Mündige Patient/innen

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Mündige Patient/innen

Beitrag #1 von Cveta » 29 Apr 2016 13:27


Hallo,

wir sind doch alle mündige Patient/innen. Jede/r darf selber die Hilfsmittelauswahl seiner/ihrer Wahl treffen. Das ist zum Beispiel nicht das Recht einer benachbarten Krankenschwester, die meint, ich würde zu viel Müll machen.

Man muss auch keinen Untersuchungsmarathon machen, wenn einem der Professor sagte, man habee lazy bladder syndrom und der Neurologe bestätigt, bei ADHS würde man zum Bettnässen neigen. Jeder, der selber nicht betroffen ist, meint, teilweise ungefragt, seinen Rat geben zu müssen.

Es darf doch auch jeder selber entscheiden, welche Operationen für ihn selbst zu riskant sind. Mache ich mich moralisch schuldig, wenn ich z.B. Bandscheiben OP ablehne und deshalb weiter Windel tragen, nur weil ich angst vor der OP habe?

Liebe Grüße

Cveta
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Re: Mündige Patient/innen

Beitrag #2 von adrian82 » 29 Apr 2016 15:36


@ Cveta
Du sprichst mir aus dem Herzen. Wie man unschwer aus meinen Wortmeldungen spüren kann, bin ich kein Freund von Diagnosemarathons. Man spürt ziemlich schnell ob
A die Therapien eines Arztes anschlagen
B ob der Arzt einem ernst nimmt

Wenn das zweite mit NEIN beantwortet werden muss, geht man einfach nicht mehr hin. Viele Dinge renken sich auch so ein. Habe Erfahrungen damit.
Adrian
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Re: Mündige Patient/innen

Beitrag #3 von Gulliam » 02 Mai 2016 17:21


Also ich muss sagen, ich werde ärztlich sehr gut betreut. Das war früher auch nicht so, aber als der Arzt in Rente ging, kam ein neuer, und einen besseren glaube ich, findet man nicht.
Viele Grüsse
Gulliam
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Re: Mündige Patient/innen

Beitrag #4 von Helmut » 10 Mai 2016 10:49


Hallo Cveta,

was geht das deiner Nachbarin an wie viel Müll du machst? Gerade als Krankenschwester sollte sie es wissen dass es unterschiedliche Möglichkeiten der Versorgung einer Inkontinenz gibt und sich die Art der Versorgung an der Inkontinenzform, deren Stärke und den individuellen Bedürfnissen orientiert. Außerdem geht es deiner Nachbarin nichts an was für Krankheiten bzw. Behinderungen du hast und wie diese mit Hilfsmitteln versorgt werden.

Wenn du in einer größeren Wohnanlage wohnst, dann gibt es da bestimmt auch Familien mit Kleinkindern und die produzieren auch nicht gerade wenig "Windelmüll". Wenn einer etwas sagen kann, dann nur der Vermieter, aber dann muss das auch im Mietvertrag verankert sein, dass etwa Familien mit Babys und inkontinente Mieter die Mehrkosten für die Entsorgung selbst tragen müssen, ansonsten ist es Sache der Solidargemeinschaft. Mir sind allerdings solche Klauseln nicht bekannt, vermutlich steht das auch nicht bei dir drinnen. Ich bin mir auch nicht ganz Sicher ob solche Klauseln überhaupt zulässig wären, schon wegen der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung und ohne Behinderung.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Re: Mündige Patient/innen

Beitrag #5 von Sebald » 12 Mai 2016 16:34


Hallo,

was nachbarschaftliches Stänkern mit der Mündigkeit von Patienten zu tun hat, will sich mir irgendwie nicht vollständig erschließen.... - Schon immer hat es eigentümliche bis dumpfe Meinungen zu Inkontinenz gegeben, die sich mit Logik kaum ganz erklären oder entkräften lassen. Da lässt sich auch mit ganz ganz viel Aufklärung nix machen, fürchte ich.

Aber nochmal zur Mündigkeit im Zusammenhang mit dem vielbeschworenen Ärzte- bzw. Diagnosemarathon: Zwischen Diagnose und Therapie ist da zu unterscheiden. Eine - zumindest wirklich: eine! - Erklärung möchte man ja schon gerne haben, wenn es plötzlich zu Störungen von Blase und/oder Darm kommt.

Was daraus dann an Operation oder Therapie folgt, das ist dann durchaus eine Frage der Mündigkeit im Sinne eines je individuellen Abwägens. Was bekommt mir wirklich? Gibt es Risiken? Verbessert sich mein Alltag dadurch wirklich? usw. usf.

Beste Grüße,
Sebald
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