Hilfsmittel aus England bestellen - geht das?

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Hilfsmittel aus England bestellen - geht das?

Beitrag #1 von john » 12 Aug 2009 00:27


Hallo,
mal eine vielleicht etwas ungewöhnliche Frage:

Ich habe in England einen Urinbeutel für Urinalkondome gefunden, der ähnlich dem Belly Bag an der Hüfte getragen werden kann.

D.h. entleeren geht relativ unauffällig.

Dieser Beutel hat eine Zulassung in England, jedoch keine in Deutschland. Kann man den problemlos nach Deutschland liefern lassen, oder macht da der Zoll, etc. Probleme, da es ein medizinisches Produkt ist?

Kann dass ein Uro in Deutschland verschreiben bzw. die Verwendung, sofern der Zoll meckert, bescheinigen?

Danke für Info.
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john
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Beitrag #2 von Stefan » 12 Aug 2009 12:04


Hallo John,

zu Deinen zwei Fragen:

:D JA du kannst Dir die Beutel in Großbritannien wie in jedem Land der EU bestellen und bekommst Sie problemlos nach Hause geliefert.

:( Wenn Du Sie von der Krankenkasse erstatten lassen willst geht das nicht, da Sie nicht von einem Leistungserbringer in Deutschland verkauft werden.

:idea: Kleiner Trick, der nicht gerne gesehen wird. Man nehme einen Apotheker, dieser bestelle in GB und rechne einfach ein ähnliches Produkt ab. Dies ist möglich da zur Erstattung eine Eintragung im Hilfsmittelverzeichnis nicht zwingend nötig ist. Auf dem Rezept muss dann eine genaue Umschreibung des Beutels sein.

Lg


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Beitrag #3 von john » 12 Aug 2009 19:38


Hallo Stefan,

danke für die Information.

icon_idea.gif Kleiner Trick, der nicht gerne gesehen wird. Man nehme einen Apotheker, dieser bestelle in GB und rechne einfach ein ähnliches Produkt ab. Dies ist möglich da zur Erstattung eine Eintragung im Hilfsmittelverzeichnis nicht zwingend nötig ist. Auf dem Rezept muss dann eine genaue Umschreibung des Beutels sein.


Gute Idee, muss ich mal versuchen.

Grüsse von John
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Beitrag #4 von papa0861 » 12 Aug 2009 23:17


hallo john,

entgegen der meinung von stefan möchte ich folgendes zu bedenken geben.

was stefan rät ist rein strafrechtlich gesehen ein klassischer betrug.

außerdem solltest du bei deinen bestellungen genau nachschauen ob die versandfirma hinten ein ltd kürzel hat. hier greifst du mal ganz schnell ins leere. und das könnte am ende recht teuer werden, vor allem wenn du in vorkasse gehst.

weiter wäre zu beachten, daß zollrechlich was auf dich zukommen könnte. sollten arzeneimittel hier hilfsmitteln gleichgesetzt sein bist du sehr schnell im straftatsbestand.

bevor du also stefans tips hier aufgreifst, mache dich lieber mal richtig kundig. gb ist zwar eu mitglied aber für wareneifuhr gilt deutsches zollrecht.

am ende könntest du mächtig draufzahlen

@stefan

nutzer hier öffentlich zu betrugshandlungen aufzufordern oder zu ermuntern, empfinde ich mehr als beedenklich.
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Beitrag #5 von Benjamin » 13 Aug 2009 11:42


Hallo papa0861,

Stefan rät keinem zum Betrug in irgendeiner Weise, er schrieb ja selbst, dass es nicht der feine Weg ist über diesen Umweg an ein Hilfsmittel zu kommen, jedoch ist es doch auf der anderen Seite schnuppe für welche Katheterbeutel die Krankenkasse zahlt, da auch hier Festbeträge gelten...

Rein zollrechtlich sind Katheterbeutel unter Garantie keine Arzneimittel, da hier keine irgendwie wirksamen Substanzen enthalten sind (was anderes wäre eventuell bei Kathetern mit Gleitgel und so drinne).
Außerdem würde bei einer Bestellung über die Apotheke gar nichts illegales was Arzneimitteleinfuhr betrifft geschehen, denn Apotheken sind nunmal berechtigt Medikamente ect. zu besorgen und zur Not vermutlich auch einzuführen nach Deutschland.

Viele Grüße
Benjamin
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Beitrag #6 von Stefan » 13 Aug 2009 13:00


Hallo Jürgen,

also ich verwehre mich das dieser Tipp Betrug ist, denn es ist die Abgabe von Hilfsmitteln über einen Apotheker zulässig, wenn Sie in ähnlicher Weise in Deutschland zugelassen sind.

Dies ist in der HilfsM-RL vom 28.10.2008, dem SGB V und der Bekanntmachung
des Hilfsmittelverzeichnisses Produktgruppe 15 Inkontinenzhilfen vom 16. Dezember 2003 eindeutig festgelegt.

Das es nicht gerne gesehen wird ist lediglich deshalb, dass die Krankenkassen in der Form nicht so einfach prüfen können, ob das Hilfsmittel die Mindestanforderungen des HMV erfüllen kann. Nun wenn der Apotheker ein analoges (ähnliches) Produkt aus dem HMV abrechnet ist das kein Betrug, sofern die richtige Gruppierung abgerechnet wird, z.B. 15. 25. 05. Urin-Beinbeutel!

Ach ja das in Verkehrbringen von Hilfsmitteln wird schon seit einigen Jahren über eine EU-Richtlinie 93 /42 EWG geregelt. Diese EU-Richtlinie über Medizinprodukte muss in allen Mitgliedstaaten seit 14. Juni 1998 verbindlich angewendet werden. Mit Zulassung in GB ist ein Verkauf in D ohne rechtliche Probleme möglich, da diese Produkte auch Zertifiziert sind.

Lg

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Beitrag #7 von Struppi » 13 Aug 2009 18:12


Hallo zusammen,

ein freundlicher Hinweis von mir in dieser Sache ist der, dass diverse Produkte, aber auch Arzneimittel, von jeder Apotheke Deutschlands über die sog. "Internationale Apotheke" bestellt, eingeführt u. verkauft werden dürfen - Gesetz folgt.

Ich schließe mich in diesem Fall auch Benjamin an: Katheterbeutel sind ganz klar keine Medikamente/Arzneimittel.

Anmerken möchte ich aber, dass die Gesundheitsreform uns Versicherungsnehmer tlw. in die Illegalität zwingt - für viele ist auf dem "normalen" Weg eine menschenwürdige Versorgung anders nicht finanzierbar. Darüber urteilen möchte ich in einem solchen Fall dann nicht.

Gruß

Hannes
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Beitrag #8 von Benjamin » 13 Aug 2009 20:23


Hallo Hannes,

in dem Fall geht es ja nicht wirklich um die Bezahlbarkeit, sondern dass man eben mit einem anderen Produkt besser zurecht kommt (was auch effektiv nicht mehr kostet, da es eh nur Festbeträge gibt, die erstatt werden). Somit muss man da ja gar nicht in die Illegalität rein ;)

Viele Grüße
Benjamin
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Beitrag #9 von papa0861 » 13 Aug 2009 20:45


Stefan hat geschrieben: :idea: Kleiner Trick, der nicht gerne gesehen wird. Man nehme einen Apotheker, dieser bestelle in GB und rechne einfach ein ähnliches Produkt ab. Dies ist möglich da zur Erstattung eine Eintragung im Hilfsmittelverzeichnis nicht zwingend nötig ist. Auf dem Rezept muss dann eine genaue Umschreibung des Beutels sein.


hallo,

ist vielleicht eine backanleitung für lieschen müller? wir können ja gene mal nach meinem urlaub der pn den §263 stgb durchdiskutieren.

im übrigen habe ich nicht behauptet, daß der private bezug von hilfsmitteln aus dem ausland verboten wäre, sondern lediglich geraten, sich dazu kundig zu machen, da das bei arzeneimitteln verboten ist un d der zoll hier zur zeit mächtig durchgreift.

lg
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Beitrag #10 von john » 13 Aug 2009 21:43


:twisted:
... und wenn das hier mit der Frage so weitergeht, nehme ich meine persönliche Lösung!

Ich ziehe nach England...

:twisted:

Grüsse von John, der sich Fragt, ob die EU nicht mal bald erwachsen werden kann...


P.S.
Ja, ja, keine Werbung...
Hier ist der Vertrieb/Hersteller: dobrahealthcare . com
Hat in England eine Registriernummer, die Produkte ebenfalls.
(Nee, sucht selbst nach den Nummern und der englischen Webseite zum prüfen... Bei so viel Bürokratie :aerger: )

Noch ein bischen Kommentar zum Abschluss:



:evil:
bevor du also stefans tips hier aufgreifst, mache dich lieber mal richtig kundig. gb ist zwar eu mitglied aber für wareneifuhr gilt deutsches zollrecht.


...die Prüfung macht meine Apotheke für mich...

ein freundlicher Hinweis von mir in dieser Sache ist der, dass diverse Produkte, aber auch Arzneimittel, von jeder Apotheke Deutschlands über die sog. "Internationale Apotheke" bestellt, eingeführt u. verkauft werden dürfen - Gesetz folgt.


... daher mache ich es auch nur über meine Apotheke. Den Verwaltungskram überlasse ich denen...

außerdem solltest du bei deinen bestellungen genau nachschauen ob die versandfirma hinten ein ltd kürzel hat. hier greifst du mal ganz schnell ins leere. und das könnte am ende recht teuer werden, vor allem wenn du in vorkasse gehst.


... ähm, nicht gelesen, dass die eine Registrierung beim NHS haben? Wenns da beim Zahlen/Liefern Probleme gibt, ist der NHS etwas unfreundlich und entziehen sehr schnell die Zulassung. Nix mehr mit "kann in England verschrieben werden". Geht per online an alle GPs und aus ist's...
Kenne mich beruflich etwas mit England aus. Sich mit dem NHS als Anbieter von Hilfsmitteln etc. anzulegen sollte man nicht versuchen...
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john
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