SPK - schwimmen - Info´s

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SPK - schwimmen - Info´s

Beitrag #1 von Betreuung/Pflege » 22 Apr 2016 18:28


Hallo erst einmal...

Ich bin mir durchaus bewusst, das ich mir eventuell mit diesem "neuen" Thema hier, keine Freunde mache :shock:

Ich betreue durch meine Arbeit einen Mann, ende 40, erkrankt an MS mit einem SPK.
Derzeit dazu versorgt durch Inkontinenzhosen zum Schutz.

Er vermisst es, "schwimmen" zu gehen oder zu baden, da er durch seine MS und den daraus entstandenen Tremor in den Beinen, einfach mal wieder richtig entspannen möchte.

Nun die Frage, da ich noch ziemlich neu in diesem Gebiet bin und mich auch noch nicht so gut auskenne, in Sachen Harninkontinenz etc.

Ist es grundsätzlich möglich mit einem SPK schwimmen bzw. baden zu gehen?
Wenn ja, welche verschiedenen Hilfsmittel sind Euch bekannt, die auch gut sind? Preis ist nebensächlich.
Gibt es extra Bademode? Kann man, wenn, mit Urinbeutel ins Wasser oder wird der Schlauch in dieser Zeit verschlossen?

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn man kurze Beinkleidung tragen möchte, das man den Urinbeutel nicht sieht?

Ich hoffe Ihr könnt mir weiter helfen, denn ich möchte die Zeit, die mein zu Betreuender noch hat, Ihm so angenehm wie möglich zu gestalten.

Liebe Grüße und bitte nicht böse sein über das "Neue" Thema, Danni :-)
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Re: SPK - schwimmen - Info´s

Beitrag #2 von Bezzera » 07 Mai 2016 06:48


Hallo Danni,

es ist kein Problem mit einem SPK schwimmen zu gehen. Man sollte nur darauf achten, nicht "in der Natur" zu baden, also in Seen oder am Meer, sondern immer im Hallen- oder Freibad, wo das Wasser gechlort ist.

Meine Frau hat selber seit ihrem 15. Lebensjahr einen SPK, sie hat spinale Muskelatrophie mit einer Blasenentleerungsstörung seit einer Wirbelsäulen-OP. Wenn wir baden gehen, kommt ein wasserdichtes Pflaster über die Einstichstelle am Bauch. Das ist zwar kein 100%iger Schutz, das ist aber nicht so schlimm. Dann wird entweder der Katheter mit einer Katheterklemme verschlossen, oder der Beutel bleibt dran. Allerdings: In öffentlichen Schwimmbädern würde ich den Beutel nie mit ins Wasser nehmen. Das Problem ist nicht, dass diese irgendwo undicht wäre, meine Frau benutzt nur Bettbeutel ohne Ablassventil, aber es würde sicherlich Ekel und Beschwerden bei den anderen Badegästen hervorrufen. Da aber in den meisten Schwimmbädern keine Liege in der Behindertenumkleidet vorhanden ist, gehen wir seit ein paar Jahren im eigenen "Pool", ein Stahlrohrramenbecken der Firma Index, baden. Da bleibt der Beutel dann dran.

Als zusätzlichen Schutz vor Urinverlust auf normalem Weg, würde ich eine Inkontinenzbadehose empfehlen. Ich selber habe seit einiger Zeit Problem mit der Kontinenz und habe mir erst diese Woche eine Sauprima Inkontinenzbadehose für Männer bestellt. Leider ist diese noch nicht eingetroffen, so dass ich keinen Bericht abgeben kann, wie gut diese ist.

Als zusätzliches Hilfsmittel, nicht die Inkontinenz betreffend, würde ich Euch die Intex Wasserhängematte empfehlen. Meine Frau hat bedingt durch ihre Muskelschwäche keine Kopfkontrolle, keine Rumpfkontrolle oder Schulterspannung mehr, ebenfalls kann sie die Beine nicht bewegen. Mit dieser Hängematte kann sie aber selbstständig im Wasser liegen, ohne das eine Hilfsperson, in dem Fall ich, sie festhalten muss. Bei dieser Wasserhängematte ist der Vorteil, dass man mit dem Körper im Wasser liegt, aber dennoch nicht untergehen kann. Evtl. ist das für Euch auch hilfereich.

Viele Grüße
Gregor
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Re: SPK - schwimmen - Info´s

Beitrag #3 von Helmut » 07 Mai 2016 16:29


Hallo Danni,

erst mal herzlich willkommen bei uns im Forum. :sm13:

Ich sehe da keine Bedenken, warum dein Patient trotz des SPK's nicht zum Schwimmen gehen kann. Wichtig ist, dass die Eintrittsstelle des Katheters in die Bauchdecke mit einem wasserdichten Verband geschützt wird, so dass kein Badewasser eindringen kann. Dazu gibt es so großflächige wasserfeste Wundabdeckungen, etwa OPSITE◊ FLEXIGRID oder vergleichbares. Die Hersteller geben da gerne Auskunft, wie gut die Haftung und Abdichtung im Wasser ist.

Den Urinbeutel würde ich im Schwimmbad ab machen und den Katheter mit einem Katheterventil oder Stopfen verschließen. Die Luft im Urinbeutel sorgt im Wasser für Auftrieb, ist also dann eher hinderlich. In der heimischen Badewanne dagegen spielt es keine Rolle, da bewegt man sich ja auch nicht so viel als im Schwimmbecken.

Wie Gregor schon sagte, würde ich auch zusätzlich im Schwimmbad eine spezielle Inkontinenzbadehose anziehen, solche Hosen gibt es zum Beispiel von Suprima in unterschiedlicher Ausführung.

Wenn er gerne kurze Hosen trägt, dann kommen eigentlich nur Urinbeutel für den Oberschenkel in Betracht oder wenn vom Arzt aus nichts dagegen spricht, auch der Hüftbeutel. Natürlich sollte die Hose trotzdem so lang sein, dass der Urin-Beinbeutel verdeckt wird.

Viele Grüße Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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