Rückenschmerzen und Urinverlust

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Rückenschmerzen und Urinverlust

Beitrag #1 von thmod » 11 Aug 2010 13:05


Hallo,

ich bin ja seit meiner Kindheit schon Bettnässer, aber damit komme ich gut zurecht.

Aber ich kämpfe seit ca. 4 Wochen mit Rückenschmerzen. Nun habe ich das Problem, dass mit zunehmenden Rückenschmerzen auch zunehmend unkontrolliert Urin läuft.
Ich war heute im MRT und da ist lediglich eine Protrusion (Vorwölbung) der Bandscheibe L5/S1 mit geringer Nervenwurzelbeteiligung li. zu erkennen, also keine Indikation zur OP.
Der Befund ist der Gleiche wie 2005, jedoch ist jetzt der Urinverlust neu für mich.
Die Schmerzen ziehen bis in beide Beine und werden erst zum Abend hin schlimmer, genauso auch der Urinverlust.

Kann das nun von den Rückenproblemen kommen? Die Bandscheibe sitzt doch eigentlich zu tief um Blasenprobleme zu bekommen, oder?

Lt. Radiologin ist die Nervenwurzel gereizt und dadurch eine Schwellung im Spinalkanal zu erkennen. Ich soll nun Cortison Injektionen direkt an die Nervenwurzeln bekommen, damit die Schwellung weggeht.

Wird dann mit der Schwellung auch alles andere wieder weggehen?

Sind hier Leute, denen es ähnlich ging?
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Inko durch Bandscheibe L5/S1

Beitrag #2 von Chris » 12 Aug 2010 07:23


Hallo thmod,

es ist mir ein Rätsel, warum auch unter Neurologen immer noch das "Märchen" kreist, dass Bandscheibenprobleme auf der von dir genannten Position und auch darunter, zu tief seien, um Blasen und Mastdarm (auch Erektion) zu stören.

Ich hatte eine massive Torrsion auf der Höhe und seither die von dir erwähnten Probleme (und einiges mehr), wobei allerdings bei mir eine massive Blutung zum Vorfall dazu kam.

Der Zusammenhang ist für mich, ich bin Physiker und kein Doc, allerdings sehr klar. Die betreffenden Nerven treten vorher aus dem Mark aus, gehen aber auf dieser Höhe erst ins umgebende Gewebe. Daher liegen sie an der Oberfläche und sind dadurch einer Bandscheibenprotrusion besonders ausgesetzt. - Also zumindest für mich ist der Zusammenhang mehr als deutlich und damit auch die Aussicht dass du wieder dicht wirst, wenn die Reizung weg ist.

Ob dazu allerdings Injektionen mit Cortison der richtige Weg sind - ??? Meine Gedanken dazu - da die betreffenden Nerven an der Außenseite liegen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie mit einer Injektion direkt getroffen werden können - was dann?? Viele Menschen kennen von der Spritze bei "Ischias" die unschönen Begleiterscheinungen der beeinträchtigten Kontrolle!! Wenn die Protrusion durch die direkte Injektion zum Abschwellen gebracht werden soll - ok, aber das geht sicher schneller und besser, indem durch gezielte Bewegung der Stoffwechsel in der Bandscheibe verbessert wird. Damit kann auch längerfristig einer erneuten Schwellung vorgebeugt werden.

Ich denke, dass du generell nicht um eine deutliche Verbesserung des Muskelstatus an der unteren Wirbelsäule herum kommst, auch wenn es dir "verrückt" erscheint, Bewegung ist die beste Therapie, solange das Rückenmark noch einigermaßen frei ist und nicht durch den Vorfall gereizt wird. Durch die Stärkung der Muskeln wird verhindert, dass zu hohe Kantenpressung auf die Bandscheiben ausgeübt wird, da starke Muskeln einen Teil der Last von den Bandscheiben abnehmen.

In diesem Sinne - Kopf hoch - ggf. mit Akupunktur für eine Verbesserung der Kontinenz sorgen und Sport machen, um langfristig eine Verbesserung herbei zu führen

Machs gut und viel Glück

Chris
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Beitrag #3 von thmod » 12 Aug 2010 08:23


Hallo Chris,

Danke für diene Antwort. Also die Spritzen werden unter CT Kontrolle gestzt, damit sie genau an die richtige Position gelangen, PRT nennt sich das ganze und Krankengymnastik usw. will mein Doc noch nicht, weil die Schmerzen so stark sind. Er möchte dem Bereich erstmal etwas Ruhe gönnen und dann aber intensiv anfangen.

Aber nach Deiner Antwort bin ich dann ja guter Hoffnung, dass das Problem mit dem Wasserlassen mittelfristig wieder verschwinden wird und bis dahin muss ich mal schauen wie ich das ganze bewältigen soll. :cry:


Gruß Christian
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Re: Rückenschmerzen und Urinverlust

Beitrag #4 von Chris24 » 14 Aug 2010 15:29


thmod hat geschrieben:Sind hier Leute, denen es ähnlich ging?

Jau, hier!

Lies doch hier mal kurz rein: viewtopic.php?t=1989

Ergänzung dazu:
Im Sommer 2008 wurd's mit dem Rücken ziemlich fies, dann kurz wieder besser - und dann zum Winter hin wieder richtig blöde. Der Doc sagte, die Bandscheibe sei ok. Aber mit dem war ich eh schon durch. Bis in den Fuß ist's bei mir übrigens auch runter geogen (wogegen er mir Antibiotika verschreiben wollte...)
Ich wurde dann auf eine Physiotherapeutin aufmerksam gemacht, die sich auch in Richtung Osteopathie fortgbildet hat. Beim ersten Termin hat sie 5 Stellen an der WS gefunden, die nicht so gerade waren, wie sie eigentlich sein sollten. Und ihrer Meinung nach kann das sehr wohl dazu führen, dass da zeitweise - um es mal ganz einfach auszudrücken - etwas "abgeklemmt" wird. Rückenschmerzen & vermehrtes "Auslaufen" passten bei mir sehr gut zusammen.
Nach den ersten Terminen hätte ich ihr nur noch um den Hals fallen können - fühlte sich einfach gut an im Rücken. Die Auslauferei ging sehr erheblich zurück. Lange Zeit war's zu 97% weg, grad habe ich beschlossen, dass ich wohl doch nochmal hin muss.
Mögliche Ursache: Ich hatte als Jugendlicher einen Riss im Zwerchfell. Das hatte ich lange Zeit schon ganz vergessen, obwohl es verflucht schmerzhaft war. Womöglich ist das Gewebe vernarbt zusammengewachsen und "passt" nicht mehr so perfekt, weshalb die Wirbel an der WS gelegentlich aus ihrem eigentlichen Standort gezogen werden. Jetzt muss ich / sie "nur" noch rauskriegen, wie man das dauerhaft wieder richten kann.

Good luck.
Wenn du mehr Infos brauchst, nur zu. Von mir aus auch per pn.

Chris
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Beitrag #5 von thmod » 15 Aug 2010 09:08


Das ist ja was, man findet Leidensgenossen und dann haben alle auch noch fast den gleichen Namen! :lach:

Nun ich war nun wieder bei meinem Doc, der hat mir erstmal Schonung und Schmerzmittel noch und nöcher verordnet. KG usw. habe so noch keinen Zweck. Und in einer Woche will er sehen wies sich entwickelt und dann die PRT. Es ist halt alles gereizt da hinten und geschwollen. Er meint mit und ohne prt braucht das seine Zeit, bis sich das wieder beruhigt.

Wie schützt ihr euch???
Ich habe ja für Nachts Inko Slips im Haus, aber die sind ja nun nicht gerade diskret. Ich habe mit beim DM Tena for men 2 geholt, das ging aber sprichwörtlich in die Hose! Also soch die Inko Slips???

Vielen Dank und Gruß Christian
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Beitrag #6 von Chris24 » 16 Aug 2010 18:22


Also wenn du wenigstens einigermaßen aus dem nördlichen Bereich kommst, kann ich dir eine SEHR gute Physiotherapie empfehlen.

Schützen: Da gibt's hier hunderte Beiträge, stöber einfach mal durch's Forum.
Bei mir passiert's ja insgesamt recht selten, daher sorge ich vor allem bei nächtlichen Aufenthalten außer Haus vor. Mir sind Pants lieber.

Chris
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Beitrag #7 von thmod » 29 Aug 2011 00:03


Hallo,

Nun ist ein Jahr vergangen und mir gehts, vom Rücken her so langsam besser. Ich mache nun regelmäßig Gerätetraining, Physiotherapie (mit Osteopathie und kraniosakraltherapie) und fange mit Akkupunktur an ( hier für Rücken und Blase).

Ich muss sagen, die Mühe lohnt sich es wird, zwar genz langsam, aber es wird besser. :lol:
Die Inko ist noch nich ganz weg, aber im Vergleich zu vor einem Jahr sinds "nur" noch ein paar Tropfen.

Als Diagnose wurde mir nun eine Spondylarthrose gestellt. Ich weis nicht ob ich da lieber den BSV genommen hätte. Hat einer von euch auch diesen Befund in Verbindung mit ner Inko?

Ich will euch hier nicht zu texten, wollte aber mal ne Rückmeldung geben, dass es sich lohnt wenn man etwas Geduld hat und nicht aufgibt. Ohne meine Frau hätte ich das aber nicht geschafft. :D

@ Chris: und alles ohne Spritzen und OP

Und Vielen Dank für die Hilfe!!!!!



Gruß Christian
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Beitrag #8 von Chris24 » 22 Sep 2011 18:16


Klasse, danke für die Rückmeldung. Passiert hier nicht all zu oft.

Schön, dass es allmählich besser wird. Insgesamt würde ich sagen, dass wir eine verflucht ähnliche Methode gefunden haben!! :shock:
Es ist bei mir viiiel besser geworden, aber leider noch nicht zu 100%. Hoffnung nicht aufgeben.

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