25 Jahre, Stuhlinkontinenz, Mucosaprolaps, Analvenenthrombose, ...

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25 Jahre, Stuhlinkontinenz, Mucosaprolaps, Analvenenthrombose, ...

Beitrag #1 von originalerhuman » 13 Jan 2017 23:17


Hallo miteinander!

Ich bin männlich, 25 Jahre alt und habe im Bereich des Darms seit längerer Zeit mit drei Problemen zu kämpfen, die sich mittlerweile in eine Richtung entwickelt haben, die meine persönliche Lebensqualität doch etwas beeinträchtigt. Ich wurde bereits mehrfach in der Proktologie vorstellig und möchte euch kurz den aktuellen Stand mitteilen und habe danach einige offene Fragen, bei denen ich auf euren Rat hoffe! :(

Ich hatte schon seit ich sehr klein war immer Probleme, mich beim Stuhlgang vollständig zu entleeren und habe immer sehr viel Zeit auf der Toilette verbracht. Es darf daher durchaus angenommen werden, dass sich der jetzige Stand über viele hinweg Jahre entwickelt hat.

Ich leide unter Folgendem:


Mucosaprolaps

Symptome, welche für mich daraus resultieren, sind eine Blockierung des Stuhls während des Stuhlgangs und somit eine erschwerte und unvollständige Entleerung des Darms sowie ein leichtes Nässen um den Bereich des Afters. Die Symptome bestehen bei mir schon von Kindesalter an, haben sich mittlerweile allerdings insofern verschlechtert, dass oftmals eine Konstipation vorherrscht und sich ein Stuhlgang lediglich alle 1-2 Wochen bei mir einstellt. Zwischen diesen Stuhlgängen sind die meiste Zeit über starke drückende und sehr übelriechende Blähungen vorhanden.

Der behandelnde Arzt hat einen Vorfall der Darmschleimhaut festgestellt.

An drei Terminen wurde die Darmschleimhaut mittels Gummibandligatur abgebunden. Zudem wurde ein oder zwei Mal eine Sklerosierung durchgeführt. Ob diese sich auf zusätzlich vorhandene Hämorrhoiden oder den Mucosaprolaps bezog, kann ich nicht sicher sagen. Dies hängt wohl auch davon ab, ob bei einem Mucosaprolaps ein solches Verfahren überhaupt Anwendung findet. Ansonsten dürften es wohl Hämorrhoiden gewesen sein.

Eine Verbesserung oder Veränderung stellte sich durch die Eingriffe im Nachhinein nicht ein. Mein Arzt empfahl mir allerdings von Zeit zu Zeit zumindest einen Einlauf durchzuführen, um der Verstopfung entgegenzuwirken. Ich habe mittlerweile eine Klistier-Pumpe erworben und mehrfach einen Einlauf mit Wassermengen von 1-1,5L angewendet und festgestellt, dass danach sämtliche Blähungen komplett verschwanden und auch die nächsten ein bis zwei Tage ausblieben. Aus diesem Umstand heraus habe ich momentan den Verdacht, dass die starken Blähungen vor allem mit der Konstipation und dem damit lange im Darm verbleibenden Stuhl zusammenhängen, durch welchen sich dann auch in übermaßigem Umfang Gase bilden.


Analvenenthrombose

Ich habe diese Analvenenthrombose durchgehend schon seit vielen (5-7+) Jahren und sie ist für mich schmerzfrei, erzeugt allerdings durch ihr Vorhandensein ein ungewohntes Gefühl am After. Ich habe gelesen, dass sich Analvenenthrombosen zurückbilden können, konnte bei mir bisher allerdings keinen Rückgang feststellen. Die Entstehung dieser Analvenenthrombose könnte durch das Pressen beim Stuhlgang aufgrund des Mucosaprolaps begünstigt worden sein.

Der behandelnde Arzt hat eine Analvenenthrombose festgestellt.

Eine Behandlung wurde nicht eingeleitet.


Stuhlinkontinenz 1. Grades

Im Gegensatz zu den beiden anderen Beschwerden belastet mich der dauerhafte und unkontrollierte Abgang von Gasen sehr stark. Ich habe das Gefühl, dass dies verstärkt in sitzender Position geschieht. Der Abgang der Gase ist stets lautlos und nicht in gleichem Maße wahrnehmbar wie eine "reguläre Flatulenz", für mich allerdings durch den Geruch leicht und für mein Umfeld teilweise stark zu vernehmen. Sofern ich mich in geschlossenen Räumen und in der Nähe anderer Leute aufhalte, erhalte ich oftmals entsprechend eindeutige Reaktionen und es werden ebenso oft Dinge wie "Wer das jetzt wieder?" oder "Wer hat einen fahren lassen?" erwähnt. Mein ganzes Sozialleben leidet sehr stark unter dieser Sache!

Dies wurde vom Arzt nicht direkt festgestellt. Ich habe ihm dies lediglich berichtet.


Fragen
  1. Welche weiteren Behandlungsoptionen könnten bei meinen drei Beschwerden aktuell geprüft werden?
  2. Wird beim Mucosaprolaps irgendwann ein größerer Eingriff notwendig werden?
  3. Sollten größere Eingriffe generall vermieden werden oder sind diese reinen Symptombehandlungen vorzuziehen?
  4. Kann ich eine Stuhlinkontinenz 1. Grades loswerden?

    Mein Arzt empfahl mir ein Beckenbodentraining in Verbindung mit Biofeedback und Elektrostimulation, allerdings ist die nächste qualifizierte Praxis hierfür zu entlegen:
  5. Macht es Sinn, den Beckenboden zu trainieren, wenn ich keine Probleme beim Zurückhalten des Stuhls selbst habe? Kann ein solches auch bei einer Stuhlinkontinenz 1. Grades helfen?
  6. Sollte ich mir zusätzlich ein Gerät für das Biofeedback-Training beschaffen und wieviel kostet ein solches in etwa?
  7. Sollte ich mir zusätzlich ein Gerät zur Elektrostimulation beschaffen und ist es richtig, dass hier dann ein EMS- und kein TENS-Gerät zur Anwendung käme?

Ich komme auch gerne in den Chat o. Ä. um alles in Kurzform zu berichten und Fragen zu beantworten, sofern dies einen einfacheren Weg für die Forenmitglieder darstellt!

Vielen Dank an alle, die sich für einen solchen Text die Zeit zum Lesen genommen haben!

Liebe Grüße

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Re: 25 Jahre, Stuhlinkontinenz, Mucosaprolaps, Analvenenthrombose, ...

Beitrag #2 von Mylenium » 14 Jan 2017 09:33


Hab ich schonmal in einem anderen Thread geschrieben: Biofeedback und e-Stim sind aus meiner Sicht Quatsch. Das ist nur eine Geldmaschine für die Anbieter, bringt aber wenig bis gar nix, selbst wenn man muskuläre Probleme da unten hat. Meine erfahrungen damit sind nur schlecht. Gegen konventionelle Beckenbodengymnastik ist nix einzuwenden, aber auch das wird aus meiner Sicht völlig überbewertet, weil insbesondere das damit zu beseitigende Durchsacken der Muskeln und der eingebetteten Organe wirklich eher ein weibliches Problem sind. Männer sind einfach anders konstruiert.

Spezifisch deines Problems wäre halt die Frage, ob du nicht ganz allgemein unter einer Verlagerung, Schlingenbildung im Dünndarm, Verdickungen oder Einschnürungen irgendwo leidest. Klar hast du sicher über die Jahre auch was mit antrainiert, aber sowas kann man schwer rückgängig machen. Natürlich kommt auch alles weitere wie Geschwüre, Zystenbildung, Durchblutungsstörungen, Sekretionsstörungen (Galle, Pankreas) etc. in Frage. Außerdem sollte man mal die Darmflora prüfen, sofern das nicht schon geschehen ist. Gasbildung hat viel damit zu tun und wenn es besser wird, wenn du "den Dreck ausspülst", könnte das auch darauf hindeuten, dass da eine Besiedlung mit ungünstigen Bakterienstämmen vorliegt.

Sollten all diese Theorien widerlegt sein, dann wird man da wohl nicht viel machen können, auch wenn es natürlich noch hunderte andere mögliche Ursachen geben könnte, die aber in der Praxis daran hängen, ob ein behandelnder Arzt irgendeinen Geistesblitz hat. Ob da nun irgendwann chirurgische Bastelarbeiten anfallen, kann dir nur dein Arzt sagen. Meist tritt sowas akut und spontan ein und dann weißt du sowieso nicht, was dabei rauskommt. Die möglichen Optionen sind eigentlich alle gruselig.

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Re: 25 Jahre, Stuhlinkontinenz, Mucosaprolaps, Analvenenthrombose, ...

Beitrag #3 von originalerhuman » 16 Jan 2017 11:26


Mylenium, danke für deine Antwort.

Deinem Profil entnehme ich, dass du mit 42 Jahren aufgrund einer Stuhlinkontinenz Windeln trägst. In diesem Alter zählt man doch eigentlich noch zu den Jüngeren. Wie kann es dazu kommen? Gibt es da keine Option, um dieses Problem loszuwerden? Mich interessiert das nur, weil ich im vertraulichen Gespräch mit einigen Personen stets den Eindruck hatte, die meisten Leute glauben, Stuhlinkontinenz o. Ä. seien lediglich Probleme "älterer Leute".

"Beckenboden stärken" war neben der Gummibandligatur leider die einzige Idee, welche mein Arzt bisher hatte. Wie genau der Beckenboden allerdings einem inneren Vorfall der Darmschleimhaut entgegenwirken soll, ist mir bisher noch nicht ganz klar geworden.

Zur Elektrostimulation: Mein Arzt meinte auch, dass die Elektrostimulation eher dafür gedacht sei, wieder ein Gefühl für die Beckenbodenmuskulatur zu bekommen und ich auch direkt selbst Übungen machen könnte, wenn in diesem Bereich bei mir kein Problem bestünde. Andererseits kann mittels Elektrostimulation eine sehr schwache Muskulatur ja durchaus bis zu einem gewissen Grad gekräftigt werden.

Was könnte man denn als nächstes prüfen? Sollte eine Darmspiegelung gemacht werden? Kann man da röntgen etc.? Ich bin leider etwas überfragt und weiß nicht, was ich machen sollen. Ich weiß nur, dass ich etwas machen sollte.
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Re: 25 Jahre, Stuhlinkontinenz, Mucosaprolaps, Analvenenthrombose, ...

Beitrag #4 von Mylenium » 16 Jan 2017 12:01


Ich hab 'ne systemische Autoimmunkrankheit, die vor ein paar Jahren ausgebrochen ist, und dadurch eine chronische Colitis mit entsprechenden Nebenwirkungen 1. und 2. Grades. ;) Außer noch mehr Kortison-Krams einzunehmen geht da auch nicht viel, aber das hat ja wegen Cushing-Syndrom und den entsprechenden Cortisol-Grenzwerten auch seine Grenzen. Ansonsten will ich da nicht so viel dazu sagen, weil ich mich darüber mit den lieben Leistungsträgern an allen Fronten streite, ob das nun als "echte" Stuhlinkontinenz zählt oder nicht und was daraus für weitergehende Ansprüche abzuleiten sind. Der Rest stört mich nicht so. Man gewöhnt sich an alles und irgendwie kann ich mir schon nicht mehr vorstellen, jemals ohne Windeln unterwegs gewesen zu sein.

Deine Krankengeschichte wundert mich schon, denn eine Koloskopie ist ja nun das naheliegendste. Da wird's höchste Zeit! Ist um so komischer, da die dir ja schon am Rektum rumgebastelt haben. Da hätte man auch gleich mal eine Tiefeninspektion machen können. Röntgen bringt bei Darmgeschichten nicht viel. Hier musst du schon ein Kontrastmittel-CT machen lassen und weiterführend dann eventuell auch nochmal ein MRT.

Beckenbodengymnastik soll halt die Hebermuskeln stärken. Per Definition ist ein Prolaps ja ein "Durchrutschen" durch diese Schlaufen. Außerdem hängt der Darm ja über Bindegewebe da dran. Es geht also weniger um einen konkreten Effekt als einfach dort wieder Spannung reinzubringen, damit alles stärker nach oben/ innen gezogen wird. Natürlich lassen sich dadurch keine Wunder vollbringen, wenn erstmal was ausgeleiert ist und der Darm vielleicht eine Aussackung gebildet hat. Die konkreten Details kann aber nur dein Arzt beurteilen.

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Re: 25 Jahre, Stuhlinkontinenz, Mucosaprolaps, Analvenenthrombose, ...

Beitrag #5 von originalerhuman » 16 Jan 2017 15:47


Zu einer Magen- sowie Darmspiegelung hatte mir mein Arzt direkt nach dem ersten Besuch geraten. Ich war dann auch in einer Praxis, allerdings habe ich wegen dem Drumherum mit Blutentnahme, Beruhigungsmittel und "Spülmittel" etwas Angst bekommen. Ich hatte da nicht ganz verstanden, weshalb man nicht z. B. einfach einen Einlauf machen und dann das Gerät einführen kann.
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Re: 25 Jahre, Stuhlinkontinenz, Mucosaprolaps, Analvenenthrombose, ...

Beitrag #6 von Mylenium » 16 Jan 2017 16:10


Ein Einlauf leert nicht den ganzen Darm und du musst natürlich auch den Dünndarm frei haben, damit nix nachkommt. Deswegen das lästige Prozedere mit der ekligen Spezial-Brause. Ich hab das allerdings jetzt schon so oft hinter mir, dass es mich nicht mehr groß beeindruckt. Wenn dir das zu viel ist, kannst du auch 10 Tage vorher nur von klaren Flüssigkeiten leben wie beim Entschlacken/ Heilfasten. Dann musst du am Tag vor der Untersuchung nur eine kleine Portion von diesem Abführzeugs nehmen und reichlich trinken. Ist halt die Frage, was für dich schwerer und unangenehmer ist. Natürlich könnten die im Notfall auch eine Druckspülung machen, aber eben nur im Notfall. Wegen der Sauerei macht das keiner gern freiwillig.

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