Prüfung der Stuhlhaltefähigkeit und des Entleerungsverhaltens



Zur Prüfung der Stuhlhaltefähigkeit des Schließmuskels stehen mehrere Methoden zur Verfügung. Mit diesen Untersuchungen soll festgestellt werden, wie Gut das Zusammenspiel der inneren und äußeren Schließmuskeln ist. Außerdem soll getestet werden, wie Gut deren Abdichtung gegen das Austreten von breiigen und flüssigen Stuhl ist.

Vorbereitung des Patieneten:
Vor der Untersuchung wird den Patienten ein Klistier verabreicht, um den Enddarm zu entleeren, wenn er noch keinen Stuhlgang hatte. Zwischen der Darmentleerung und der Untersuchung sollte etwa ein Zeitraum von einer halben Stunde liegen. Die Untersuchung selbst ist für den Patienten zumeist schmerzlos, sie wird aber von den meisten Patienten als unangenehm empfunden.

Durchführung der Untersuchung:
Der Patient sitzt auf einem speziellen Untersuchungsstuhl, der nach unten hin offen ist. Beim ersten Versuch wird über einen dünnen Katheter, der Enddarm mit körperwarmer Flüssigkeit gefüllt. Gemessen wird die Menge, die eingefüllt werden kann, bis Flüssigkeit spontan wieder durch den Schließmuskel austritt. Neben der Aufnahmekapazität des Enddarmes kann somit eine Beurteilung der Schließmuskelfunktion erfolgen. Diese Untersuchung wird auch als "Leckversuch" bezeichnet.

Als weitere Tests für die Schließmuskelfunktion werden der sogenannte Klysma- und der Breihalteversuch durchgeführt. Dabei wird der Enddarm mit 500 ml Flüssigkeit (Einlauf) oder mit einer breiartigen Substanz gefüllt. Der Patient wird anschließend aufgefordert, diesen Einlauf über mindestens 15 Minuten anzuhalten, umherzugehen und dann eine normale Defäkation auszuführen. Dabei wird die Zeit gemessen, über die die Substanzen gehalten werden können. Dabei können natürlich festere Substanzen länger und einfacher gehalten werden als flüssige.

Ein etwas differenzierter Globaltest ist der Kugeltest, bei welchem dem Patienten eine 2 cm große Kugel oder Ballon ins Rektum eingeführt wird. Diese ist über einen Faden mit einem Gewicht verbunden. Gemessen wird das maximale Gewicht, bei dem es dem Patienten in Ruhe und unter Kontraktion möglich ist, die Kugel über eine definierte Zeit zu halten. Liegt eine isolierte anale Kontinenzstörung vor und Anamnese und koloproktologische Diagnostik ergeben keinen Hinweis auf das Vorliegen von gynäkologischen oder urologischen Begleitveränderungen, so kann auf diese Untersuchungen sicherlich verzichtet werden. Finden sich jedoch aufgrund der nachbarschaftlichen Beziehung fachübergreifenden pathologischen Veränderungen, so sind ergänzende Untersuchungen einzuholen. Zu nennen sind hierbei urodynamische Untersuchungen, Cystogramm, Cysturethrogramm, vaginale Sonographie und Urogramm.







Letzte Änderung am:  21 Dez 2013 13:35


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