Verzweifelt! TVT-Band Operation gescheitert

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Verzweifelt! TVT-Band Operation gescheitert

Beitrag #1 von Veronica » 14 Jul 2008 17:55


:halloall: Erstmal möchte ich mich vorstellen. Ich bin Veronica, 50 Jahre alt und neu hier. Ich möchte einfach mal mit jemandem über meine Geschichte sprechen. Es fing vor vielen Jahren an mit einfachen Inkontinenzbeschwerden, wie Probleme beim Husten. Als es immer schlimmer wurde, ging ich zum Urologen. Ich machte monatelang intensiv Beckenbodentraining und 2 Jahre lang sogar mit einem Feedbackgerät. Doch es wurde immer schlechter. Als mich die Vorstellung einmal Windeln tragen zu müssen fast umbrachte, schlug mir mein Gyn. vor, ein TVT-Band zu legen. Nach einigen Recherchen, die alle positiv waren, ließ ich mich operieren. 1 Woche Krankenhaus, starke Nachblutungen, aber ich hoffte, dass es nun besser würde. Nun gut, beim Husten. Lachen und Treppensteigen war ich nun einigermaßen "trocken", aber sobald ich einen Harndrang verspürte, musste ich sofort rennen. Ich habe keinerlei Kontrolle mehr über den Blasenschließmuskel, schlimmer als zuvor. Der Gyn. meinte, ich hätte eine Mischinkontinenz und das Band würde nur gegen die eine Form helfen. Bald merkte ich, dass sonst auch noch einiges nicht stimmte. Schmerzen beim Sport, Radfahren, Sex und grünlicher Ausfluss. Also ab zum Gyn. Der gab mir Mittelchen gegen Pilze, Trichomonaden, Clamydien und was alles noch. Es wurde nicht besser. Ich wurde immer verzweifelter, zumal ich schon bei mehreren Operationen, Krankheiten, Privatleben immer zu denen gehöre, bei denen alles schief läuft. Der Gyn. schickte mich zum Chefarzt der Klinik in der nächsten Stadt, der dann feststellte, dass das TVT-Band bei mir durch die Scheide gebrochen war und nochmal operiert werden müßte. Ich war begeistert (mein Chef auch). Es sollte nur 2 Tage dauern. Also wieder Operation, tagelanger grausamer Katheder und 1 Woche Krankenhaus, da die "Reparatur" so kompliziert war, dass die Harnröhre verletzt wurde. Jetzt habe ich 14 Tage Penicillin Einnahme hinter mir und mir geht es noch nicht viel besser. Alle Ärzte sagten mir, die Probleme kämen bei höchsten 2 von 1000 Frauen vor, was mich natürlich stark aufbaute. Ich fühle mich ziemlich schlecht. Das hat auch psychisch wieder Spuren hinterlassen. Sorry, dass der Beitrag so lang wurde, aber ich wollte einfach mir dies mal von der Seele schreiben, da ich mit Nichtbetroffenen nicht über dieses Thema reden will und kann. Danke fürs Zuhören. Grüße
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Veronica
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OP gescheitert ????

Beitrag #2 von Chris » 15 Jul 2008 09:55


Hallo Veronica,

erst mal herzlich willkommen.

Klar, dass dich die Dinge aufregen und traurig machen, aber ....

wie lange ist den die Nachop jetzt her, dass du sagst, die OP sei gescheitert ??

Für mich ist es nicht ganz nachvollziehbar, warum du in der gleichen Klinik die Nachop hast machen lassen. Offensichtlich ist bei der ersten OP schon mehr daneben gegangen, denn starke Nachblutungen sind zumindest ungewöhnlich. Da muss also schon eine Verletzung der Scheide passiert sein, so dass durch die Infektion nachher, das Band an der Stelle sich eingraben und letztendlich durchbrechen konnte. Dass dann bei der Nachop der Harnleiter verletzt wurde läßt auch nicht auf ordentlich durchgeführtes Handwerk schließen. Ein Regress könnte durchaus erfolgreich verlaufen!!

Leider ist es so, dass viele Ärzte meinen, ein TVT transvaginal einbauen zu können. Das ist aber nicht mehr die Methode der Wahl, viel häufiger wird von erfahrenen Operateuren das Band mit speziellem Werkzeug direkt durch einen kleinen Schnitt am Schambein gelegt. Dabei ist zwar ein Hautschnitt außen nötig, aber der liegt in "trockenem" Mileu und heilt bestens. Außerdem kann bei Komplikationen wie Verwachsungen etc. dieser Schnitt minimal vergrößert werden und der Operateur hat Übersicht und beschädigt nicht so leicht innere Strukturen.

Meine Empfehlung ist, wenn es nicht deutlich besser wird, wende dich an Dr. Kaufmann am Kontinezzentrum in Mönchengladbach, er ist ausgewiesener Spezialist und auch über die Deutschen Grenzen hinaus bekannt. Er kann sich das ansehen und Vorschläge machen.

Für heute machs gut

Chris
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Beitrag #3 von Veronica » 15 Jul 2008 21:53


Hallo Chris,
nett, dass Du so schnell geschrieben hast. Vielleicht ging das aus meiner Story nicht hervor, die 1. OP ließ ich bei meinem Frauenarzt in meiner Stadt machen. Als er dann nicht mehr weiter wußte, weil ich immer über besagte Beschwerden klagte, schickte er mich zum Chefarzt der Gynäkologie ins Krankenhaus der nächst größeren Stadt, der mich dort auch operierte. Weißt Du, das mit dem Regress ist recht und gut, aber ich hätte im Moment da absolut keine Nerven, sowas durchzustehen mit Beweiszwang u.s.w. und außerdem eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Und besser gings mir dadurch auch nicht. Von der anderen Möglichkeit von der Du schreibst, habe ich noch nie was gehört. Werde ich mir aber auf jeden Fall im Kopf behalten. Ach ja, die Nachop war vor genau 2 Wochen und ich werde jetzt mal nochmal abwarten, wie es sich entwickelt. Danke für den Tip mit dem Arzt in Mönchengladbach. Das ist jedoch für mich ein großes Problem. Es ist sehr weit weg von meiner Stadt und ich müßte da ja zu Voruntersuchungen, bräuchte dort ein Zimmer u.s.w.,
doch leider fehlen mir die finanziellen Mittel, um das durchzuziehen. Weißt Du, ob dies ein Kassenarzt ist? Was ich noch schreiben wollte, seit über 2 Jahren nehme ich Vesikur 10 mg Tabletten, was gegen Blasendrang helfen sollte, aber auch Fehlanzeige. Werde die jetzt absetzen. Viele Grüße aus dem Allgäu
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TVT-Band

Beitrag #4 von claudia07 » 22 Jul 2008 18:09


Hallo Veronica,

Das ist ja so, als ob dort meine Krankengeschichte geschrieben ist.

Hat sich bei mir fast so auch abgespielt, nur hat ich nicht das nur recht schmale TVT-Band eingesetzt bekommen, sondern das große Mesh-Netz.

Nachwirkungen mit insgesamt bis jetzt 6 Nachoperationen;

Blasenentleerungsstörung
chron. Beckenbodenschmerzen
chron. Unterleibsschmerzen

ach und noch so einiges.

Hätte ich nur annähernd gewußt zu welchen schlimmen Folgen diese Operation führt, hätte ich sie niemals machen lassen.
Das schlimmste ist aber, dass ich mich nach der Operation mehrfach beim Operateur vorstellte, und dieser meine Beschwerden als " Kopfsache" abgetan hat.



Bin dann in die nächste Frauenklinik gegangen, dann war bereits alles im Scheidenbereich aufgebrochen, der Bereich bis zum Darm war entzündet, und das Netz war bis in den Schließmuskel von der Blase eingewuchert.------ daher die Schmerzen.

Der Chefarzt dort sagte mir er hätte noch keine Frau gehabt, die es 6 Wochen mit so einem schlimmen Befund ausgehalten hätte.

Lieben Gruß

Claudia

:aerger:
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Beitrag #5 von Veronica » 22 Jul 2008 20:01


Liebe Claudia,
es macht mich fast wütend, zu lesen, dass diese sogenannten "super-Operationen", die garantiert helfen sollten, doch so oft schief gehen. Ich dachte schon, ich bin die einzige. Trotzdem tut es mir echt leid für Dich. Wie geht es Dir jetzt? Welche Beschwerden hast Du noch und ist jetzt alles wieder "gerichtet? " Ich habe am Montag Nachuntersuchung beim Gyn. Habe aber schon wieder das Gefühl, es stimmt noch nicht. Der Ausfluss ist immer noch da und beim Sitzen noch etwas Schmerzen. Bin zur Zeit schon sehr deprimiert, da ich auch noch Riesenprobleme mit einem an sich banalen Tennisarm habe, der auch schon mal operiert wurde und seitdem unerträglich schmerzt. Nach Röntgen und Kernspind in einer orthopädischen Spezialklinik -wer hätts gedacht, wiedermal nur bei mir, wurde gesagt, die OP konnte nichts helfen, weil ich im Ellenbogengelenk eine große Zyste habe, die erst einmal bei einer Riesenoperation mit Beckenknochen aufgefüllt werden müßte und 2 Nägel eingesetzt werden. Danach ständen 3 Monate Gips von den Fingern bis zur Schulter an. Da ich dann meine Stelle verlieren würde und ich nicht mal ne Garantie hätte, dass die OP hilft, muss ich trotz schlimmen Dauerschmerzen weiterarbeiten. Da kannst Du Dir ja vorstellen, dass mir alles bis oben steht.
Liebe Grüße Veronica
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TVT Band

Beitrag #6 von claudia07 » 23 Jul 2008 08:05


Hallo,
Erst möchte ich dir noch einmal den Rat von Chris ans Herz legen, er hatte dir ja Dr. Kaufmann in Mönchengladbach empfohlen---- der Rat ist super!!

Selbst wenn der Weg weit sein sollte!!

Auch ich bin bei Dr. Kaufmann in Mönchengladbach--- dort findest du eine optimale Betreuung,--
das Personal ist super freundlich, ebenso die Ärzte.

Sie geben sich die größte Mühe auch bei sehr unangenehmen Untersuchungen dem Patienten psychisch zu unterstützen. Echt erstklassig!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Du fragtest nach noch bestehenden Problemen, ja die habe ich immer noch, wie Dr. Kaufmann mir ehrlich sagte; auch ich kann nur lindern nicht mehr heilen,-- ein ehrlicher Spruch.
Die Gynäkologen haben immer wieder " rumoperiert" eine Besserung gab es nicht.

Da ich große Schmerzen im Beckenbodenbereich habe , ausserdem noch eine hohe Restharnbildung, mit zeitweisem Harnverhalten ( konnte gar kein Urin merhr ausscheiden) hat mir Dr. Kaufmann nach langen Voruntersuchungen einen Blasenschrittmacher eingesetzt.

Ich bin nun zum großen Teil schmerzfrei, die Blase funktioneirt zwar immer noch nicht so toll, muss regelmäßig kathetern, aber wie Dr. Kaufmann mir sagte, alles geht nicht mehr.

Natürlich kommen noch andere Probleme dazu - der ständige Ausfluß,.etc,.......aber am gravierensten ist natürlich das Partnerproblem ( ich denke du kannst dir denken was ich meine) das hat bei mir eine Depression ausgelöst, bin noch in Behandlung.

Meinen Beruf musste ich aufgeben- habe in der Pflege gearbeitet.

Ich denke es reicht jetzt, ich hoffe, dass mehr Frauen im vorhinein über die Möglichkeiten der Probleme mit diesem künstlichen Materialien informiert werden, in diesem sensiblen Bereichen sollten die Ärzte deutlich vorsichtiger sein, vor allem bei jüngeren Frauen, die noch im Beruf und in einerPartnerschaft stehen.

Ich hoffe, dass es bei dir bessser ausheilt,

wenn du noch fragen hast, melde dich gerne bei mir, ich denke ich habe sämtliche Beckenbodenspezialisten in Deutschland aufgesuscht- von Mainz bis Schwerin!


Ganz lieben gruß
Claudia





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