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Urologische Nachrichten vom 27.06.2016
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28 Jun 2016 19:16



Wenn Schulkinder noch oder wieder einnässen




von Martin Claßen

BREMEN: Martin Claßen, Chefarzt der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Links der Weser in Bremen. Einnässen ist kein Versagen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Im Zweifelsfall kann ein Arzt helfen, wie die Deutsche Kontinenz Gesellschaft betont.

Die Einschulung ist ein Meilenstein im Kinderleben, denn sie bedeutet eine grundlegende Änderung des Tagesablaufes. Doch wie können Kinder, die tagsüber oder nachts noch einnässen, diesen Schritt bewältigen? Und warum beginnen einige Kinder, die längst trocken waren, wieder mit dem Einnässen? Dr. Martin Claßen, Chefarzt der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Links der Weser in Bremen erklärt, wie Eltern ihrem Kind helfen können.

Herr Dr. Claßen, gibt es eine goldene Regel, wie man Erstklässlern helfen kann, die noch oder wieder einnässen?

Claßen: Grundsätzlich ist wichtig, dass die Eltern das Problem offen angehen. Denn wer aus Scham schweigt, hat keinen Zugang zu Hilfe. Eine Untersuchung (1) hat nachgewiesen, dass etwa 17 Prozent der Eltern bei der Schuluntersuchung des Gesundheitsamtes einräumten, dass ihr Kind noch nicht trocken ist – vorausgesetzt, die Frage wurde so gestellt, dass man sich bei der Antwort nicht schämen musste. Im Gegensatz dazu gaben dies nur knapp acht Prozent der Eltern zu, wenn die Frage selbst schon eine Hürde bei der Bekenntnis zum Problem darstellte. Das belegt: Das Thema ist immer noch mit einem Tabu behaftet. Und es zeigt, wie häufig das Problem vorkommt!

Warum wird kindliches Einnässen denn noch immer tabuisiert?

Claßen: Oft werden psychische Probleme oder schlichte Bequemlichkeit des Kindes als Ursache vermutet. Das ist in den allermeisten Fällen falsch. Was wenige wissen: Primäre Enuresis (nächtliches Einnässen) ist die zweithäufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Zu den Ursachen der Enuresis zählen falsche Verteilung der Trinkmengen, eine nicht altersgerecht entwickelte Blase oder dass nachts mehr Urin gebildet wird, als die Blase fassen kann. Zudem spielen für die Blasenkontrolle die Verbindung von Blasenentleerungsmuskel und Schließmuskel sowie die Wahrnehmung der Blasenfüllung eine wichtige Rolle. Gibt es an einer dieser Stellen ein Problem, kommt es zu einer Funktionsstörung der Blase. Erbfaktoren (2) können zusätzlich eine Rolle spielen: War ein Elternteil Bettnässer, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass dies auch auf das Kind vererbt wird, bei 45 Prozent. Waren beide Eltern betroffen, wird das Kind es mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent auch sein.

Welche Möglichkeiten haben Eltern, ihren Kindern Hilfe zukommen zu lassen?

Claßen: Zunächst einmal sollten sie einen Arzt aufsuchen. Auf keinen Fall sollten sie die Kinder unter Druck setzen. Wer ein "Trink- und Pipi-Protokoll" vorbereitet und zum Arzt mitnimmt, gibt wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose. Im Weiteren wird der Arzt zur Klärung körperlicher Ursachen eine Ultraschalluntersuchung oder eine Harnflussmessung vornehmen – beides Maßnahmen, die die meisten Kinder angstfrei mitmachen. Steht die Ursache fest, ist das Einnässen in der Regel zügig und gut therapierbar.

Die Ursachen und Therapiemöglichkeiten, die Sie benannt haben, treffen auf die Kinder mit Enuresis zu. Das sind die Kinder, die bis zur Einschulung noch nicht trocken waren. Was ist denn mit den Kindern, die erst mit der Einschulung wieder mit dem Einnässen beginnen?

Claßen: Dieses Phänomen wird gern dem Schulstress angelastet – aber das stimmt meistens nicht. Hier kann man mit der Beseitigung einiger ganz einfacher Hürden das Problem oft schon lösen: Weiß das Kind genau, wo die nächste Schultoilette ist und findet es dort alleine hin? Ist die Toilette angenehm oder in einem Zustand, vor dem sich das Kind ekelt? Traut sich das Kind den Weg zur Toilette alleine zu, oder braucht es Begleitung? Hat sich das Trinkverhalten durch den veränderten Tagesablauf so einschneidend geändert, dass das Ausscheidungsverhalten davon beeinträchtigt ist? Besonders wichtig: Trinkt das Kind tagsüber genug oder vergisst es das vielleicht?
Wenn diese Fragen jedoch ergebnislos erörtert wurden, sollte der nächste Gang zum Arzt führen. Besonders die von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft zertifizierten Beratungsstellen oder Kontinenz- und Beckenboden-Zentren sind für das Thema sensibilisiert und können kompetent weiterhelfen. Ärzte die sich mit Kinderurologie/Kinder- und Jugendmedizin beschäftigen, sind in den Listen gekennzeichnet.
In jedem Fall gilt: Einnässen ist ein lösbares, medizinisches Problem. Eltern können und sollten damit ebenso offen umgehen, wie wenn sie ihr Kind mit einer Halsentzündung zum Arzt begleiten. Denn nur ein selbstverständlicher Umgang der Eltern mit dem Thema kann auch zu einem offenen Verhalten des Kindes führen und Ängste und Scham vermeiden.

Quellen:
1. Ergebnisse einer Umfrage von vier Gesundheitsämtern im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen 2012/2013, Initiative trockene Nacht e.V.
2. Gontard A von, Schaumburg H, Hollmann E et al. : Die Genetik der Enuresis: Ein Überblick. J Urol 2001;166:2438-2443.

Quelle:   Urologische Nachrichten vom 27.06.2016




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Bundesverband Medizintechnologie e.V. vom 27.04.2016
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02 Mai 2016 14:46



BVMed veröffentlicht Internetseiten zur operativen Behandlung von Inkontinenz bei Männern und Frauen




BERLIN: Die BVMed-Arbeitsgruppe "Operative Behandlung der Inkontinenz" hat im Internet ein umfangreiches Informationsangebot über die verschiedenen Formen der Harn- und Stuhlinkontinenz bei Frauen und Männern sowie zu bestehenden Operationsmöglichkeiten veröffentlicht. Die Webadresse lautet http://www.bvmed.de/inko-op. "Stuhl- oder Harninkontinenz kann jeden treffen, ist aber nach wie vor ein Tabuthema. In vielen Fällen gibt es jedoch Behandlungsmöglichkeiten durch moderne Medizinprodukte, die die Symptome lindern und im besten Fall sogar die Inkontinenz beheben können", so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt zu dem neuen Informationsangebot. Die Verfahren seien etabliert, es hätten bereits viele Patienten von einer operativen Therapie profitiert, so der BVMed. Betroffene sollten sich daher bei Problemen an einen Arzt wenden, um eine individuelle Therapie zu erhalten.

Inkontinenz tritt als Folge von verschiedenen Grunderkrankungen auf. Nach Expertenschätzungen sind in Deutschland rund 9 Millionen Menschen von Inkontinenz betroffen. Dabei handelt es sich um eine anerkannte Krankheit der Weltgesundheitsorganisation WHO. Ihre Behandlung fällt in die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen. Die Betroffenen haben daher einen Anspruch auf eine adäquate, medizinisch notwendige Versorgung. Die Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung steigt mit dem Alter. Jedoch können auch schon junge Menschen betroffen sein.

Die Harninkontinenz betrifft dabei deutlich mehr Frauen als Männer. Junge Frauen sind vor allem bei den schwereren Formen der Stuhlinkontinenz häufiger betroffen. Obwohl die Inkontinenz die Betroffenen häufig stark belastet, sucht nur ein geringer Anteil der Patienten ärztliche Hilfe. Das neue Internetangebot unter http://www.bvmed.de/inko-op informiert, welche Formen der Inkontinenz es bei Frauen und Männern gibt und welche Therapien jeweils möglich sind.

Harninkontinenz

Harninkontinenz ist der medizinische Fachbegriff, der den Zustand beschreibt, den Urinfluss aus dem Körper nicht kontrollieren zu können. Der Urin fließt demnach unwillkürlich (tröpfchenweise oder sogar frei) aus der Blase heraus.

Folgende operative Therapiemöglichkeiten gegen Harninkontinenz werden auf den BVMed-Seiten beschrieben: Anhebung / Raffung des Gewebes (Kolposuspension); Schlinge / Band; Beckenbodennetz; Unterspritzung / Bulking Agents; Blasenschrittmacher (Sakrale Neuromodulation); Künstlicher Blasenschließmuskel (Sphinkter); Injektion von Botox in die Blasenwand.

Stuhlinkontinenz

Der medizinische Fachbegriff Stuhlinkontinenz beschreibt den Zustand, den Abgang von Winden, Schleim, flüssigem oder festem Stuhl nicht bewusst zurückhalten zu können. Die Darmtätigkeit und die Darmentleerung werden durch ein komplexes Zusammenspiel aus Muskeln, Nerven und dem Gehirn gesteuert. Besteht ein Problem an einem der Steuermechanismen, beispielsweise ein Defekt am Schließmuskel oder eine Störung der Darmschleimhaut, kann dies zu einer Stuhlinkontinenz führen und somit auch die Lebensqualität negativ beeinflussen.

Folgende operative Therapiemöglichkeiten stehen bei Stuhlinkontinenz zur Verfügung: Teilentfernung des ausgestülpten Darms (Rektumprolaps); Rekonstruktion des analen Schließmuskels bei Schädigung (Sphinkterrekonstruktion); Beckenbodennetz; Darmschrittmacher (Sakrale Neuromodulation); Unterspritzung / Bulking Agents; Schlinge (Puborektalschlinge); künstlicher analer Schließmuskel (Sphinkter); Muskelverlagerung zur Schließmuskelwiederherstellung (Dynamische Gracilisplastik); Künstlicher Darmausgang (Stoma - Kolostomie).

Weitere Informationen zum Thema gibt es unter http://www.bvmed.de/inko-op.

Quelle:   Bundesverband Medizintechnologie e.V. vom 27.04.2016




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PresseBox von 01.02.2016
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01 Feb 2016 19:58



Künstliches Sphinktersystem, mit neuen richtungsweisenden, technischen Innovationen




SEEFELD: Unterschiedliche Erkrankungen können eine Harninkontinenz verursachen. Weltweit leiden etwa 200 Millionen, in Deutschland etwa 8 Millionen Menschen an der Volkskrankheit Inkontinenz, so Experten auf dem Jahreskongress der Kontinenz Gesellschaft Ende 2015 in München. Hilfe können die Patienten unter anderem von modernen Implantaten erwarten.

Mit der Entwicklung von aktiven Implantaten hat die Firma DUALIS MedTech GmbH seit Jahren Erfahrung. Jetzt will die Firma eine neue Generation eines künstlichen Schließmuskels entwickeln. Der IWSS "Implantable Wireless Sphinkter System" wird auf diesem Gebiet richtungsweisend sein.

Leichtes Handling für Patienten

Über eine Smart Watch oder alternativ über eine kleine Fernbedienung lässt sich der implantierte Sphinkter steuern, und ist somit für Männer als auch Frauen gleichermaßen geeignet. Selbst für Personen mit leichten motorischen Behinderungen ist so ein Implantat denkbar. Dadurch können deutlich mehr Patienten versorgt werden, als mit den bisherigen Systemen. Das System reagiert automatisch auf plötzliche Druckveränderungen, wobei der Patient über die Bedieneinheit verschiedene Druckmodi selbst einstellen kann.

Signifikante Vorteile für Arzt und Patient


Das IWSS Implantat wird sich genauso einfach implantieren lassen, wie derzeitige manuelle Systeme. Einmal implantiert, wird der Druck automatisch geregelt und somit das Gewebe um die Urethra geschont. Deshalb kann das IWSS länger implantiert bleiben als bisherige Systeme. Weiterhin kann das System automatisch auf Stresssituationen reagieren, indem es den Druck kurzzeitig erhöht. Mittels eines Sicherheitssystems wird ein Alarm ausgelöst, wenn das Implantat die Harnröhre nach einer gewissen Zeit nicht öffnet (Patient ist ohnmächtig). Sofern der Alarm ignoriert wird, öffnet das System automatisch. Das ist auch der Fall, wenn im Akku nicht mehr genügend Energie vorhanden ist. Das Aufladen der Batterie erfolgt einmal wöchentlich für etwa eine Stunde mit dem Charger, der mit der firmeneigenen kabellosen Ladetechnik MedBase ® ausgestattet ist. Die Leistungsfähigkeit ermöglicht den Ladevorgang auch durch die Kleidung. Wenn gewünscht, können die gespeicherten Druckwerte des Implantats per Funk über einen Server zum behandelnden Arzt übermittelt und analysiert werden (Homecare). Die dadurch mögliche 24/7 Versorgung des Patienten, bietet dem Arzt eine völlig neue Art der Diagnose und Therapie. So ist es z. B. möglich, frühzeitig Gewebeveränderungen oder falsch eingestellte Druckwerte zu erkennen und komplette urodynamische Untersuchungen durchzuführen. Die Datensicherheit ist selbstverständlich gewährleistet. Das System verfügt über eine Lebenszeit von zehn Jahren und ist für alle gängigen bildgebenden Verfahren kompatibel.

Fazit

Die zukunftsweisende Technologie des IWSS, der Firma DUALIS Medtech GmbH, ermöglicht Patienten einen komfortablen Umgang mit der Erkrankung und dem Arzt neue und weitreichende Therapieoptionen. IWSS ist ein Beitrag zur evidenzbasierten Medizin.



Kontakt
DUALIS MedTech GmbH
Am Technologiepark 8+10
D-82229 Seefeld

http://www.dualis-medtech.de/investitio ... sphinkter/

Quelle:   PresseBox von 01.02.2016




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Urologische Nachrichten vom 18.01.2016
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01 Feb 2016 19:41



Risikofaktoren für Therapieversagen bei AMS 800




von Markus Grabbert

MÜNCHEN: Retrospektive Analyse nach Implantation eines artifiziellen Harnröhrensphinkters. Der artifizielle Harnröhren­sphinkter AMS 800® (Boston Scientific, USA; vormals: American Medical Systems, Minnetonka, MN/USA) kann insgesamt als effektives Therapiesystem mit einer hohen Patientenzufriedenheit von rund 82 Prozent im Studienkollektiv angesehen werden. In der hier vorgestellten Studie konnte ein signifikanter negativer Effekt einer präoperativen Anti­koagulation, der primären Implantation eines Doppel-Cuff-Systems sowie einer stattgehabten pelvinen Bestrahlung nachgewiesen werden. Diese Faktoren konnten somit erstmals als Risikofaktoren für ein Therapieversagen definiert werden. Der perineale Zugangsweg scheint außerdem vorteilhaft.

Der AMS 800 ist die Therapieform der Wahl zur Behandlung der schweren persistierenden Belastungsinkontinenz des Mannes. Er wird heutzutage mit Abstand am häufigsten eingesetzt und vereint hohe Effektivitätsraten mit jahrzehntelanger Erfahrung. Allerdings sind hohe Komplikationsraten beschrieben. Obwohl der AMS 800 schon seit Jahrzehnten eingesetzt wird, sind die Risikofaktoren für ein Therapieversagen beziehungsweise für Revisionsoperationen bisher nicht klar definiert. In der vorliegenden Studie sollten Risikofaktoren für ein Therapieversagen nach der Implantation eines AMS 800 untersucht werden.

Methode

Die Daten von 84 Patienten, die zwischen März 2002 und Mai 2012 einen AMS 800 implantiert bekommen hatten, wurden retrospektiv und monozentrisch analysiert. Die Effektivität wurde anhand des täglichen Vor­lagenverbrauchs evaluiert. Patienten ohne Vorlage wurden als kontinent definiert. Patienten mit maximal einer Vorlage in 24 Stunden wurden als sozial kontinent definiert.

Es wurde eine Liste potenzieller Risikofaktoren erstellt und im Anschluss der Einfluss der Risikofaktoren auf Explantations- und Revi­sionsraten, Implantatinfektionen, Harnröhrenarrosionen sowie die Kontinenzraten statistisch mittels Chi-Quadrat-Tests untersucht. Der statistische Vergleich hinsichtlich des Vorlagenverbrauchs erfolgte mithilfe einer Wilcoxon-Analyse bei einem statistischen Signifikanzniveau von p<0,05.

Ergebnisse

Das mittlere Follow-up betrug 39,7 Monate. 71 Prozent der AMS 800 wurden penoskrotal implantiert, 29 Prozent über einen perinealen Zugangsweg. Im Mittel wurden präoperativ neun (4–20) Vorlagen benötigt. Nach dem maximalen Follow-up war der AMS 800 noch bei 64 von 84 Patienten (76 %) in situ, mit einer Kontinenzrate (0 Vorlagen in 24 h) von 29 Prozent (16/64) und einer sozialen Kontinenzrate (0–1 Vorlage in 24 h) von 52 Prozent (33/64) bei einem mittleren Vorlagenverbrauch von 1,6 (p=0,001).

Patienten, die eine präoperative Antikoagulation benötigten, hatten signifikant höhere Harnröhrenarro­sionsraten (6 % vs. 30 %; p=0,002) und Explantationsraten (15 % vs. 34 %; p=0,047). Pelvin vorbestrahlte Patienten wiesen signifikant höhere Infek­tionsraten auf (0 % vs. 10 %; p=0,018). Der penoskrotale Zugangsweg zeigte signifikant erhöhte Arrosionsraten (0 % vs. 21 %; p=0,015), wobei kein Unterschied bezüglich einer vorherigen Bestrahlung und einer eingenommenen Antikoagulation zwischen den Gruppen der penoskrotal und der perineal operierten Patienten bestand. Die Implantation eines Doppel-Cuff-Systems führte zu einer signifikanten Erhöhung der Explantationsrate (58 % vs. 24 %; p=0,014) und der Revisionsrate (75 % vs. 38 %; p=0,017) sowie einer signifikanten Steigerung der Implantatinfektionen (17 % vs. 1 %; p=0,008).

Literatur:
Kretschmer A, Buchner A, Grabbert M, Bauer RM et al. Risk factors for artificial urinary sphincter failure. World J Urol 2015 Aug 8. [Epub ahead of print]

Autoren:
M. T. Grabbert, A. Kretschmer, C. G. Stief, R. M. Bauer
Urologische Klinik und Poliklinik
Klinikum der Universität München (LMU)

Korrespondenz:
Dr. Markus Grabbert
E-Mail: markus.grabbert@med.uni-muenchen.de

Quelle:   Urologische Nachrichten vom 18.01.2016




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Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. vom 01.02.2016
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01 Feb 2016 19:27



Lach-Inkontinenz ist für Kinder nicht zum Lachen




von äin-red

KÖLN: Ebenso wie Erwachsene können Kinder unter Inkontinenz und Beckenboden-Dysfunktionen leiden. Aber bei ihnen werden diese Beschwerden häufiger übersehen und sind schwer zu erkennen. Bei einigen Kindern kann schon ein einziger Lachanfall Harnabgang und große Angst verursachen.

"Gelegentlicher, geringer Harnverlust tagsüber bei jüngeren Kindern und Kindern, die sich noch im Toilettentraining befinden, ist ein normaler Teil der Entwicklung", erklärt Dr. Robert Mevorach, Owings Mills, Maryland, USA. "Wenn der Harnverlust aber die soziale Entwicklung des Kindes beeinträchtigt, es in der Schule stört oder sein Wohlbefinden einschränkt, sollte es dem Kinder- und Jugendarzt bzw. einem pädiatrischen Urologen vorgestellt werden.

Symptome der Inkontinenz bei Kindern

Die Eltern können die Symptome der Harninkontinenz und / oder eine Fehlfunktion der Beckenbodenmuskulatur bei ihrem Kind bemerken, wenn das Kind beim Lachen, Husten oder bei bestimmten Bewegungen, wie z.B. Hüpfen, Harn verliert. Manchmal kann häufiges Wasserlassen und häufiger Harndrang auch durch eine Harnwegsinfektion verursacht werden. Bei einigen Kindern kann Einnässen tagsüber mit nächtlichen Bettnässen kombiniert sein.

Häufige Ursachen für Harninkontinenz bei Kindern

  • Verstopfung: In über 70% der Fälle leiden Kinder aufgrund einer Verstopfung unter Harninkontinenz. Der überfüllte Darm übt zusätzlichen Druck auf die Blase aus, wodurch Urin austreten kann. Die Behandlung der Verstopfung beendet dann meist auch die Inkontinenz.
  • Infektion: Eine Blasen- oder Harnwegsinfektion (HWI).
  • Zurückhalten: Ein Kind kann den Urin während eines gesamten Schultages halten, weil es befürchtet, auf die öffentliche Toilette gehen zu müssen, und dies vermeiden will. Dies kann zu Harn-Entleerungsproblemen und Harnverlust führen. Jüngere Kinder können ihren Urin zudem bis zur letzten Sekunde halten, wenn sie von etwas Spannenden abgelenkt sind, was zu einem "Unfall" führen kann, wenn sie den Druck der Blase nicht mehr halten können.

Erkennung ist der erste Schritt zur Therapie

Wichtig ist es, die Ursachen der Harninkontinenz eines Kindes aufzudecken. Kindern, die seit einiger Zeit von Inkontinenz betroffen sind, hilft oft ein Toilettentraining. Mit einem spezialisierten Physiotherapeuten stärkt das Kind seine Beckenbodenmuskeln und lernt, wie Ernährung, Schlaf und Bewegung zu dem Problem beitragen können. Manche Experten setzen Computerspiele zur spielerischen Gestaltung und besserem Verständnis für das Kind ein. Zudem erwirbt das Kind Strategien zur Überwindung von Inkontinenz in der Schule und in sozialen Situationen durch positive Verstärkung.

Quelle: HealthNewDigest, PR Newswire

Quelle:   Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. vom 01.02.2016




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Deutsches Ärzteblatt vom 21.12.2015
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22 Dez 2015 10:59



Magnet-Implantat lindert Stuhlinkontinenz




von rme

SILVER SPRING - USA: Ein flexibles Band aus miteinander verbundenen Titankugeln mit Magnetkern, das in einem chirurgischen Eingriff um den Analkanal herum positioniert wird, kann den Analkanal bei Patienten mit fäkaler Inkontinenz wieder abdichten. Das Produkt eines US-Herstellers, das in Deutschland vereinzelte Kliniken implantieren, hat jetzt die US-Zulassung erhalten.

Während in Europa Medizinprodukte allein aufgrund ihrer technischen Zuverlässigkeit und Sicherheit über ein CE-Zertifikat eingeführt werden, verlangt die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) einen Wirkungsnachweis durch eine klinische Studie.

Die Hürden sind allerdings nicht allzu hoch, wenn der Hersteller versichert, dass sein Produkt für weniger als 4.000 Patienten im Jahr infrage kommt. Dann greift eine „Humanitarian Device Exemption“, die ein erleichtertes Zulassungsverfahren ermöglicht. Dies soll verhindern, dass Medizinprodukte nur deshalb nicht eingeführt werden, weil der Hersteller mehr Geld für die klinischen Tests ausgeben muss, als er später als Gewinn erzielen kann.

Bei dem Fenix Continence Restoration System des Herstellers Torax Medical aus Shoreview in Minnesota begnügte sich die FDA mit einer Studie an 35 Erwachsenen, in an zwei Zentren in den USA sowie einem in Dänemark und Frankreich durchgeführt wurden. Die Patienten mussten über mindestens zwei fäkale Inkontinenzen pro Woche (mehr als nur Schmierstuhl) berichten, und sie mussten erfolglos konservative und medikamentöse Therapien versucht haben, um an der Studie teilzunehmen. Zu den etablierten Therapien zählen beispielsweise die Einnahme von Quellstoffen, eine Radiofrequenzablation oder die Sakralnervenstimulation.

Die Operation bestand in der Implantation einer Kette aus mehreren Titankugeln mit jeweils einem Magnetkern. Im ersten Schritt präparierte der Chirurg einen Gewebekanal in der Umgebung des Analsphinkters. Dann nahm er mit einem „sizing tool“ Maß, um schließlich mit einem „introducer tool“ die Kette aus Titankugeln zu platzieren und zu verschließen. Im Normalzustand bilden die Magnete einen geschlossenen Ring um den Analsphinkter. Bei der Defäkation öffnet sich der Ring der mit einem Band verbundenen Kugeln kurzzeitig und dichtet danach den Analkanal wieder ab.

Laut den Studienergebnissen kam es nach 12 Monaten bei 62,9 Prozent der Teilnehmer zu einer Reduktion der Stuhlinkontinenz-Episoden um die Hälfte oder mehr, 54,3 Prozent der Patienten berichteten über eine Verringerung der Stuhlinkontinenz-Tage um die Hälfte oder mehr und bei 37,1 Prozent kam es zu einer Verringerung der Drang-Episoden um die Hälfte oder mehr. Die Studienteilnehmer berichteten zudem über eine bessere Lebensqualität mit einem Rückgang von Depressionen oder Gefühlen der Verlegenheit sowie einer gesteigerten positiven Selbstwahrnehmung.

Die FDA sieht keine Sicherheitsprobleme außer bei Patienten mit bekannten oder vermuteten Allergien auf Titan. Bei ihnen dürfen weder das „sizing tool“ noch das „introducer tool“ eingesetzt werden, heißt es in der Pressemitteilung. Alle Patienten müssen später darauf achten, dass sie keine Kernspintomographie (MRT) bei sich durchführen lassen, da das dabei erzeugte starke Magnetfeld die Position der Titankugeln im Körper verschieben könnte. Die FDA bezeichnet die MRT ausdrücklich als unsicher. Die Zulassung sieht vor, dass die US-Patienten über weitere fünf Jahre jährlich nachbeobachtet werden, um die langfristige Effektivität und Sicherheit zu untersuchen.

Quelle:   Deutsches Ärzteblatt vom 21.12.2015




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Urologische Nachrichten vom 30.11.2015
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10 Dez 2015 13:49



27. Kontinenz-Kongress - Neue Standards für eine bessere Versorgung




MÜNCHEN: In zukünftigen Zeiten des Ärztemangels und mit einer zunehmenden geriatrischen Bevölkerung ist es besonders wichtig, die Versorgung im Bereich Inkontinenz heute bereits sicherzustellen. Dies betonten Experten beim 27. Kontinenz-Kongress in München.

Um die Qualität in der Diagnostik und Therapie der Harn- und Stuhlinkontinenz zu verbessern, plädiert Prof. Axel Haferkamp, Erster Vorsitzender der Deutschen Kontinenz Gesellschaft und Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Frankfurt, für ein einheitliches Zertifizierungssystem für Kontinenz- und Beckenboden-Zentren sowie eine Vereinheitlichung der Ausbildung von Pflege - und Assistenzberufen. „Damit können Standards geschaffen werden, von denen zukünftig Patienten profitieren", so Hakeramp auf dem 27. Jahreskongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft, der am 26. und 27.11.2015 in München stattfand.

Der Beckenboden ist ein komplexes System, das uns ermöglicht, Harn und Stuhl zu halten und zur rechten Zeit zu entleeren. Er ist aber auch der Ort im Körper, an dem Sexualität aktiv erlebt wird. Kein Wunder also, dass Beckenbodenfunktionsstörungen vielfältige Folgen haben können: Harn- und Stuhlinkontinenz, Senkung und Vorfall von Scheide und Gebärmutter und auch sexuelle Beeinträchtigungen. Vor allem der ungewollte Verlust von Urin führt häufig dazu, sexuellen Kontakt zu vermeiden. „Dabei steht heute eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die zu einer Verbesserung des sexuellen Empfindens beitragen“, betont Prof. Ursula Peschers, Chefärztin für Gynäkologie, Urogynäkologie und rekonstruktive Beckenbodenchirurgie am Kontinenz- und Beckenboden-Zentrum München.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Harninkontinenz als Folge einer Prostataoperation. Mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 20 Prozent ist sie nach wie vor die gefürchtetste Komplikation bei Prostatektomien. Dabei steht heute zur Behandlung der Inkontinenz ein breites Spektrum an konservativen und operativen Therapien zur Verfügung. „Durch eine fachgerechte Diagnostik und eine gut fundierte Beratung kann heute jedem betroffenen Mann die Chance auf eine individualisierte Behandlung mit guten Erfolgsaussichten und deutlicher Verbesserung der Lebensqualität eröffnet werden“, betont PD Dr. Ricarda Bauer, Leiterin des Kontinenzzentrums an der Urologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Auch die Stuhlinkontinenz stellt eine erhebliche Belastung der betroffenen Frauen und Männer dar. Neben der konservativen Therapie, die auf die Konsistenzverbesserung der Ausscheidung sowie auf die Aktivierung der Beckenbodenmuskulatur und Koordination durch spezielle Beckenbodengymnastik zielt, gibt es auch hier operative Behandlungsmöglichkeiten. Dr. Monika Scheibe, Oberärztin Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie und Leiterin der Initiative Beckenboden am Heilig Geist-Krankenhaus (durch die Deutsche Kontinenz Gesellschaft zertifiziertes Kontinenz- und Beckenboden-Zentrum): „Bei idiopathischen und therapieresistenten Stuhlinkontinenzen kann ein Darmschrittmacher implantiert werden. Dieser aktiviert über elektrische Impulse die Nerven des Beckenbodens, wodurch die Kontinenzleistung ganz oder teilweise wiederhergestellt werden kann.“

(Deutsche Kontinenz Gesellschaft/ms)

Quelle:   Urologische Nachrichten vom 30.11.2015




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Ärzteblatt vom 09.09.2015
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10 Sep 2015 15:30



Reizblase: Extreme Blutdruckanstiege unter Mirabegron




von rme

BONN: Das Beta-Sympathomimetikum Mirabegron, das zur Behandlung der hyper­aktiven Blase (Reizblase) eingesetzt wird, kann den Blutdruck deutlich steigern. Es darf deshalb nicht mehr bei Patienten mit schwerer, nicht ausreichend eingestellter Hypertonie eingesetzt werden. Darauf macht der Hersteller jetzt in einem Rote-Hand-Brief aufmerksam.

Mirabegron ist ein Agonist an Beta-3-Adrenozeptoren. Der Wirkstoff relaxiert die glatten Muskelzellen in der Blasenwand. Patienten mit Reizblase gelingt es mit dem Medika­ment besser, ihren imperativem Harndrang zu überwinden und die Miktionsfrequenz zu senken. Nach günstigen Ergebnissen mehrerer Doppelblindstudien wurde das Mittel 2012 in den USA und ein Jahr später in Europa zugelassen.

Trotz der hohen Selektivität bleibt Mirabegron ein Sympathomimetikum und eine Restwirkung auf die Rezeptoren in Herz- und Gefäßen dürfte erklären, warum es unter der Therapie zu einem Anstieg des Blutdrucks kommen kann. Eine Hypertonie wird bereits jetzt in den Fachinformationen als mögliche Behandlungsfolge erwähnt. Das Ausmaß des Risikos wurde jedoch offenbar unterschätzt. Nach der Einführung kam es zu „schwerwiegenden Fällen von Hypertonie und erhöhtem Blutdruck“, wie der Hersteller jetzt in einem Rote-Hand-Brief schreibt.

Darüber hinaus gab es einige Fälle von „hypertensiven Krisen sowie zerebrovaskulären und kardialen Ereignissen in Verbindung mit Hypertonie“, heißt es weiter, ohne dass Zahlen zur Häufigkeit genannt werden (wie dies in Drug Safety Communications der FDA üblich ist). Laut dem Schreiben des Herstellers ist nicht auszuschließen, dass „andere begleitende Faktoren“ an den Blutdruckkrisen beteiligt waren.

Dennoch wird eine klare Kontraindikation verfügt: Patienten mit schwerer, nicht aus­reichend eingestellter Hypertonie, definiert als systolischer Blutdruck über 180 mmHg und/oder diastolischer Blutdruck über 110 mmHg, dürfen das Mittel nicht einnehmen. Der Blutdruck ist vor Beginn der Behandlung zu messen und regelmäßig während der Behandlung zu kontrollieren, insbesondere bei Patienten mit Hypertonie.

Quelle:   Ärzteblatt vom 09.09.2015




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Bundesverband Medizintechnologie e.V. vom 28.07.2015
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30 Jul 2015 20:05



RKI-Kommission empfiehlt intermittierenden Selbst-Katheterismus (ISK) zur Vermeidung von Harnwegsinfektionen




BERLIN: Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt als zentralen Punkt zur Prävention von Katheter-assoziierten Infektionen, den intermittierenden Selbst-Katheterismus (ISK) dem Blasenverweilkatheter vorzuziehen, "wo immer dies praktikabel ist". Darauf hat der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hingewiesen. Die KRINKO-Empfehlung "Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen" ist im Bundesgesundheitsblatt (Ausgabe 2015/6) veröffentlicht worden. Ausführliche Informationen zur ISK-Versorgung sowie die KRINKO-Empfehlung gibt es auf einem speziellen BVMed-Portal unter http://www.faktor-lebensqualitaet.de.

Das vorrangige Ziel der neuen KRINKO-Empfehlung ist, die Häufigkeit infektiöser Komplikationen im Zusammenhang mit dem Katheterismus der Harnblase zu minimieren. Bei jedem Anlegen eines Blasenverweilkatheters sollte aus KRINKO-Sicht zunächst geprüft werden, ob nicht ein aseptischer, intermittierender Einmal-(Selbst-)Katheterismus in Frage kommt. Dieser Empfehlung schließen sich die BVMed-Experten an. Die Empfehlung der strengen Indikationsstellung des Blasenverweilkatheters stellt dabei eine Empfehlung der Evidenzkategorie II dar. Dies bedeutet, dass die Empfehlung auf hinweisenden Studien bzw. Untersuchungen und strengen, plausiblen und nachvollziehbaren theoretischen Ableitungen basiert.

Harnwegsinfektionen zählen zu den häufigsten nosokomialen Infektionen überhaupt. In den nicht-chirurgischen Fächern sind sie sogar die häufigste Infektionsart. Bei Infektionen im Krankenhaus haben Harnwegsinfektionen einen Anteil von rund 30 Prozent. Auch in Pflegeheimen besteht eine Prävalenz von 30 Prozent. Harnwegsinfektionen können zu schwerwiegenden Komplikationen führen und gehören zum Beispiel zu den häufigsten Ursachen von im Krankenhaus auftretenden sekundären Sepsisfällen. Relevanz haben Harnwegsinfektionen darüber hinaus wegen der hierdurch verursachten Antibiotikaverordnungen und des daraus resultierenden Selektionsdrucks auf Erreger. Die Prävention von Harnwegsinfektionen ist daher ein zentrales Thema mit gesundheitspolitischen Auswirkungen.

Mit der aktuellen Empfehlung präzisiert die KRINKO ihre bisherige Empfehlung aus dem Jahr 1999, in der bei Kurzzeitdrainagen (weniger als 5 Tage) alternativ der transurethrale Blasenverweilkatheter, der suprapubische Blasenverweilkatheter oder ein streng aseptischer, intermittierender Einmalkatheterismus empfohlen wurde – ohne eine Präferenz einer der drei Methoden.

Nach Ansicht des BVMed ist der ISK in den stationären Pflegeeinrichtungen aktuell noch nicht Standard. Deswegen sollten für die Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen die bisherigen Behandlungsstandards überprüft und aktualisiert werden.

Quelle:   Bundesverband Medizintechnologie e.V. vom 28.07.2015




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Urologische Nachrichten vom 14.07.2015
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16 Jul 2015 15:36



Raucherinnen - Höheres Risiko für eine Reizblase




ERFURT: Rauchen ist nicht nur schädlich für Herz, Gefäße und Lunge - es geht auch auf die Blase. Das zeigt unter anderem eine Studie mit 2000 finnischen Frauen zwischen 18 und 79 Jahren

Danach leiden Raucherinnen dreimal häufiger an einer Reizblase als Nichtraucherinnen. PD Dr. Gert Naumann, Chefarzt am Helios-Klinikum Erfurt, erklärt den Zusammenhang so: "Wenn die Blase voll ist, setzt der Botenstoff Acetylcholin durch Andocken an Rezeptoren in der Blasenwand eine Kette von Signalen in Gang, die schließlich zum Anspannen der Blasenmuskulatur führen. Dies nehmen wir als Harndrang wahr. Nikotin kann diese Acetylcholin-Rezeptoren unabhängig vom Füllstand der Blase ebenfalls aktivieren und vermittelt auf diese Weise einen zusätzlichen Reiz." In der Folge haben die betroffenen Frauen auch bei fast leerer Blase ständig das Gefühl, auf die Toilette zu müssen, verspüren aber nach der Blasenentleerung kaum Erleichterung. Beim Wasserlassen können außerdem Schmerzen auftreten.

Raucherhusten belastet zusätzlich

Einen Einfluss auf das Muskelgewebe des Beckenbodens hat das Rauchen dem heutigen Kenntnisstand zufolge nicht. "Allerdings gibt es indirekte Auswirkungen", erläutert Naumann. "Jahrelanger Zigarettenkonsum führt unweigerlich zu einem Raucherhusten, der den Beckenbodenmuskel auf Dauer schwächt und so eine Belastungsinkontinenz begünstigt. Bei dieser Form der Blasenschwäche geht hin und wieder ungewollt Urin verloren, zum Beispiel beim Husten, Lachen oder Treppensteigen." Auf den Glimmstängel zu verzichten, ist daher der erste Schritt zu einer gesunden Blasenfunktion.

Quelle:   Urologische Nachrichten vom 14.07.2015






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