Klinik in Deutschland einmalig ist, nahm schon am 1. Januar seine Arbeit auf. «Allein in der Urogynäkologie wurden im ersten Quartal mehr als 200 Patientinnen operiert», sagte Tunn. Schätzungsweise 600 Frauen kamen den Angaben zufolge in die Sprechstunde.

Quelle:   Ärztliche Praxis vom 10.05.2004




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Forschung & Medizin
Ärzte Zeitung, 06.05.2004
Foren-Admin
06 Mai 2004 12:52



Gute Erfolge mit Desmopressin bei Bettnässern




BERLIN: Für Kinder, die nachts nicht trocken werden, gibt es wirksame Therapien. In einer urologischen Schwerpunktpraxis bekamen 16 Prozent das Problem durch Verhaltenstherapie in den Griff, mit Hilfe von Medikamenten wurden weitere 83 Prozent innerhalb weniger Wochen trocken. Nur eins von 100 Kindern sprach auf keine Therapie an.

Das nächtliche Einnässen nach dem sechsten Lebensjahr ist nach Allergien die zweithäufigste Erkrankung bei Kindern. Über die primäre Enuresis nocturna wird aber nicht gern gesprochen, und es wird häufig nicht adäquat behandelt. Oft werden frustrane Versuche mit der Klingelhose gestartet, manchmal gar trizyklische Antidepressiva verordnet.

"Dabei gibt es klare Vorgaben für die Diagnostik und Therapie bei primärer Enuresis", sagte Dr. Arne-Daniela Marschall-Kehrel aus Oberursel auf einer Veranstaltung des Unternehmens Ferring in Berlin. Die Urologin hat sich auf die Behandlung von bettnässenden Kindern spezialisiert und hält sich eng an den vor ihr mitentwickelten Therapie-Algorithmus.

Die Behandlung sollte nicht-medikamentös beginnen mit Motivation, Veränderung des Trinkverhaltens und Biofeedback-Training. "Auch die Klingelhose hat ihre Berechtigung, aber nur bei Kindern, die keinen allzu tiefen Schlaf haben", sagte die Fachärztin.

Hilft das alles nicht, sollte mit Desmopressin (vom Unternehmen als Minirin® angeboten) behandelt werden. Das synthetische Hormon-Analogon gleicht einen Vasopressin-Mangel aus. "Die meisten Kinder, die einnässen, schütten nachts zu wenig Vasopressin aus und produzieren deshalb zu viel Urin", so Marschall-Kehrel. "Das Präparat wirkt sehr gut und ist bei richtiger Anwendung verträglich".

Die Urologin wertete die Daten von 217 bettnässenden Kindern aus, die auf eine Verhaltenstherapie nicht angesprochen hatten. 60 Prozent wurden innerhalb von zwei Wochen allein mit Desmopressin-Tabletten trocken und weitere 23 Prozent nach Kombination mit anderen Medikamenten.

Für die Kombinationstherapie eignen sich Anticholinergika und Alpha-Blocker. Die früher üblichen Antidepressiva sind obsolet. "Werden die Medikamente dann langsam über einige Monate hinweg abgesetzt, sind Rückfälle selten", sagte die Urologin. Die Kinder nehmen die Tabletten abends ein und dürfen dann nichts mehr trinken. So lasse sich eine Wasserintoxikation sicher vermeiden, sagte Marschall-Kehrel.

Quelle:   Ärzte Zeitung, 06.05.2004






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