Wie wickelt man sich selbst?

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Beitrag #11 von mama123 » 10 Jul 2009 16:00


Hallo,
ich will da jetzt auch noch mal meine Meinung dazu äußern. Wenn der Grund für den Wechsel von der Realschule auf eine Förderschule wirklich nur die Harninkontinenz ist, finde ich solch einen Wechsel für unnötig.
Mein Sohn war bis vor einem Jahr harn- und stuhlinkontinent. Nach einer Rückenmarks-OP hat er seine Blase nun zu ca. 90 % unter Kontrolle, an der Stuhlinkontinenz hat sich leider nicht verbessert. Er ging auf eine normale Grundschule und nun seit fast einem Jahr auf ein ganz normales Gymnasium ( ohne irgendeinen Förderplan, Integrationshelfer oder sonst etwas) Ganz einfach deshalb, weil er es nicht braucht. Mit Hilfe der Irrigation wird jeden Abend der Darm gezielt entleert und dann passiert nicht. Zur Sicherheit trägt er Pants und so ist er bestens versorgt.
Wir als Eltern wären überhaupt nicht auf die Idee gekommen, ihn auf eine Körperbehinderten-Schule zu tun. Abgesehen davon, dass die nächste KB-Schule mit Gymnasium sehr weit entfernt ist und das Internat bedeutet würde. Und ehrlich gesagt, nur weil mein Sohn in die Hose macht, sehe ich nicht ein, ein Internat zu bezahlen ( das wir uns auch gar nicht leisten könnten); genauso wenig würde ich es in diesem Fall einsehen, dass mein Sohn dann auf Kosten der Allgemeinheit in das Internat gehen würde. Es gibt heute so eine gute Versorgung mit Hilfsmitteln, um mit der Inkontinenz um zu gehen, dass eine reine Inkontinenz für mich kein Grund wäre, eine Regelschule zu verlassen.

Vielleicht ist das Problem bei Nico einfach auch nur die mangelnde Versorgung mit passenden Hilfsmitteln. Als mein Sohn auch die Blase noch nicht unter Kontrolle hatte, hatte er nie solche "Unfälle", dass die Windel in der Schule ausgelaufen ist.
Außerdem gibt es da ja noch andere Sachen als nur Windeln.
Aber das habe ich alles schon mal in der Vorstellung von Nico geschrieben.

Ich musste mich jetzt hier einfach noch mal einklinken, weil ich mich über diese Aussagen, dass man mit einer reinen Inko auf einer Förderschule besser aufgehoben wäre, etwas aufgeregt habe.

Viele Grüße

Dagmar
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Beitrag #12 von Struppi » 11 Jul 2009 03:25


Hallo Mama123,

nur ein einziger Kommentar: Daumen hoch!!! Besser kann man es nicht zusammenfassen.

Danke für Deinen Beitrag. :D

Grüße

Hannes
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Beitrag #13 von Helmut » 11 Jul 2009 12:05


Hallo,

also das was Dagmar geschrieben hat, dam kann ich nur beipflichten. Nur wegen einer Inkontinenz ist ein Wechsel auf eine Förderschule völlig übertrieben und auch nicht notwendig. Klar, das Hänseln ist unangenehm und auch manchmal demütigend, aber selbst wenn der seelische Druck zu groß werden sollte, ist es immer noch besser, auf eine andere Realschule zu wechseln. Auch später im Berufsleben hat man mehr Möglichkeiten und bekommt auch eher eine Stelle, als wenn man eine Förderschule besucht hat.

Man könnte sich auch mit dem Schulamt kurzschließen, vielleicht gibt es in näherer Umgebung eine Realschule, an der gesunde und behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden.

Die heutigen Inkontinenzhilfsmittel sind so gut, dass praktisch keiner was von der Inkontinenz mitbekommt, wenn man es nicht direkt drauf anlegt. Natürlich gehört auch dazu, dass man das richtige Hilfsmittel verwendet und den Umgang damit beherrscht.


Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #14 von Werner Holmans » 11 Jul 2009 13:39


Hallo Nico,
ich denke doch, dass sich deine Elter den Schulwechsel in eine Förderschule sehr gut überlegt haben. Bei uns in der Umgebung gibt es auch nur eine Realschule und ein Wechsel würde deshalb nicht klappen. In der Sonderschule (wird auch als Förderschule bezeichnet) wirst du mit Sicherheit einen besseren Schulabschluss erhalten. Hier wird dir die Lernarbeit in den kleinen Klassen sicherlich mehr Freude bereiten. Gehänselt wird hier auch nicht mehr. Ich gehe davon aus, dass es sich um eine Sonderschule für Kinder mit entsprechenden gesundheitlichen Problemen handelt. In diesen Schulen können der Realschulabschluss und auch das Abitur erworben werden. In einer Förderschule für Lernbehinderte, davon gehen vermutlich einige Forumteilnehmer aus, ist der höchste Abschluss der Hauschulabschluss. Der Leistungsdruck ist hier viell geringer, was oft eine Hilfe sein kann. In unserer Wohngruppe (oder auch Heim) hatten wir schon Kinder, die plötzlich keine Bettnässer mehr waren. Der Leistungsdruck in einer Regelschule war für sie einfach zu groß.
Ich wünsche dir viel Erfolg in der der neuen Schule!
Werner Holmans
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Werner Holmans
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