Reparaturoperationen des Schließmuskels



Bei allen Sphinkterdefekten ist eine Sphinkterrekonstruktion die Therapie erster Wahl. Bei klar definiertem „kleinen“ Defekt wird Kontinenz in bis zu 90% erzielt. Bei sehr ausgedehnten Läsionen sind zusätzliche Sphinkteraugmentationen erforderlich.

In Fällen eines Sphinkterdefekts – post partum, postoperativ und posttraumatisch – ist die Therapie der Wahl eine Sphinkterrekonstruktion. Mittels direkter Naht wird die dehiszente Muskulatur readaptiert . Speziell beim geburtstraumatischen, ventralen Defekt wird dies nach Möglichkeit mit einer Approximation der Levatormuskulatur, dem M. puborectalis kombiniert. Die Erfolgsraten liegen zwischen 43% und 89% . Während das Alter des Patienten und die Dauer der zurückliegenden Verletzung ohne Einfluss sind, ist eine gleichzeitig vorliegende neurogene Störung ungünstig.

Liegt kein umschriebener Defekt vor, so bleibt nur die Möglichkeit einer Raffung der Muskulatur: dorsale Raffung (post-anal repair) , ventrale Raffung (preanal repair) und die kombinierte Raffung dorsal und ventral (total pelvic floor repair). Das von Sir Alan Parks vor erst 30 Jahren Post anal Repair wurde in den 70er und 80er Jahren weltweit favorisiert, da eine Alternative nicht zur Verfügung stand. Da die ersten Ergebnisse mit Erfolgsraten von bis zu 90% berichteten und die Komplikationsrate sehr niedrig lag, wurde die Methode lange unkritisch angewandt.

Erst in den letzten 6 – 8 Jahren wurden erste Langzeitergebnisse mit ernüchternden Resultaten publiziert. Die initialen Erfolgsraten von 60 – 80% sinken in Laufe von 5 Jahren auf 22 – 27% . Seither wird die Methode nur noch in Einzelfällen eingesetzt. Sowohl das pre-anal repair als auch das total pelvic floor repair wurden nur von wenigen Arbeitsgruppen eingesetzt. Die Erfolgsraten waren ebenfalls Anfangs euphorisch - mit folgender Ernüchterung. Hier ist sicherlich auch der Effekt moderner „evidenzbasierter“ Medizinstatistik mitverantwortlich.





Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 13:48


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