Wirklich Erkrankt oder Fetisch !?

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Wirklich Erkrankt oder Fetisch !?

Beitrag #1 von Merlin » 16 Nov 2003 15:56


Hallo Leute,
in vielen Beiträgen wird von der Arzt-/ Patientenbeziehung berichtet. "Auch ich habe so meine Erfahungen zu diesem Thema gemacht !" Da ich aber seit einiger Zeit eine gute, auch mittlerweile freundschaftliche Beziehung zu meinem Urologen habe, sehe ich einige Dinge mitlerweile etwas anders. Eines möchte ich an dieser Stelle vorab anmerken: Leider gibt es anscheinend immer noch "Solche", die ihren Fetisch auf Kosten der Krankenkasse ausleben wollen!!! BITTE-BITTE ... liebe Erwachsenen Babys, Windelliebhaber, oder was auch immer. Wenn ihr das Verlangen habt euch als Erwachsener (Ganz Wichtig: Nicht Erkrankter) noch in die Hosen zu machen, euch niedliche Höschen und Babysachen anzuziehn, dann bitte nicht auf Kosten derer die auf wirklich Hilfsleistungen angewiesen sind ! Geht doch einfach in ein Sanitätshaus und kauft euch die Windeln etc. von eurem Geld. ... dann könnt ihr euch auch das Theater beim Arzt sparen !!! Den ihr glaubt ja gar nicht, wie schnell ihr zu durchschauen seit ! Für mich als Betroffener gäbe es keinen größeren Segen wie endlich wieder ohne Windel zu leben. Deshalb ist es für mich auch sehr wichtig, mein Handycab möglichst unauffällig zu halten. Ich schäme mich zwar nicht für meine Erkrankung, werde aber dardurch oftmals in eine Reihe mit Windelfetischisten getstellt. Und gerade das ärgert mich ohne Ende ! Und zum Thema Selbsthilfegruppe und Foren möchte ich sagen, dass ich auch hier oft den Eindruck habe das viele nicht wirklich eine Erkrankung haben, sondern diese Bereiche eher als "Aufgeilplatz" oder was auch immer nutzen, schade eigentlich ! Ich hoffe das dieses Forum einigermaßen "Sauber" bleibt, damit es ein echtes Selbsthilfe und Austauschforum für Betroffene wird. Wenn ihr also einen Arzt mit eurem Problem aufsucht braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. Seit nur ehrlich zu ihm und zu euch selbst, dann kann euch auch geholfen werden.
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Merlin
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Fetisch oder Stubentisch

Beitrag #2 von Stutzer » 16 Nov 2003 17:59


:mrgreen:

Sorry das mein Humor ein Eigenleben entwickelt.

Hallo Merlin

Danke für deine Ehrliche und offene Ansicht zum Thema das immer ein Brennpunkt sein wird.

Auch ich teile deine Meinung zum Thema Verordnung für Fetische.

An dieser stelle kommt mal wieder der Realist in mir durch um mitzuteilen das eine Verordnung von Hilfsmitteln ohne eine ärztliche Begründete Indikation eine Strafftat darstellt.

So ist das erschleichen von Leistungen aus dem Topf der Krankenkassen schlicht weg eine Strafftat im sinne des vollendeten Betruges und wird mit Geldstraffe und / oder 6 Monaten Haft geahndet. Ferner ist die Verordnung an sich eine Strafftat im gleichen Sinne.

Das sollten sich mal die Benutzer solcher Hilfsmittel durch den Kopf gehen lassen bevor sich zuende Befriedigt haben. Ich schätze mal, dass das die Spanne bis zum Höhepunkt ungemein verlängern kann.


Alles in Allem stimme ich dir 100%tig zu.
Bis dahin wünsche ich dir viel Glück und verbleibe

freundlichst grüßend
der Lutz
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Beitrag #3 von mehlbox2001 » 16 Nov 2003 23:01


Ihr habt schon beide sehr recht, ich möchte aber zu bedenken geben, dass in mancher Hinsicht auch Ärzte mit an solchen Sachen beteiligt sein können. Das fängt schon an bei Krankschreibungen, die nicht immer für die volle Zeit indiziert sein müssen, und kann bis hin zu kostspieligen Untersuchungen gehen.

Vielleicht ist mir das besonders präsent, weil ich erstens privat versichert bin -- also nichts mit Budgetgrenzen zu tun hab und es obendrein mehr Honorar gibt -- und weil ich seit dreißig Jahren jeden zweiten Winter eine schwere Mandelentzündung hab, für die ich genau eine Packung Antibiotika brauche. Nur versuchen mir, seit ich "privat" bin, alle Ärzte diverse Untersuchungen mit diversen Gerätschaften aufzuschwatzen. Dumm nur, dass ich wegen meiner hohen Beitragsrückerstattung Selbstzahler bin und mich deswegen sowas wahnsinnig aufregt. Letzten Winter gab's gleich ungefragt eine teure Ultraschalluntersuchung!

Deswegen kauf ich übrigens auch meine Inko-Hilfsmittel auf eigene Rechnung, das lohnt sich bei meiner tagsüber leichten Inkontinenz (eine dünne Tena Flex am Tag, nachts Stoff) immer noch ... Bei Kassenpatienten sieht so eine Rechnung natürlich gleich anders aus ...
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Wenn die Ärzte...

Beitrag #4 von Regenmacher » 04 Feb 2004 01:44


... sich alle die Arbeit machen würden, für die sie zugegeben nicht immer gerecht bezahlt werden, dann könnte kein Fetisch-Mensch seine Windeln per Rezept beziehen. Aber nein, ohne Untersuchung wird der Rezeptblock gezückt, meist kommen noch nicht mal genauere Rückfragen. Dabei ist Inkontinenz ja nicht mal so locker zu nehmen, schon in Hinblick auf Nieren etc. Eigentlich sollte es so sein, daß Inkontinenzhilfen NUR vom Urologen verordnet werden dürften bzw. die Erstverordnung vom Urologen geschehen muss. Aber das wird wohl schwer durchzubringen sein, grade jetzt, wo jeder Urologe noch per Überweisung angefordert werden muss (oder per 10 Euro-Schein).

Insgesamt finde ich es sowieso sehr merkwürdig, wie Krankenkassen ihr Abrechnungssystem fahren. Die zahlen Hilfsmittel an Fetisch-Menschen. Dabei müssten die doch merken, dass der noch nie beim Urologen war oder keine gleichmäßige Verbrauchskurve bei den HIlfsmitteln hat. Irgendwie passt das logisch eigentlich nicht zusammen. Schade, daß es da so viele Lücken gibt.

Aber den Hinweis auf das Gesetz finde ich gut. Wenn man die KRankenkassen zu mehr Eigenverantwortung erziehen könnte, dann wäre es leichter, solche SAchen zu vermeiden, denn wenn ich mit 6 Monaten Knast rechnen muss (müsste mehr geben, weil ich Allgemeinheit betrogen wird, nicht nur eine Person und der Schaden damit größer ist), würde ich mir schon überlegen, so ein Ding durchzuziehen.

Gruß Marco
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Die Krankheitserfinder. Wie wir zu Patienten gemacht werden.

Beitrag #5 von mehlbox2001 » 04 Feb 2004 02:50


Hallo Marco,

in Hamburg würde man jetzt den Satz mit "Ach Kinnings ..." beginnen ... Ich hab mich ja schon oben als eher ärzteskeptisch geoutet (obschon ich sie natürlich manchmal brauche), aber was ich beim vorweihnachtlichen Geschenkesuchen in der Buchhandlung auf den Bestsellerplätzen gefunden hab, schlägt wirklich alles:

Jörg Blech: Die Krankheitserfinder. Wie wir zu Patienten gemacht werden.

Mir als extremem Schnellleser war nach fünf Minuten klar, dass es mir nur noch den Magen umdreht, was man alles an Krankheiten erfinden kann, die völlig normale Leute angeblich auf einmal haben sollen -- sowohl psychische als auch körperliche Störungen, die jeder mit normalem Menschenverstand als nicht sonderlich tragisch werten würde ... aber gegen die es inzwischen Medikamente und Therapien gibt. Die Rezensionen bei Amazon-de allein sind ein Gedicht ...

An anderer Stelle hab ich schonmal geschrieben, dass hier in Nürnberg halbe Schulklassen wegen "Hyperaktivität" mit Ritalin versorgt werden -- ach was waren das doch für gemütliche Zeiten, als in den Siebzigerjahren halbe Schulklassen "nur Legastheniker" waren, da bekamen sie pädagogisch wertvolle Förderkurse statt heute Tabletten. Neulich erzählt mir ein Altersheimpfarrer, dass viele Senioren täglich ihre aufbauenden Eiweißspritzen kriegen, deren Effekt man bequem durch das tägliche Trinken von zwei Gläsern Milch ersetzen könnte.

Mir drängt sich der Verdacht auf, dass wir es in einem bestimmten Umfang mit einer um sich greifenden Selbstbedienungsmentalität bei den Medizinern zu tun haben -- denn vergiss nicht, dass jedes Mal, wenn ein unnützes Medikament oder Hilfsmittel verschrieben wird, auch wieder Punkte abgerechnet werden können. Und Hilfsmittel spielen nun nicht mal eine Rolle im Arzneimittel-Budget. Und wenn der eine Arzt was nicht verschreibt, schwupps, ist der "Patient" beim nächsten ...

Was mich dabei am meisten wurmt: Auf der einen Seite wird sehr viel Geld rausgeschmissen für unnützes und schädliches Zeugs -- da sind die paar Medizin-Fetischisten aller Coleur fast zu vernachlässigen -- und auf der anderen Seite erzählt mir ein rollstuhlfahrender Bekannter, dass er immer öfter angemacht wird, weil er angeblich die öffentlichen Kassen plündern würde ... Sowas macht mich dann richtig wütend!

Ach, was waren das nur für Zeiten, als in den guten alten Fünfzigerjahren meine Großtante Anni, ihres Zeichens weit über 80 und "völlig tablettengeil", wie man heute sagen würde, von ihrem Hausarzt eine ganz besondere Kur "verschrieben" kriegte: Die Familie musste Smarties kaufen, die dann farblich getrennt in alte Apothekerflaschen mit unverständlichen lateinischen Aufschriften abfüllen, und nach strenger Anleitung von Doktor Thybussek verabreichen: Morgens zwei rote und einen grünen Smartie usw., natürlich mit reichlich Leitungswasser zu schlucken (weil total bitter und zerkaut völlig wirkungslos, Frau Brauer!) ... Ich befürchte, heutzutage würde Tante Anni alles mögliche Zeug schlucken, natürlich auf Kasse ...

Liebe Grüße von der Nachteule Andreas

... der wahrscheinlich auch eine große Medizinkarriere wegen seiner Nachteuligkeit machen könnte ;-)
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Beitrag #6 von chris-jago » 07 Feb 2004 18:48


Hallo !
Fetisch hin oder her . Wenn ich die Sachen nur zum spass trage muss sollte ich die auch selber zahlen . Wenn`s da einige schwarze Schafe gibt ist dass zwar ärgerlich aber auch unvermeidbar . Das das auf Kosten aller geschieht ist denen egal . Mann kann sich drüber aufregen aber ändern lässt sich das leider nicht .
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Beitrag #7 von Jonas » 05 Apr 2004 13:31


Wohl geschrieben, Andreas.
"Jeder Mensch hat eine Krankheit, man muss nur lange genug danach suchen", sagte ein befreundeter Arzt mal zu mir.
Was Typen anrichten, die Kindern Ritalin verabreichen, kann man bei Leuten sehen, die die karriere vom Hyperaktiven Kind zum trägen einfallslosen Sack im frühen Erwachsenenalter dank Ritalin abgeschlossen haben und die nun erneut zum Problem für die Allgemeinheit und gute Kunden der Ärzte werden. Die sich selbst erhaltende Baustelle. Ärzte, die Ritalin verabreichen gehören meiner Meinung nach allesamt wegen Körperverletzung verklagt.
Die Wartezimmer der Ärzte sind voll von Menschen, die buchstäblich "Doktorhopping" betreiben. Die von Arzt zu Arzt wandern um ihre Wehwehchen in epischer Breite darzustellen und garantiert immer einen finden, der ihnen reichlich Untersuchungen angedeihen lässt und die passenden Pillen verschreibt.
Es wird immer Schmarotzer geben, die ein System bewusst auszunutzen versuchen, und klar sollte man danach trachten, ihnen das Handwerk zu legen. Aber viel viel schlimmer finde ich diejenigen, die das System zugrunde richten und dabei noch der Meinung sind, es sei ihr gutes Recht.
Als Kind und Jugendlicher hätte ich die Windeln noch als Mitversicherter bekommen. Da zog ich es vor meine eigenen besseren Produkte zu entwerfen.
Später wurde mir eine Zuzahlung oder Kostenübernahme verweigert mit dem Hinweis, dass die Windel nicht zur Teilnahme (oder wars Teilhabe?) am öffentlichen Leben notwendig sei, da ich sie ja nur nachts brauche. Also habe ich sie selber bezahlt. Ich weiß, dass ich mit entsprechenden Gutachten eine Kostenübernahme ganz oder teilweise hätte erreichen können. Aber nach meinen Erfahrungen mit Urologen und Neurologen in meiner Kindheit verweigerte ich lange die entsprechenden Untersuchungen. Nach Wechsel der Hausärztin habe ich mich dann von der neuen doch zu einem Besuch beim Urologen überreden lassen, von dem ich zum nächsten geschickt wurde....
Na ja. jetzt habe ich immerhin schriftlich, was vorher nur eine Verdachtsdiagnose gewesen war und was ich selber schon sehr lange weiß. Ich spüre meine Blase nicht. Wenn sie voll ist, kontrahiert sie sich unwillkürlich. Das gibt dann einen diffusen Reiz, den ich untertags wahrnehme und wenn ich schnell genug zu einer Toilette komme, dann gibts kein Problem. Nachts ist der Reiz meist zu gering. Ich wache nicht auf und laufe aus. In geringerem Maß trifft dies wohl auch auf den Darm zu, aber nicht so, dass ich Probleme bekomme.
Wenn eh feststeht, was Sache ist, warum sollte ich mich in die Hände eines Weißkittels begeben?
Bei den Untersuchungen habe ich schon wieder schwer bereut, meiner Hausärztin nachgegeben zu haben.
Soll ich nun zur Kasse gehen? Irgendwie habe ich auch meinen Stolz. Habe ich mir mein Zeug bisher selber bezahlt, kann ich es auch jetzt.

Was will ich insgesamt sagen?
Durch völlig verantwortungslose Ärzte und auch Patienten werden sicherlich wesentlich höhere Schäden angerichtet als durch die paar Fetischisten, die es schaffen, nicht nur Erheiterung bei ihrem Urologen auszulösen und - zum Ausgleich - gibt es andererseits welche, die das Gesundheitssystem nicht vollständig nutzen, schon weil ihnen jeglicher Arztbesuch ein Graus ist.

Es gibt in unserem Gesundheitssystem ganz andere Dinge, über die es sich aufzuregen lohnt und wo man diese Aufregung auch öffentlich machen sollte, als ein paar schmarotzende Fetischisten.

Herzliche Grüße
J.
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ADHS

Beitrag #8 von negteit » 09 Apr 2004 23:19


Hallö,

An anderer Stelle hab ich schonmal geschrieben, dass hier in Nürnberg halbe Schulklassen wegen "Hyperaktivität" mit Ritalin versorgt werden -- ach was waren das doch für gemütliche Zeiten, als in den Siebzigerjahren halbe Schulklassen "nur Legastheniker" waren, da bekamen sie pädagogisch wertvolle Förderkurse statt heute Tabletten.


Ich halte es für höchst unverantwortlich über Dinge zu sprechen, von denen man ganz offensichtliche keine Ahnung hat.

:aerger: :aerger: :aerger:

Gerade bei ADHS sollte man nicht leichtfertig sprechen ohne die Hintergründe zu kennen. Wie ich diese unqualifizierten Postings zu diesem Thema hasse!!!!!!!

:aerger: :aerger: :aerger:

Bis denn
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Hallo

Beitrag #9 von thomas20 » 12 Apr 2004 09:01


Auch mir ist der Beitrag über Ritalin sehr sauer Aufgestossen!! Ich leide selbst unter ADHS und kenne mich deshalb mit dem Tema aus! Es ist einfach nicht angebracht in diesem Ton über ein Thema zu sprechen von dem man anscheinend nicht so viel versteht!

Gruss Thomas

:aerger: :aerger:
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Beitrag #10 von Jonas » 12 Apr 2004 11:56


Leute,

ich glaube, da muss man doch etwas mehr ins Detail gehen:
Zum Einen ist zu unterscheiden, ob es sich einfach um ein sehr aktives Kind handelt, das, oft erzwungenermaßen, seine Aktivitäten nicht oder nur unzureichend ausleben kann und dadurch auffällt, oder ob es sich tatsächlich um jemand mit echtem ADHS- Syndrom handelt.
Und da hat Andreas völlig Recht: In den Siebzigern war es Mode jeden, der nicht sauber lesen und schreiben konnte zum Legastheniker abzustempeln, bin man drauf kam, dass eine Menge davon durch ein inzwischen über Bord geworfenes Unterichtsverfahren gezüchtet wurden.
Ähnlich entstehen heute durch äußere Umstände hyperaktive Kinder.

Thomas und negteit, wenn Ihr euch global mit der Sache beschäftigt habt, dann wisst Ihr, dass in den USA seit Jahren (Jahrzehnten) Ritalin nach dem Gießkannenprinzip verteilt wird und dass das auch bei uns in Mode kommt. Ruhige Kinder sind ja so bequem.
Dann wisst ihr auch um die Langzeitwirkung von Ritalin und dass es für die allermeisten wesentlich verträglichere Alternativen dazu gibt.

Was Andreas angegriffen hat, ist, so habe ich ihn verstanden, gerade eben dieses Gießkannenprinzip, bei dem für viel Geld hohe Schäden angerichtet werden.
Das stellt nicht den Sinn eines Medikaments für einzelne infrage.

Grüßel

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