Therapie Hyperaktive Blase / Dranginkontinenz

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Therapie Hyperaktive Blase / Dranginkontinenz

Beitrag #1 von MartinK » 21 Jul 2015 16:52


Hallo zusammen

Dies ist mein erster Beitrag hier. Seit ca 2 Monaten habe ich grössere Probleme mit der Blasenkontrolle, einerseits muss ich tagsüber alle 1-2 Stunden Wasser lassen und habe zudem Mühe den Harnverlust hinauszuzögern, andererseits habe ich - nach mehr als 30 Jahren - wieder begonnen, in der Nacht einzunässen. Aufgrund der urodynamischen Untersuchung und einer Blasenspiegelung wurde eine hyperaktive Blase diagnostiziert. Die Urologin, welche die Untersuchung durchgeführt hat, meinte, dass das Problem womöglich schon immer da war (ich habe eine spina bifida occulta und war als Kind bereits Enuretiker in der Nacht sowie unter Tags), möglicherweise nun aber verstärkt in Erscheinung tritt. Ich hatte vor zwei Jahren einen Bandscheibenvorfall im Nacken und seit dem Zeitpunkt habe ich den Eindruck, dass meine Blasenkontrolle sich schleichend verschlechtert hat.

Möglicherweise werde ich mich neurologisch nochmals untersuchen lassen, weiss aber nicht, ob dies für die Therapie überhaupt relevant ist (bin aber auch in einem Altern, in welchem die Leistungsfähigkeit des Körpers langsam aber sicher abnimmt und die Urinproduktion in der Nacht zunimmt...).

Die Ärztin hat mir als Therapiemöglichkeiten Medikamente oder einen Blasenschrittmacher angeboten. Letzteres kommt für mich im Moment nicht in Frage; der Leidensdruck ist nicht gross genug, um mir ein Gerät in den Körper einpflanzen zu lassen. Medikamentös habe ich es mit Detrusitol (4 mg) versucht, konnte jedoch keine signifikante Besserung feststellen. Nebenwirkungen, in Form von Müdigkeit und schlechterer Sicht waren leicht spürbar, aber nur bedingt störend; wäre eine Besserung da gewesen, könnte ich damit leben. Beim Durchstöbern dieses Forums konnte ich keine Beiträge finden, welche die medikamentöse Behandlung (oder auch den Schrittmacher) lobend erwähnen, aber möglicherweise habe ich mir zu wenig Zeit genommen, um alle Beiträge zu lesen.

Deshalb hier meine Frage: gibt es hier Leute, welche mit Medikamenten oder einem Blasenschrittmacher zufrieden sind, und falls ja, welche Lösung hat Euch für welches Problem geholfen? Die Situation ist bei mir nicht dramatisch. Mein Restharn ist gering, so dass meine Niere nicht gefährdet ist, und ich keine Selbstkathetisierung durchführen muss. Dank der fast perfekten Inkontinenzmittel bin ich in meinem Alltag auch nicht gross eingeschränkt. Es geht im Moment 'nur' darum, meine Blasengefühl zu verbessern und die Abhängigkeit von Inkontinenzhilfsmitteln zu reduzieren.

Vielen Dank und herzliche Grüsse
Martin
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Re: Therapie Hyperaktive Blase / Dranginkontinenz

Beitrag #2 von Brandy » 21 Jul 2015 17:38


Hallo!

Es gibt mehrere unterschiedliche Medikamente zum Dämpfen der Blase. Da gilt es auszuprobieren, mit welchem Medikament bzw. Wirkstoff die beste Wirkung erzielt werden kann. Ein anderes Kriterium ist, die Nebenwirkungen möglichst auszuschließen bzw gering zu halten.

Leider ist es bei diesen Medikamenten ausserdem normal, dass sie am Anfang eine gewisse Zeit gut wirken und die Wirkung dann unter Umständen wieder nachlässt.

Ich wünsche dir, dass du ein Medikament / einen Wirkstoff findest, wo Nutzen und Nebenwirkungen in einem guten Verhältnis zueinander stehen.

Gruß
Brandy
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Re: Therapie Hyperaktive Blase / Dranginkontinenz

Beitrag #3 von MartinK » 22 Jul 2015 06:44


Hallo Brandy

Vielen Dank für die erste Antwort. Es scheint in der Tat viele Option zu geben; das ist ein wenig die Crux. Wie lange hast Du gebraucht, um bei Vesicare (Solifenacin) zu landen? Hast Du auch Erfahrungen mit anderen Wirkstoffen (z.B. mit Tolderodin, welches bei mir wenig oder gar keine Wirkung zeigte)? Spürst Du die Nebenwirkungen und falls ja, wie gehst Du damit um?

Herzliche Grüsse
Martin
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Re: Therapie Hyperaktive Blase / Dranginkontinenz

Beitrag #4 von Georges » 22 Jul 2015 17:36


Hallo Martin,

Ich habe eine Zeit lang Vesikur/Vesicare genommen. Bei mir war die Wirkung ziemlich gering, die Nebenwirkungen aber sehr stark. Die Mundtrockenheit fand ich sehr störend. Ebenso hat es möglich ein leichter Schub (Morbus Crohn) mit ausgelöst? Ich hatte viele Probleme mit zu feste Stuhlgang und Störungen im Darmkanal. Nach Rücksprache mit meinem Urologen bin ich auf Betmiga umgestiegen. Dies funktionierte anfangs sehr gut, Inzwischen lässt die Wirkung leicht nach, ich muss mich vielleicht mal wieder neu einstellen lassen. Auf jeden Fall kann ich damit zuhause am Tag praktisch ohne Hilfsmittel auskommen. Ebenso habe ich viel weniger mit den Nebenwirkungen zu tun.

Vielleicht kannst du etwas mit meine Erfahrung anfangen?

Grüße,
Georg1
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Re: Therapie Hyperaktive Blase / Dranginkontinenz

Beitrag #5 von Brandy » 22 Jul 2015 19:11


Hallo Martin,

Vesicare ist bei mir nun das dritte Medikament, das ich zum Dämpfen der Blase verwende. Angefangen habe ich mit Ditropan (Wirkstoff: Oxybutynin), was bei mir starke Mundtrockenheit ausgelöst hat und daher rasch abgesetzt wurde.

Dann habe ich einige Jahre Spasmolyt (Wirkstoff: Trospiumchlorid) verwendet. Hatte dabei keine Nebenwirkungen, allerdings war die Wirkung lt. meinem Urlogen auch nicht so, wie sie sein sollte.

Daher bin ich schließlich bei Vesicare gelandet. Davon habe ich keine Nebenwirkungen aber ich finde es ist in der Zwischenzeit egal, ob ich es nehme oder nicht.

Gruß
Brandy
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Re: Therapie Hyperaktive Blase / Dranginkontinenz

Beitrag #6 von MartinK » 23 Jul 2015 07:03


Hallo Georg und Brandy

Vielen Dank für Eure Antworten. Ich war gestern bei der Urologin und wir haben uns darauf geeinigt, es mal mit Betmiga (50 mg) zu versuchen, da bei dem Medikament die Nebenwikungen am kleinsten zu sein scheinen (allerdings hat mir die Urologin gesagt, dass es ~6 Wochen dauern würde, bis man die Wirksamkeit des Medikamentes beurteilen könne).

Interessant fand ich übrigens die Aussage der Ärztin, dass bei den hemmenden Medikamenten wie Visicare oder Detrusitol die als Nebenwirkung auftretente Mundtrockenheit, Verstopfung oder Sehstörung mit der Wirksamkeit des Medikamentes einher gehen würde, zumal diese Nebenwikungen durch den Wirkstoff verursacht werden. Bei querschnittgelähmten Patienten würde die Dosis unter anderem mit Hilfe der Nebenwirkungen eingestellt (sprich, keine Nebenwikungen bedeutet zu niedrige Dosis).

Ich werde das Medikament also testen und mich dann hier wieder melden.

Herzliche Grüsse
Martin
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Re: Therapie Hyperaktive Blase / Dranginkontinenz

Beitrag #7 von Helmut » 24 Jul 2015 18:02


Hallo Martin,

interessante Vorgehensweise deiner Urologin,die Wirksamkeit an Hand der Nebenwirkungen zu beurteilen, ich halte das aber doch für sehr "unprofessionell". Wenn man etwa das Medikament "Einschleicht", dann kann man die Nebenwirkungen etwas reduzieren. Dazu geht man her und fängt mit einer niedrigen Dosis an, gibt diese ein bis zwei Wochen und steigert die Dosis langsam weiter bis man die gewünschte Dosis erreicht hat. Das führt dazu dass sich der Körper besser an den Wirkstoff gewöhnt und weniger Nebenwirkungen auftreten. Allerdings muss das nicht bei jedem gleich gut funktionieren.

Viele Grüße Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Re: Therapie Hyperaktive Blase / Dranginkontinenz

Beitrag #8 von MartinK » 25 Jul 2015 00:12


Hallo Helmut

So wie ich die Ärztin verstanden habe, besteht ein Zusammengang zwischen (Ziel-)Wirkung und einigen Nebenwirkungen dieser Medikamente, und dieser wird in bestimmten Fällen genutzt, um die Dosis zu beurteilen - ich vermute dann, wenn der Patient oder die Patientin selber nicht spürt, ob das Medikament die Blase entspannt. Wie die Einstellung der Dosis dann konkret abläuft, hat Sie mir nicht erklärt, da ich den Harndrang sehr wohl spüre und somit die Wirkung eines Medikamentes selber direkt über mein Blasenbefinden beurteilen kann.

Ich bin kein Urologe und meine Ärztin hat dies auch nur beiläufig erwähnt, als wir die Nebenwirkungen von blasenentspannenden Medikamente besprochen haben. D.h. Ich würde aufgrund dieser möglicherweise von mir auch unpräzis wiedergegebenen Aussage nicht auf ein unprofessionelles Verhalten der Urologin schliessen (ich zumindest habe den Eindruck, dass Sie Ihren Job im Griff hat, doch auch da, ich bin kein Fachmann...).

Ich fand bloss den Kern ihrer Aussage interessant, weil mir nicht bewusst war, dass einige der Nebenwirkungen der hemmenden Medikamente mir der Zielwirkung korrelieren.

Herzliche Grüsse
Martin
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Re: Therapie Hyperaktive Blase / Dranginkontinenz

Beitrag #9 von residesi24 » 24 Aug 2015 10:28


Habe schon Verschiedene Medikamente ausprobiert die leider nicht gewirkt haben, meine Urologin hat eine Motorische Urge Inkontinenz mit kleiner Blasenkapatizät festgestellt diese hängt mit der MS erkrankung und meint da nur eine Botox behandlung helfen kann. Nach langen hin und her,habe ich zugestimmt, Termin ist schon gemacht und es wird Ambulant in Kurznarkose gemacht.Da ich aber viel negatives Gehört und gelesen habe, bin sehr Verunsichert
Weis jemand hier Forum mehr über Botox behandlung usw. Für jede Antwort werde sehr Dankbar. :huepf:
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Re: Therapie Hyperaktive Blase / Dranginkontinenz

Beitrag #10 von Tom252 » 24 Aug 2015 11:19


Hallo,

habe schon mehrfach Botox bekommen und kann bisher nichts negatives dazu berichten. Es kommt aber auch darauf an wer und wie es gemacht wird.

Was hast Du negatives gehört?

Viele Grüße
Tom
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