Soll man sich als Inkontienent outen?

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Soll man sich als Inkontienent outen?

Beitrag #1 von Paul1974 » 28 Sep 2011 01:06


Ich bin Bettnässer zwar nur sehr selten 1-2 mal im Monat jedoch will meine Frau das ich vorbeugend eine Windel trage.
Nun haben wir ein Kind von 6 Jahren und haben mein Bettnässen immer verheimlicht oder eine Ausrede gefunden. Sollen wir das in der Familie das Problem bekannt geben oder behalten wir das für uns?
Ich habe hier viele junge betroffene gesehen die vielleicht auch Kinder haben wie macht ihr das, denn man erzieht die Kinder das sie nicht Einpullern sollen und nun Pullert Papa oder Mama ein.

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Beitrag #2 von Zahnfee1972 » 28 Sep 2011 12:30


Hallo Paul!

Habe deine Beiträge alle gelesen und kann deine tausend Fragen gut verstehen. Der ein oder andere findet sie vielleicht etwas sonderbar, aber nun gut.

Also zum Thema outen kann ich als "Mutter" dir sagen: Inkontinenz ist eine Krankheit, für die sich niemand schämen muß!!! Wenn du erkältest bist und dein Kind fragt ob du krank bist sagst du ja auch: ja ich habe ne Erkältung oder? Warum nicht auch zu dem Kind sagen: ja meine Blase ist krank und manchmal läuft dann nachts einfach Pipi raus. Und man kann dem Kind auch gut erklären was der Unterschied zwischen kindlichem Bettnässen und Inkontinenz ist ;)

Desweiteren würde ich mich an deiner Stelle beim Urologen gründlich durchchecken lassen, damit du erstmal weißt welche Form der Inko du hast und der gibt dir dann sicherlich Tipps wie du am besten damit leben kannst.

Deine Frau will, dass du Windeln trägst, obwohl du "nur" 1-2 x im Monat einnässt???? Unfaßbar für mich...was willst DU denn?
Versuche es doch mal mit einer guten Gummiauflage für die Matraze, eine Moltonauflage über den Bettlaken und mit einer Bettdecke so wie in den Kliniken (sind außen gewachst und dadurch abwischbar). Da kann man nach dem Maleur alles neu beziehen und gut ist´s gewesen. Ich persönlich würde nicht freiwillig 28 Tage Windeln tragen und nichts ist drin :)

Sonnige Grüße
Claudia

PS: habe selbst viele Wochen hochgradiger Inko hinter mir und weiß wo von ich schreibe...dank suprapubischen Katheter kann ich nun etwas besser leben!
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Hallo Zahnfee1972

Beitrag #3 von Paul1974 » 28 Sep 2011 23:41


Zuerst mal Danke für deine Antwort.
Bisher ist das Bettnässen ja nur in der Zeit in der ich Nachtschicht habe aufgetreten.
Meine Frau möchte nur das ich in der Zeit ein saugendes Hilfsmittel Trage. Ein Gummilagen habe ich schon auf der Matratze.
Wir haben es bisher immer so gehandhabt das ich zu einer bestimmten Zeit meine Frau angerufen habe und wenn ich Sie nicht angerufen habe kam Sie zuerst nach Hause.
Sie wusste dann das mein Bett nass ist oder ich noch schlafe. Falls mein Bett nass war haben wir das gemeinsam beseitigt. Danach hat Sie unser Kind aus der Kita geholt.

Danke Paul1974
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Beitrag #4 von Anji » 29 Sep 2011 22:49


Hallo Paul,

ich kann deine Frage gut verstehen. Ich bin derzeit schwanger und weis auch noch nicht wie ich meinem Kind erklären soll warum es später sauber werden soll während Mama weiterhin Windeln trägt.

Bei einer 6-jährigen ist das Verständnis aber schon größer denke ich und ich würde dir empfehlen das Thema Inkontinenz auf kindlich Verständliche Art zu erklären.

Ganz wichtig ist aber das du beim Urologen klären lässt ob es physische oder psychische Ursachen sind. Saugende Hilfsmittel zu verwenden bei so seltenem Einnässen finde ich weniger sinnvoll - es gibt 1mx1m Inkomatten die im Falle eines "Lecks" das Bett trocken halten. Man kann sie dann einfach in die Waschmaschine stopfen und gut ists. Würde ich dir eher empfehlen als Inkontinenzslips!

Wünsche dir alles Gute : )
Gibt es schließlich eine bessere Form mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor? [Charles Dickens]
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Beitrag #5 von wassermann79 » 30 Sep 2011 14:19


Die Sache mit dem outen finde ich schwieriger. Auch wenn das Verständnis eines 6 jährigen Kindes schon größer ist, so ist es doch noch ein Kind und ich weiß aus Erfahrung wie schnell die sich auch mal verplappern können, ungwollt natürlich. Irgendeine Situation kann immer mal entstehen und dann ist es ganz raus bei Leuten, die es vielleicht nicht unbedingt wissen sollten. Ob man es in der Familie sagen sollte, hängt auch immer von den Leuten ab. Obwohl beim nächtlichen Einnässen müssen die es ja gar nicht wissen, wenn du Vollinkontinent wärst, dann wäre eher eine Überlegung wert denke ich. Und ich denke es hängt auch vom Kind ab, ob man es dem Kind sagen sollte wie es ist.
Genauso denke ich, auch wenn du nur 1-2 pro Monat einnässt und du bzw. deine Frau möchte, das du jede Nacht eine Windel trägst, ist das vollkommen in ordnung. Wichtig ist, wie du dich damit/dabei fühlst. Ich nässe auch nicht jede Nacht (aber mindestens 4 mal die Woche im Schnitt) ein, hab es auch schon ohne Windel probiert über einen längeren Zeitraum und das Ende vom Lied war, das ich mega unruhig ohne Windel geschlafen habe. Die Dinger geben mir einfach ein besseres Gefühl, das passiert vielleicht unterbewusst, aber bei mir ist es so.
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Beitrag #6 von Psycho » 02 Okt 2011 23:40


Hallo Paul1974,
ich gehe davon aus, dass Bettnässen eine Krankheit ist. Es sollte aber unbedingt eine Diagnostik erfolgen. Du schreibst nichts davon, daher vermute ich, dass es bisher keine gab. Der Besuch bei einem Urologen ist, so denke ich, unvermeidbar. Aus deinen Ausführungen entnehme ich allerdings, dass es sich um ein psychisches Problem handeln könnte. Wenn es so sein sollte, könnte ein Psychologe sicherlich hilfreich sein. Bei einem Mann ist eine entsprechende Unterlage nicht immer hilfreich. Die Bettdecke wird trotzdem nass (anatomisch bedingt). Deshalb ist ein zusätzlicher Schutz sicherlich eine große Hilfe.
Ich denke auch, dass es nicht gut ist eine mögliche Krankheit zu verheimlichen, auch vor den eigenem Kind nicht.
Alles Gute wünscht Psycho
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Beitrag #7 von alex1974 » 03 Okt 2011 09:15


Hi Paul,

Ich kann Dich sehr gut verstehen. Auch ich bin Bettnäser, nässe aber so gut wie jede Nacht ein und trage daher nachts immer eine Windel. Mein Sohn ist jetzt knapp 6 Jahre alt. In der Familie zu verheimlichen, dass man eine Widel trägt ist finde ich nicht gut. Bei uns klappt das sehr gut, mein Sohn weiß dass ich nachts eine Windel anhabe und wenn er zu uns ins Bett kommt oder auch morgens beim Aufstehen merkt er dass ich eine Windel anhabe und kennt mich damit. Auch bezüglich Entsorgung ist das alles viel einfacher.
Die Erklärung dass Papa eine kranke Blase hat und daher nachts eine Windel braucht hat er gut akzeptiert. Wenn Du willst kannst mir auch eine Mail schreiben wenn Du persönliche Erfahrungen austauschen willst.

lg
Alex
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