Fragen zu Beckenbodentraining

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Fragen zu Beckenbodentraining

Beitrag #1 von De Niro » 08 Jul 2004 00:54


Hallo erstmal,

Ich bin neu hier. Entschuldigt bitte, dass ich nicht so viel Informationen über mich herausrücke, aber ich bin da etwas übervorsichtig was das Netz angeht.

Ich leide seit ca einem halben Jahr an Harninkontinenz. Ich war auch schon zweimal beim Arzt. An sich ist es bei mir noch nicht besonders schlimm. Ich verlier meistens nur ein paar Tröpfchen, ich brauch auch keine Windeln, meine Boxershorts fangen das problemlos auf. Ich tropf auch nicht ständig. Das ist mal mehr, mal weniger, sozusagen nach Tagesform.

Der Urologe hat mir damals gesagt, dass das für mein Alter (ich bin erst 19) sehr ungewöhnlich sei, und dass sich das wahrscheinlich von alleine beheben werde, ich solle aber Beckenbodengymnastik machen. Ultraschall, Harnstrahltest und was er sonst noch gemacht hat (weiss ich nicht mehr genau) - alles okay.

Ich habe aber jetzt doch noch ein paar Fragen... dass ich beim Arzt ist ca 3 oder 4 Monate her. Beckenbodengymnastik hab ich bisher nicht richtig gemacht, ich hab probiert das Problem zu verdrängen und hatte zwischendurch auch immer Phasen von 1 oder 2 Tagen, an denen ich beinahe keine Probleme hatte.

Seitdem ist meine Inkontinenz weder schlimmer noch besser geworden. Aber vielleicht ein bisschen anders. Ich habe nicht immer das Gefühl meine Blase richtig leeren zu können. Wenn ich dann noch richtig "drücke" kommt eigentlich auch immer noch etwas. Der Arzt hatte damals gemeint, meine Blase wäre vollständig entleert. Ich gehe auch sehr oft auf die Toilette, ca. alle 2 Stunden. Ich trinke aber auch sehr viel, und bin schon früher so oft gegangen. Ich hatte dem Urologen damals gesagt, dass ich va beim Bücken, Husten usw. (also wie bei einer Stressinkontinenz) Urin verliere. Allerdings hab ich mittlerweile beobachtet (das war aber wohl auch schon früher so, mir nur nicht bewusst), dass ich auch mal im Sitzen oder Liegen etwas verliere. Besonders oft verliere ich Urin direkt nachdem ich auf der Toilette war. Wenn ich richtig Druck spüre dann verliere ich eigentlich kaum etwas. Oft sammelt sich auch nur ein bisschen Urin an der Vorhaut ohne dass es tropft, aber das ist natürlich auch ärgerlich.

Ich hatte vor einiger Zeit Rückenprobleme (untere Wirbelsäule, aber noch nicht im Lendenbereich). Die haben sich von selbst wieder gelegt. Ich war trotzdem auch bei der KG und hab Dehnungsübungen gemacht. Das hatte auf meine Inkontinenz keinen Einfluss.
Früher war ich ziemlich untergewichtig, hab im Laufe ca. eines Jahres aber 10 Kilo zugenommen, könnte das Einfluss haben?

Meine eigentlichen Fragen sind: Wenn ich jetzt keine Stressinkontinenz sondern z.B. eine "überreagierende" Blase habe (sorry, wie das genau heisst weiss ich nicht) oder etwas anderes, schadet dann Beckenbodengymnastik? Ansonsten würde ich die nämlich jetzt endlich richtig machen, ich bin mir nur unsicher, nicht dass ich alles noch schlimmer mache.
Und wie oft soll ich Gymnastik machen? Krafttraining macht man ja alle 2 Tage, damit man sich regenerieren kann... ist das bei Beckenbodentraining auch so?

Sorry für meinen etwas formalen Umgangston, ich schreib etwas kompliziert... wäre trotzdem über alle Tips und alles Wissenswerte sehr froh.

Danke.
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De Niro
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Beitrag #2 von Helmut » 08 Jul 2004 01:27


Hallo De Niro,

also deiner Beschreibung nach handelt es sich schon um eine klassische Stress- oder Belastungsinkontinenz. Da du viel trinkst, ist der Toilettengang alle 2 Stunden noch im normalen Rahmen, denn bei normalen Trinkverhalten, also etwa 2 Liter am Tag, ist ein Toilettengang alle 3 bis 5 Stunden normal. Also würde ich mir diesbezüglich noch keine Sorgen machen.

Ein Beckenbodentraining schadet eigentlich nicht, du mußt es nur regelmäßig also täglich machen. Lasse dir die Übungen zeigen, denn wenn du diese Übungen falsch machst, dann trainierst du die falschen Muskeln und es wird sich keine Besserung einstellen. Übrigens kann es durchaus mehrere Monate dauern, bis du zum Erfolg kommst. Es gibt auch noch die Möglichkeit der Elektrostimmulation um deinen Beckenboden zu stärken, hierüber kann dich auch der Urologe informieren, ob es für dich Sinn macht.

Gruß Helmut :wink:
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Beitrag #3 von mehlbox2001 » 08 Jul 2004 04:51


Hallo De Niro,

wie Helmut schon geschrieben hat, verderben kannst du durch falsche Gymnastik nichts, aber es ist wichtig, dass du die richtigen Muskeln trainierst. Und was du schreibst, deutet darauf hin, dass du alle Muskeln kontrollieren kannst oder könntest.

Bei mir sind zwar alle Muskeln da, aber ich kann nicht alle kontrollieren, konnte zum Beispiel schon als Junge nicht mal beim "Weitpinkeln" mitmachen, weil ich nicht pressen kann. Mir hat mal ein Urologe gesagt, ich soll mir keine großen Sorgen machen, schließlich haben alle die Muskeln zum Ohrenwackeln, aber lange nicht jeder weiß, wie man sie benutzt.

Ich würd die Gymnastik ernsthaft angehen, und wenn's wider Erwarten nichts bringt, geh trotzdem entspannt durchs Leben ... Ich wohn mit Blick auf ein Reha- und Altersheim, darum weiß ich, es gibt Schlimmeres ...

Andreas
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Beitrag #4 von De Niro » 10 Jul 2004 16:44


Okay, vielen Dank erstmal, hab trotzdem noch ein paar Fragen:

Es gibt ja viele verschiedene Übungen für den Beckenboden (hab zb ne Broschüre von Pharmacia)... gibt es da besonders gute oder soll ich einfach die machen, die mir am meisten liegen?

Helmut, du meinst es könnte schon ein paar Monate bis zum "Erfolg" gehen. Meinst du damit, dass ab dann eine Besserung eintritt oder die vollständige "Heilung"? Kommt das eher plötzlich oder merkt man eine schrittweise Verbesserung?

Ich glaub ich kann alle Muskeln kontrollieren, ich kann auch beim Pinkeln stoppen und pressen. Ich kann gezielt die Dammmuskeln anspannen, halt so wie wenn man den Strahl unterbricht... mach ich das dann richtig, kann ich es selber irgendwie bestimmen? Bauch und Pomuskeln sind nicht angespannt...
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Beitrag #5 von der Blinki » 10 Jul 2004 17:06


Hallo deNero
Du hast in dein Posting geschrieben, das du Probleme mit der Wirbelsäule gehabt hast, und es selber wieder verschwunden ist.

Hast du mal ein MRT machen lassen um zu kontrolieren ob da wirklich alles in Ordnung ist ?

Ich kann aus eigener Erfahrungen nur sprechen, und habe auch auf Mutter Natur vertraut, und haben meinen Denkzettel bekommen.

Ich möchte dir keine Angst machen , aber du solltest dir mal Gedanken mit deinen Arzt darüber machen.

Desweiteren wird dir ein Urologe bestimmt eine Miktionskontrolle mit anschließender Restharnbestimmung vorschlagen.

Dies nichts schlimmes, halt etwas unangenehm aber notwendig.

So nun möchte ich mit meine Ausführungen aufhören um dich nicht noch weiter zu verunsichern.
gehe einfach mal zu einen Arzt deines Vertrauens und schildere deine Situation.


marco
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Beitrag #6 von Helmut » 11 Jul 2004 22:08


Hallo De Niro,

die Besserung tritt langsam und gleichmäßig ein und nicht schlagartig. Ob damit bei dir eine vollständige Heilung zustande kommt, das kann ich dir nicht sagen. Die Broschüre von Pharmacia kenne ich auch, die Anleitungen dort sind auch gut beschrieben. Du solltest dir aber trotzdem die Übungen von einem "Fachmann" zeigen lassen.

Gruß Helmut :sm4:
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Beckenbodentraining

Beitrag #7 von eckhard11 » 12 Jul 2004 17:17


Hallo, deNiro,

wie schon vorher erwähnt, kannst Du beim Beckenbodentraining eigentlich nichts falsch machen.
Auch falls Du die falschen Muskeln trainieren solltest, schadet dies ja nicht.

Aber es sollten doch schon die "richtigen" Muskeln sein, denn das Training ist langwierig, soll heißen, es stellt sich erst nach längerer Zeit, sagen wir 9 Monate, ein Erfolg ein.
Und wenn Du bis dahin falsch trainiert hast, müßtest Du mit anderen Übungen wieder von vorn anfangen. Diesen Frust solltest Du vermeiden.

Ich habe mir ein Buch geholt : “Beckenbodentraining für Männer”
So eine Anleitung hilft aber nur sekundär, denn da stehen um die 60 Übungen drin.
Welche ist die Richtige ??
Die Autorin geht ja - verständlicherweise - nicht auf ein Krankheitsbild ein, sondern ausschließlich auf die Möglichkeiten eines Trainings.

Ein erfahrener Therapeut kann Dir sicherlich viel eher aufgrund Deiner Schilderung mehrere erfolgsversprechende Übungen vorschlagen, aus denen Du Dir diejenigen raussuchst, welche Dir am meisten zusagen.
Und die trainierst Du täglich.
Nicht zuviel, sonst bekommst Du, so wie ich es hatte, einen Muskelkater, welcher die Inkontinenz mehr fördert als reduziert.

Mann, das Häppken, das Du verlierst, das läuft uns schon als Tränen die Backe runter, wenn wir nur an unsere Inkontinenz denken.....

Aber Scherz beiseite : Blinki hat absolut recht, wenn er vorschlägt, daß Du Dich einmal richtig untersuchen läßt.
Bei Deinen Beschwerden sollte einer kompletten Heilung nichts im Wege stehen ( aber man muß halt den Anfängen wehren )

Ich leg mich wieder hin .sleep:
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Beitrag #8 von De Niro » 13 Jul 2004 12:53


Danke erstmal an alle...

Blinki, ich hab halt ne krumme Wirbelsäule und Rückenschmerzen gehabt daher. nichts wirklich gravierendes. Und wie gesagt wurde ich auch schon untersucht.

Ich werde jetzt mal für einen Monat oder so trainieren und schauen, ob es eine Veränderung gibt, wenn nicht dann geh ich nochmal zum Arzt (der hatte auch gesagt ich solle einfach mal probieren). Sicher nicht das Beste, aber so schlimm ist mein Problem ja auch nicht wie eckhard erkannt hat :)

Ich mach jetzt die Übungen von dieser Seite... aber da steht zweimal am Tag? Ich denk ich mach sie auch zweimal, aber ich bin mir nicht ganz sicher, nicht dass ich überlaste, das wäre wahrscheinlich kontraproduktiv?
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