Erfahrungen mit der OP - Methode " Goeschen-Petros " ????????

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Beitrag #11 von Jens Schriever » 19 Jan 2006 17:19


Hallo Sieglinde

Auch ich habe meine Tiefs, immer wenn ein Unfall passiert. Dann ist es gut wenn jemand zum reden da ist. Wenn du dich erst einmal geoutet hast, hast du schon einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Glaube mir es wird dich bestimmt keiner auslachen oder dich deswegen meiden. Sie werden dich vielleicht etwas ausfragen, und wenn dann die Neugierde gestillt ist nicht weiter darauf eingehen. Für dich ist so der Druck des Versteckens weg und du kannst dich auf das Wesentliche konzentrieren. Das wird deiner Inkontinenz bestimmt gut tun. Denn Seelischer Druck durch verstecken, verheimlichen, mit niemanden reden können schlägt nicht selten auf Magen und Darm oder Blase. Mit ein wenig
Planen des Alltags lässt es sich auch mit Inkontinenz leben.
Morgens die Irrigation so ist der Darm leer und es kann nichts passieren. Mit Pants oder Slips sich absichern. Bei bestimmten Unternehmungen eventuell Emudium zusätzlich zur Irrigation nehmen. Auch Analtampons können helfen.
Ich habe vor längerer Zeit einen Beitrag geschrieben mit der Überschrift: verschweigen ist keine Lösung.

Hier kannst du ihn noch einmal nachlesen:

Für viele Menschen mit Inkontinez ist der Harnverlust nicht nur ein praktisches, sondern vor allem ein psychisches Problem. Als Kind hat man den meisten von uns beigebracht, dass es nicht anständig ist,"in die Hose " zu machen. Es werden die Begriffe sauber mit gut und unsauber mit schlecht verbunden. Daher fühlen sich die Betroffenen oft als Versager und schämen sich. Da Inkontinenz immer noch ein Tabuthema ist, ist es wichtig darüber offen zu reden. Aus Angst vor peinlichen Situationen ziehen sich die Betroffenen immer mehr zurück.
Sie verzichten auf Sportliche Hobbys und alle längeren Aktivitäten(Theater, Kino, Ausflüge, Feiern ). Mit der Zeit kann das Versteck spielen zu einem ernsthaften psychischen Problem werden. Es scheint einfacher zu sein, zu Hause und in der Nähe der eigenen Toilette zu bleiben. Mann meidet allmählich jeglichen Kontakt nach außen, aber auch im engeren Freundes und Verwandtenkreis, anstatt dort Hilfe zu suchen. Häufig findet auch Rückzug vom Ehe oder Lebenspartner statt. Es kommt zur Ablehnung sexueller Kontakte , aus Schamgefühl vor möglichen Harnverlust. Der Rückzug vom kulturellen und gesellschaftlichen Leben führt so zwangsläufig zur sozialen und privaten Isolation, zu Depressionen und bei alleinlebende Menschen zur Vereinsamung. Wenn mann den Mut hat für ein klärendes Gespräch im familiären, freundest, bekannten und kollegenkreis hat mann das Verheimlichen bereits hinter sich gelassen, und damit einen wichtigen Schritt heraus aus der Isolation getan. Sie werden überrascht sein, wie viele Menschen von ähnlichen Problemen betroffen sind. Mit ein bisschen Planung und dem Gefühl der Sicherheit(Hilfsmittel)vor unliebsamen Überraschungen brauchen sie auf die meisten Unternehmungen und Aktivitäten nicht zu verzichten. Indem sie offen über ihre Inkontinez sprechen, ersparen sie sich alle Schwierigkeiten, die damit verbunden waren, sie zu verbergen, und können die frei-
gewordene Energie darauf verwenden, ihre Beschwerden zu bessern.
Auch Selbsthilfegruppen können eine große Hilfe sein.

Ich hoffe dass dir vielleicht der Beitrag ein wenig geholfen hat mit deiner Inkontinenz fertig zu werden.



Gruß Jens
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Jens Schriever
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Partner: Verh.
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz MS bedingt
Hilfsmittel: Bauchdeckenkatheter, Windeln, Irrigation

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