Blasenproblem, Schließmuskel erweitern?

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Blasenproblem, Schließmuskel erweitern?

Beitrag #1 von Henry45 » 03 Jun 2004 10:58


Bei meinem letzten Besuch im BG Krankenhaus in Hambug Bober riet man mir, den Schließmuskel zu erweitern. Von anderen hörte ich, dass das sehr riskant wäre, da man dann immer eine Vorlage bzw. ein Urinal tragen müsse. Hat jemand Erfahrung?
Gruß Heiner
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Henry45
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um welchen Muskel geht es?

Beitrag #2 von mike » 04 Jun 2004 10:25


vielleicht kannst Du Deine Frage etwas konkretisieren?

Selbst habe ich erfahrungen mit einer kleinen OP, wo man den Harnblasenhals weitet, um Restharnmengen abbauen zu können. Leider bringt das aber nur einen temporären Erfolg, da operiertes Gewebe bei mir zumindest zum Vernarben neigt. Und so müßte ich die Angelegenhiet regelmäßig vielleicht alle 2 Jahre durchführen lassen.

Dann gibt es noch die Schließmuskeleinkerbung. Damit ist gemeint, dass aufgrund von Fehlkoordinationen der äußere Schließmuskel durch Spastiken keine geordnete Blasenentleerung zuläßt. Oder Blasentraining. Das werden vor allem die Nervengeschädigten oder Querschnittsgelähmten kennen. In einem solchen Fall kerbt man den äußeren Schließmuskel ein, so dass er nicht mehr so Spastisch anspannen kann. Die Kunst allerdings bsteht darin, die Kerbung nur in dem Umfang durchführen zu lassen, dass ein Nutzen auch im Verhältnis zum Aufwand steht. Denn wenn zuviel gekerbt wird, ist der Schließmuskel natürlich grundsätzlich geschädigt. Da es aber im neurogenen Bereich oftmals darauf ankommt grundsätzliche Funktionen sicherzustellen - befürworten einige Mediziner diese Vorgehensweise. Angenommen ein Querschnittgelähmter hat diese Fehlkoordination. Infolgesessen entstehen hohe Restharnmengen und Blaseninnendrücke. So könnte es im Zuge der Zeit zu Nierenschädigungen kommen. Um dies zu vermeiden, könnte diese Einkerbung vorgenommen werden. Selbst wenn die Inkontinent dadurch vergrößert würde, wäre dies tolerierbar, wenn zumindest die Nierenschädigung vermieden wird.

Da dergleichen OPs aber so etwas wie eine definitive Entscheidung beeinhalten, sollte man sich das gut überlegen. Auch scheint es eine Art Zwischenlösung zu geben. Denn man kann z.B mit einer Botox Spritze (Medikamnet) versuchen diese spastischen Areale positiv zu beeinflussen. Der Vorteil dabei ist, dass die Wirkung nur einige Monate anhält. So kann man überprüfen, ob die Situation verbessert werden kann. Blos wenn man schneidet, kann man da im Grunde nichts mehr rückgängig machen.

Damit eine solche Vorgehensweise in Betracht kommt, muß aber die Diagnosestellung definitv feststehen. Diese Verfahren werden eigentlich nur dann angewendet, wenn der Betroffende eine sogenannte "Detrusor-Spinkter-Dyssynergie" hat. Damit ist gemeint, dass genau zum Zeitpunkt wo sich die Blase entleert, gleichzeitig der äußere Schließmuskel in übertriebener Wiese dagegen arbeitet, z.B. durch eine Spastik oder Nervenschädigung. Dabei kann als Langzeitschaden die Gefahr einer Nierenschädigung bestehen. Wenn also keine Komplikation der DSD vorliegt, ist auch eine Einkerbung des äußeren Schließmuskels nicht erforderlich.

Ciao

Mike
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