Emotionen

Du hast allgemeine Fragen zum Thema Blasen-, Darmschwäche oder Inkontinenz? Oder Du weißt nicht wo Deine Frage hingehört? Dann bist Du im allgemeinen Inkontinenzforum richtig!

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Emotionen

Beitrag #1 von tinchen86 » 31 Okt 2009 17:05


Sehr geehrte Inkontinenz-Patientinnen und Patienten, liebe Familien und Freunde,


im Rahmen meines Studiums nehme ich gerade an einem Projekt teil, das sich gezielt mit dem Thema Inkontinenz und dem damit verbundenen Tabu beschäftigt.
Es gilt, für ein Produkt Werbung zu entwickeln, die auf sensible Art und Weise Patienten und das Umfeld anspricht.

Da es sich hierbei um ein extrem sensibles Thema handelt, das mit großer Vorsicht und Feinfühligkeit angegangen werden muss, wende ich mich nun direkt an Sie!
Sie wissen am besten, welche Gefühle, Emotionen, Ängste die Diagnose Inkontinenz mit sich bringt
Es wäre großartig, wenn Sie mir weiterhelfen und untersützten können, die Emotionalität eines Betroffenen besser spüren zu können.
Vielleicht können Sie mir auch sagen, durch welchen Charakter einer Werbung haben müsste, um möglichst viele Menschen für das Thema Inkontinenz zu senisibiliieren ohne Betroffene negativ anzusprechen.

vielen Dank bereits jetzt an all die, die mir helfen können!

Alles Liebe

Tina
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tinchen86
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Beitrag #2 von Kühlein » 04 Nov 2009 20:58


Hallo Tina,

im Großen und Ganzen kannst Du alles, was uns Inkontinente bewegt und mit welch enormen Sorgen und Problemen wir uns täglich "herumschlagen", hier in diesem Forum unter verschiedenen Rubriken nachlesen.
EIN Problem von vielen kannst Du aus "Inkontinenz und Partnerschaft" entnehmen. Für viele Menschen ist es absolut schwer, mit dieser Krankheit einen Partner zu finden.
Des Weiteren sind es medizinische Themen - auch hier nachlesbar. Für uns ist es von hoher Priorität, einen geeigneten und kompetenten Arzt zu finden, der uns adäquat behandelt. Viele verschreiben unsinnig ein Präperat nach dem anderen auf, ohne dabei die Konsequenzen zu bedenken, die letztendlich nur der Inkontinente hat....

Ich selbst kann Dir kurz und prägnant eines sagen: Seit meiner Inkontinenz hat sich für mich mein gesamtes Leben verändert. Nichts ist mehr wie vorher. Auch mein allgemeiner Gesundheitszustand ist mit dem Eintreten der NBES schlechter geworden; die Nieren leiden immer mehr darunter (schwere Harnwegsinfekte, Nierenbeckenentzündungen etc.).

Eine Inkontinenz ist nicht einfach nur eine solche, sondern sie läßt einem beinahe kein "normales" Leben mehr. Dennoch leben wir alle und es gibt wie bei jedem anderen Krankheitsbild die "guten und die schlechten Zeiten".
Der eigene Umgang mit der Inko ist - meiner Ansicht nach - absolut wichtig. Ich lasse sie z. B. so wie sie ist, versuche sie nicht mehr zu bezwingen, beweine mich nicht mehr selbst und akzeptiere sie. Was die anderen Menschen, die "Trockenen" damit machen, ist mir - größtenteils - gleich geworden. Ich kann sie um ihre Intoleranz nur noch bedauern.

Natürlich fallen mir diese "coolen" Sätze :-) eher schwer, wenn ich unter Menschen einen "Vorfall" habe (ich weigere mich, am Tag auch noch Windeln zu tragen, sondern richte meine unterschiedlich stark ausgesprägten inkontinenten Tage nach dem Vorhandensein von WC´s aus...) und ich ziehe mich erst einmal für einige Tage in mein Schneckenhaus zurück.
Wie gesagt - die guten und die schlechten Tage....

Schnüffel dich einfach mal durch die unterschiedlichen Foren und Du wirst wahre Schätze entdecken....
Viel Glück bei Deinem Projekt, wir Inko´s sind immer erfreut, wenn es jemandem doch noch gelingt, die Menschen zu diesem "schambehafteten" Thema zu sensibilisieren.

Kühlein
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Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben, aber es hat nur ganz genau so viel Sinn,als wir selber ihm zu geben imstande sind.
(Hermann Hesse)
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Beitrag #3 von Torsten » 04 Nov 2009 22:57


Kühlein hat schon viel wahres geschrieben , was ich noch anfügen möchte ist die allgemeine Medienpräsenz.
Wenn mehr Werbung , mehr Beiräge allgemein offener mit dem Tehma umgegangen würde , wäre es sicher nicht so ein tabutema.
Ich denke das größte Problem liegt einfach darin das man fast gezwungen wird sich zu schämen (auf grund der Intoleranz) für etwas wöfur man nichts kann.
wenn du noch fragen hast kannst du mich gern über Privatmail anschreiben ich steh dir dann für jede fage zur verfügung.

LG
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Beitrag #4 von olaf-uwe » 05 Nov 2009 08:24


Hi,

also was kann ich dazu sagen?

Die Diagnose Inkontinenz ist doch immer nur eine Bestätigung desen was man schon bemerkt hat. Da geht ohne meinen Einfluss was ab. Ich bin nicht mehr ganz dicht.

Ich muss erst mal selbst das Problem verarbeiten. Dabei kommt zur gleichen Zeit das Problem auf die Umwellt auch zu. Hier entsteht ein ganzer Wandel im Leben. Alles richtet sich auf die Krankheit aus.

Inkontinenz ist bei weitem nicht so populär wie Zuckerkrankheit, Allergien und so weiter. Hier wissen alle was da passiert und daher ist es für die Umwelt der Betroffenen immer kein Problem. Die Patientengruppe bleibt vollwertiges Mitglied der Gesellschaft.

Kann einer Stuhl und/oder Urin nicht halten schließen viele auch auf eine geistige Schwäche. Alte Menschen die nicht mehr wissen was sie tun, bekommen Windeln um. So in etwa siehts aus.

Grund hierfür scheint mir mangelndes Wissen für das Thema.

Gehe mal in eine Apotheke oder Saintäshaus und frage nach einer Versorgung. Fast immer trifft man auf Unwissenheit. Keiner dort kann Dir sagen was benötigt wird oder gut ist. Das Du eine stärkere Nachtversorgung brauchst und so. Wenn die Diagnose da ist haste da noch ein zusätzliches Problem.
Das die Seele dann irgend wann leidet sollte klar sein.

Selbst ich, mit 30 Jahren Inkontinenz finde nicht immer kompetente Beratung (grad bei der Versorgung). Geste mit einer Zuckerkrankheit hin sieht das deutlich besser aus.

Da muß mehr in die Medien, auch das es viele junge Patienten gibt die sonnst voll Leistungsfähig sind.
Gruß Olaf
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