Wirklich Erkrankt oder Fetisch !?

Du hast allgemeine Fragen zum Thema Blasen-, Darmschwäche oder Inkontinenz? Oder Du weißt nicht wo Deine Frage hingehört? Dann bist Du im allgemeinen Inkontinenzforum richtig!

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Beitrag #11 von mehlbox2001 » 14 Apr 2004 04:42


... sorry, mir isses halt im letzten Sommer ziemlich sauer aufgestoßen ... da hat eine Grundschullehrerin aus unserem Kirchenvorstand ziemlich entsetzt erzählt, dass bei der Klassenreise -- wo die Kiddies ja zettel von den Eltern ausfüllen lassen, ob Medikamente zu nehmen sind -- über die Hälfte ihrer Klasse Ritalin zu sich nehmen sollen. Flugs bei Kolleginnen gefragt hat sie, udn war noch schockierter, als die sagten, das sei normal.

Ich stell ja nicht in Abrede, dass es sinnvolle Anwendungsgebiete gibt ...... Aber ist das nicht ein bisschen zu oft?
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Beitrag #12 von negteit » 14 Apr 2004 11:37


Hallö,

auch in den 70igern wurde MPH nicht einfach so verschrieben, und "solche" Kinder wurden schon gar nicht "gezüchtet".

Als Organisationsleitung der größten deutschen Seite ADHS-Betreffend muss ich hier wirklich kotzen wenn ich das lese. Ich bin selbstbetroffen und weiß nur zu genau worum es dabei geht. Und hier wird wieder einmal deutlich wie der Mensch von irgendwo Informationen bekommen hat und diese dann entsprechend seiner eigenen blühenden Phantasie weiterverbreitet - ganz ohne Hemmeungen weil er hat ja gehört das ...

Nur davon gehört reicht eben nicht.


Bis denn
negteit


PS: Die größte Seite im Web zu ADHS: http://www.adhs-zentrum.de
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Beitrag #13 von mehlbox2001 » 15 Apr 2004 01:47


... dann bleibt mir ja doch ein bisschen Hoffnung, dass das hier im Nürnberger Westen eine lokal begrenzte Erscheinung ist. Die betreffende Grundschule liegt übrigens in einem "kleinbürgerlichen" Mischwohngebiet mit überwiegenden Mietwohnungsbau, ohne sonstige besondere Auffälligkeiten wie besondere Armut, Reichtum oder sonstwas. Die Kollegin aus dem Kirchenvorstand (einer der durchschnittlichsten evangelisch-lutherischen Gemeinden der Stadt, manche sagen eine der langweiligsten) ist übrigens Religionslehrerin, und ich kenne sie als sehr engagiert, was ihre Schüler angeht.

Als gelernter Lehrer, der inzwischen was anderes macht, bin ich da bei solchen Sachen immer sehr sensibel. Und hab eben nochmal bei www.gesunheitsministerium.de nachgeschaut, und sehe, dass die übliche Quote bei Ritalin-Indizierung zwischen 2 und 6 Prozent schwankt, überwiegend bei 9- bis 15-jährigen (soweit das Ministerium als Quelle verlässlich ist).

Liegt da nicht die Vermutung nahe, dass sich -- zumindest hier in der Gegend -- Ärzte durch Behandlung von "Phantomkrankheiten" bereichern, wenn auf einmal so viele Schüler an ADHS leiden sollen? Oder sind die Zahlen tatsächlich um so vieles höher, als das Gesundheitsministerium annimmt?

Liebe Grüße
Andreas
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Beitrag #14 von Jonas » 21 Apr 2004 00:16


Obwohl wir uns inzwischen vom eigentlichen Thema schon recht weit entfernen:
Lieber Freund negteid, nimms mir nicht übel, ich habe den Eindruck (ohne die von Dir angegebene Seite zu kennen), dass du Betroffen- Sein mit Kompetenz verwechselst, und dass Du zu bestimmten Dingen eine ebenso unnachgiebige, wie von keinerlei Fachkenntnis geprägte Meinung hast. Anders kann ich mir deine verbissen- aggressive Weise nicht erklären. Glaubst Du, alle anderen seien "auf der Brennsupp´n dahergeschwommen", wie es auf bayrisch heißt? Es ist ein Fakt - und da bin ICH betroffen gewesen - , dass durch Ganzwortmethode und die daraus resultierende Unfähigkeit, den Buchstaben als einzelnen zu erkennen, Lese- und Rechtschreibschwächen regelrecht entwickelt wurden. Man sah nur das ganze Wort (daher der Name) und wenn Kinder dieses komplexe Bild nicht sehen konnten, fehlten Buchstaben in dem, was sie schrieben und dann hatten sie eine entsprechende Schwäche. Bei vielen wurde diese Schwäche also geradezu durch ein unsinniges Lernkonzept gleichsam GEZÜCHTET. Natürlich war es keine echte Legasthenie im medizinischen Sinne, aber das Resultat war schlicht ähnlich und wurde über einen Kamm geschoren. So entstanden jede Menge von von Leuten mit einer anerzogenen Lese- und Rechtschreibschwäche.

Ähnliches geschieht heute mit Kindern und Jugendlichen, die NICHT under ADHS leiden, sondern unter einem SYSTEMBEDINGTEN Bewegungsmangel, der sie ähnlich ADHS hippelig und unkonzentriert werden lässt, und die aus purer Faulheit und Ignoranz mit Ritalin behandelt werden. Wenn Du tatsächlich kompetent bist, weißt Du auch um die Nebenwirkungen von Methylphenidat. Mag es bei ADHS- Patienten das Mittel der Wahl sein (und auch das bezweifle ich), so ist die Verabreichung von Methylphenidat an die halbe Klasse m. E. einfach ein krimineller Akt. Und Mehlbox hat mit seiner Kritik mehr als Recht.

Greez

J.
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[b]Selbstbedienung[/b]

Beitrag #15 von mehlbox2001 » 21 Apr 2004 02:12


Hallo Jonas,

nur, dass hier kein falscher und vorschneller Eindruck entsteht (und wir wieder etwas näher ans Thema des Threads kommen): Ich hab jahrelang eine mittelgroße Versicherungsagentur im ländlichen Raum geführt, und da könnte ich von vielen Fällen von funktionalem Anaphabetismus berichten -- überwiegend bei männlichen Landwirten jedes Alters. Egal, wie die Leute in welcher Schule alphabetisiert worden sind. Bezieht sich auf Erfahrungszeiträume von je zwei Jahren in Unter- und Mittelfranken, Gebiete, die niemand als sonderlich zurückgeblieben bezeichnen würde. Damals hab ich ein stark verändertes Verhältnis zu Lesen und Schreiben bekommen, denn vorher hatte ich mich drei Jahre im Bereich der Versicherung von Hochschulabsolventen getummelt. Und dann erlebst du Menschen, die nicht mal lesen können, dass sie für die vor Jahren verstorbene Oma immer noch eine Unfallversicherung bezahlen -- hätten sie nie gemerkt. Daran ist nun wahrlich keine Ganzwortmethode schuld. >>>>> Interesant nur, dass man in den Siebzigerjahren massenweise Legastenie diagnostiziert hat. Heute gibt es die viel seltener, es gibt wirklich funktionelle Unterstützungsmöglichkeiten, und die sind zum Glück nicht pharmazeutischer Natur.

Bei der großzügigen Diagnostizierung von ADHS würde ich auch nicht so direkt das Wort kriminell verwenden, man darf ja auch bei der Schulklasse, an die ich denke, vergessen, dass die Kinder hier in der Großstadt zu vielen verschiedenen Ärzten gehen. Allerdings fand ich auf der Webseite von negteit interessant, was es für umfängliche Untersuchungen für ADHS gibt -- da lugt mir doch ein bisschen die Lizenz zum Gelddrucken aus dem Knopfloch ...

Und das Thema des Threads war ja ursprünglich, ob sich Fetischisten aus öffentlichen Kassen bedienen und unser Gesundheitssystem kaputtmachen -- und ich wollte ja eigentlich dazu nur kurz sagen, es gibt viel bösere Buben. Als aktuelles und leuchtendes Beispiel aus den Nachrichten fällt mir nur der unter stetiger ärztlicher Kontrolle stehende Max Strauß ein. Über den fragte sich doch neulich im Bayerischen Rundfunk ein Journalist so schön, ob es denn sooooo ungewöhnlich sei, wenn jemand depressiv wird, wenn er solche Gerichtsverfahren wegen so derber Anschuldigungen durchzustehen hat.

Ich hab zunehmend den Eindruck, die Selbstbediener sind in allen Berufen und Schichten zu Hause ...

Andreas


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Beitrag #16 von Jonas » 21 Apr 2004 16:32


Wohl wahr, lieber Andreas.

Wirkt sich vielleicht strafmildernd aus, so eine kleine Depression. Ich persönlich glaube allerdings, dass er eine echte Depression hat. Ich meine, er wollte halt ein Gauner vom Format seines Vaters werden, aber seine Kapazitäten reichen eben nur zum besseren Strauchdieb, und das deprimiert.

Ich geb Dir auch vollkommen Recht, dass bei so manchem nicht die Ganzwortmethode schuld war (oder ist), wenn er kaum in der Lage, oder willens ist, einen deutschen Satz zu lesen. Mir hat nur heftig sauer aufgestoßen und grantig reagieren lassen, wie von manchen offenbar undifferenziertes Diagnostizieren mit den entsprechenden Folgen akzeptiert wird und wie auch eine Therapie undifferenziert verteidigt wird. Man weiß eben inzwischen ganz gut, wie viele Leute wirklich unter ADHS leiden und man weiß ebenso, dass Ritalin zu oft verschrieben wird. Und ich bin überzeugt, das Mittel wird auch verabreicht, um unruhige Geister ruhig zu stellen. Und das halte ich persönlich für kriminell in zweierlei Hinsicht:

1. jedes Medikament hat Nebenwirkungen. Kinder werden den Nebenwirkungen von Ritalin ohne Not ausgesetzt (für mich eine Form der Körperverletzung). Es gibt Langzeitwirkungen.
2. Die Kassen und damit wir alle werden geschädigt.

Ich habe mir die von Dir angesprochene Seite inzwischen angesehen. Leider habe ich noch keine Zeit gehabt, ins Detail zu gehen. Daher ist mir möglicherweise eine Seite entgangen, die alternative Behandlungsmethoden aufzeigt, oder eine, die sich kritisch mit der Tatsache auseinandersetzt, dass es in den USA Untersuchungen gibt, die sich mit der Diskrepanz zwischen sicher an ADHS erkrankten und Ritalingabe beschäftigen. Überhaupt habe ich bisher keinen Ansatz gefunden, wo man sich mit den kritischen Stimmen zu Ritalin beschäftigt.

Das Schlimme, nicht nur in diesem Fall, ist, dass in der Medizin durch eine unheilige Allianz zwischen Ärzten und Pharmalobby dem Gesundheitssystem massiver Schaden zugefügt wird und seine Glaubwürdigkeit infrage gestellt wird. Ich bin jetzt seit fast einem viertel Jahrhundert in einem medizinischen Beruf unterwegs und konnte das gedankenlose Verschreiben von teilweise sündteuren Medikamenten unter Anderem bei Herzerkrankungen feststellen, bei Hautproblemen und, leider ganz besonders, bei Psychopharmaka oder Schlafmitteln.
Alternativen werde in den seltensten Fällen wahrgenommen, geschweige denn berücksichtigt. Und viele Menschen sind ja sowas von doktorgläubig!
Eigenes Beispiel erfolgloser, dennoch lange praktizierter Medikamentierung: Wegen der Schmerzen in Rücken und Beinen bekam ich Voltaren (Diclofenac) verschrieben. Zunächst nahm ich es. Die wirkung auf sie Schmerzen war bescheiden, die auf meinen Magen enorm. Andere Medikamente halfen nicht oder plätteten mich derart, dass ich nichts mehr leisten konnte. Mir wurde es zu dumm. Die Ärzte konnten oder wollten keine Alternative finden. Ich wechselte die Hausärztin, beschäftigte mich selber mit der Materie und nach einigen Versuchen landete ich bei der Akupunktur. Ergebnis: hilft von Halbjahr zu Halbjahr, hat keine Nebenwirkungen, ist allerdings zeitaufwändig. Und kostet, da nur ein Teil übernommen wird.
Dennoch: Für mich klar die bessere Alternative.

Um den Bogen zu schließen: die wahren Schädlinge - und leider nicht nur auf finanziellem Gebiet - sind m.E. andere, nicht die Windelschmarotzer. Aber auch denen möchte ich sagen: kauft euch euren Krempel selber. Parasiten sind nie gerne gesehen!

Herzliche Grüße

J.
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Beitrag #17 von negteit » 21 Apr 2004 17:21


Hallö,

ich gebs auf. Solche Leute wie Euch sind mir zu genüge begegnet. Gerade hier hätte ich dann doch etwas mehr erwartet.

Hier sieht man wie schlimm es eigentlich um ADHS-Patienten in Deutschland steht.
Ich erwähnte es schon mal: NUR MAL DAVON GEHÖRT REICHT EBEN NICHT.


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Beitrag #18 von Helmut » 22 Apr 2004 08:51


Hallo,

da die letzten Beiträge nichtsmehr mit dem eigentlichen Thema zu Beginn zu tun haben und sich das hier mehr zu einer privaten "Schlacht" entwickelt, habe ich mich entschlossen, dieses Thema zu beenden.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Das letzte Wort bleibt mir...

Beitrag #19 von Regenmacher » 09 Mai 2004 21:07


... so Gemeinde, ich nutze jetzt mal meine Admin-Rechte, um einer verpassten Diskussion meinen Senf noch zu verpassen. Aber keine Chance, ich sperre das Thema sofort wieder, um weiteren Unmut im Forum zu verhindern. Deshalb bitte ich auch, den Beitrag als meine PERSÖNLICHE Erfahrung und Meinung hinzunehmen, denn Meinungen sind immer richtig, ich will keine Fakten erzeugen.

Zur Zeit erlebe ich einen richtigen Untersuchungsmarathon und habe selbst schon total den Überblick verloren, was eigentlich untersucht wird. Erste Ergebnisse sind, dass ich selbst ein ADHS- Syndrom hatte (was sich in entsprechenden Schulbeurteilungen auch wiederfindet, nur damals hatte das wohl noch keinen Namen). Und die gute Nachricht: Ich habe es ohne Ritalin überlebt. Was den allzu häufigen Gebrauch angeht, da ist wohl wieder das System schuld. Wenn ich die Verordnung in die Hände von Ärzten mit begrenzten diagnostischen Möglichkeiten lege, dann wird natürlich schnell aus dem Jammer einer genervten Mutter ein hyperaktives Kind, das in jeder guten Familie seinen gut ausgeprägten Bewegungsdrang auf normale Weise hätte ausleben können.

Damit wären wir auch wieder beim ursprünglichen Thema. Wie kann es sein, daß ein Arzt nur auf das Wort des Patienten Medikamente aller Coleur verschreibt und so seine Kontrollinstanz der öffentlichen Gesundheitskasse selbst ausheblt? Wie kann es auf der anderen Seite sein, daß das System aber auch zulässt, wenn Arzt A einen Missbrauch vermutet, der Patient einfach zu Arzt B oder C geht? Ich persönlich hoffe sehr, wenn das zentrale Datenerfassungssystem kommt, daß dem Ärztehopping im negativen Sinn endlich ein Ende gemacht wird und dass die Krankenkassen dann hoffentlich schnell die schwarzen Schafe finden. Vorrausgesetzt, der Wille dazu ist überhaupt vorhanden, denn letztendlich zahlt ja die Krankenkasse nur aus dem Topf, den die Mitglieder füllen, und im Zweifelsfalle wird eben einfach eine Beitragserhöhung gemacht.

Fakt ist, dass bei ca. 6 bis 8 Mio. inkontinenten Menschen ein paar Fetischisten nicht wirklich ins Gewicht fallen würden. Aber auch hier habe ich die Kehrseite der Medaille schon kennengelernt. Obwohl meine neurologischen Unfallschäden mittlerweile gut untersucht und protokolliert sind, musste ich mir kürzlich erst wieder mal endlose Diskussionen mit einer neurologischen Abteilung, die eigentlich für Schlafkrankheiten zuständig ist, gefallen lassen, die mir praktisch unterstellen wollten, dass sie sich die Inkontinenz nicht erklären können. Erst als ich meinen Stamm-Neurologen und meinen Urologen einschaltete, konzentrierte man sich wieder auf die ursprünglichen Untersuchungen und brach die "Neben-"untersuchungen ab. Als Patient darf ich dann natürlich mal fragen, was das soll?

Lieber net...., Organisator einer großen ADHS- Syndrom-Seite. Versuche doch bitte, deine Erkrankung nicht als den Mittelpunkt allen Übels zu sehen und akzeptieren, daß es auch in diesem Bereich Menschen gibt, die diese Krankheit nicht haben, weil das Spektrum des "Normalen" gerade bei Krankheiten, die nicht mit einem EKG oder einem Blutdruckmessgerät bestimmt werden können, medizinisch oft sehr aufgeweicht werden, zum Nachteil des Patienten. Ich will nicht wissen, was Ritalin einem gesunden Kind antut. Contergan war auch mal ein gutes Kopfschmerzmittel und wird heute in der dritten Welt noch verkauft!!!

Es gibt genug Probleme auf dieser Welt. Versuchen wir einen Teil zur Lösung beizutragen, statt uns die Köppe mit sinnlosen Diskussionen zuzudröhnen.

Gesegnet sei diese Gemeinde! Amen und Marco
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