Östrogene bei weiblicher Harninkontinenz



Die Östrogene kommen bei weiblicher Harninkontinenz zum Einsatz.

Östrogene, meist lokal als Scheidencreme oder -zäpfchen verabreicht, können bei Frauen nach der Menopause einerseits das atrophe Schleimhautepithel günstig beeinflussen, andererseits bewirken sie über eine Stimulierung der Östrogen-Rezeptoren im Urethraepithel eine Sensibilisierung der Alpha-Rezeptoren und können somit den Harnröhrentonus bei Belastungsinkontinenz erhöhen. Lokale Östrogen-Gaben zeigten bei der Dranginkontinenz eine gute symptomatische Wirkung und können häufig bei einer Kombinationsbehandlung eine Besserung hervorrufen. Sie eignen sich ebenfalls zur medikamentösen Therapie der gemischten Stress-/Urge-Inkontinenz. Während von gynäkologischer Seite oftmals der karyopyknotische Index des Scheidenepithels als Beurteilungskriterium für eine hormonelle Therapie herangezogen wird, zeigen klinische Ergebnisse ein subjektives Ansprechen auch ohne weitere Differenzierung durch diesen Index. Offensichtlich ist die Wirksamkeit einer systemischen Östrogen-Gabe mit der einer lokalen Applikation nicht vergleichbar, sodass die lokale Gabe zu bevorzugen ist. Auch unter Lokaltherapie sollte die Patientin gynäkologisch regelmässig kontrolliert werden, um mögliche unerwünschte Effekte der Östrogen-Therapie, vor allem hinsichtlich der immer wieder diskutierten Häufung der Karzinominzidenz, zu erfassen.






Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 13:04


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