Wucherpreise bei Inkontinenzprodukten!

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Wucherpreise bei Inkontinenzprodukten!

Beitrag #1 von fk1970 » 08 Nov 2005 15:29


Habe soeben eine echt tolle Erfahrung gemacht.

Normalerweise benutze ich Vorlagen die ich aus der Apotheke beziehe. Da ich die dazugehörigen Netzhöschen nicht so toll finde kaufe ich gelegentlich etwas bessere Schutzhosen in einem Sanitätshaus. Vor ein Paar Wochen empfahl mir die Verkäuferin im Sanitätshaus es vieleich mal mit Tena Pant zu versuchen. Die seien recht praktisch.
Ich habe dann zwei Proben ausprobiert und bin heute ins Sanitätshaus gefahren um ein Päckchen zu kaufen.

Blöderweise und ohne groß darüber nachzudenken kaufte ich eine Packung "Tena pants plus M, 14 Stück" für sage und schreibe 37,12 EUR.

Zuhaus wurde mir erst richtig klar das es nur 14 Stück sind (!) .

Ich rief daraufhin im Sanitätshaus nochmals an ob der Preis stimmt. Die Antwort war: "Ja, 14 Stück kosten 37,12. Einzeln Kosten die ja sonst schon 2,95 EUR"

Ich habe daraufhin den unverbindlichen Preis bei Tena erfragt. Der liegt bei 17,95 EUR je Packung.

Fazit: Das ganze grenzt an Wucher!!!

Wäre schön wenn mir jemand sagen könnte ob man in einem solchen Fall den Namen des betrefenden Sanitätshauses veröffentlichen darf!
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fk1970
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Beitrag #2 von Matti » 08 Nov 2005 15:47


Hallo FK1970,

erst einmal herzlich Willkommen hier im Forum.

Nun, es scheint so das du dich gehörig übers Ohr hast hauen lassen, den dieser Preis ist ganz eindeutig Überteuert. Allerdings nützt späteres Monieren recht wenig, die Kaufentscheidung hast du getroffen. ( Angebot-gegenseitige Willenserklärung-Vertragsabschluss , sorry hab mal Kaufmann im Einzelhandel gelernt, kam gerade wieder bei mir durch ).

Laut deinem Profil leidest du an einer Dranginkontinenz, deshalb stelle ich mir die Frage warum du überhaupt Hilfsmittel auf eigene Kosten Kaufst? Bekommst du kein Rezept?

Ich habe einen Link worüber du im Internet eine Preisrecherche machen kannst, du bekommst so einen guten Überblick über die Marktpreise:

http://www.kelkoo.de/ctl/do/search?site ... mform=true

Ansonsten eignet sich bei Eigenkauf auch Ebay sehr gut, einfach mal Tena Pants Eingeben.

Gruß

Matti
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Beitrag #3 von fk1970 » 08 Nov 2005 16:21


Erstmal Danke für die Antwort. Rechtlich kann man da sicherlich nichts machen.

Zu deiner Frage:

"Laut deinem Profil leidest du an einer Dranginkontinenz, deshalb stelle ich mir die Frage warum du überhaupt Hilfsmittel auf eigene Kosten Kaufst? Bekommst du kein Rezept?"

Wie gesagt normalweise bekomme ich die Vorlagen aus der Apotheke. Das Sanitätshaus kann jedoch wohl nicht mit der Krankenkasse abrechnen.

Habe aber bereits in meiner Apotheke angerufen, die können mir auch die Pants besorgen.
Ich sollte jedoch zuvor mit meinem Arzt darüber sprechen, damit er beim nachsten mal diese auch angibt.
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Beitrag #4 von Dennis » 15 Nov 2005 17:35


Hallo fk1970,

Das ist ein klarer Fall von Betrug. Wenn du die Packung noch nicht geöffnet hast und die frist 14 Tage Rückgaberecht noch gelten, würde ich die Ware sofort zurückgeben. Du hast gefragt, an wem man sich wenden kann. Wede dich einfach mal an das ARD-Magazin Wiso. Die würde es bestimmt interessieren! Du kannst dich aber auch direkt an die Verbraucherzentrale wenden.

Gruß
Dennis
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Beitrag #5 von eckhard11 » 15 Nov 2005 19:19


Hallo alle,

im "Stern" von dieser Woche ist ein grosser Artikel darüber, wie sich Ärzte und Apotheker an den Krankenkassen und Kunden sowohl über "Geschenkpackungen" als auch durch Cash-Zahlungen der Generikhersteller - und hier ist insbesonders "ratiopharm" zu nennen - bereichern.
Die Ärzte verschreiben die Arzneimittel der betreffenden Firmen besonders häufig, auch wenn diese Arzneimittel viel teurer sind als gleichwertig andere, und erhalten dafür einen "Vorteil" durch den Hersteller

Diese "Vorteile" gehen in die Milliardenhöhe, wobei natürlich sowohl von den betroffenen Firmen ( ratiopharm, Sandoz, Stada ) als auch von den Ärzteverbänden jede Zahlung und/oder Vorteilsannahme ( sprich: Bestechung ) abgestritten wird.

Die Apotheker erhalten lt. "Stern" sogenannte "1zu1 Gutschriften", was nichts anderes bedeutet, als dass ihnen der Hersteller für jede Packung eines offiziell bestellten Medikamentes eine Packung gleicher Medikamente kostenlos dazugibt.

Diese Packung gibt der Apotheker dem Kunden und berechnet sie an die Krankenkasse weiter.

Niedergelassene Ärzte und Apotheker gelten als selbständig, daher ist ihnen eine Vorteilnahme kaum nachzuweisen.
Allerdings wird wohl momentan überlegt, ob diese niedergelassenen Ärzte und Apotheker nicht an die Weisungen der Krankenkassen gebunden sind, zumindestens die Kassenärzte.
Und dann könnte der Gesetzgeber diesem betrügerischen Kuhhandel, welcher ja letzten Endes unser aller Geld kostet, einen Riegel vorschieben.

Was aber auch wichtig ist :
Gerade weil Apotheken als selbständig angesehen werden, können sie Preise nehmen, wie es ihnen passt. Billig einkaufen und teuer verkaufen ist das Mass der freien Wirtschaft.

Ergo ist es den Apotheken natürlich erlaubt, Tena-Pants für 38,00 Euronen zu verkaufen, auch wenn diese nur 18,00 Euronen im Einkauf kosten. Und selbstverständlich dann auch den Sanitätshäusern.

Im Übrigen ist ein Aufschlag von 100% und ( viel ) mehr in allen Geschäften gang und gäbe.

Ja was glaubt ihr denn, was ein Brionianzug tatsächlich wert ist ?
Oder das tolle Parfüm, welches euer Schatz Weihnachten erhält.

Das sind Pfennigsartikel......

Für einen Brioni löhnt man heuer locker 2.000,00 Euronen.
Für 10 Anzüge ( !! ) erhaltet ihr einen guten Mittelklassewagen.
Nur, dass der Wagen seinen Preis wert ist ( überlegt mal, was sich da alles so bewegt ),
der Brioni aber hat den Hersteller maximal 30,00 Euronen gekostet.

Also haltet euer Auto in Ehren, hi, hi.

Schon das dämliche "Weltmeisterbrot" bei eurem Bäcker ist um wenigstens 150% überteuert.

Ich verkaufe eine Feder für 480,00 Euronen an einen Grosshändler und auf wundersame Weise kostet diese Feder den Endkunden ( Bauunternehmer ) 1.600,00 Euronen.

Aber diese Sache hat nichts mit den Betrügereien zu tun, durch welche sich etliche Ärzte und Apotheker bereichern.

Da muss ein Riegel vorgeschoben werden !!

Sehr interessant, der Artikel im "Stern"


Ich leg mich jetzt - weiterlesend - wieder hin .sleep:
Eckhard
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Beitrag #6 von eckhard11 » 15 Nov 2005 21:52


Zufällig war gerade in der Sendung "Frontal" ein Bericht über diese Vorteilsnahme
und gleich, um 22:45 Uhr, soll bei Kerner ( ZDF ) in der Talkshow ( neudeutsch für Gesprächsrunde ),
dieses Thema ebenfalls besprochen werden.


Bis dahin leg ich mich wieder hin .sleep:
Eckhard
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den Hals nicht vollkriegen

Beitrag #7 von frosch » 17 Nov 2005 07:35


Ich finde es wirklich zum Kotzen (Entschuldigung),

gerade im Bereich der Gesundheit, wo es eine ungeschriebene Verantwort für den anderen geben sollte, wird soviel getrickst. Das ganze Geld fehlt dann den wirklich Bedürftigen.
Warum hat das Geld nur so eine magische Anziehungskraft, die oft alle Moral vergessen läßt?
Immer mehr, mehr mehr. Man sollte sich mal fragen, wo dieses Wachstum hinführen soll. Besonders pervers, immer mehr Menschen erkranken, weil sie der Geschwindigkeit der Entwicklungen und vermeintlichen Konsum-Ideale nicht mehr nachkommen.
Damit ich nicht falsch verstanden werde, Neid ist mir fremd, ich habe nichts gegen einen angenehmen Lebensstandard und ohne Geld geht es natürlich gar nicht. Auch erfüllt das Geldverdienen seine Funktion als Belohnungssystem. Aber ich galube die Raffzähne werden irgendwann von sich selbst überholt. Schon in der Natur ist ein langsames Wachsen und Entwickeln vorgesehen, keine Turboaktion. Nee ihr Lieben, ich denke wir sollten hier mal anfangen, das Glück nicht nur über finanzielle Mittel zu definieren. Und Anfangen Verantwortung für den nächsten zu übernehmen. Ohne Gier natürlich!

Bin sauer!

René
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Beitrag #8 von marks » 17 Nov 2005 18:32


Klar ist es Wucher, was hier in diesem Beispiel geschieht, ich hätte kein Vertrauen mehr zu diesem Sanitätsfachgeschäft. Aber, die Gewinne beim Handel sind tatsächlich so hoch, wie es Eckhard beschreibt. Von irgend etwas müssen die Angestellten leben, die Mieten bezahlt und nicht zu vergessen, die Abgaben und Gebühren getragen werden.
Wenn wir mal am Beispiel IKEA anschauen, welche großen "Tempel" dieser Möbelriese unterhält. Die müssen erst mal erstellt sein (meist sind sie gepachtet), immer beleuchtet werden und große Kosten für die Heizung kommen auch noch dazu. Den größten Posten werden wahrscheinlich die Löhne sein. Da wird es doch jedem "normal- sterblichen" einleuchten, dass IKEA von den Möbelhersteller um ein Apfel und ein Butterbrot beliefert wird.
Und bei den Lebensmitteln sind die Margen auch vorhanden, wenn auch nicht so hoch, oder wie lässt sich es sonst erklären warum die Albrecht- Brüder (ALDI) und Herr Schwarz (LIDL) zu den reichsten in Deutschland gehören.
Nur in der Computerbrache sind die Gewinne nicht so hoch. Da hat auch jeder, der ein Monitor einschalten kann, PC´s verkauft und die Preise gedrückt.


:fleissig: Ich schaue mich nun auch nach einem neuen Geschäftsfeld um.
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Beitrag #9 von Helmut » 20 Nov 2005 12:37


Hallo,

also dass manche Sanitätsgeschäfte und Apotheken doch recht saftige Preise verlangen, das war bei den Inkontinenzhilfsmitteln eigentlich immer schon so, solange ich mich erinnern kann. Aber als Anfang des Jahres die neuen bundeseinheitlichen Festpreise eingeführt wurden, da dachten einige, sie müßten noch schnell das große Geld mit den Betroffenen machen. Da waren nicht selten Preissteigerungen von 200% drinnen, also richtige Abzocke.....

Inzwischen haben das aber die meisten Sanitätsgeschäfte und Apotheken begriffen, dass das so nicht geht und haben ihre Preise wieder normalisiert. Schon wegen der wirtschaftlichen Aufzahlung lohnt sich ein Preisvergleich immer, aber auch hier ist zu bedenken, dass nicht jeder jedes Produkt gleich günstig abgibt. Hier kommt es darauf an, welche Preise der Händler von seinem Lieferanten bekommt und ob er diesen Rabatt auch an seine Kunden weitergibt.

Dass Medizinprodukte zum Vergleich zu anderen Produkten aus dem freien Handel häufig deutlich teurer sind, das liegt vorallem an den hohen Auflagen für diese Produktgruppe. Schon die Zulassung als Medizinprodukt kostet eine Menge Geld und auch die Produkthaftung ist teurer. Diese Kosten werden dann auf das Produkt umgelegt und wenn im Verhältnis nur geringe Stückzahlen produziert werden, dann steigt natürlich der Stückpreis deutlich an.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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