Ich, Frau, 35 leide unter Blasenschwäche u Bettnässen...

Du hast allgemeine Fragen zum Thema Blasen-, Darmschwäche oder Inkontinenz? Oder Du weißt nicht wo Deine Frage hingehört? Dann bist Du im allgemeinen Inkontinenzforum richtig!

Moderatoren: Helmut, Benjamin, MSN, Marco N., Georges

Beitrag #11 von fiat08 » 17 Jun 2007 12:00


Hallo struppi :D ,
vielen Dank für Deine Antwort. Wir haben uns schon
so viele Gedanken gemacht, wie wir es uns leichter
machen können. :?:

Mein Mann ist Krankenpfleger und hat schon so viele
schlimme Fälle mit Cystofix im OP gehabt. Er meint,
da wären meine Infektionen nichts dagegen, also
lieber nicht. Die Urologen haben mir auch abgeraten,
da kann man in 20 Jahren mal drüber nachdenken.

Da ich viele Allergien habe, möchte ich so lange
es geht, keine OP mit Botox.

Die Urologen meinen, die Blase mit Medikamenten
ruhig zu stellen, ist besser, bevor man zu anderen
Methoden greift.

Da mir der Weg nach Bad Wildungen zu weit ist,
fahre ich höchstens einmal im Jahr hin, hier bei
uns gibt es keine Urologen, die sich mit
Querschnitt auskennen. :aerger:

Ich nehme täglich zwei Cranbeery-Tabletten gegen
HWI, es hilft leider nicht immer.

Viele infektfreien Tage wünscht
fiat08

LG :lach:
Wünsche mir Erfahrungsaustausch mit Betroffenen, die ihre Inkontinenz einer Querschnittslähmung verdanken.
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Beitrag #12 von Struppi » 18 Jun 2007 16:14


Hallo fiat08,

so schnell gebe ich ja nicht auf... :wink: - es mag vielleicht an eine gewisse Impertinenz, Überheblichkeit und Besserwisserei grenzen, aber ich behaupte: ICH habe in diesem Fall definitiv recht, wenn ich sage, dass Dein Mann und Deine Urologen sich irren!!!

Ich habe selbst von den fast 10 Jahren Querschnitt gute 7 Jahre einen Cystofix gehabt, ebenso viele andere hier im Forum. Da hört man zwar hin und wieder auch mal von Infektionen; aber eben nur hin und wieder. Diese Infektionsrate weicht statistisch nicht ab von Infektionsrisiken bei der Versorgung mit anderen Systemen - sei es nun Windel, Urinal oder ISK bzw. Dauerkatheter (welcher die Blase/Nieren am anfälligsten für Infektionen macht). Und bevor ich hier wirre Behauptungen anstelle, habe ich heute noch mal mit meiner Urologin telefoniert um mich da abzusichern.

Der Verlust meines Cysto war die Folge einer schweren Bauchfellentzündung - und diese stand in keinem Zusammenhang mit der Infektion über den Cystofix sondern war eigenständige Folge einer anderen Erkrankung... und glaube mir, ich vermisse ihn noch heute.

(An dieser Stelle wäre es schön, könnten auch andere Forenteilnehmer von ihren Erfahrungen mit dem Cystofix mal was schreiben, aber wenn Du ein wenig suchst, findest Du hier im Forum gute Beiträge zu dem Thema.)

Also, bitte, bitte: Zunächst einmal mußt Du mehr trinken - und wenn es nur ein weiterer Liter pro Tag ist. Wenn die Steigerung der Flüssigkeitsmenge stufenweise erfolgt, kann sich der Stoffwechsel gut darauf einstellen - auch die Ansäuerung des Urins, z.B. durch die Einnahme von VitaminC-Tabletten kann die Heilung/Besserung der HWI begünstigen. Dein Kreislauf wird es Dir danken und auch das allgemeine Wohlbefinden kann steigen.

Was die Kontrolle Deiner Nieren und der Blase angeht: Es muss kein Neuro-Urologe sein. Geh' ruhig zu einem ganz normalen Uro, auch der ist in der Lage, ein Ultraschall der Nieren und der Blase zu machen und einen Urinstatus/eine -kultur anzulegen. Wenn dann etwas sein sollte, kannst Du immer noch Deinen gewohnten Neuro-Urologen aufsuchen.

Ich will keine Panik verbreiten, aber ständig wiederkehrende oder stets vorhandene Infektionen der Blase können ein erhebliches Krebsrisiko darstellen. Die Schleimhaut, welche unsere Blase schützt, wird angegriffen und/oder zum Teil zerstört, was zum einen selbstredend bedenklich ist, zum anderen begünstigt es die Entstehung von Zellentartungen und somit Blasenkrebs. Mal abgesehen davon, dass geklärt werden müsste, ob bei Dir inzwischen eine Antibiotika-Resistenz vorliegt. Es wäre wirklich gut, würdest Du häufiger einen Urologen aufsuchen...

Zum Botox: Dies ist kein Eingriff bzw. keine OP im eigentlichen Sinne; es wird ambulant ähnlich einer Spiegelung vorgenommen und der Patient kann am selben Tag die Praxis/Klinik wieder verlassen. Aber ich gebe Euch da natürlich Recht: So lange Du die Anticholinerika verträgst, kann das auch warten bzw. wird vollkommen unnötig.

Wenn ich das zwischen den Zeilen richtig lese, managt Dein Mann Deine Pflege vollkommen alleine, oder? Habt Ihr schon mal über einen Pflegedienst nachgedacht?

Natürlich ist es zuerst unangenehm, dass "fremde Leute" ins Haus kommen und auch noch die intimsten Dinge verrichten; aber häufig helfen gerade diese fremden Denkansätze, die eingefahrene Routine zu durchbrechen und Pflegeansätze aufzuzeigen, an die man selbst gar nicht gedacht hat.

Meine Freundin (und bald Frau) ist z.B. (Assitenz-)Ärztin. Trotzdem haben wir (ich) einen Pflegedienst. Dies dient selbstredend auch der Entlastung meiner Freundin (da brauche ich mir nix anderes vormachen) - aber ich erinnere mich noch gut dran, dass der Pflegedienst etliche hilfreiche Tipps und Tricks hatte, die mir auch in der Reha damals nicht beigebracht worden sind.

Ich will damit nur sagen: Auch wenn Dein Mann aus der Pflege kommt, so kann es doch sehr hilfreich sein, auch Gedanken von Kollegen direkt vor Ort mal zuzulassen und sich auch andere Ansätze der Pflege anzuhören.

Falls ich mich diesbezüglich zu weit aus dem Fenster gelehnt habe, dann sag' mir ruhig, ich soll mich da raus halten bzw. "einfach mal die Fresse halten", wie Dieter Nuhr es so passend sagt :wink: .

So, jetzt laber ich mir hier den Wolf... Ich wünsche Dir auf alle Fälle weitere infektionslose und auch sonst schöne Tage!

Ich gehe jetzt erstmal auf die Kieler Woche und stürze mich ins Gedränge! :D

Viele Grüße

Struppi
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Beitrag #13 von fiat08 » 18 Jun 2007 16:58


Hallo struppi :P ,
vielen Dank für die Antwort und Deine Meinung. Du
hast Dich nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt,
schreib ruhig was Du denkst, ist ok. für mich.

Der Pflegedienst hat mir deutlich gesagt, dass sie
meine Pflege nicht übernehmen können. Das
Problem ist, ich merke, wenn ich muss Wasserlassen
sowie Stuhlgang. Da die Blase mit Medikamenten
ruhig gestellt ist, läßt sie nicht laufen. d.h. wenn die
Blase nicht in 20 Min. entleert wird, bekomme ich
einen Blasenblock. Das fühlt sich an, als bekäme
man einen Schlaganfall, Blutdruck sehr hoch usw..
Der Pfegedienst kann aber erst in einer Stunde
kommen. Beim Stuhlgang muss ich auch manchmal
recht flott auf die Toilette, sonst gibt es ein Unglück.
Die netten Colis verursachen, dann wieder einen
HWI.
Wenn ich einen HWI habe, nehme ich schon länger
kein Antibiotikum mehr, mein Darm ist von der
Einnahme in der Reha sehr geschädigt. Zahlreiche
Lebensmittelintoleranzen sind die Folge. Ich
versuche mit Trinken und pflanzl. Mitteln das
Problem in den Griff zu bekommen.
Ich nehme seit einem halben Jahr Acimethin und
seitdem geht es besser.
Meinen Urin lasse ich regelmässig vom Hausarzt
untersuchen,und die Nieren sind Gott sei Dank ok..

Jetzt versuche ich noch mehr zu trinken und
morgen geht es erst einmal in Urlaub.

LG
fiat08

:D
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Beitrag #14 von fiat08 » 18 Jun 2007 17:44


Hallo struppi :P ,
habe noch vergessen zu fragen, wie läuft das bei
Dir mit dem Pflegedienst, wieso benötigst Du ihn als
Para?
Wieso bekommst Du keinen neuen Cystofix ?

Ich wünsche Dir viel Spass an der Kieler Woche,
wir fahren bis Mitte nächster Woche an den Bodensee. :lach:

LG
fiat08 :-)
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Beitrag #15 von Struppi » 19 Jun 2007 14:53


Hallo fiat08,

zunächst wünsche ich Euch einen schönen Urlaub und hoffe, dass Du diesen Beitrag noch vor Eurer Abreise liest - wenn nicht: Ich hoffe, Ihr hattet einen schönen Urlaub!!! :D

Aaaalso, warum ich als Para einen Pflegedienst habe, läßt sich so erklären: Die Querschnittlähmung als solche empfinde ich als "nicht weiter tragisch" da Lähmungen resp. meine Lähmung mir keine Schmerzen bereitet. Schmerz ist aber mein Hauptproblem. Ich bin seit vielen Jahren auf einen Cocktail div. Medikamente "eingestellt" - von Antispasmolytika (für die Muskeln, nicht die Blase) bis zu Morphin.

Um jetzt nicht zu weit auszuholen: Ich bin zu meinem QS gekommen, weil ich eine schwere Krebserkrankung mit div. Metastasen an der Wirbelsäule hatte. Die größte Metastase auf Höhe L1/L2 verursachte dann bei der Entfernung den Querschnitt. Das war aber nicht die einzige Metastase, da waren noch mehr und mir fehlen jetzt - laß mich nichts falsches sagen, aber ich glaube - 3 Wirbelkörper vollständig. Statt dessen trage ich jetzt jede Menge "Altmetall" mit mir herum ("Käfig" um die entstandenen "Löcher" in der Statik abzufangen, Stabilisierungsschrauben und -Platten etc.). Und weil das alles nicht so wirklich gehalten hat, trage ich zusätzlich ein Hartschalenkorsett, damit die Wirbelsäule sich nicht doch aus Versehen mal "verdreht".

Ich bin nicht gerade klein und meine Freundin hätte erhebliche Mühe bzw. einige Dinge wären für sie viel zu schwer - z.B. das Anlegen des Korsetts im Bett damit ich aufstehen kann, den Transfer ins und aus dem Bett im allgemeinen (trotz Lifter) etc. Für viele dieser Dinge sind zwei Leute nötig, auch wenn ich aktiv mithelfen kann und kräftige Arme habe. Der Pflegedienst kommt im Grunde nur 2 x am Tag (Morgens u. Abends; ansonsten natürlich bei Bedarf); über den Tag kann ich mich alleine versorgen sobald ich im Rolli sitze.

Nach der Bauchfellentzündung sind bei mir Vernarbungen und Verwachsungen entstanden, die es wohl lt. Aussage meiner Urologin erheblich erschweren, wieder vernünftig einen Cystofix zu legen. Zudem müsste ich mich wohl nochmals operieren lassen um diese Verwachsungen etc. vorher "beheben" zu lassen - was aber nicht heißt, dass im dortigen OP-Bereich nicht wieder und vermutlich sogar noch mehr Narbengewebe entstehen wird. Daher lasse ich das mit dem Cysto jetzt erstmal - ich komme mit dem Kondomurinal z.Zt. gut klar.

Das also zu meiner Situation.

Ich wünsche Euch nochmals einen schönen Urlaub, gutes Wetter und viel, viel Spaß! :D

Gruß

Struppi
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Beitrag #16 von fiat08 » 28 Jun 2007 11:53


Hallo struppi :D ,
habe Deine Mail erst nach meinem Urlaub gelesen.
Leider trieb uns das schlimme Unwetter früher
nach Hause. :aerger:

Dich hat es es schlimm gebeutelt, aber dank
Kondom-Urinal geht es wenigstens mit dem
Blasenmanagment. Leider gibt es sowas nicht
für uns Frauen. :evil:

Zu dem Thema Botox möchte ich noch erwähnen,
dass ich bei meiner letzten Urodynamik meinen
Urologen auf das Thema Botox angesprochen habe.
Da Botox ein Nervengift ist, wird es nicht ambulant
verabreicht, sondern im OP unter Vollnarkose.
Der stationäre Mindestaufenthalt dauert min. 5 Tage.
Meine Freundin läßt es es sich alle 6-8 Monate geben
und bleibt min 3. Wochen danach stationär.

Ich hoffe, Du hattest schöneres Wetter auf der
Kieler Woche als wir am Bodensee.

LG
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