Ich habe Botox-Injektionen hinter mir

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Ich habe Botox-Injektionen hinter mir

Beitrag #1 von Kühlein » 20 Jan 2008 18:21


(Neurogene Blase bei hyperaktiver Blase)

Hallo,

gestern kam ich zurück, aus der UNI-Klinik in Kiel. Sie haben mir Botox injiziert und die Harnröhre, die verengt ist, erweitert.

Sie teilten mir mit, dass ich nur noch 98 ml Blaseninhalt haben kann (2006 waren es noch 120 ml...), die Blase aber bereits bei 60 ml extremen Druck auf den Blasenmuskel ausübt. Dieser wiederrum arbeitet ununterbrochen.
Der Arzt war erstaunt und klärte mich darüber auf, dass mein Gehirn bzw. die dafür zuständigen Nervenbahnen völlig ohne Mitarbeit sind. Ich kann es also nicht mehr steuern.
Er fragte mich, ob ich denn auf der Toilette WOHNE. Ich antwortete:
"Ja, ich habs mir dort auch richtig hübsch gemacht!!!" :lach:

Normaler Weise dauert es laut den Ärzten 4 Tage bis 21 Tage, ehe eine Wirkung eintritt.
Nun habe ich das Problem, dass ich schon jetzt schlecht miktieren kann. Es läuft unter Brennen und sehr unangenehmen Kribbeln nur noch zögerhaft und obwohl ich weiß, dass noch "einiges drin" ist, muss ich mich anstrengen, damit es läuft.
Ich muss quasi regelrecht "drücken" und das mehrmals. Ist denn das normal? Es ist jetzt erst 4 Tage her, dieser Eingriff.

Der Urologe muss nun regelmäßig kontrollieren, ob Restharn verbleibt. Sollte das der Fall sein, muss ich mich täglich mehrmals kathederisieren.
Nachdem ich nun erstmalig länger als nur paar Minuten (1 Tag) kathederisiert wurde, habe ich nun natürlich Bedenken.

Ich würde mich freuen, wenn sich jemand darüber mit mir austauschen könnte oder mir auch Ratschläge geben kann.
Ich habe auch vor dem Katheder Angst, mir hat dieser eine Tag schon gereicht (obwohl ich weiß, wieviele das ja ständig machen müssen...).

Liebe Grüße und herzlichen Dank fürs "Zuhören"
Kühlein
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Beitrag #2 von Helmut » 21 Jan 2008 18:09


Hallo Kühlein,

ein Blasenvolumen von gerade einmal 100ml ist nicht sehr viel, sollte mit Botox auch wieder etwas mehr werden.

Dass es bei der Harnentleerung nach so einer Operation brennt, das ist völlig normal und sollte auch einige Tage nach der OP von selber verschwinden. Da bei dir auch die Harnröhre erweitert wurde, ist diese dann noch zusätzlich gereizt so dass auch der Harnabfluss durch die Entzündung behindert wird.

Wenn du dich infolge von größeren Mengen Restharn dann selber katheterisieren musst, so ist das auch kein Problem, da gibt es gerade für Frauen sehr kleine und unauffällige Katheter welche nicht größer als ein Lippenstift sind. Diese gibt es zum Beispiel von Coloplast unter dem Namen SpeediCath Compact, Nelaton, Frauen und können sehr unauffällig in der Handtasche mitgenommen werden.

Vor dem ISK (intermittierenden Selbstkatheterismus) brauchst du keine Angst zu haben, die Technik ist leicht und schnell zu erlernen und du kannst auch nicht viel kapput machen wenn du die Hygienevorschriften beachtest. Die Katheter selbst sind mit einer speziellen Gleitoberfläche versehen, so dass sie sehr leicht einzuführen sind. Auch das Brennen nach der Katheterisierung ist nur die erste Zeit bis sich die Harnröhre an den Katheter gewöhnt hat, dann merkst du nichts mehr davon.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #3 von Kühlein » 22 Jan 2008 11:33


Hallo Helmut,

wir hatten ja im Chatt schon ein weinig darüber gesprochen. So habe ich mich jetzt noch mal sehr über Deine Ausführungen gefreut.
Das nimmt mir wirklich die Angst, denn niemand hat mich bisher mal über all das informiert. Ich bin wirklich froh, diesen SHV gefunden zu haben!
Heute gehe ich zum Urologen und mal sehen, was er so meint. Vielleicht habe ich ja trotzdem ein wenig Glück und das mit dem schweren Miktionsfluss wird noch besser. Das starke Brennen ist wenigstens seit heute früh scheinbar besser.

Ich danke Dir noch einmal herzlich
Liebe Grüße
Kühlein
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