Inkontinenz und Alter

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Inkontinenz und Alter

Beitrag #1 von Helmut » 14 Nov 2006 15:42


Hallo Leute,

wen ihr den folgenden Artikel einmal durchliest, dann frage ich mich, wie es uns wohl im Alter ergehen wird. Hier der Artikel aus "sueddeutsche.de"

Im Zweifel für die Menschlichkeit

Weil die Nachbarn unter dem penetranten Geruch leiden, will eine Münchner Genossenschaft eine 80-jährige Mieterin aus ihrer Wohnung klagen.

Von Bernd Kastner

Es ist, als würde sich ein Fenster in die Zukunft dieser Gesellschaft auftun. Man blickt in eine Zukunft, die so gar nicht zur sterilen Atmosphäre dieses Gerichtssaals passen will, und irgendwann meint man sogar, einen unangenehmen Geruch wahrzunehmen. Es ist ein Lehrstück über Toleranz und ihre Grenzen, das da gegeben wird, und vielleicht wirkt alles so beunruhigend, weil die Akteure so unsicher wirken, so überfordert und hilflos.

Mietgericht München, Saal 106, blauer Boden, weiße Wände, Kreuz an der Wand, zum Aufruf kommt die Sache Eisenbahner-Baugenossenschaft München-Hauptbahnhof gegen Kahn. Edda Kahn (Name geändert) ist 80 Jahre alt, unter Betreuung stehend, pflegebedürftig, zuckerkrank, dement - und es geht um Räumung. Die Genossenschaft hat ihr gekündigt, weil sie stinkt. Man muss es so sagen, denn so sagen es auch die Nachbarn. Die beschweren sich über den penetranten Uringeruch aus der Wohnung der Frau.

Dem Richter ist nicht wohl in seiner Haut, man merkt es. Es gibt noch keine höchstrichterlichen Urteile zur Frage, welches Bedürfnis schwerer wiegt: Das der Nachbarn nach einem geruchsneutralen Wohnen - oder das eines alten Menschen nach Verbleib in seiner gewohnten Umgebung. Immer wieder bläst der Richter Luft durch seine Lippen, als wolle er die Anspannung hinauspressen.

Edda Kahn hat bei der Bahn gearbeitet, als Küchenhelferin in einer Kantine. Seit drei Jahrzehnten wohnt sie auch bei der Bahn, genauer: bei ihrer Bau-Genossenschaft. Vor eineinhalb Jahren musste sie raus aus ihrer alten Wohnung, die Genossenschaft sanierte das Haus, man setzte Frau Kahn um, in eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Nymphenburg. Krank, sagt ihre gerichtlich bestellte Betreuerin, krank ist Frau Kahn schon lange, auch inkontinent, und in der alten Wohnung habe es auch nach Urin gerochen. Im alten Haus habe aber jeder jeden gekannt, niemand habe sich aufgeregt. ....... weiter hier



Gruß Helmut
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Re: Inkontinenz und Alter

Beitrag #2 von papa0861 » 14 Nov 2006 17:41


hallo helmut,

ich möchte auch nicht in der haut des richters stecken. das wird sicherlich eine schwere entscheidung.
die frau kann nichts dafür, daß sie alt und gebrechlich ist. ebensowenig für den umstand, daß die sich selbst und die wohnung vermutlich nicht mehr sauberhalten kann. mit absicht läßt sie sich bestimmt nicht gehen
andererseits kann man aber auch die mitmieter vestehen.
ich war früher oft genug in solchen wohnungen und kann ein lied von diesem teilweise bestialischem gestank singen.
aber nicht die frau gehört bestraft, sondern die gesellschaft, die angehörigen, die ämter und behörden, die sowas zulassen.
eigentlich kann man nur mit dem kopf schütteln und hffen, daß dieser prozeß auch in dem zuständigen sozialamt bzw. sozialpsychatrischem dienst ordenlich wellen schlägt.

lg
jürgen
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Beitrag #3 von mehlbox2001 » 15 Nov 2006 06:28


Hallo zusammen,

das mit einem Geruchsproblem kenne ich schon -- auch, wie einen das regelrecht neurotisieren kann. Als Student in Berlin-Kreuzberg hatte meine Nachbarin eine regelrechte Katzenzucht -- wahrscheinlich der Ausgleich, weil ihr ebenso heroinsüchtiger Freund sich in ihrer Wohnung den Goldenen Schuss gesetzt hatte. Nun ja, sozialer Wohnungsbau, 444 Wohnungen auf elf Etagen ... Damals hat sich das Gesundheitsamt rührend gekümmert ... Aber sowas hat noch lange nicht den sozialen Sprengstoff ...

Abgesehen davon ist es unglaublich schwierig in Deutschland, Rentner aus ihren Wohnungen rauszuklagen (gut so!), da liegt in der Regel ein Härtefall vor. Betreuer und Richter sind normalerweise nur dann schwer im Konflikt mit sich selber, wenn's um Heimeinweisungen geht, und darum ging's hier nicht.

Und wollen wir etwa ein steriles und keimfreies Land, wo alle Nichtraucher sein müssen, kerngesund, am besten keine kleinen Kinder haben, die Lärm machen, keine Hunde, keine Katzen, keine Wildkräuter im Balkonkasten (manche Unverbesserliche sagen da Unkraut zu), sondern nur noch eine Plastikwelt mit Kunstblumen? Nein danke ...

Andreas
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