Nadelsuspensionen



Nach der Erstbeschreibung durch Pereyra war dieses Verfahren der transvaginalen retropubischen Nadelsuspension unter endoskopischer Kontrolle zunächst in Vergessenheit geraten, bis in den 70-er Jahren zunächst Stamey, später dann Raz und andere Autoren diese Technik wieder aufgegriffen und weiterentwickelt haben. Zweifellos sind die verschiedenen Methoden der transvaginalen retropubischen Nadelsuspension operationstechnisch relativ einfach, für die Patientinnen wenig belastend und mit nur wenigen perioperativen Komplikationen belastet. Darüber hinaus bieten sie den großen Vorteil, dass bei eventuell auftretenden Spätkomplikationen oder bei Inkontinenz-Rezidiv die Susupensionsfäden jederzeit entfernt und eine andere Operationsmethode zur Sicherung der Harnkontinenz eingesetzt werden kann.

Im Gegensatz zu den von Stamey berichteten optimistischen Frühergebnissen mit Heilungsquoten von mehr als 90% sind die Langzeitergebnisse bei einer 10 Jahres-Heilung von 6-10% ausgesprochen schlecht, sodass diese Verfahren von vielen Autoren heute abgelehnt werden. Demgegenüber sehen wir durchaus noch Indikationen für den Einsatz einer Nadelsuspension. Wir geben aber unter Berücksichtigung besonderer Voraussetzungen, keine ausgeprägte Zysto-Urethrozele, mäßiggradige, aber belastende Stress-Inkontinenz, junge Frauen, die noch gebären wollen, oder ältere Frauen mit erhöhtem Operationsrisiko, dann der Technik nach Raz den Vorzug, welche operationstechnisch wesentlich aufwendiger, für die Patientinnen aber sicherlich nicht mehr belastend ist.

Technik der Nadelsuspensionen
Bei der Technik nach Raz wird zunächst von einer vaginalen Inzision aus der paraurethrale Raum rechts und links retrosymphysär präpariert, die Suspensionsfäden werden wendelförmig mehrfach an Blasenhals und hinterer Harnröhre rechts und links eingestochen und anschließend mittels einer Suspensionsnadel suprapubisch herausgeleitet; anschließend werden die korrespondierenden Fäden von rechts und links über dem M. rectus abdominis unter endoskopischer Kontrolle so geknüpft, dass der Blasenhals gut suspendiert wird. Dieses Verfahren erfordert, wie die meisten Operationstechniken, ausreichende Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten des Operateurs, hier speziell in der Chirurgie von Blasenhals und Harnröhre. Durch den Verzicht auf alloplastische und xenoplastische Materialien – mit Ausnahme der monofilen Suspensionsfäden aus Polypropylen ist das Infektionsrisiko vernachlässigbar gering.

Langzeitergebnisse
Die Langzeitergebnisse allerdings auch recht unbefriedigend, Erfolgsquote nach 5 Jahren ~50%, eigene Ergebnisse. Die Ursache für die Rezidivrate liegt zum einen in den sich progredient lockernden Gewebsstrukturen, zum anderen müssen aber auch individuelle Faktoren der Frauen (Adipositas!) verantwortlich gemacht werden.





Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 13:16


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