Angst vor OP

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Angst vor OP

Beitrag #1 von woelkchen » 27 Jul 2007 21:26


Hallo,
Ich bin Wölkchen und gerade 40 Jahre alt geworden. Ich habe einen Sohn von 10 Jahren der per Kaiserschnitt zur Welt gebracht wurde.
Dennoch leide ich seit 2 Jahren an Harninkontinenz.

Es fing damit an, dass ich vor 2 Jahren mit dem Rauchen aufhörte und um Gewichtsprobleme zu vermeiden, anfing regelmäßig zu Joggen.
Nach einiger Zeit stellte ich fest, dass mir hin und wieder und dann immer öfter Urin abging.

Ich hatte schnell das Gefühl, je mehr Sport ich trieb desto schlimmer wurde es. Ich dachte regelrecht, durch die hüpfenden Bewegungen und mein Gewicht, wird alles ausgeleiert, so das ich den Sport Anfang des Jahres an den Nagel hing, weil es mittlerweile so weit war, dass mir Urin abging ohne das ich es merkte .
Dieses Jahr wurde es ganz schlimm.
Ich hatte während der Jugend schon immer meinen Schwachpunkt im Unterleib. Häufige Nierenbeckenentzündungen und Blaseninfektionen. Das hörte aber irgendwann so mit 25 auf einmal auf.
Nun kommen aber wieder diese ständige Harnwegsinfektionen und Dranginkontinenz dazu, dieses Jahr schon zum 4ten Mal eine Infektion und manchmal läuft Harn auch noch mal nach, nachdem ich auf Klo war.
Ohne den Sport habe ich jetzt 10 Kilo zugenommen, was die Sache nicht gerade erleichtert. Also habe ich mit im Web informiert, so bin ich auch zu diesem Forum gekommen und zu entsprechenden OP-Angeboten. Ich stellte mir die Sache ganz einfach vor,: Zum Arzt gehen, Termin zur OP geben lassen und alles ist wieder gut.
Ich war also beim Arzt, letzte Woche, hab dem gleich gesagt, dass ich die OP möchte, der hat sich das Ganze angesehen, also diesen Druck gemessen und nach ca. 5 oder 10 Minuten Untersuchung, konnte ich mir den Termin von der entsprechenden Schwester geben lassen. Das Ganze fand beim Urogynokolgen statt. Zeit für ein genaueres Gespräch hatte er jetzt nicht. Auch weiß ich gar nicht genau, was gemacht wird. ich weiß nur, die OP dauert ca. 30 Minuten und ich bleibe 5 Tage im Krankenhaus. Das in 2 Monaten.

Und jetzt bekomme ich Panik.
Hab mit meinem Mann diskutiert, nachdem ich hier die Risiken gelesen habe. Er meint ich soll es lassen.
Ich weiß nicht welche OP, TVT oder TOT??
Ich hab Panik vor Spätfolgen oder vor Infektionen.
Soll ich es besser lassen?
Es ist komisch, manchmal gehts mir gut, und es passiert nichts. Tagelang nichts. Dann gibt es wieder Tage an denen es ganz schlimm ist.
Ach ja, der Arzt verschrieb mir noch Spasmex davon soll ich 3 x 15 mg. nehmen. Hilft eigentlich. Aber eigentlich bin ich kein Tablettennehmer. Aber was soll ich denn jetzt nur tun?
Ich hab panische Angst vor der OP.
Weiß jemand wie oft, solch eine OP schief geht?

Liebe Grüße
Wölkchen
...tief einatmen, ohne Pause wieder ausatmen und dann den Atem 6-10 Sekunden anhalten! Dann wieder tief einatmen,........
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Hallo

Beitrag #2 von Chris-001 » 28 Jul 2007 02:03


Hallo Wölkchen,
zu deiner frage nach einer OP kann ich dir keine Auskunft geben-aber eine Bekannte hat da gute erfahrung gemacht. Insoweit warscheinlich nicht so schlecht. Bei mir ist es mit der Inkontinenz , die ich durch einen Unfall bekam ähnlich- sie ist mal stärker mal weniger stark- will sagen mal geht es ohne bzw. mit minimalem Schutz andere Tage gehe ich ohne Windel nicht aus dem Haus. Es ist mitunter schwierig sich darauf einzustellen da durch eine falsche Bewegung oder eine Erkältung alles ausgelöst werden kann. Da kann es insbesondere bei falschen Bewegungen schon mal zu peinlichen zwischenfällen kommen, deswegen trage ich jedoch nicht immer eine Windel. Also deine Inko wird mit den Jahren nicht besser-eher schlechter. Wenn du nun die Möglichkeit hast dich operieren zu lassen mach es - es bleibt dir vieles erspart;du bist immerhin erst 40.

Gruß Christoph
Kein Dichter, aber trotzdem viel Spass am Leben
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Hallo

Beitrag #3 von woelkchen » 28 Jul 2007 12:23


Hallo
vielen Dank für deine Antwort Chris.
Ich dachte schon es meldet sich niemand.

Also, ich denke ja auch, dass es eher schlimmer wird wie besser. Deshalb möchte ich die Gelegenheit schon gerne bei Schopfe packen. Aber was ist, wenn ich es anschließend bereue? Wenn alles noch schlimmer wird. Bis jetzt brauche ich keine Windeln. Ich komme mit Slipeinlagen aus. Manchmal, wenn es schlimm ist, benutze ich normale Binden. Aber die halten an den Tagen, an denen es schlimm ist auch schon nur knapp.

Oh mann, das ging jetzt alles so schnell.

Ich frage auch noch einmal an alle anderen? Was soll ich tun?
Wie hilft Beckenbodengymnastik? Kommt das überhaupt für mich in Frage? Welche OP soll ich machen lassen? Diese TNT oder TOT?

Ich würde gerne noch einmal mit dem Arzt sprechen. Ob ich ihn anrufen kann?
Ich soll ja in 2 Monaten an einem Montag morgen im Krankenhaus erscheinen und dann wirds gleich am nächsten Morgen gemacht?

Ich fühl mich so unaufgeklärt. Ich weiß gar nicht, welche OP er vornimmt.
Ich bin davon ausgegangen, dass das Ambulant durchgeführt wird. Warum muß ich jetzt 5 Tage in der Klinik bleiben?
Fragen über Fragen???????

Bitte meldet euch, sonst mach ich mich ganz verrückt.

Liebe Grüße
Wölkchen
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noch eine Frage

Beitrag #4 von woelkchen » 28 Jul 2007 14:14


darf ich nach der OP überhaupt wieder Sport treiben?
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Beitrag #5 von fiat08 » 28 Jul 2007 16:04


Hallo wölkchen, :D
so unaufgeklärt würde ich mich nicht operieren lassen.
Mach noch einmal einen Termin bei Deinem Arzt
und kläre Deine Fragen. :!:
Informiere Dich doch auch über Alternativen, eine
OP sollte immer der letzte Ausweg sein. :D

LG
fiat08 :-)
Wünsche mir Erfahrungsaustausch mit Betroffenen, die ihre Inkontinenz einer Querschnittslähmung verdanken.
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Aufklären

Beitrag #6 von dela » 29 Jul 2007 21:28


Liebes Wölkchen,

Am besten lass Dich vom Arzt schriftlich Aufklären über die Risiken. Mir hatte man bei einer OP vergessen ein Aüfklärungsblatt zu geben ,das ich hätte unterschreiben müssen. Jetzt habe ich eine Verletzung. Es ging nicht um Inkontinenz.
Trotzdem schriftlich aufklären lassen. Wünsche Dir, :idea: das Du Dich richtig entscheidest.
Gruß
dela
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enttäuscht

Beitrag #7 von woelkchen » 31 Jul 2007 09:41


Erst mal danke an die, die wenigstens etwas geschrieben haben.

Aber auf meine Fragen hat niemand geantwortet.

Tolles Forum, tolle Moderatoren, tolle Hilfestellung :(
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Beitrag #8 von Struppi » 01 Aug 2007 01:55


Hallo Wölkchen,

zunächst einmal: Bleib doch erstmal ganz locker, es werden mit Sicherheit noch andere auf Deinen Thread eingehen und ihn - so gut es geht - beantworten.

Wir sind hier - zumindest die meisten von uns - nur Laien auf dem medizinischen Sektor, und auch nur als Laien können wir Dir antworten.

Ich kann Dir auch nicht sagen, was Du tun solltest oder besser nicht. Ich kann Dir aber sagen, dass Beckenbodengymnastik auf alle Fälle ein guter Ansatz ist, gerade bei Deiner Form der Inkontinenz, auch das Spasmex würde ich an Deiner Stelle weiter einnehmen, es "entspannt" die Blase und sollte Deine "Unfallrate" herabsetzen. Die Beckenbodengymnastik sollte täglich gemacht werden und es braucht eine Weile, bis sich die ersten Erfolge zeigen - verzweifle also nicht, wenn es nicht gleich nach einer Woche besser wird.

Meiner Mutter wurde bei gleicher Symptomatik wie bei Dir (aufgetreten nach einer Total-OP) ebenfalls ein TVT-Band eingesetzt. Sie ist sehr glücklich über die Entscheidung zur OP gewesen, ist seit dem auch wieder vollständig kontinent. Das ist leider der einzige Erfahrungsbericht, den ich auch meinem persönlichen Umfeld kenne.

Die ärztliche Aufklärung erscheint mir in Deinem Falle auch etwas knapp - um nicht zu sagen: mangelhaft. Selbstverständlich solltest Du vor dem Eingriff noch mal das Gespräch mit Deinem behandelnden Arzt suchen. Mit ihm solltest Du vielleicht auch noch mal über Alternativen sprechen oder darüber, ob Du der Beckenbodengymnastik in Kombination mit Medikamenten zunächst mehr Zeit einräumen möchtest.

Ein Aufklärungsgespräch ist allerdings vor allen operativen Eingriffen der Regelfall; eigentlich sind es sogar zwei Gespräche. Zum einen wirst Du über die Risiken und die Art der Narkose aufgeklärt, zum anderen selbstverständlich über den Eingriff als solchen.

Gib uns hier doch bitte etwas mehr Zeit... es werden sich bestimmt noch andere melden, die besser auf Dein Anliegen eingehen können, als ich das hier vermag.

Grüße

Struppi


P.S.
Du solltest über eine Optimierung Deiner Hilfsmittelversorgung nachdenken... - Slipeinlagen sind nicht für die Aufnahme von Urin konzipiert worden, sie binden auch keine Gerüche. Du kannst Dir passende (und auch sehr diskrete) Ein-/Vorlagen von Deinem Arzt verschreiben lassen bzw. laß Dich doch dahingehend in einer Apotheke/einem Sanitätshaus Deines Vertrauens mal beraten.
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danke

Beitrag #9 von woelkchen » 01 Aug 2007 15:11


Danke Struppi für deine Zeit und Antwort.
Was die Slipeinlagen betrifft, da habe ich Hemmungen offen drüber zu sprechen geschweigen denn sie zu kaufen.

Komischerweise, jetzt seit dem ich dieses Spasmex nehme, und das ja seit ca. 2 Wochen, ist mir gar nichts mehr passiert. Außer jetzt einmal, als ich mit Mann und Kind in der kalten Ostsee baden war. Also da stellte ich wieder fest, dass ich beim Federball spielen aufpassen muß. Immer schön aufs klo gehen, damit die Blase schön leer ist, dann ging es.

Aber so, jetzt hier Zuhause ist alles gut.

Hm, ich mach mir glaube ich jetzt einen Termin bei einem Urologen.. in 1 1/2 Monaten hab ich schon den Termin.
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Beitrag #10 von Struppi » 02 Aug 2007 15:20


Hallo Wölkchen,

es ist schön zu hören, dass die Therapie bei Dir anschlägt.

Die Idee, nochmals den Urologen aufzusuchen halte ich auch für gut... besser einmal mehr nachfragen und die bestehende Therapie - die ja offenbar sehr gut wirkt - zu optimieren als sich gleich "unters Messer" zu legen.

Wegen der Einlagen: Keine Hemmungen, sie sind Hilfsmittel, die das Budget Deines Arztes nicht belasten und Dein Leben erleichtern sollen. Wenn Du beim Urologen bist, würde ich das Thema ruhig mal anschneiden.

Grüße - und weiter so!!! :D

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