Inkontinenz oder nur Einbildung?

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Inkontinenz oder nur Einbildung?

Beitrag #1 von Bernd » 12 Okt 2003 21:39


Hallo!

Ich grüße alle hier im Forum.

Ich möchte mal gerne mein Problem schildern.
Eigentlich habe ich keine Probleme mit der Blase.
Nur gelegendlich befinde ich mich seit ca 2 Jahren in einer Art immer wiederkehrender Ausnahmesituation.
Ausgelöst werden diese Situationen durch Stress oder andere seelische Probleme.
Ich muß ganz nötig auf Toilette und komme dann nicht wieder herunter, da der Harndrag bleibt. Verlass ich das Örtchen muß ich spätestens drei bis vier Minuten später wieder. Nur manchmal geht das einfach nicht und es geht dann immer in die Hose (Kleine Mengen aber immer wieder).
Beim Hausarzt habe ich deswegen schon vorgesprochen und war auch schon beim Urologen. Aber die Diagnosen verliefen negativ. Das einzigste, was herausgefunden wurde: Meine Prostata ist groß (gutartig) und ich soll mich deshalb in en nächsten Jahren eine Op unterziehen. Nur, ich habe von sovielen schon gehört, dass so eine Op immer eine Inkontinenz entsteht. Also keine Lösung für mein Problem.
Am Anfang habe ich die Damenbinden meiner Frau benutzt, aber die haben nur den ersten Schwall aufgehalten. Danach hat mir meine Frau Inkontinenzvorlagen von Tena(Lady) mitgebracht. Mit denen kam ich auch nicht zurecht. Tena Men ist auch zu wenig. Jetzt trage ich Tena Pants. Damit komme ich dann auch über den Tag - Ohne Auslaufstress.

Jetzt habe ich eine Frage Ist das so Ok oder bin ich da auf einem falschen Gleis?
Und gibt es preiswertere Alternativen, die man nicht sieht?


Mfg
Bernd
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Bernd
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Eine gute Lösung ...

Beitrag #2 von mehlbox2001 » 13 Okt 2003 01:07


Hallo Bernd,

eine gute Lösung ist immer die, die dir am besten hilft. Zu viele Leute sind schon durch tausend Höllen gegangen, weil entweder sie sich selber Stress machen oder vom Doc machen lassen. Sei froh, dass nicht jemand mit dir die gesamte Palette an Psychopharmaka und Epilepsiemitteln durchprobiert. Wenn du dir statt mit Chemiebomben mit einfachen Hilfsmitteln das Leben normal gestalten kannst, dann mach das ruhig.

Ich selber finde übrigens die Tena Pants ziemlich wucherig, die dünnsten Tena Flex sind deutlich billiger, kaum dicker, dazu obendrein noch ein bisschen sicherer. Und wenn man sich sicher fühlt und gut durch den Tag kommt, ist für mich persönlich die Sache erledigt.

Andreas
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Beitrag #3 von Helmut » 13 Okt 2003 10:35


Hallo Bernd,

also das mit der Prostata ist so eine Sache. An deiner Stelle würde ich die OP schon machen lassen. Denn noch ist sie nicht zu sehr geschädigt und das Risiko eine dauerhafte Inkontinenz nach der Operation zu bekommen ist noch sehr gering. Bei dieser Op wird die Prostata ja nicht entfernt, sondern nur mit Medikamenten behandelt und die Abflußbehinderung in der Harnröhre operativ beseitigt, dabei wird die Prostata unm die Harnröhre herum ausgeschabt. Eine kurzzeitige Harninkontinenz nach der OP ist normal und verschwindet in der Regel nach einigen Tagen. Wird jedoch die ganze Prostata entfernt, dann ist die Warscheinlichkeit daß eine bleibende Inkontinenz entsteht, schon recht hoch. Auch eine vorübergehende Inkontinenz, die dabei zu etwa 80% entsteht, kann bis zu 2 Jahren andauern. Daher rate ich dir zur regelmäßigen Kontrolle.

Wie Andreas schon sagte, eignen sich für dich die dünnsten Windeln wie zum Beispiel die "Tena flex plus" oder die "Atends No.8 extra", da du ja nur wenig Urin verlierst. Diese sind wirklich sehr dünn, tragen überhaupt nicht auf und keiner sieht etwas.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #4 von Heinrich » 04 Dez 2003 17:38


Hallo Bernd,

Dein Beitrag spricht mir aus der Seele: Ich bin 60 Jahre alt und seit über vier Jahren befasse ich mich mit meiner anhaltenden Dranginkontinenz. Mein Urologe, den ich seither besuche, stellte zwar bei mir auch eine gutartige Vergrößerung der Prostata fest, doch möchte er derzeit noch nicht zur Operation schreiten. Unzählige erfolglose Tablettenkuren brachten dann bei mir zunehmend die Einsicht: Es ist so, wie es ist. Und damit habe ich mich bis heute abgefunden: Ich stehe zu meiner Inkontinenz und rege mich darüber auch nicht mehr auf.

Ich habe mich in der Zwischenzeit voll und ganz auf für mich passende Hilfsmittel (sprich Windeln) eingestellt und - ob letztendlich 100%ig erforderlich oder nicht - mir geht es seither psychisch wesentlich besser. Ich trage Tag und Nacht Windeln und Schutzhosen, sowohl im Beruf als auch in der Freizeit. Allerdings habe ich im Laufe der Zeit meine komplette Kleidung umgestellt und meinen neuen "Formen" angepasst.

Mein Arzt kann das alles nicht verstehen. Ich meine jedoch, die Schulmedizin kann nur den sichtbaren Teil unseres Körpers behandeln. Es gibt aber auch viele Erkrankungen, wie auch die Inkontinenz, die oftmals psychosomatische Ursachen haben.

Gruß Heinrich
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Dranginkontinenz und Windeln

Beitrag #5 von hajoe » 08 Jan 2005 17:34


Soeben bin ich auf diese alten Eintragungen gestossen und habe meinen eigenen Fall darin genau beschrieben bekommen. Während einer Autofahrt, bei Besuch bei Freunden, im Konzert usw. befällt mich oft ein dringendes Bedürfnis unverzüglich das WC aufzusuchen, nicht immer reicht die Zeit aus, und die Unterhosen werden nass. Mein Arzt hat mich gründlich untersucht, es sei alles medizinische in Ordnung und da sie, die Aerztin eine vernünftige Frau ist, hat sie mich nicht mit Medikamenten vollgepumpt, sondern mir angeraten, Windeln zu tragen.

Zuerst konnte ich mich mit dem Gedanken "Windeln" nicht anfreunden und habe lange, viel zu lange gewartet, bis ich physisch fast am Ende war. Nun, vor wenigen Wochen habe ich klein beigegeben und habe mir Windeln besorgt, vorerst in kleinen Mengen, um etwas passendes zu finden. Jetz bin ich soweit, tagsüber sind es Tena pants super, nachts Tena Flex super und darüber immer eine gute Gummihose mit festem Abschluss an den Beinen und eine Stützstrumpfhose 120 den, die alles schön fest hält.

Seither bin ich aufgelebt und bedaure nur, nicht schon viel früher diese Lösung gewählt zu haben. Wenn mich mein Drang quält, kann ich ruhig laufen lassen. Ich habe ausserdem bemerkt, dass die Windeln weniger Tendenz haben auszulaufen wenn man den Urin nur in kleinen Mengen un dafür öfters laufen lässt.

Vor meiner Akzeptanz der Windeln habe ich einmal mehrere Wochen ein Urinal mit Beinbeutel und Urinalkondom verwendet, jetzt muss ich aber sagen dass Windeln vom Tragkomfort besser sind und auch weniger behindern. Ich komme soeben von einer 3-stündigen Wanderung zurück, habe während diese Zeit mehrmals kleine Mengen Urin laufen lassen und fühle mich bestens (mein Alter, über 70). :lach:
Auch mit Inkontinenzkann man leben!
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hajoe
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