Mein 6jähriger Sohn

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Mein 6jähriger Sohn

Beitrag #1 von Hase68 » 06 Feb 2011 20:20


Hallo zusammen,

ich weiß nicht so recht, ob ich hier "richtig" bin...?
Ich möchte mich kurz persönlich vorstellen: Ich bin männlich, 42 Jahre alt und in zweiter Ehe verheiratet.
Ich habe aus erster Ehe zwei Söhne im Alter von 10 und 6 1/2 und aus zweiter Ehe einen Sohn im Alter von 17 Monaten.
Mein/unser Problem ist Lucas mit 6 1/2 Jahren...
Lucas macht in die Hose...
Aber: Nachts ist alles völlig in Ordnung - er schläft und nässt nicht ins Bett. Nur tagsüber scheint es so, dass er einfach zu faul ist, auf Toilette zu gehen. Er merkt es aber auch nicht, wenn er in die Hose gepinkelt hat. Wenn man ihn frägt, ob er nass ist und man schaut nach, frägt er selber: und - bin ich nass?
Der Kinderarzt sagt, organisch sei alles in Ordnung...
Wir haben schon alles mögliche versucht: loben, bestrafen, Belohnungen, Verbote etc. - es scheint nichts zu helfen...
Neuerdings sammelt er so gerne Panini-Fußballbilder (richtig begeistert). Jetzt habe ich ihm gesagt, dass er die Bilder und sein Album erst dann wieder bekommt, wenn er regelmäsig auf Toilette geht und nicht mehr in die Hose macht. Er redet dann immer davon, dass er sich jetzt am Riemen reißt und er dann seine Bilder wieder bekommt - nur - er redet nur davon - er geht aber nicht auf´s WC... Er weiß, dass er seine Bilder dann nicht bekommt, wenn er wieder in die Hose macht - und es hilft trotzdem nicht...
Lucas spielt auch gerne Fußball. Da er dieses Jahr im Frühjahr neue Fußballschuhe benötigt, habe ich ihm auch hier gesagt: es gibt keine neuen Schuhe, wenn er nicht trocken wird...

Bei seiner Mama hat er Nintendo-Verbot, Fernsehverbot und und und.
Es hilft alles nicht´s und deswegen wende ich mich hierher.
Wie gesagt - nachts ist ja alles ok - nur tagsüber nicht...

Vielleicht hat jemand Tipps und Ratschläge für uns...

Schöne Grüße

Hase68
:(
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Beitrag #2 von Psycho » 06 Feb 2011 22:54


Hallo Hase68,
zuerst eine Frage. Geht euer Sohn schon zur Schule und wie funktioniert es dort? Ich denke, dass eine Bestrafung eures Sohnes bei einer nassen Hose keinerlei Erfolg haben wird. Mit Belobigungen erreicht man immer mehr. Sprecht mit dem Jungen und legt gemeinsam ein Belobigungssystem fest. Immer wenn die Hose trocken war, wird es zum Beispiel auf einem Kalender, welcher offen in der Wohnung hängt, vermerkt. Besser ist, wenn sich der Junge selbst oder gemeinsam mit euch diesen Kalender für jeweils eine Woche anfertigt. Die Auswertung muss dann täglich abends sein. War euer Sohn dann 3 Tage (vielleicht auch zuerst nur zwei Tage) in der Woche trocken, bekommt er eine kleine Belohnung, die für ihn sehr attraktiv ist. Ich denke an einen Kinobesuch, zu einem Fußballspiel gehen, ein gemeinsames Spiel machen oder ähnliche Unternehmungen mit der gesamten Familie. Später wird der Zeitraum auf 3 dann auf 4 Tage usw. verlängert. Die ganze Aktion verlangt allerdings von den Eltern Konsequenz und Durchhaltevermögen für einige Wochen, denke ich. Es lohnt sich aber. Dazu kommt, dass der junge ständig erinnert werden muss, dass er auf die Toilette geht, was natürlich auch kontrolliert werden muss.
Ich wünsche viel Erfolg
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Beitrag #3 von Helmut » 06 Feb 2011 22:57


Hallo Hase68,

ich denke nicht dass dein Sohn mit Absicht in die Hose macht. Vielmehr denke ich dass hier eine Entwicklungsverzögerung vorliegt, er also die Wahrnehmung für die volle Blase noch nicht richtig hat. Mich wundert nur ein wenig dass er in der Nacht trocken ist, oft ist es eher umgekehrt.

An deiner Stelle würde ich mit ihm mal zu einem sogenannten Urotherapeuten gehen, dort lernt er auf die Zeichen seiner Blase zu achten und entsprechend darauf zu reagieren. Belohnungen sind da sicher Hilfreich, solltest aber mit dem Urotherapeuten absprechen was gut ist und was eher nicht so geeignet ist.

Ich würde auch auf die ganzen Bestrafungen und Einschränkungen verzichten, das fördert nur eine Erwartungshaltung die er vermutlich nicht erfüllen kann und zu noch mehr Spannungen in der Familie führen.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #4 von Hase68 » 07 Feb 2011 20:26


Hallo Psycho,

er geht in die erste Klasse und ist wirklich ein schlaues Kerlchen. Egal ob beim Lesen oder Rechnen - da ist er laut Lehrer mit der Beste. Probleme hat er allerdings mit der Schnelligkeit: wenn sie in Pause gehen und anziehen - er trödelt immer rum.
Aber generell ist er sehr schlagfertig.
In der Schule ist es ihm bisher einmal passiert, dass er total nass war - ansonsten eher nicht (feuchte Unterhose ja, aber mehr nicht)


das mit Kalender usw. haben wir schon alles hinter uns: nach jedem Pinkeln einen "Goldtaler", bei zehn Talern eine Fahrt in den Freizeitpark und und und...


Wir werden ihn jetzt wieder verstärkt daran erinnern, dass er auf Toilette gehen soll.

Ich habe mir Deine Worte sehr zu Herzen genommen - mir tut es ja wahrscheinlich selber am meisten weh, wenn ich ihn bestrafe...
Ich habe vorhin mit ihm telefoniert und ihm gesagt, dass er am Freitag seine Bilder wieder bekommt und ich sie ihm nie wieder wegnehme.

Ich werde ihn jetzt auch wirklich nicht mehr bestrafen - mit seiner Mama habe ich auch vereinbart, keine Bestrafungen mehr auszusprechen, sondern ihn immer wieder zu loben und auf Toilette zu schicken. Da sind wir uns auch einig.

Danke für deine Ratschläge

Gruß
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Beitrag #5 von Hase68 » 07 Feb 2011 20:43


Hallo Helmut,

ich glaube ja auch nicht, dass er absichtlich in die Hose macht - er vergisst über das ganze Reden einfach das Westentliche: auf Toilette zu gehen...

Es ist wirklich so - nachts ist alles ok...

Wegen Urotherapeuten - wo findet man die...?

Wie bei der Antwort an Psycho schon erwähnt - wir werden ihn jetzt nicht mehr bestrafen - es tut einem ja selber am meisten weh...

Helmut - auch an dich danke für deine Tipps!

Gruß
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Beitrag #6 von Psycho » 07 Feb 2011 21:27


Hallo Hase68,
ich entnehme deiner Antwort, dass ihr alles schon probiert habt (dabei denke ich besonders an den Kalender). Diese Antwort höre ich sehr oft in meiner Beratungsstelle von den Eltern, was natürlich bei euch ganz anders sein kann. Wenn so etwas begonnen wird, muss damit gerechnet werden, dass sich diese Aktion über Wochen, vielleicht auch Monate hinziehen kann. Da ist konsequentes Durchhaltevermögen von den Eltern verlangt, was natürlich nicht immer leicht ist. Der Erfolg stellt sich oft ganz langsam ein. Belohnungen sollten für das Kind im Wert überschaubar bleiben. Kleine Dinge erhalten die Freundschaft!
Es könnte auch ein Zusammenhang mit dem kleinen Bruder (17 Monate) bestehen. Der ältere Bruder sieht nur, wie das jüngere Kind bemuttert wird, wenn die Windel (wenn er noch am Tag eine Windel benötigt) nass ist. Dies „kann“ bei einem älteren Kind unbewusst auch zum Einnässen führen.
Es grüßt Psycho
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Beitrag #7 von Hase68 » 08 Feb 2011 08:41


Psycho hat geschrieben:Hallo Hase68,
ich entnehme deiner Antwort, dass ihr alles schon probiert habt (dabei denke ich besonders an den Kalender). Diese Antwort höre ich sehr oft in meiner Beratungsstelle von den Eltern, was natürlich bei euch ganz anders sein kann. Wenn so etwas begonnen wird, muss damit gerechnet werden, dass sich diese Aktion über Wochen, vielleicht auch Monate hinziehen kann. Da ist konsequentes Durchhaltevermögen von den Eltern verlangt, was natürlich nicht immer leicht ist. Der Erfolg stellt sich oft ganz langsam ein. Belohnungen sollten für das Kind im Wert überschaubar bleiben. Kleine Dinge erhalten die Freundschaft!
Es könnte auch ein Zusammenhang mit dem kleinen Bruder (17 Monate) bestehen. Der ältere Bruder sieht nur, wie das jüngere Kind bemuttert wird, wenn die Windel (wenn er noch am Tag eine Windel benötigt) nass ist. Dies „kann“ bei einem älteren Kind unbewusst auch zum Einnässen führen.
Es grüßt Psycho


Hallo Psycho,

das Problem mit dem Kalender ist, dass Lucas nur an den Wochenenden bei mir und meiner Frau ist - die restliche Zeit ist er bei seiner Mama, dh. es kann nicht konsequent durchgezogen werden.
Wegen dem kleinen Bruder: Lucas hatte diese "Probleme" auch schon vorher.

Danke

Hase68
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Beitrag #8 von Depressiv » 16 Feb 2011 02:32


Hallo Hase68!

Ich würde Dich gerne mal fragen, ob es vielleicht einen zeitlichen Zusammenhang mit dem beginn des Einnässens deines Sohnes und der Scheidung geben könnte.
Und wenn nicht dies, gibt es vielleicht andere zeitliche Zusammenhänge, die es geben könnte?
Wie läuft es mit der Schule? Hat er dort Probleme sich zu integrieren?
Wie ist das Verhältnis zwischen Dir und deiner Ex-Frau?
Es ist immerhin erwiesen, daß viele Kinder unter der Scheidung leiden.

Die Fragen stelle ich deshalb, weil es oft bei Kindern zu psychischen Verhaltensauffälligkeiten kommen kann, wenn es schwere Einschnitte in das persönliche Umfeld gibt.

Ich möchte Dich bitten, die Vergangenheit einmal zu durchleuchten und gerade die Zeit um das erste Auftreten genauer zu untersuchen.
Sprich auch mit deinem Sohn offen darüber. Mach ihm klar, daß Du für ihn da bist und er offen mit Dir reden kann.
Ganz wichtig ist auch, daß dieses Gespräch nur zwischen Dir und deinem Sohn stattfindet und weder Deine Frau, noch Deine Ex-Frau mit hineingezogen werden.
Dein Sohn muss spüren, daß Du es ehrlich meinst und dass Du ihn unterstützen möchtest. Auch sollte dieses Gespräch unter euch bleiben und nicht breitgetreten werden.
Frag ihn ohne Vorwurf, wie er selber seine Situation sieht. Und egal, wie die Antworten ausfallen: mach ihm keine Vorwürfe.

Ich denke, daß sind erst einmal genügend Fragen und Anregungen. Ich würde mich freuen, wenn diese Eingaben was bringen und vielleicht sogar zu einem guten Ende führen.

Nochmal ganz wichtig: Dein Sohn braucht Dich, Deine Liebe und auch Deine Exfrau! Er muss spüren, daß er von euch geliebt wird und ihr für ihn da seid, egal was kommt.
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Beitrag #9 von Hase68 » 22 Feb 2011 20:08


Depressiv hat geschrieben:Hallo Hase68!

Ich würde Dich gerne mal fragen, ob es vielleicht einen zeitlichen Zusammenhang mit dem beginn des Einnässens deines Sohnes und der Scheidung geben könnte.

Das kann nicht sein - er war da gerade mal ein Jahr alt.

Und wenn nicht dies, gibt es vielleicht andere zeitliche Zusammenhänge, die es geben könnte?

Das könnte sein - er war nämlich eigentlich schon so gut wie "trocken" - dann hat seine Mama begonnen, halbtags zu arbeiten und sie war plötzlich nicht mehr da...
Allerdings hat sie jetzt wieder aufgehört zu arbeiten - vielleicht wirkt das nach???

Wie läuft es mit der Schule? Hat er dort Probleme sich zu integrieren?

In der Schule läuft mit den anderen Schülern alles problemlos (hat jetzt erst Zeugnisse gegeben ;-) )

Wie ist das Verhältnis zwischen Dir und deiner Ex-Frau?
Es ist immerhin erwiesen, daß viele Kinder unter der Scheidung leiden.

Ich klopfe auf Holz: das Verhältnis ist - nach verständlichen Anfangsproblemen - möchte ich fast sagen - tadellos. Wir können uns in die Augen sehen und sind bei den meisten Erziehungsfragen so gut wie einer Meinung.



Sprich auch mit deinem Sohn offen darüber. Mach ihm klar, daß Du für ihn da bist und er offen mit Dir reden kann.
Ganz wichtig ist auch, daß dieses Gespräch nur zwischen Dir und deinem Sohn stattfindet und weder Deine Frau, noch Deine Ex-Frau mit hineingezogen werden.
Dein Sohn muss spüren, daß Du es ehrlich meinst und dass Du ihn unterstützen möchtest. Auch sollte dieses Gespräch unter euch bleiben und nicht breitgetreten werden.

Das werde ich beherzigen!

Frag ihn ohne Vorwurf, wie er selber seine Situation sieht. Und egal, wie die Antworten ausfallen: mach ihm keine Vorwürfe.

Ich mach ihm keine Vorwürfe mehr, ganz sicher nicht.

Ich denke, daß sind erst einmal genügend Fragen und Anregungen. Ich würde mich freuen, wenn diese Eingaben was bringen und vielleicht sogar zu einem guten Ende führen.


Vielen herzlichen Dank für deine Ratschläge!!!

Nochmal ganz wichtig: Dein Sohn braucht Dich, Deine Liebe und auch Deine Exfrau! Er muss spüren, daß er von euch geliebt wird und ihr für ihn da seid, egal was kommt.
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