Motorische Urgeikontinenz heilbar? Angabe für private Krankenversicherung?

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Motorische Urgeikontinenz heilbar? Angabe für private Krankenversicherung?

Beitrag #1 von stef1987 » 16 Sep 2015 09:39


Hallo zusammen,

ich bin neu hier aber froh, dieses Forum gefunden zu haben, weil mich mein Anliegen sehr beschäftigt.

2008 war ich beim Urologen, weil ich in einer Stressphase festgestellt habe, dass ich manchmal ganz kleine Mengen Urin nicht halten kann. Dieser hat gemeint, dass das nicht allzu schlimm wäre und er hat mir ein Beckenbodentraining empfohlen. Nachdem mein "kleines Problem" wieder besser wurde und ich auch Scham hatte, ein solches Training zu machen, habe ich mein Attest verfallen lassen. Nachdem mich 2012 mein Hausarzt wegen einer Kontrolluntersuchung zum Urologen überwiesen hat, habe ich den Urologen (ein Kollege des früheren Urologen) darum gebeten, mir ein erneutes Attest für ein Beckenbodentraining zu schreiben, da ich zu der Zeit erneut Probleme hatte und manchmal bei Anspannungen mit kleinen Mengen Urinverlust reagierte.

Im Arztbrief steht, dass der Urologe bei mir eine "motorische Urgeinkontinenz als Ausdruck eines Beckenbodensyndroms" diagnostiziert hat ("von einem Beckenbodenzentrum vermutlich als Ausdruck von Stressverarbeitung ist auszugehen"). Daraufhin habe ich 2012 das Beckenbodentraining wahrgenommen, was mir sehr geholfen hat. Mir wurde erst dann bewusst, dass nicht zu wenig Anspannung sondern zu viel das Problem wäre und ich habe einzelne Übungen gelernt. Seitdem habe ich selten noch mein Problem, weiß nun aber damit umzugehen. Beim Arzt zur Wiedervorstellung war ich nicht.

Nun bereitet mir aber große Sorgen, dass ich für die Gesundheitsprüfung von privaten Krankenversicherungen angeben muss, ob ich bestehende Krankheiten, Funktionsbeeinträchtigungen usw. habe (auch wenn sie derzeit nicht behandelt werden). Die 2012 diagnostizierte Urgeinkontinenz möchte ich hier nicht angeben, da ich mich als weitestgehend beschwerdefrei einschätze. Gleichzeitig habe ich aber Angst, etwas zu verheimlichen, was später zu einem Ausschluss oder zur Kündigung der Versicherung führen würde.

Nun (endlich) meine Fragen: Was würdet ihr mir raten? Kann die von mir geschilderte motorische Urgeinkontinenz überhaupt geheilt werden?

Vielen Dank schon jetzt für eure Hilfe

Stefan
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Re: Motorische Urgeikontinenz heilbar? Angabe für private Krankenversicherung?

Beitrag #2 von Wiebke » 16 Sep 2015 16:18


Hallo Stef,

egal, wie zutreffend, oder nicht zutreffend diese Diagnosen sein mögen: wenn Du aktuell eine Versicherung bei einer privaten Krankenversicherung beantragst, musst Du diese urologischen Themen offenlegen. In der Regel wird ja zumindest die Offenlegung des vergangenen 5-Jahres-Zeitraumes gefordert. 2012 lag innerhalb dieses Zeitraumes, also könnte die PKV dann auch mit Leichtigkeit rauskriegen, dass Du damals b Urologen warst, schließlich hast Du ja vermutlich eine Schweigepflichtsentbindung unterschrieben!? Bitte nicht verheimlichen, -Du kannst damit den künftigen Versicherungsschutz aufs Spiel stellen! Und: mal angenommen, Du wird in Zukunft evtl noch mehr m der Inkontinenz zu tun haben und richtig Kosten verursachen, dann kann es auch passieren, dass die PKV nachträglich (!) nochmal prüfen will, ob es sich wirklich um ein erst nach Deinem Vertragsabschluss aufgetretenes Problem handelt... Fazit: da hilft nur Ehrlichkeit!

Grüße von
Wiebke
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Re: Motorische Urgeikontinenz heilbar? Angabe für private Krankenversicherung?

Beitrag #3 von stef1987 » 17 Sep 2015 08:07


Hallo Wiebke,

vielen Dank für deine Antwort. Ich weiß, dass ich nichts verheimlichen soll. Bei den von mir ausgewählten Versicherern ist es jedoch so, dass nur ambulante Behandlungen der letzten 3 Jahre genannt werden müssen. Meine Termine beim Urologen würden dabei herausfallen.

Dann gibt es allerdings die Frage "Bestehen Krankheiten, [...], Funktionsbeeinträchtigungen [...] - auch wenn Sie derzeit nicht behandelt werden?" oder "Bestehen Krankheiten, körperliche Schäden [...], die zu den bisherigen Gesundheitsfragen noch nicht angegeben wurden?"

Darunter könnte die Inkontinenz fallen, sofern sie weiterhin besteht (und nicht geheilt/behandelt wurde). Und das bereitet mir nun große Sorgen:
1. Kann man meine Inkontinenzform (motorische Urgeinkontinenz ausgelöst durch Stresssituationen) heilen (womit sie nicht mehr fortbesteht)?
2. Kann ich guten Gewissens die Urologentermine weglassen, da ich mich als beschwerdefrei sehe, auch wenn kein Arzt es festgestellt hat?

Gerade weil das so eine wichtige Entscheidung ist, ich aber gleichzeitig riskiere sonst nicht oder nur mit hohen Zuschlägen bei der Versicherung genommen zu werden, bin ich mir total unsicher.

Viele Grüße

Stefan
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Re: Motorische Urgeikontinenz heilbar? Angabe für private Krankenversicherung?

Beitrag #4 von Wiebke » 17 Sep 2015 13:54


Hallo Stefan,

das grenzt ja schon ein bisschen an Haarspalterei :-)... wie auch immer, Du gingst 2012 zum Hausarzt (das ist also aktenkundig), der überwies Dich zum Urologen (auch aktenkundig), der stellte Dir auf Wunsch eine neue Verordnung für Beckenbodentraining aus (aktenkundig). Somit , zumindest, wenn das im September oder später war, betraf das ja den frgl Dreijahreszeitraum. Ich glaube, da kann Dir nur ein Versicherungsrechtler helfen!

Was mich wundert, sind die von Dir angeführten Diagnosen: "Motorische Urgeinkontinenz",-was ist das? Eine Urge-, also Dranginkontinenz ist ja per se motorisch, oder? Und dann "als Ausdruck eines Beckenbodensyndroms"? Ich dachte bisher immer, sofern es sich nicht um Mischformen handelte, hätte man's ENTWEDER mit einer Form von Urgeinkontinenz, ODER mit einem Beckenbodenproblem/Beckenbodenschwäche als Ursache der Belastungs-, oder Stressinkontinenz zu tun? Und STRESS-Inkontinenz hat ja mit psychosozialem Stress gar nichts zu tun, da ist ein rein mechanischer Stress gemeint, durch Erhöhung des Druckes im Bauch, beim Husten, Niesen, Heben...
Also: man könnte spekulieren, dass Dein Problem möglicherweise nie endgültig geklärt worden sein mag. Doch nochmal untersuchen lassen?
Und immer schön überlegen, ob "die Private" wirklich so ein Vorteil ist!


Viele Grüße
Wiebke
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