Bakterien in der Blase

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Bakterien in der Blase

Beitrag #1 von Viva » 23 Nov 2009 20:30


Hallo, wer kann mir helfen?Habe durch eine Nervenverletzung zuviel Restharn in der
Blase und dadurch jetzt über Wochen starke Schmerzen. Jetzt kam heraus das ich
Strepptokokken in der Blase habe.

Wie kann ich vermeiden, daß ich wieder eine Entzündung bekomme? Trinke sehr wenig
(1 Liter), weil der re. Harnleiter sich aufstaut.
Liebe Grüße Viva!
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Restharn und die Folgen

Beitrag #2 von Hermann » 23 Nov 2009 22:45


Hallo, gehe zum Urologen bevor es zu spät ist, er kann über Infusionen Dir helfen.
Ich hatte zu lange gewartet und die Bakterien gingen ins Blut über und lösten bei mir schwere Schwellungen aus. Bis man wusste woher alles kam, gingen etliche Monate vorüber und man kann sagen das war zu lange, denn es hatte gesundheitlich schwerwiegende Folgen für mich. Also mach was, lass nichts anstehen. Gruss Hermann
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Beitrag #3 von Struppi » 24 Nov 2009 04:56


Hallo Viva,

zunächst einmal herzlich willkommen hier im Forum.

Als erster Rat ganz klar das, was Hermann bereits sagte: Ab zum Urologen.

Wegen des Restharns würde ich den ISK (Intermittierender Selbstkatheterismus) empfehlen. Dies sollte bei regelmäßiger Anwendung den Restharn zuverlässig unter Kontrolle bringen.

Für die Infektion eignen sich begleitend Präparate, die den Harn ansäuern, z.B. Cranberry-Saft oder -Kapseln. In einem sauren Klima gedeihen Keime nicht so gut. Ansonsten hilft auch da nur der Besuch beim Spezialisten um eine Kultur anzulegen und ein entsprechendes Antibiotika auszuwählen (Resistenzbildungen vermeiden).

Gruß

Hannes
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Beitrag #4 von olaf-uwe » 24 Nov 2009 07:15


@viva

Gehe zum Arzt. Sieht doch sehr nach zwei Problemen aus.

Ein verengter Harnleiter sollte geweitet werden, damit es keinen Stau mehr gibt. Dann kannste die Blase durch eine Hohe Spülmenge reinigen. Obs ohne Antibiotika abgeht wird man sehen müssen. Achtung durch wenig urin können sich auch Steine bilden. Nieren und Blasensteine können entstehen.

Das mit dem Restharn solltest DU auch betrachten lassen. Durch Restharn können sich auch Keime ansiedeln.

Also beides (geringe Urinmenge und Restharn) scheinen die Ursache Deiner Probleme zu sein.
Gruß Olaf
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Beitrag #5 von Helmut » 24 Nov 2009 15:38


Hallo Viva,

so wie ich das sehe, liegt die Hauptursache bei dir in der zu geringen Trinkmenge und im Restharn. Du solltest so bald als Möglich zu deinem Urologen gehen und das Problem mit dem verengten Harnleiter zum Beispiel durch Einlage eines Stents oder ggf. durch eine Operation beheben lassen. Dann musst du natürlich wesentlich mehr am Tag trinken, mindestens so 2 Liter, eher mehr. Auch eine Ansäuerung des Harns wäre vielleicht günstig, um die Streptokokken etwas einzuschränken. Ansonsten ist natürlich der Restharn ein idealer Nährboden für alle Möglichen Keime, hier solltest du den Restharn mithilfe des ISK notfalls häufiger beseitigen.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #6 von Nautilus » 24 Nov 2009 23:43


Guten Abend, viva,

ich schließe mich meinen Vorschreibern unbedingt an !!

Ein Liter Flüssigkeitsaufnahme täglich ist viel, viel zu wenig.
Mehr als die Hälfte verbraucht allein der Körper für die Wasserhaushaltsregulierung.
Du reitest, betreibst also einen Sport, bei welchem der Körper recht beansprucht wird.
Was glaubst Du wohl, wieviel Flüssigkeit Du allein durch das Transpirieren während des Rittes verlierst ????
Der kümmerliche Rest regt ja nicht einmal die Nieren besonders an, geschweige denn die Blase zum pinkeln.

Ich nehme stark an, Du leidest weniger unter Restharn, sondern eher unter Deiner viel zu geringen Harnproduktion, sodaß Du gar keinen Pinkeldruck verspürst.

Du musst Dich unbedingt dazu zwingen, mehr zu trinken, bevorzugt mediales Mineralwasser, Obsttees oder auch zwischendurch mal ein Bier, wenn Dir dies schmeckt.

Restharn ist ein hervorragender Nährboden für einen Bakterienbefall, diese Bakterien können äusserst unangenehm oder gar chronisch werden.
Wenn es sich nur um Streptokokken handelt, dann hast Du noch Glück im Unglück, denn diese können mittels eines Breitbandantibiotikums innerhalb von wenigen Stunden die Blasenentzündung wirksam bekämpfen.

Lass eine Harnkultur anlegen.
Nur durch eine Harnkultur kann der Bakterienbefall sicher erkannt, das Bakterium genau diagnostiziert und behandelt werden.
Lass Dich genau vom Urologen darüber informieren, welcher Art diese Bakterien sind.
Du warst im Krankenhaus.
Versichere Dich, dass es sich nicht um das “Staphylococcus aureus” handelt, das sehr gefährliche MRSA, welches Du Dir dort eingefangen haben könntest.
Dann ist dieses nur noch mit Reserve-Antibiotika zu bekämpfen.

Wenn Du gar nicht pinkeln kannst, entferne den “Restharn” mittels Katheter !!
Deine Blase wird es Dir danken.

Sollte der Bakterienbefall inzwischen auskuriert sein, kannst Du Dir selbst helfen, einen erneuten Befall zu verhindern, indem Du viel trinkst, in Deinem Alter nicht unter 2,50 Liter täglich.

Und nimm Dir den Ratschlag von Struppi zu Herzen.
Cranberrysaft oder Kapseln helfen, einen Bakterienbefall zu vermeiden.
Die Wirkstoffe in der Cranberrybeere setzen sich an der Blasenschleimhaut fest und verhindern so das “Andocken” der Bakterien.
Diese werden dann durch den Harn mit ausgespült, aber natürlich nur, wenn Du genug trinkst !!
Allerdings hilft Cranberry NICHT bei einer akuten Bakterienentzündung !!!!

Was meinst Du mit “Der Harnleiter staut sich auf” ?
Staut dieser von der Niere her ? Also von oben ?
Dann solltest Du Dir eine Harnleiterschiene legen lassen, bis über eine weitere Behandlung Klarheit herrscht.
Oder hast Du einen Reflux aus der Blase in die Niere ?
Dies könnte sicherlich minimalinvasiv-operativ behandelt werden.

Gruß
Nautilus
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Beitrag #7 von volante » 23 Dez 2009 17:44


Auch ich bin eurer Meinung man sollte versuchen 2 oder mehr Liter Flüssigkeit am Tag zu sich zu nehmen. Vor allem wenn die Blase sowieso nicht ganz so funktioniert wie sie funktionieren sollte.
Der Gedanke weniger zu trinken weil es beim Harnlassen schmerzt ist genau der der falsche du wirst merken je mehr du trinkst desto weniger wird deine Blase schmerzen.
Ich emfehle auch ganz dringend Cranberry Tabletten zur Unterstützung der Blase zu nehmen.
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Beitrag #8 von schierwolf » 27 Dez 2009 12:50


Struppoi und Nautilus haben Dir schon gute Ratschläge gegeben, auch Helmut. - Allerdings gleich mit Operation oder Stent oder dgl. sollte man nicht zu voreilig sein, erst müssen alle konservativen Massnahmen ausgenützt werden. Aber das sagt Dir eh jeder gewissenhafte Urologe!
Alles Gute!
Wolfgang.
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Beitrag #9 von Nautilus » 27 Dez 2009 20:19


Nun, schierwolf,

ein gewissenhafter Urologe hätte Viva nicht wochenlang mit Schmerzen herumlaufen lassen, sondern innerhalb einer Woche die Ursache herausgefunden !!

Allein die Frage nach der Trinkmenge hätte sicherlich Wunder gewirkt.
Dieses hat der Urologe eindeutig unterlassen.

Eine “Empfehlung” für eine Harnleiterschiene habe ich deshalb angesprochen, weil ich mir beim besten Willen bei einer Trinkmenge von einem Liter täglich keinen Reflux in die Nieren vorstellen kann.
Hier kann es eigentlich nur - falls es sich tatsächlich um einen Stau handelt - um einen Harnleiterstau von der Niere her handeln.
Dies kann aber eindeutig durch eine Röntgen mittels Kontrast festgestellt werden.
Auch dies hat der “gewissenhafte” Urologe anscheinend für unnötig gehalten.

Ich kann Viva nur raten, ein Kontinenzzentrum aufzusuchen, um sich profihaft durchchecken zu lassen.

Aber leider hat sie sich ja nicht mehr gemeldet.....

Gruß
Nautilus
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Beitrag #10 von schierwolf » 28 Dez 2009 12:15


Hallo Nautilus!
Jetzt geht die Fachsimpelei los. Reflux zur Niere hin ist natürlich auch bei der geringen Trinkmenge mgl. Ein gewissenhafter Urologe hätte sicher sofort was unternommen, Kultur und weitere Abklärg. Wenn der Harnleiter aufgestaut ist, muss das Abflusshindernis distal, d.h.weiter unten, zu suchen sein, oder zumindest noch bei der Einmündung in die Blase.
Usw.
Wenn sich Viva nicht mehr meldet, wird hoffentlöich alles gut gemacht worden sein, hoffe ich.
Ich wünsch Dir und allen anderen alles Gute zum Neuen Jahr!
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