Ich komme nicht damit zurecht,daß ich windeln benötige

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Ich komme nicht damit zurecht,daß ich windeln benötige

Beitrag #1 von Mimi » 08 Nov 2009 22:22


Wie Ihr bei meiner Vorstellung bereits lesen konntet,hatte ich im August 2009 einen Autounfall,bei dem ich Wirbelsäulenschäden erlitten habe.,
Ich wurde gleich nach dem Unfall operiert.
Nach 4 Wochen Krankenhaus mit anschließender Reha geht es mir inzwischen wieder etwas besser.Ich kann auch wieder einigermaßen gehen,wenn auch nur mit Hilfe von Krücken.

Ich kann nicht genau sagen,ob es bei dem Unfall passierte,oder ob bei der OP etwas schiefgelaufen ist,jedenfalls bin ich seither inkontinent.

Ich spüre keinen Harndrang mehr und kann auch meine Blase und meinen Schließmuskel nicht mehr kontrollieren,der Urin läuft einfach aus mir raus.
Die Ärzte können (oder wollen) mir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen,ob meine Inko noch (vollständig) geheilt werden kann.Ich fühle mich von den Ärzten ziemlich im Stich gelassen.

Da ich in den ersten Tagen nach der OP einen Katheder hatte,habe ich die Inkontinenz gleich nach der Op noch gar nicht bemerkt.Auch die Ärzte sagten es mir nicht.

1 1/2 Wochen nach der OP wurde der Katheder entfernt.
Kurz vor dem Entfernen des Katheders bekam ich von einer Stoma- und Inkontinenztherapeutin (welche am Krankenhaus beschäftigt ist) Windeln mit verschiedenen Größen und Saugstärken gezeigt mit der Bitte diese auszupropieren.
Auf die Frage was ich damit soll,meinte sie nur,mit den Windeln werde ich mich von nun an anfreunden müssen.
Das war vielleicht ein Schock und meiner Meinung wenig einfühlsam.

Die Windelversorgung durch eine Firma,welche Gesundheitsartikel vertreibt und mit der meine KK einen Vertrag abgeschlossen hat,klappt inzwischen ganz gut.
Ich bekomme die Tena Slip plus.


Was mich allerdings sehr stört,ist der Gedanke,daß ich jetzt immer Windeln tragen muß.
Bis zu meinem Unfall war Inkontinenz für mich kein Thema.
Ich war bis zum Unfall als Büroangestellte voll berufstätig,auch mit Kundenkontakt.

Ich werde einfach mit der Situation nicht fertig,daß ich Windeln benötige.Ich bin mit meinen 33 Jahren doch kein kleines Mädchen mehr,das sich in die Hose macht,sondern eine erwachsene Frau.
In meinem Kopf steckt immer noch der Gedanke,daß sich Erwachsene nicht in die Hose zu machen haben.
Ich komme nicht darüber hinweg,daß es bei mir anders sein soll.

Ich kann mich mit diesem Gedanken,Windeln tragen zu müssen,nur sehr schwer anfreunden,obwohl der Unfall nun bereits einige Zeit her ist.
Warum benötige gerade ich Windeln? Ich fühle mich mit der Situation,daß ich Windeln brauche,ziemlich gedemütigt.

Vielleicht könnt Ihr mir helfen.

Viele Grüße
Miriam
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Mimi
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Beitrag #2 von Torsten » 09 Nov 2009 00:16


ich kann das nachvolziehen am anfang ist das immer schwer.
Aber du wirst sehen das du relativ schnell damit umzugehen lernst.
Du darft dich jetzt nur nicht einigeln und verstecken.
Ich selber brauche auch windeln und für mich war das am anfag auch nicht leicht zu akzeptieren.
Wenn du fragen oder so hast schreib einfach ich werde versuchen dir zu helfen.
Nebnbei ich komme auch aus dem eck wo kommst du genau her.
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Torsten
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Beitrag #3 von Mimi » 09 Nov 2009 00:35


Hallo boy234

Ich wohne in einem kleineren Ort bei Stuttgart (näheres möchte ich aber nicht sagen).

VG Mimi
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Beitrag #4 von Sveni » 09 Nov 2009 08:58


Hallo Mimi,

ja, es ist nicht leicht, zu akteptieren, daß man als erwachsener Mensch im "besten" Alter Windeln wie ein Kleinkind/Baby benötigt.

Jedoch wirst auch du erkennen, daß es die heutzutage beste Lösung für Harninkontinente ist, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Für jeden Betroffenen bedautet die Inkontinenz eine Umstellung seines Lebensrythmus, meist sehr plötzlich und ohne Möglichkeit, sich langsam an die neuen Umstände zu "gewöhnen".

Viele Betroffene kommen nicht damit klar, daß sie, meist unverschuldet, undicht sind und lehnen den Gebrauch von Hilfsmitten ab oder verwenden die falschen.

Daß führt dazu, daß sie sich von ihrer Umgebung abkapseln, ihre Freunde verlieren und oft genug auch ihren Lebenspartner.

Laß bitte die Krankheit Inkontinenz nicht dein Leben bestimmen!

Nutze die von der Medizintechnik für diese Krankheit entwickelten Hilfsmittel, um dein gewohnetes Lebensumfeld zu erhalten.

Es ist nicht demütigend, auf Hilfsmittel angewiesen zu sein, betrachte die Windel als Mittel zur Verbesserung deiner Lebensqualität wie eine Brille, ein Hörgerät oder ähnliches.

Ich wünsche dir für dein weiteres Leben viel Kraft und Optimismus und hoffe für dich, daß sich deine Inkontinenz im Laufe der Zeit wieder verliert.

Viele Grüße Sven
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Beitrag #5 von Helmut » 09 Nov 2009 11:15


Hallo Mimi,

du machst jetzt eine schwierige Zeit durch. Zuerst drehten sich die Gedanken nur um die Behandlungen und die anschließende Genesung. Aber nach einer gewissen Zeit realisiert man erst, dass vielleicht doch nicht alles wieder gut wird und man vermutlich das eine oder andere Leiden zurück behält. Du hast eigentlich ja noch Glück gehabt dass du deine Mobilität zurück erhalten hast und wieder einigermaßen gut laufen kannst.

Ich selber kenne diese Phase von Frust und Gleichgültigkeit nur zu gut, das habe ich zu Beginn meiner Inkontinenz auch durchgemacht. Du machst dir im Augenblick viele Gedanken darum, warum es gerade dich erwischt hat, warum die Inkontinenz nicht wieder verschwindet, warum dir keiner Helfen kann und und und. Dazu kommen noch die Gedanken sich nicht mehr als vollwertiger Mensch zu fühlen weil man seine Ausscheidungen nicht mehr unter Kontrolle zu haben und selber Hilfsmittel zu brauchen, die man eigentlich nur mit Babys und alten Menschen in Verbindung bringt.

Dann beginnt auch die Phase wo man sich von seinem Freundes- und Bekanntenkreis zurück zieht, aus Angst jemand könnte etwas merken dass man Windeln braucht oder sich nicht mehr unter Kontrolle hat. Auch die Familie oder der eigene Partner bekommt das zu spüren und es entstehen Spannungen. Nicht selten sind in solchen Situationen schon Beziehungen zerbrochen. Abhilfe kannst du nur schaffen indem du lernst, mit deiner Inkontinenz umzugehen und nach vorne blickst. Bei mir hat diese Phase mehr als zwei Jahre gedauert, ehe ich die Inkontinenz für mich akzeptiert hatte und wieder mehr gesellschaftlichen Leben teilgenommen habe.

Dass die Ärzte noch keine klare Aussagen machen können ob dir die Inkontinenz bleiben wird, das ist normal. Erst in den nächsten Monaten zeit sich, wie sich die Inkontinenz entwickelt und ob eine Aussicht auf Besserung oder Heilung besteht. In der Regel dauert das ein Jahr und länger bis man eine relativ sichere Aussage treffen kann. Wichtig ist jetzt vorallem das du von einem Urologen welcher sich mit neurologischen Ursachen von Inkontinenz gut auskennt, engmaschig betreut wirst. Dazu gehören auch regelmäßige urodynamische Untersuchungen, um die genaue Form der Inkontinenz und deren Verlauf gut zu dokumentieren.

Du solltest vielleicht auch einen Psychologen zu rate nehmen, um mit ihm gemeinsam eine Art Bewältigungsstrategie zu entwickeln, wie du im Alltag mit der Inkontinenz klar kommen kannst.

Sicher ist es nicht angenehm, wieder auf Windeln angewiesen zu sein, aber die heutigen Hilfsmittel sind inzwischen so gut, dass sie eine Menge aufnehmen können und trotzdem sehr dünn sind. Wichtig ist vorallem, dass du die richtigen Windeln für deine Inkontinenz findest, sprich dass sie genügend Flüssigkeit aufnehmen, gut sitzen und trotzdem nicht auftragen. Bei der Auswahl richtest du dich danach, dass die Windel am Tag etwa alle 3-5 Stunden gewechselt wird. Die Tena Slip plus ist meiner Meinung nach für deine Inkontinenz schon etwas knapp bemessen, besser wäre hier die Tena Slip super am Tag und die Tena Slip maxi für die Nacht. Gut ist auch der Attends Slip regular bzw. active No.10, dieser Slip ist recht dünn und saugt aber trotzdem viel an Flüssigkeit auf. Auch der Molicare premium Slip super ist nicht schlecht.

Übrigens gibt es auch eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, um auch ohne Windeln aus zu kommen bzw. nur noch kleine Einlagen zu brauchen. So kann zum Beispiel mit Medikamenten eine Art künstlicher Harnverhalt erzeugt und die Blase mithilfe eines Katheters (intermittierender Selbstkatheterismus, kurz ISK) alle paar Stunden entleert werden. Dann stehen noch operative Möglichkeiten wie der Blasenschrittmacher, oder ein künstlicher Schließmuskel zur Verfügung. Darüber kann dich dein Urologe beraten, aber diese Überlegungen sollen erst angegangen werden, wenn die Prognose deiner Inkontinenz soweit gesichert ist.

Also Miriam, Kopf hoch, du bist nicht alleine mit deiner Inkontinenz, bei uns hier in Deutschland sind etwa 10% der Bevölkerung mehr oder weniger von Inkontinenz betroffen.

Liebe Grüße Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #6 von Doris » 09 Nov 2009 19:49


Hallo Mimi,

ja das kenne ich auch ganz gut. Sicher keine angenehme Situation. Auf jeden Fall bist Du nicht alleine damit. Ich brauche auch seit mehr als 10 Jahren Windeln. Mir war es total peinlich und ich hatte auch Angst, man könnte es bemerken. Wie bei jeder Krankheit fragt man sich, warum ausgerechnet ich. Ich denke mir immer. es könnte schlimmeres passiert sein. Hast Du sonst irgendwelche Schäden zurückbehalten? Wenn nicht, ist das doch schon mal gut. Mit Inkontinenz kann man ganz normal leben und auch arbeiten gehen. Das habe ich auch erst kaum geglaubt, aber es ist so. Daher Kopf hoch, das wird schon.

LG Doris
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Beitrag #7 von Mimi » 09 Nov 2009 21:20


Hallo

Ich möchte mich zwischendurch bei allen bedanken,die bereits geantwortet haben bzw. dies noch tun.

Ich freue mich,daß ich den Schritt gewagt habe,mich in diesem Forum anzumelden.
Durch Eure bisherigen Antworten habt Ihr mir gezeigt,daß ich bei Euch gut aufgehoben und nicht alleine bin.
Ich meine mit "alleine" sowohl medizinisch (indem Ihr mir sagt,daß ich nicht die einzige bin,die dieses Schicksal hat) als auch selisch (indem Ihr mir Mut zusprecht).
Das tut echt gut,da ich zurzeit ziemlich niedergeschlagen bin und fast dauernd über die Inkontinenz und die Windeln grüble und nachdenke.

@ Doris
Auser der Inko geht das Laufen noch nicht so richtig,d.h. ich benötige dazu immer noch Krücken.
Ich hoffe aber,daß dies mit der Zeit wieder normal wird.Zurzeit bekomme ich dafür Krankengymnastik/ Physiotherapie.

Nochmals herzlichen Dank

Miriam
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Beitrag #8 von Kühlein » 11 Nov 2009 21:21


Liebe Mimi,

Sveni und Helmut haben es bereits sehr gut beschrieben.
Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass ich am Anfang derartige Probleme hatte, dass ich wahrhaft glaubte, ich würde nie wieder glücklich sein können. Ich fühlte mich wie ein Baby, unweiblich, unerotisch, schlecht, schmutzig und eingeschränkt. Ich ekelte mich im Prinzip vor mir selbst....

Heute akzeptiere ich es und sehe die Windeln als zu mir gehörend an. Es braucht einfach Zeit. Bitte gib sie Dir selbst.

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und Liebe auf Deinem weiteren Weg der Genesung. Glaube bitte an Dich und Du kannst Berge versetzen....

Herzlichst
Kühlein
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Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben, aber es hat nur ganz genau so viel Sinn,als wir selber ihm zu geben imstande sind.
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Beitrag #9 von olaf-uwe » 12 Nov 2009 07:33


Hi, genau wenn Du die Inkontinenz akzeptierst wirds besser.

Du sollst DIch ja nicht damit abfinden immer Windeln tragen zu müssen. Jeder hier schaut ständig zu eine Verbesserung zu erreichen.
Sicher kann man andere Erkrankungen besser akzeptieren als Inko.

Ich denke je schneller man selbst akzeptiert, je ehr kann man auf seine Umwelt eingehen.
Hol Dir Hilfe bei dem Weg beim Psychologen. Die können auch viel helfen damit Dein soziales Umfeld erhalten bleibt.

So sehe ich das.
Gruß Olaf
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Beitrag #10 von Tanita » 13 Nov 2009 14:52


Hallo Mimi

Auch ich bin durch einen Unfall inkontinent geworden, ich grad mal 34 Jahre jung.

Ich haderte schon sehr mit dem Schicksal nicht mehr richtig laufen zu können und als mir dann der Katheter gezogen wurde schlug der Hammer gleich nochmal zu indem kurze Zeit später das Bett nass war. Es war ein Schock für mich. Könne schon mal vorkommen nach so schweren Verletzungen, blablabla... und schon wieder ein nasses Bett. Schnell war auch so ne Berater-Tussi am Bett, mir machte man noch die Hoffnung das gibt sich bald wieder, etc. 2 Wochen und einige urologische/neurologische Untersuchungen später war klar, nebst dass ich nicht mehr richtig laufen konnte brauchte ich fortan Windeln. Die Welt ging für mich beinahe unter., eigentlich wollte ich nicht mehr leben. Aber da war mein kleiner Sohn der nur mich hatte und da waren mein Bruder und ein lieber Freund die mir Mut zusprachen zu kämpfen. So biss ich mich durch eine monatelange harte Reha durch, lernte langsam wieder laufen, nach der Reha konnte ich gänzlich auf den Rollstuhl verzichten und brauchte "nur" noch Krücken.

Heute, 5 Jahre später, geht es mir soweit wieder gut. Die Krücken bin ich losgeworden, kann ganz normal gehen, keiner sieht noch was. Wenn auch Wanderungen nicht mehr so gut möglich sind und auch sowas wie joggen unmöglich ist, ich bin dafür dankbar soweit genesen zu sein.

Was aber geblieben ist, das ist meine Inkontinenz, sie hat mir das Leben zum Teil sehr schwer gemacht, nein stimmt nicht ICH habe mir das Leben deshalb schwer gemacht. Heute noch hadere ich ab und zu schon noch damit, habe aber gelernt damit zu leben, dass ich Windelslips tragen muss.

Nur Mut, der Unfall ist bei dir noch nicht lange her, vieles kann sich vielleicht zumindest noch bessern. Mimi man kann wirklich ganz normal leben und ALLES machen was man möchte auch wenn man eine etwas andere Unterwäsche braucht.

Liebe Grüsse
Tanja

Falls du möchtest darfst du dich gerne per pn bei mir melden

Viel Erleichterung hat mir auch verschafft, dass ich meine engsten Freunde eingeweiht habe. KEINER hat gelacht, ja sie haben Fragen gestellt aber JEDER hatte Verständnis.
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