Biofeedback und Elektrostimulation



Zur Behandlung von Stuhlinkontinenz stehen auch Biofeedback und Elektrostimulation zur Verfügung. Der wesendliche Unterschied liegt darin, daß beim Biofeedback der Patient aktiv am Muskeltraining beteiligt ist, wärend bei der Elektrostimulation die Muskeln durch elektrische Impulse zur kontraktion gebracht werden. Welches der beiden Verfahren nun Eingesetzt wird, das entscheidet dann der Arzt, da es ja von der Symtomatik abhängig ist.

Was ist Biofeedback ?
Biofeedback ist ein einfaches Verfahren, um die Kontraktion des Beckenbodens optisch und arkustisch sichtbar zu machen.Somit erhält man eine Kontrolle darüber, ob auch wirklich die richtige Muskelgruppe trainiert wird. Diese Therapieform setzt wie das Beckenbodentraining selbst ein konsequentes Training voraus. Ist die Kooperation durch den Patienten nicht oder nur unzureichend gegeben, dann sind die Erfolgsaussichten nicht gerade gut.

Wann kann Biofeedback eingesetzt werden
Zum Biofeedbacktraining eignen sich fast alle Formen der Stuhlinkontinenz. Es wurden zum Beispiel gute Erfolge bei Kindern mit angeborenen Missbildungen des Anorektums gemacht. Auch bei Hämorroidektomieund nach tiefen anorektalen Anastomosen wurden gute Erfolge erzielt. Bei Verletzungen des Sphinktersystems konnten die pahologischen Druckwerte erheblich verbessert werden. Aktivert wird die Kontraktionskraft des willkürlichen Schließmuskels, der Teil der Beckenbodenmuskulatur ist.

Durchführung des Biofeedbacktrainings
Um das Biofeedbacktraining Erfolgreich durchführen zu können, muß der Patient eine genaue fachliche Anleitung erhalten. Nach Einweisung durch den Arzt erhält der Patient ein Heimgerät, damit er das Training selbsttätig zu hause durchführen kann. hierbei sind regelmäßige Kontrollen durch den Arzt unerlässlich für den Erfolg. Diese Kontrollen sollten mindestens einmal in der Woche stattfinden. Die Durchführung des Trainings richtet sich nach den Angaben des Herstellers der Geräte. Das Grundprinzip des Trainings ist aber bei allen Herstellern solcher Geräte gleich. Zur Durchführung wird eine Rektalsonde in den After eingeführt, die über ein Kabel mit dem Meßgerät verbunden ist.Der Patient spannt nun den Beckenboden an, dabei entstehen in den Muskeln kleine elektrische Impulse, die im Gerät verstärkt werden. Diese Impulse werden im Gerät mit den vorgegebenen Werten verglichen und bei Erreichen des eingestellten Wertes zur Anzeige gebracht. Es gibt unterschiedliche Anzeigearten wie zum Beispiel eine LED-Linienanzeige, bei der mit zunehmender Muskelanspannung immer mehr LED's leuchten. Die akustische Variante der Geräte erzeugt einen Signalton bei Erreichen einer bestimmten Muskenkontaktion. Der Vorteil der Geräte liegt darin, daß der Patient eine optische oder akustische Anzeige seines Trainings erhält und somit auch leichter zum Training motivieren ist, da er ja direkt seinen Erfolg sehen und hören kann.

Elektrostimulation des Schließmuskels

Bei der Elektrostimulation wird der Schließmuskel nicht wie beim Biofeedback aktiv vom Patienten angespannt, sondern bei diesem Verfahren wird die Kontraktion des Muskels ohne Zutun des Patienten durch elektrische Stromimpulse ausgelöst. Die zugehörigen Elektroden werden mit einer Sonde in den After eingeführt. Nach einer Anlernphase können Patienten die Elektrostimulation stelbsttätig zu Hause anwenden.

Wann wird die Elektrostimulation eingesetzt
Diese Behandlungsmethode zur Kräftigung des Schließmuskels und der Beckenbodenmuskulatur ist bei Patienten sinnvoll, deren Nervenbahnen im kleinen Becken oder im unteren Rückenmark geschädigt sind, da die Muskulatur durch die elektrischen Impulse direkt angeregt wird und eine Verbesserung des Ruhedrucks des Schließmuskels erreicht wird. Es wurden damit gute Erfolge bei der Behandlung von neurologischen Störungen erziehlt.

Durchführung der Elektrostimulation
Nach Einweisung durch den Arzt erhält der Patient ein Heimgerät, damit er das Training selbsttätig zu hause durchführen kann. Die Anwendung der Elektrostimulation ist ähnlich wie beim Biofeedbacktraining. Zur Durchführung wird eine Rektalsonde in den After eingeführt, die über ein Kabel mit dem Impulsgeber verbunden ist. Der Patient braucht selbsttätig nichts zu tun, den durch die Stromimpulse, die eine Stromstärke von etwa 40mA bis 80mA haben, werden die Beckenbodenmuskeln automatisch angespannt. Dabei werden oft Frequenzen im Bereich von 20Hz bis 60Hz verwendet, die Impulsdauer liegt so bei 5 bis 10 Sekunden und die Pausen dazwischen bei etwa 20 Sekunden. Eine Behandlungssquenz liegt bei etwa 30 Minuten ein- bis zweimal täglich. Die genauen Parameter legt natürlich der Arzt fest und ist auch Abhängig von der Art der Stuhlinkontinenz.





Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 13:47


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