Ich, Frau, 35 leide unter Blasenschwäche u Bettnässen...

Du hast allgemeine Fragen zum Thema Blasen-, Darmschwäche oder Inkontinenz? Oder Du weißt nicht wo Deine Frage hingehört? Dann bist Du im allgemeinen Inkontinenzforum richtig!

Moderatoren: Helmut, Benjamin, MSN, Marco N., Georges

Ich, Frau, 35 leide unter Blasenschwäche u Bettnässen...

Beitrag #1 von yellowflower » 10 Dez 2005 16:01


Es ist heute das erste mal, dass meine beiden Probleme so in der Öffentlichkeit thematisiere. Es ist ein sehr sensibles Thema meinersseits und es ist mir sehr unangenehm darüber zu sprechen. Selbst einem Arzt gegenüber fällt es mir mehr als schwer darüber zu sprechen. Aber ich denke, es geht vielen hier so.

Mein Problem stellt sich nun wie folgt da:

Ich bin seit meiner Kindheit Bettnässerin. Im Alter von 17 bis vielleicht 23 war mehr oder weniger Ruhe (ich erinnere mich nicht mehr genau ob doch irgendwelche nächtlichen Vorfälle waren). An einer latenten Blasenschwäsche litt ich eigentlich schon immer, die mit den Jahren auch immer schlimmer wurde. Mittlerweile geht es schon soweit, dass auch mal was in die Hose geht, manchmal auch mehr. Seit den letzten 12 Jahren kam Bettnässen auch wieder vor, allerdings immer im Zusammenhang mit Alkohol. Auch wird meine Blasenschwäche in Verbindung mit Alkohol immer schlimmer. aber auch bei bestimmten nicht alkoholischen Getränken, wie z.B. Tee, Kaffe, Apfelsaft, habe ich Schwierigkeiten das Wasser zu halten. Auf Alkohol komplett verzichten möchte ich nicht, gibt es da nicht auch eine andere Lösung? Muss doch wohl möglich sein auch mal ein Bier mehr zutrinken. Welche Medikamente, die nicht gleich Niere etc angreifen gibt es?
Benutzeravatar
yellowflower
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 1
Alter: 48
Registriert: 10 Dez 2005 15:44
Wohnort: Hamburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Blasenschwäsche, Bettnässen
Hilfsmittel: keine

Beitrag #2 von eckhard11 » 10 Dez 2005 23:24


Guten Abend, yellowflower,

zuerst einmal begrüsse ich Dich herzlich in unserem Forum.

Dadurch, dass Du Dein Problem hier geschildert und um Rat gefragt hast, hast Du doch schon den ersten Schritt gemacht.....

Auch wenn Du Probleme hast, mit einem Arzt darüber zu sprechen, musst Du Dich wohl oder übel dazu überwinden:

Eine Inkontinenz kommt nicht einfach so.
Irgendein Grund muss vorhanden sein.
Und diesen Grund gilt es, herauszufinden.

Dies geht aber nur, wenn Du Dich einem Arzt anvertraust.
Erst einmal einem Urologen, da dieser eine körperliche Ursache feststellen oder ausschliessen kann.
Danach - eventuell - einen Psychiater, welcher eine - eventuell vorhandene - psychische oder seelische Störung behandeln kann.

Wenn dies alles nicht zum Erfolg führen sollte, dann, aber erst dann, solltest Du Dir von dem Urologen ein entsprechendes Medikament verschreiben lassen.

Man kann doch nicht einfach eine Inkontinenz so hinnehmen !!

Einen besseren bzw. anderen Rat kann ich Dir nicht geben.


Daher lege ich mich jetzt wieder hin .sleep:
Eckhard
Benutzeravatar
eckhard11
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 1185
Registriert: 24 Dez 2003 14:51
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 

Beitrag #3 von Icho » 08 Jun 2007 15:11


Warst du jetzt beim Arzt? Was hat er gemeint. Mein Problem ist sehr ähnlich. :roll:
Benutzeravatar
Icho
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 17
Alter: 43
Registriert: 08 Jun 2007 13:28
Wohnort: Schweiz
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Vermeidbare

Beitrag #4 von fiat08 » 14 Jun 2007 11:00


Hallo :P ,
ich rate auch zu einem Arztbesuch, um abzuklären,
weshalb Du inkontinent bist.
Bei den Getränken, achte ich darauf, genug zu trinken
und nichts was treibt, also keinen Kaffee und Alkohol.

Wenn Du nicht auf Alkohol verzichten möchtest, dann
nur ein Glas und ein paar Stunden vor dem
Schlafengehen trinken, damit man nachts Ruhe hat.

LG
fiat08 :P
Wünsche mir Erfahrungsaustausch mit Betroffenen, die ihre Inkontinenz einer Querschnittslähmung verdanken.
Benutzeravatar
fiat08
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 41
Alter: 52
Registriert: 28 Jul 2006 10:56
Wohnort: Saarland
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Harn-und Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Tena Lady

Beitrag #5 von Struppi » 14 Jun 2007 14:25


Hallo alle zusammen,
hallo yellowflower,

ich kann Dir nur - wie es Eckhard bereits sagte - ebenfalls den dringenden Rat geben, einen Arzt aufzusuchen, am besten sofort den Urologen. Es ist weder peinlich, noch hat ein Arzt (egal, welcher) eine Veranlassung, vor Lachen zusammen zu brechen, wenn eine junge Frau wie Du ihm sagst, dass Du an einer Inkontinenz leidest.

Im Gegenteil: Er wird um den Leidensdruck wissen, den diese Erkrankung mit sich bringt und er wird versuchen, Dir zu helfen. Nur das musst Du natürlich auch zulassen können! Bitte geh' zu einen Arzt - völlig egal, ob Du Dich nun erstmal Deinem Haus- oder Frauenarzt anvertrauen möchtest (falls Du Angst haben solltest, direkt zum Facharzt zu gehen, was ich Dir trotzdem anraten möchte).

Du solltest wissen, dass Inkontinenz keine eigentständige Erkrankung ist, sondern immer das Symptom einer anderen Krankheit, die es zu finden und zu behandeln gilt. Es kann eine harmlose Blasenentzündung oder aber etwas anderes sein, deshalb ist es besonders wichtig, dass Du dieses Symptom ernst nimmst und es abklären läßt - egal, wie groß die Scham auch sein mag.

Gruß

Struppi

@fiat08:
Ich bin ebenfalls durch einen Querschnitt zu meiner Inko "gekommen" und stehe gerne für einen weiteren Erfahrungsaustausch zur Verfügung.

Gruß

Struppi
Benutzeravatar
Struppi
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 407
Alter: 43
Registriert: 18 Nov 2006 17:58
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Reflexinko Grad III
Hilfsmittel: Katheter/Kondomurinal/Inkoslip

Beitrag #6 von fiat08 » 14 Jun 2007 16:19


Hallo struppi :P ,
vielen Dank für Dein Angebot zum Erfahrungsaustausch.
Ich bin seit 6 Jahren querschnittgelähmt und plage mich
seitdem mit meiner Inkontinenz beim HWI rum. :cry:

Hast Du auch Probleme mit HWI :?:

LG
fiat08 :D
Wünsche mir Erfahrungsaustausch mit Betroffenen, die ihre Inkontinenz einer Querschnittslähmung verdanken.
Benutzeravatar
fiat08
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 41
Alter: 52
Registriert: 28 Jul 2006 10:56
Wohnort: Saarland
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Harn-und Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Tena Lady

Beitrag #7 von Struppi » 16 Jun 2007 20:13


Hallo fiat08,

ich bin seit 9 1/2 Jahren qs-gelähmt (Läsionshöhe L1). Mit Infektionen der Harnwege bzw. der Blase habe ich - zum Glück - nur sehr selten zu tun, und wenn, dann meist durch eigene Nachlässigkeit, z.B. zu wenig getrunken.

Im Falle einer Infektion brauche ich aber selten Antibiotika, mir hilft häufig ein vermehrtes Trinken und Holundersaft (es geht auch Stachelbeer- u./o. Cranberrysaft). Versuch' es einfach mal damit und einer durchschnittl. Trinkmenge von 3 - 4 Litern - schaden kann das auf keinen Fall... :wink:

Ich lasse aber - wenn ansonsten keine Beschwerden vorliegen - Niere, Blase und Harnwege regelmäßig von meiner Urologin überprüfen, meist in einem vierteljährlichen Intervall.

Meine Inkontinenz ist eine vollständige Reflex-Inkontinenz Grad III, also eine komplette Lähmung von Blase und Darm.

Ich habe lange Zeit eine suprapubische Blasenfistel gehabt, mit der ich auch super klar gekommen bin, im Moment nutze ich allerdings ein Urinal bzw. wg. der Stuhl-Inko mache ich seit Jahren die Irrigation (und seit ein paar Wochen unterstützend Colon-Massage).

Grüße

Struppi
Benutzeravatar
Struppi
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 407
Alter: 43
Registriert: 18 Nov 2006 17:58
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Reflexinko Grad III
Hilfsmittel: Katheter/Kondomurinal/Inkoslip

Trinkmenge 3-4l

Beitrag #8 von Günni » 16 Jun 2007 22:31


Hallo alle zusammen,
also was Struppi hier schreibt kann ich nur bestätigen. Ich trinke auch ca. 3- 4l und ich habe keine Probleme mit HWI. Seit Oktober habe ich min. 200ml Restharn (gutartige Prostata OP und deshalb ein Bauchdeckenkatheter (SPK) bekommen. Durch mein vieles trinken, bleibt der Urin immer schön klar, und 0 Problemo mit HWI, ganz wichtig!
:wink:
Herzlichen Gruß
Günni
Benutzeravatar
Günni
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 17
Registriert: 02 Jun 2007 20:22
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 

Beitrag #9 von fiat08 » 17 Jun 2007 10:48


Hallo :P ,
vielen Dank für Eure Antworten. Ich trinke so 1,5 l am
Tag und werde da Tetraplegikerin so 6 mal am Tag
und einmal in der Nacht kathetert.

Da traue ich mich nicht noch mehr zu trinken, dann
muss mich mein Mann noch öfter auf die Toilette heben. :aerger:

Alle 2 Jahre fahre ich nach Bad Wildungen, um
die Blase untersuchen zu lassen, sie ist sehr spastisch
und kann nur mit Medikamenten ruhig gehalten werden
und die wirken nicht immer, oder werden von mir
nicht gut vertragen. :aerger:

Z.Zt. geht es mal etwas besser. :lach:

Schönen Sonntag
fiat08 :P
Wünsche mir Erfahrungsaustausch mit Betroffenen, die ihre Inkontinenz einer Querschnittslähmung verdanken.
Benutzeravatar
fiat08
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 41
Alter: 52
Registriert: 28 Jul 2006 10:56
Wohnort: Saarland
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Harn-und Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Tena Lady

Beitrag #10 von Struppi » 17 Jun 2007 11:34


Hallo fiat08,

ehrlich, Du solltest mehr als nur 1,5 l am Tag trinken. Grade als Tetra ist das auch für Dein Kreislaufverhalten - insbesondere jetzt im Sommer - sehr wichtig!!! Selbst als Paraplegiker merke ich sehr deutlich, wann mein Körper zu wenig Flüssigkeit bekommen hat, z.B. durch ein Schwindelgefühl, Übelkeit und Ödeme in den Beinen.

Ich denke, bereits das Erhöhen der Trinkmenge auf 2 l hätte schon einen spürbaren Effekt auf die ständigen HWI's.

Wenn die Blase ständig spastet und Du Probleme mit der Verträglichkeit der Antispasmolytika hast, gibt es noch die Möglichkeit der Direktinjektion von Botox (Botoxilliumtoxin) in die Blase. Dieser Vorgang muss zwar alle 4 - 6 Monate wiederholt werden, in diesem Zeitraum hast Du dann allerdings "Ruhe" vor den Spastiken. Die meisten Urologen bieten diese Behandlung inzwischen an. Ich würde an Deiner Stelle auch über den Einsatz einer Blasenfistel/Cystofix nachdenken, was auch Deine Pflege erheblich vereinfachen würde.

Es gibt - wenn Du Dich mit dem Gedanken an eine Blasenfistel so gar nicht anfreunden magst - auch ISK-Systeme, an denen bereits an Beutel angeschlossen ist. So würde der Transfer auf die Toilette bei jedem ISK wegfallen, was ja ein nicht zu unterschätzender Kraftaufwand für beide von Euch ist.

Vielleicht solltest Du auch den Kontrollintervall bei einem Urologen erhöhen. Gerade als QS empfiehlt es sich, zumindest alle 6 Monate den gesamten Uro-Bereich einmal checken zu lassen - es dient insbesondere dem Schutz der Nieren, die sehr anfällig sind, besonders deshalb, weil Du ja ohnehin ständig mit den Harnwegsinfektionen zu kämpfen hast.

So, mehr fällt mir jetzt grade nicht ein... :wink: , ich hoffe, ich konnte Dir ein bisschen helfen bzw. einige Denkanstöße in die eine oder andere Richtung geben.

Grüße

Struppi
Benutzeravatar
Struppi
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 407
Alter: 43
Registriert: 18 Nov 2006 17:58
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Reflexinko Grad III
Hilfsmittel: Katheter/Kondomurinal/Inkoslip

Nächste

Zurück zu Inko Forum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron