Harnwegs-Infekte nach Botox-Injektion am Blasenmuskel

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Harnwegs-Infekte nach Botox-Injektion am Blasenmuskel

Beitrag #1 von Kühlein » 18 Mai 2008 16:21


Hallo,

im Januar 2008 bekam ich in Kiel die Botox-Injektionen an den Blasenmuskel und war mit dessen Wirkung zufrieden.
Am Tag erreichte ich ein Blasen-Füllungsvermögen von 98 ml auf 250 ml.
In der Nacht trage ich zwar weiterhin Windeln, jedoch der Urinverlust ist beiweitem nicht so stark wie vor der Op.

Nun bekam ich (erstmalig) einen akuten Harnwegs-Infekt (und habe auch am Rücken im Nieren-Bereich Schmerzen).
Der Restharn betrug heute im Krankenhaus von 200 ml: 40 ml und die Ärztin meinte, das ist okay. Wobei mich schon wundert, einen solchen Infekt zu bekommen, obwohl noch nie - trotz 40-jähriger Inko - einen hatte.
Mein Urologe wollte in 2 Wochen den Restharn-Test machen.

Irgendwie hörte ich mal, dass dies nun zur "Regelmäßigkeit" werden könnte.
Mich würde auch interessieren, ob häufige Harnwegs-Infekte etwas zur Folge haben können?

Kann mir jemand helfen?

Ich danke Euch im Voraus.

Viele Grüße
Kühlein
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Beitrag #2 von Brandy » 18 Mai 2008 21:52


Hallo Kühlein,

wenn das stimmt, dass du erst deinen ersten Harnwegsinfekt hast, kann ich dir nur gratulieren. Ich habe im Jahr etwa 5 - 6 Harnwegsinfekte und muss dann jedes Mal Antibiotika nehmen.

Das Gefährliche bei Harnwegsinfekten ist, dass die verursachenden Bakterien gegen die Antibiotika mit der Zeit resistent werden können und die Medikamente dann nicht mehr helfen. Antibiotika können außerdem ziemlich viele Nebenwirkungen haben, die von Durchfall bis Schlafstörungen usw. reichen können.

Was die Nebenwirkungen betrifft, habe ich Gott sei Dank meistens nichts zu befürchten, trotzdem versuche ich alles, um die Häufigkeit der Infekte zu drücken.

Gruß
Brandy
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Beitrag #3 von Kühlein » 19 Mai 2008 19:32


Hallo Brandy,

vielen Dank für Deine Antwort.
Nun ja, sollte ich also nun häufiger Harnwegsinfekte bekommen, weiß ich wenigstens, was mich erwartet :wink:
Nun, ich habe ja in Deinem Profil gelesen, dass auch Du eine Neurogene Blasenentleerungsstörung hast.
Seit wieviel Jahren hast Du denn so häufig diese Infekte?

Liebe Grüße
Kühlein :fleissig:
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Beitrag #4 von Brandy » 20 Mai 2008 10:15


Hallo Kühlein,

seit etwa 4 Jahren, seitdem ich den intermittierenden Selbstkatheterismus 5 - 6 Mal am Tag (lt. Anweisung des Urologen) durchführe. Der ISK ist halt ein zweischneidiges Schwert: einerseits hilft er, über die Blase eine bessere Kontrolle zu haben und zwischendurch auch mal für eine gewisse Zeit drocken zu sein, andererseits besteht die Gefahr der immer wieder auftretenden Harnweginfekte.

Gruß
Brandy
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Und es ging nach der Botox-Injektion weiter...

Beitrag #5 von Kühlein » 20 Okt 2008 20:44


Hallo Ihr,

ich war lange nicht mehr hier drin, es ist viel passiert.
Seit April bin ich nun schon krank, mein netter Arbeitgeber :lol: will mich nun auch in vorzeitigen Ruhestand schicken. Kurz bevor diese Nachricht bei mir eintraf, lag ich mit einer akuten Nierenbeckenentzündung im Krankenhaus.
Nun habe ich seit Wochen wieder Nierenschmerzen, die in den Leib ziehen und mich oft kaum schlafen lassen - und ..... ratet mal: einen Harnwegsinfekt. Und das innerhalb von 5 Monaten - also 3 Mal.

Als ich meinen Urologen darauf ansprach, meinte der: "Nuja, das kann schon passieren!"
Ich wurde vorher nicht darüber informiert, das dies "passieren" kann.
Was solls. Ich fragte ihn: "Wann unternehmen wir denn mal was? Wenn es noch häufiger auftritt?"
"Jaaaaa. DANN unternehmen wir was. Liegt wahrscheinlich an dem Restharn."

Nee, da bleibt einem echt die "Spucke" weg.
Was sagt Ihr denn dazu?

Liebe Grüße von Kühlein :cry:
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Beitrag #6 von Gabi » 21 Okt 2008 13:14


Hallo Kühlein

Auch ich habe ständig mit HWI zu kämpfen seit dem ich mit dem ISK angefangen habe.Wichtig ist, dass du den Harn ansäuerst. Versuche es mal mit Cranberry (ist als Saft oder Kapseln erhältlich). Ich nehme Kapseln mit Vitamin C. Es gibt auch ein Medikament " Acimethin" ist aber für den ständigen Gebrauch abzuraten (greift die Leber an).

Gute Besserung wünscht dir

Gabi
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Beitrag #7 von Kühlein » 21 Okt 2008 19:04


Hallo Gabi,

ganz lieben Dank für Deine Antwort. Ich werde das mal versuchen mit den Kapseln. Ich finde es sehr schade, dass die Ärzte einem solche Ratschläge nicht geben, sondern im Gegenteil Antworten, die einen echt verblüffen.
DANKE!!! :lach:
Momentan sind die Nierenschmerzen dauerhaft und mein Miktionen sind auf ein Minimum zurückgegangen - was mich ja (die Botox-Spritzen haben bereits im September nachgelassen und ich bin wieder Dauergast auf dem WC...) irgendwie nachdenklich macht. Wollte nun heute einen Termin beim Nephrologen - als dringend. Man gab mir einen im Januar. Ich weiß nicht mehr, ob ich lachen oder heulen soll.

Liebe Grüße und vielen Dank für die Genesungs-Wünsche.

Kühlein
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Beitrag #8 von Gabi » 22 Okt 2008 12:14


Hallo Kühlein

Nimmst du jetzt ein Antibiotkum? Bei einer akuten HWI helfen die Kapseln natürlich nicht, sie sind nur zur Vorbeugung. Das mit deinem Termin ist ja sehr leichtsinnig vom Arzt. Bis Januar kann doch noch sehr viel eintreten, das kann man doch nicht so lassen.

Das mit Preiselbeer od. Cranberry habe ich auch nicht vom Arzt erfahren. Ein Arzt verschrieb mir dieses Acithemin. Mein Neurourologe riet aber von einer Dauereinnahme ab. Auf Anfrage nach der Wirkung von Preiselb. od. Cranberry sagte er, die Wirkung sei medizinisch erwiesen, aber selber auf den Gedanken ist er auch nicht gekommen. Aber nun zurück auf deine Schmerzen. Lass es ja nicht so lange anstehen, es ist zu gefährlich. Wechsle notfalls den Arzt. Die Nieren müssen dringend untersucht werden.

Ich spiele auch mit dem Gedanken eine Botoxinjektion machen zu lassen, da ich beim ISK eine sehr starke Spastik habe. Würdesrt du es nochmal machen lasse , abgesehen von der HWI? Wie ging es dir danach und wie lange hält es an?

Ich wünsche Dir eine gute Besserung

es grüßt dich Gabi
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Botox-Injektionen

Beitrag #9 von Kühlein » 22 Okt 2008 13:01


Liebe Gabi,

nach der Botox-Injektion dauerte es nur reichlich 3 Wochen, bis die Wirkung eintrat. Ich konnte endlich wieder raus gehen (ich hatte mich auf Grund der Inko beinahe vollständig isoliert), Straßenbahn fahren - ohne nachdenken zu müssen, ob ich es bis zum nächsten WC schaffe und hatte insgesamt eine bessere Lebensqualtität.
Nun, ich stehe kurz vor der Entscheidung, es in der Uni-Klinik Kiel wiederholen zu lassen (oder, sofern bis dahin die Zulassungs-Phase beendet ist und die Botox-Injektionen auch in anderen Städten durchgeführt werden, in näherer Umgebung).
Nur, die HWI nerven mich schon, zumal ich sowas vorher nicht hatte.
Mein Arzt ging damit einfach zu legär um - der Restharn hätte mehrmals täglich mit Katheter "raus gemußt" (schön formuliert :lach: ).
Niemand hat mit mir gesprochen. Die Injektion wurde gemacht, der Arzt war glücklich, denn ich bin seine einzige Patientin mit NBES, die diese Behandlung hat durchführen lassen.
Schön, wenn ich ihn glücklich gemacht habe. :wink:
Vielleicht laß ich es machen, werde ihm aber mitteilen, dass ich mich dann katheterisiere, um die HWI, Nierenbeckenentzündungen zu minimieren.
An sich ist das schon eine gute Sache, denke ich (in der Nacht brauchte ich allerdings weiter Windeln).

Nun, ich werde mir bald einen Nephrologen suchen, wenn es sein muss, fahre ich sonstwohin. Diese Nierenschmerzen sind schon seit 2 Monaten da und irgendwie muss das doch mal richtig abgeklärt werden.
Meinen endgültigen Urinbefund bekomme ich erst morgen, irgendeine Bakterie haben sie noch nicht fertig.

Liebe Grüße
Kühlein
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Beitrag #10 von Gabi » 23 Okt 2008 13:11


Hallo Kühlein

Meine ständigen HWI habe ich erst, seit ich mit dem ISK angefangen habe. Es hat also auch seine Risiken. Früher hatte ich bis zu 500ml Restharn und nie eine HWI. Mein Urologe meint, unter 100ml Restharn sei tolerierbar. Zur Zeit katheterisiere ich nicht und meine HWI sind weg. Meine Ärztin hat mir allerdings ziemlich Angst gemacht wenn ich nicht katheterisiere (wegen Nierenschäden bei soviel Resth.) Sie hat ja vollkommen recht , aber mit meiner Spastik werde ich einfach nicht fertig. Also versuchte ich wenigstens 1x am Tag zu kathtetern und schon am 3. Tag war eine HWI wieder da. Mit dem Katheter führt man auch Bakterien mit ein.

Ich wünsche dir alles Gute und eine baldige schmerzarme Zeit

Grüße

Gabi
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