Meine Blasenprobleme :-(

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Meine Blasenprobleme :-(

Beitrag #1 von Nachtkerze » 04 Jan 2013 19:40


Hallo zusammen.

Ich bin neu hier und auf das Forum gestoßen, weil ich mich seit Monaten mit Blasenprobleme plage. Mir ist bewusst, dass meine Probleme vermutlich für viele nahezu lächerlich klingen, für mich ist es momentan aber eine starke Belastung (gepaart mit jede Menge Ängsten und Unsicherheiten).

Zu meiner Geschichte:
Alles fing im August an. Im Büro überkam mich plötzlich ständiger Harndrang, ca. alle 15 - 30 Minuten musste ich. Ich dachte, es ist eine Blasenentzündung (die hatte ich früher sehr oft) und bin heim. Gewundert hat mich, dass ich keinerlei Schmerzen hatte und auch nicht nur Tröpfchen musste. Abends war alles wieder gut, zuhause hatte ich keinerlei Probleme mehr, so dass ich nicht zum Arzt gegangen bin. Dies wiederholte sich einige Wochen später. Nach diesen zwei "Anfällen" hatte ich einige Zeit Ruhe, bis es dann wieder los ging mit dem ständigen Druck und die Probleme seitdem auch nicht mehr weg gingen. Ausschlaggebend für meinen Arztbesuch war ein geplanter Kinoabend. Alles war ok, kaum sitze ich im Kino fängt dieser ständige Druck an. Nach 3maligem Aufsuchen der Toilette habe ich meine Begleitung gebeten, heim zu fahren. Auf der Rückfahrt (ca. 30 Min. lang) musste er ganze 6 Mal anhalten. Zuhause war es wieder besser.

Ich bin zuerst zum Hausarzt. Urinproben mehrfach abgegeben - alle ohne Befund. Blut abgegeben - nichts Auffälliges... Ultraschall auch ok. Es wurde Wasser in den Beinen vorgefunden (hätte ich selbst nie bemerkt). Blutdruck war zu hoch. Nachdem ich ein paar Mal dort war, sagte der Arzt quasi schulterzuckend "Reizblase". Da könne man nicht viel machen. Stress vermeiden usw.

Die Beschwerden blieben. Nicht täglich, sondern immer so anfallartig. Es fühlte sich immer an, als tröpfelt es heraus. Immer wieder spannte sich mein ganzer Unterleib an, ich hätte ständig Druck. Nachdem ich es im Büro nicht mehr ausgehalten hatte, bin ich dann auf meine Initiative zum Urologen, als Notfall (der planmäßige Termin wäre erst Monate später gewesen). Ich habe wieder eine Urinprobe abgegeben, bei der minimal Blut festgestellt wurde. Beim Ultraschall wurde in der Blase Restharn gefunden, obwohl ich vor der Untersuchung dreimal zur Toilette war. Ich habe Spasmolyt 30 verschrieben bekommen, von denen ich eine halbe am Tag nehmen muss. Mitte diesen Monats stehen dort weitere Untersuchungen an (Röntgen und Blasenspiegelung). Ich sollte zum Gynäkologen gehen (dort alles unauffällig, er sagte ebenfalls, es sei eine Reizblase, ich solle mir Ruhe gönnen). Zwischenzeitlich meine Tante, die Heilpraktikerin ist, befragt. Sie ist der Meinung, dass das alles mit dem Stress der letzten Monate zu tun hat und hat mir Globolis geschickt.

Nun ist der Druck völlig weg (ich denke wegen Spasmolyt), die Anzahl der Toilettengänge wieder völllig normal, allerdings verliere ich nun Urin. Erst war es nur ganz wenig, vielleicht zwei bis drei Tropfen. Ich habe mir Einlagen gekauft. In den vergangenen Tagen ist es nun zweimal zu einem Missgeschick gekommen (obwohl ich kurze Zeit vorher auf Toilette war) und ich hatte (natürlich immer draußen, wo es besonders unangenehm ist) nasse Hosen. Beide Male war es im Sitzen. Ich habe immer das Gefühl, im Sitzen ist das alles schlimmer für mich... Dieses ständige Gefühl, es ist nass oder tröpfelt raus. Das belastet mich noch bedeutend mehr als der vorherige ständige Druck. Ich traue mich kaum noch raus, habe so viele schöne Dinge in den letzten Wochen abgesagt, verkrieche mich hier, damit ich gar nicht erst in unangenehme Situationen komme. Ich habe mir verschiedene Einlagen gekauft (das allein war für mich schon ein Spießrutenlauf) und war erschrocken, wie dick die saugfähigeren Vorlagen sind. :-(

Ich war heute dann bei meiner neuen Hausärztin. Die sagte, ich solle zum Kernspint und die Tablettendosis erhöhen. Die Heilpraktikerin sagt das Gegenteil, Tablettendosis auf ein Viertel herabsetzen.

Ich bin völlig verunsichert. Ich weiß nicht, ob die Inkontinenz von den Tabletten kommen kann. Ich merke das auch überhaupt nicht wenn ich dann Urin verliere, nicht mal das Nasse.... Ich kenne das Gefühl nicht, meinen Körper nicht mehr richtig kontrollieren zu können und habe damit große Probleme. Nachts habe ich übrigens überhaupt keine Probleme. Zuhause habe ich weniger Probleme (ich vermute, dass ich da nicht verkrampfe).

Ich bin 35, weiblich, habe keine Kinder. Früher hatte ich oft Blasenprobleme, Nierengrieß, Nierenentzündungen. Die letzten Jahre nicht mehr. Ich nehme sonst keine Medikamte (außer Spasmolyt und die Pille, die ich aber absetzen soll laut Gynäkologen). Ich mache seit Mitte Dezember täglich Beckenbodentraining, benutze seit ein paar Tagen diese Feminakone, nehme Cranberrykapseln.

Meine Fragen:
- hat jemand ähnliche Erfahrungen mit Spasmolyt gemacht?
- gibt es noch etwas, was ich selbst tun kann, damit es besser wird? Habt ihr Tipps?
- ist die Blasenspiegelung so schlimm, wie ich mir das vorstelle?
- was kann diese Probleme auslösen? Hat jemand ähnliche Symptome?
- wie bekomme ich diese Angst weg?

Ich möchte einfach alles tun, damit das wieder weg geht.

Es tut mir leid, dass der Text jetzt doch so lang wurde. Ich weiß nicht, was wichtig sein könnte und wollte nichts auslassen. :roll:

Danke fürs lesen und liebe Grüße
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Nachtkerze
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Beitrag #2 von Gabi » 05 Jan 2013 13:55


Hallo Nachtkerze

Zunächst kann ich dich beruhigen. Die Blasenspiegelung ist harmlos und eigentl. schmerzfrei. Hat der Urologe schon eine Urodynamik gemacht?, da kann man die Verkrampfung der Blase und die
Blasenkapazität sehr gut feststellen. Spasmolyt habe ich nicht genommen, aber eine ganze Reihe ähnlicher Medikamente. Mit mehr oder weniger Erfolg. Die Nebenwirkungen sind bei längerer Einnahme auch nicht so gut z.B. trockene Schleimhäute. Meine Hausärztin, die auch oft mit Naturheilmittel behandelt, hat mir Cantharis Globuli verschrieben. Im akuten Zustand nehme ich sie mehrmals am Tag. Hat sich die Spastik beruhigt, reicht mir eine Medikation von 1x 10 Globuli morgens und habe dann diese Spasmolytika ganz weggelassen. So komme ich gut zurecht. Hast du eventuell Probleme mit dem Rücken?, das ist bei mir die Ursache. Wenn die Ursache bekannt ist, findet sich sicher eine geeignete Therapie für dich, bis dahin habe keine Angst.

Ich hoffe, dass ich dir etwas helfen konnte.

Viele Grüße
Gabi
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Beitrag #3 von Brandy » 05 Jan 2013 18:57


Hallo Nachtkerze,

wenn du den Urinverlust nicht spührst, solltest du vielleicht mal zum Neurologen gehen.

lg
Brandy
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Beitrag #4 von Nachtkerze » 05 Jan 2013 21:30


Hallo Gabi, Hi Brandy.
Danke für Eure Antworten.

Nach dem Kernspint und den weiteren urologischen Untersuchungen werde ich auf jeden Fall noch zum Neurologen. Das sagte meine Hausärztin auch - danke für den Tipp.

Mit dem Rücken habe ich eigentlich keine Probleme. Ich habe schon mal den Nacken verspannt, weil ich eine sitzende Tätigkeit ausübe. Das merke ich Abends dann schon mal.... Vor ein paar Tagen dachte ich, ich hätte einen Nerv eingeklemmt, weil ich nicht mehr richtig den Kopf nach links und rechts drehen konnte. Das ist allerdings wieder weg.

Eine Urodynamik wurde noch nicht gemacht. Wie läuft so eine Untersuchung ab?
Ich stehe ja noch recht am Anfang der ganzen Untersuchungen. :-/ Mittwoch steht nun erstmal Röntgen beim Urologen an.

Ich werde bei dem Termin mit dem Arzt auch über Spasmolyt sprechen. Die helfen in Bezug auf den Druck, den ich vorher hatte, wirklich gut - der ist völlig weg. Dafür ist mir aber irgendwie jegliches Gefühl für meine Blase abhanden gekommen. Ich spüre überhaupt keinen Druck mehr. Die beiden "Unfälle" sind auch erst jetzt passiert - Inkontinenz war beim Aufsuchen des Urologen eigentlich gar nicht das Thema, weil ich da nur diesen ständigen Druck hatte und viel zu oft zur Toilette musste. Mal schauen, was er am Mittwoch dazu sagt.

Momentan macht mir die Angst am meisten Sorgen. Ich möchte das Haus nicht verlassen aus Angst vor einem weiteren Malheur. Ich war heute nur für ein paar Stunden bei meinen Eltern und habe zum Schutz diese Tena Lady Extra Vorlagen benutzt, was mich große Überwindung kostete. So schlimm war es dann aber gar nicht. Ich habe sie nicht gespürt und gesehen hat man auch nichts. Heute habe ich nur ein, zwei Tropfen Urin verloren, dafür hätte ich vermutlich nicht mal diese dünnen Einlagen benötigt. Ich weiß halt nur nicht, ob diese Tenas bei der größeren Menge Urin wirklich dicht halten würden. Montag muss ich wieder arbeiten, davor graut es mir momentan sehr. Die Hausärztin wollte mich krank schreiben, ich habe aber abgelehnt. Ich möchte arbeiten.

Wenn ich mein Miktionstagebuch so anschaue, fällt mir auf, dass diese "Unfälle" in mehr oder weniger stressigen Situationen passiert sind und immer nur tagsüber. Ich verkrampfe mittlerweile, wenn ich raus muss, atme flacher, presse die Beine beim Sitzen zusammen und verkrampfe im Unterleib. Vermutlich ist all das sehr kontraproduktiv, aber ich habe Schwierigkeiten, mich dann abzulenken und mich nicht auf meine Blase zu konzentrieren.

Ich muss mich wohl in Geduld üben und abwarten, was all die Untersuchungen ergeben. Dieses Warten fällt mir schwer.

Ich habe übrigens diese Feminakone ausprobiert. Ich kann auch das schwerste Gewicht halten. An einem zu schwachen Beckenboden dürfte mein Problem demnach nicht liegen. Ich habe mir vorgenommen, weiter zu trainieren. Es kann ja nicht schaden.

Danke erstmal für Eure Tips und Erfahrungen. Mir hilft das sehr, zumal es mir schwer fällt, mit mir nahe stehenden Personen darüber zu sprechen.

Ganz liebe Grüße und einen schönen Samstagabend!
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Beitrag #5 von Nautilus » 06 Jan 2013 20:26


Guten Abend, Nachtkerze,

Spasmolyt ist Arzneimittel zur Entspannung der Blasenmuskulatur.
Daher kann, ( nicht : wird ), es auch schon mal kontraproduktiv wirken, inden es auch die Blasenschliessmuskel “glättet”.
Eine - leichte - Inko ist die Folge.

Für eine vernünftige Diagnose und Behandlung, ( auch Medikamentierung ! ), kann ich Dir nur raten, ein Inkontinenz-Zentrum aufzusuchen.
Dort arbeiten die entsprechenden Fachärzte Hand in Hand, die Wege - und damit der Zeitaufwand - sind entsprechend kurz.

Aussagen wie diejenige des Arztes, ( Nachdem ich ein paar Mal dort war, sagte der Arzt quasi schulterzuckend "Reizblase". Da könne man nicht viel machen. Stress vermeiden usw. ), sind leider viel zu häufig und erwecken auch nicht gerade Vertrauen in dessen ärztliche Kunst.

Zudem rate ich - wegen dieser ominösen roten Flecken in der Blase - zu einer Blasenspiegelung mittels PDD, ( photodynamische Diagnostik ) sowie einer gleichzeitigen Biopsie und einer vorherigen Urinzytologie.
( Urinzytologie allein ist nicht aussagefähig genug, Sonographie, ( also Ultraschall ), ist für eine derartige Diagnosefindung überhaupt nicht geeignet. )

Bei einer Spiegelung unter Weisslicht wird oft etwas übersehen, ganz besonders häufig das gefürchtete CIS, ( Carcinoma in situ ), welches gern von den Urologen mit einer banalen Bakterienentzündung verwechselt wird.

Damit klar ist :
Ich möchte hier keineswegs Unsicherheit erwecken, aber die doch schon erheblich andauernde Zeit Deiner Probleme, ( immerhin seit August letzten Jahres ), gibt etwas zu denken.
Daher sollte die Ursache erforscht werden, denn eine Inko ist immer nur die Folge einer anderen Erkrankung, und diese gilt es zu ermitteln, wenn Du das Problem loswerden willst.

Die Blasenspiegelung bei einer Frau ist im Normalfall recht unproblematisch, da Frauen eine nur sehr kurze Harnröhre, ( ca. 5 bis 6 cm, im Gegensatz zu Männern mit ca. 25 cm ), und keine Prostata haben.
Natürlich solltest Du diese Spiegelung - wenn sofort eine Biopsie gemacht wird, was ich unbedingt empfehle - entweder unter einer Spinalanästhesie oder unter Narkose durchführen lassen, ohne Biopsie wäre dies aber keinesfalls notwendig.

Es liegt bei Dir.
Finde Dich nicht mit dieser Behinderung ab, denn - wie Du schreibst - engt sie sowohl Deine Lebensfreude als auch Deine Lebensqualität doch sehr stark ein.
Tu etwas dagegen.
Wenn die Untersuchungen negativ, ( also für Dich positiv ), ausfallen, um so besser.
Dann kannst Du zumindestens eine nicht unerhebliche Gefahr ausschliessen.

Gruß
Nautilus
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Kontinenzzentrum

Beitrag #6 von Chris » 06 Jan 2013 22:24


Hallo Nachtkerze,

den hier bereits gegebenen Rat - Kontinenzzentrum aufsuchen kann ich nur unterstützen.

Ich habe selbst sehr gute Erfahrungen im Mariahilf in Mönchengladbach gemacht - ist ja von Wesel nicht ganz so weit, ich bin seinerzeit aus der Nähe von Hamburg zur Untersuchung gereist. Dr. Kaufmann und sein Team gehen die Probleme sehr ganzheitlich an und sind auf den Bereich Neurourologie spezialisiert. Als Kontinenzzentrum werden auch die anderen Fachdisziplinen eingeschaltet, bis eine klare Diagnose heraus gearbeitete werden kann.

Noch ein Rat - schau, dass du bald eine Diagnose bekommst, es ist schon viel Zeit vergangen und leider ist auch dein Fall ein Beispiel für "Verschleppung und mangelnden Biss" bei der Diagnose, möglicherweise hat auch dein Verhalten dazu beigetragen, das solltest du aber dringend überdenken.

Machs gut und viel Glück

Chris
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Beitrag #7 von Nachtkerze » 07 Jan 2013 18:36


Hallo und danke für Eure Antworten.

Ich wusste vorher nicht mal, dass es Kontinenzzentren gibt. :-( Da ich am Mittwoch wieder beim Urologen bin, werde ich ihn danach fragen (benötigt man für ein Kontinenzzentrum eine Einweisung vom Urologen/behandelnden Arzt?). Mir wäre es sehr lieb, wenn die Diagnose bald gestellt würde, weil dieses Warten und die Ungewissheit mich nervlich sehr "anfressen". Danke für den Hinweis. Ich werde ihn auch fragen, wie die Blasenspiegelung abläuft und was er da genau macht. Beim letzten Mal war ich ein wenig geschockt, als er mir sagte, die Spiegelung sei nötig...

Mangelnder Biss meinerseits ist sicher auch dafür verantwortlich, dass ich das so lange rum schleppe. Ich dachte, wenn der Arzt (dem ich eigentlich vertraut habe) mir sagt, es ist eine Reizblase, da könne man nicht viel machen, außer sich wenig Stress zuzumuten und Ruhe zu gönnen, dann wird das schon so sein. Ich hatte gehofft, dass das jetzt, wo ich Urlaub hatte, bedeutend besser wird. :-( Ist ja leider nicht so...

Danke für Eure Anregungen und Denkanstöße!

Lieben Gruß
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Blasenspiegelung

Beitrag #8 von Chris » 07 Jan 2013 19:52


Hallo Nachtkerze,

hier schon mal aus meiner Erfahrung, was bei einer Blasenspiegelunggemacht wird (werden kann):

Es wird ein (üblicherweise) flexibles, etwa Bleistftdickes optisches Instrument durch die Harnröhre in die Blase geschoben, dazu wird diese vorher leicht betäubt, so dass die Prozedur normal weitgehend schmerzfrei abgeht. Bereits beim Vorschieben kann der Arzt feststellen, ob in der Harnröhre Hindernisse oder Oberflächenveränderungen sind. Dann in der Blase wird die gesamte Oberfläche betrachtet - bestenfalls auch mit speziellem Licht auf Zellveränderungen untersucht (können nicht alle Geräöte). Über die ganze Zeit können durch einen speziellen Zugang im Instrument Proben mit einer kleinen Zange genommen werden.

Eine andere Untersuchung ist die Urodynamik - es werden zwei wesentliche Verfahren angewendet:

1. Uroflow - hierbei wirst du aufgefordert deine (am besten gut gefüllte) Blase durch einen Meßtrichter zu entleeren. Dabei wird der Verlauf der ausgeschiedenen Menge aufgezeichnet. Manchmal wird hierbei auch die Muskelspannung und der "Schließdruck" im After aufgezeichnet. Hierzu werden Elektroden aufgeklebt und eine Sonde in der Ampulle plaziert. Anschließend wird üblicherweise mit Ultraschall und ggf. Katheter die Restharnmenge bestimmt.

2. die Video Urodynamik - dabei wir dir über einen kleinen Katheter Wasser in die Blase geleitet und mittels Durchleuchtung die Form der Blase aufgezeichnet. Das gibt Aufschluss über den Zustand der Schließmuskel und des Blasenmuskels insgesamt. Hierbei wird die Apparatur (C-Bogen) so geschwenkt, das eine 3D Beurteilung der Blase möglich ist. Gleichzeitig wird mit den eben schon erwähnten Elektroden die Muskelspannung erfasst und gemeinsam mit der eingepumpten Füllmenge aufgezeichnet. Hierbei musst du mitteilen, wie das Füllungsgefühl ist und es wird vermerkt, wann ggf. spontan die Füllung nicht mehr gehalten werden kann. Manchmal wird auch noch ein sog. Eiswasser Provokationstest gemacht, bei dem die Blase wie vorher gefüllt wird, allerdings mit höherer Füllgeschwindigkeit und stark gekühltem Wasser (ca. 10°C)

Dann zu deiner Frage Überweisung - zum Glück gibt es ja die "Hausarztregelung" und Praxisgebühr seit dem 01.01. nicht mehr, es reicht also ein Termin - Begründung ggf. - Zustand, Zweitmeinung, unklare/fehlende bisherige Ergebnisse. Ob ich das allerdings beim Urologen erwähnen würde - ??? ich vemutlich nicht, das Risiko, dass der das "in den falschen Hals" bekommt ist doch groß und der Neid/die Konkurrenz ist doch groß und das Geld will jeder selbst verdienen. Außerdem halten sich gerade "alteingesessenen Urologen" für unfehlbar und da ist jeder "aufgeklärte Patient", der sich sogar informiert hat, Gift. Also - vor den "invasiven Untersuchungen" (z.B. Blasenspiegelung, Video-Urodynamik) beim "normalen Urologen" versuchen einen Termin im Kontinenzzentrum zu bekommen, die können das sicher besser (haben mehr Übung/Patientendurchsatz) und haben normal die moderneren Geräte.

Noch Fragen ?? - gern

Machs gut und "bleib am Ball"

Chris

P.S. Googel mal nach Mariahilf Mönchengladbach und nach Dr. Kaufmann - der ist Spitze - und in erreichbarer Nähe
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Beitrag #9 von mipa » 08 Jan 2013 08:29


Liebe Nachtkerze
Dieses plötzliche auftreten von Harndrang in kurzen abständen kenne ich sehr gut. Es kommt aus heiterem Himmel und kaum war man auf der Toilette muss man gleich wieder gehen. Es hört aber nach einiger Zeit aber auch so wieder auf wie es gekommen ist. Es kommt aber wie du auch schreibst häufig bei Stress oder Unstimmigkeit manchmal aber auch bei körperlicher Anstrengung wie Sport. Ich war auch desswegen schon oft beim Arzt da ich es auch sehr peinlich und unangenehm fand. Ich hatte auch immer angst es nicht mehr auf Klo zu schaffen odere nicht rechtzeitig aus einer Sitzung zu kommen. Die Angst machte es nur noch schlimmer. Da ich seit Kindheit schon immer in der Nacht Windeln brauche haben die Ärzte dies immer mit dem Bettnässen in Verbindung gebracht. Ich hatte schon verschiedene Medis wie Nasenspray usw. Versuchte es auch mit homöopathischen Mitteln. Der Nasenspray hat mir zwar etwas geholfen aber die Schleimhaut ausgetrocknet und 100% war es bei weitem nicht weg. Eigentlich hat kein Medi eine wirkliche Sicherheit gebracht. Ich wollte auch nicht für immer von Medis leben. Damit ich mich sicher fühle, trage ich tags über eine Einlagen. Dies nimmt mir die Angst was sehr viel hilft.
Jedenfalls ist es sicher das wichtigste alles zuerst von Ärzten abzuklären und alles zu versuchen. Die Hilfsmittel sind einfach zur Sicherheit und damit man sich wieder ganz normal unter die Menschen mischen kann.
Ich drücke dir ganz feste die Daumen und hoffe es geht schnell wieder weg.
Michael
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Beitrag #10 von Nachtkerze » 22 Jan 2013 20:25


Hallo und erstmal danke für die Nachrichten und Tips.

Ich habe nun seit 2 Wochen keinerlei Probleme mehr (nur die Angst ist noch nicht ganz weg), weder ungewollten Urinverlust, noch Verkrampfen oder Druck oder sonst was. Gar nichts mehr... Ich traue mich wieder raus, unternehme wieder ein bisschen was und mir gehts auch psychisch bedeutend besser.

Zwischenzeitlich war ich beim Urologen zum Röntgen (ohne Befund) und heute bei der Blasenspiegelung (ebenfalls ohne Befund). Die Harnröhrenweite wurde gemessen - alles normal. Die letzten beiden Urinproben waren auch ohne Blut und ohne Auffälligkeiten. Die Blutwerte ebenfalls ok. Anschließend habe ich lange mit dem Urologen gesprochen - seine Diagnose lautet Stessinkontinenz. Er hat mir Beckenbodengymnastik unter fachlicher Anleitung empfohlen (damit ich wieder ein besseres Gefühl für die Blase und den Beckenboden bekomme) und ich soll die Tabletten weiternehmen. Er hat das Miktionstagebuch durchgeschaut - alles normal.

Er vermutet, dass die beiden Missgeschicke passiert sind, weil ich völlig verkrampft bin, sobald sich dieses "Rauströpfel"-Gefühl einstellte (welches von einer Reizung kommen könnte). Er sagte, wenn ich dann ständig an- und entspanne, kann es sein, dass Urin schwallartig abgeht. Er sagte auch, dass tägliches und sehr ausführliches Beckenbodentraining eher kontraproduktiv sei (ähnlich als würde man den Bizeps immer wieder trainieren - dann hätte man irgendwann auch Muskelzuckungen, Krämpfe und kaum Kraft).

Ich bin nun etwas erleichtert, dass ich diese Blasenspiegelung hinter mir habe und dort nichts gefunden wurde. Momentan habe ich noch ziemlich mit den Schmerzen beim Wasser lassen zu kämpfen (die wohl normal nach einer Spiegelung sind und hoffentlich bald wieder weg sind).

Die Hausärztin vermutet, dass die Besserung sowohl Spasmolyt als auch bzw. dem Absetzen der Pille zu verdanken sei. Ich solle das so beibehalten.

Kernspint und die neurologische Untersuchung folgen noch. Das Kontinenzzentrum steht auch noch auf meiner "To-do"-Liste.

Danke nochmal an alle, die mir meine Ängste ein wenig genommen haben, mir gute Tips geben konnten und viele neue Denkanstöße und Möglichkeiten aufgezeigt haben.

Einen lieben Gruß!
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