Psychosomatische Inkontinenz wie geht es weiter?

Du hast allgemeine Fragen zum Thema Blasen-, Darmschwäche oder Inkontinenz? Oder Du weißt nicht wo Deine Frage hingehört? Dann bist Du im allgemeinen Inkontinenzforum richtig!

Moderatoren: Helmut, Benjamin, MSN, Marco N., Georges

Psychosomatische Inkontinenz wie geht es weiter?

Beitrag #1 von Peter P. » 23 Jul 2004 22:15


Hallo,

nachdem ich lvor einigen Wochen in einem anderen Forum sehr merkwürdige Antworten erhalten habe, versuche ich es hier einzweites und wenn es wieder nichts gibt, auch letztes mal.
Ich heiße Peter und habe in den letzten Jahren eine immer stärkere Inkontinenz bekommen. Angefangen habe ich mit nächtlichem Einnässen vor ungefähr 4 Jahren, damals begann es in meiner Ehe zu krieseln.
Leider wurde es immer schlimmer, nachdem mich meine Frau verlassen hat, fing ich auch tagsüber an einzunässen.
Ich bin dann in urologische Behandlung gegangen, was mir aber nicht geholfen hat.
Mit der Inkontinenz habe ich mich nicht mehr zur Arbeit getraut, hatte die erste Zeit große Probleme die Windeln zu akzeptieren und bin einfach zu Hause geblieben. Ich war zwar krank geschrieben, das hat mir aber auch nichts geholfen, ich wurde entlassen.
Dann habe ich erst mal fast ein Jahr mit Alkohol versucht meine Probleme zu lösen und habe wohl gerade noch mit Hilfe meiner Mutter die Kurve gekratzt und habe mich ohne Entziehungskur vom Alkohol gelöst.
Seit einem Jahr bin ich alkoholmäßig wieder trocken, aber habe nach wie vor häufig Panikanfälle und Angststörungen.
Seit 3 Monaten bekomme ich gegen die Angststörungen Diazepan verschrieben.
Damit geht es mir schon besser, aber meiner Inkontinenz hilft es gar nicht und ich traue mich nach wie vor nur selten aus dem Hause.
Ich bin so ziemlich seit dem ich mit dem Alkohol angefangen habe vollständig inkontinent.
Die Ärzte meinen organisch wäre alles OK, aber das hilft mir nicht viel.
Obwohl die inkontinenz und die windel sicher ein Grund für mich ist, nicht aus dem Hause zu gehen bin ich trotzdem total Antriebslos, etwas dagegen zu unternehmen. Mein Arzt empfiehlt mir mal Stundenweise es ohne Windel zu versuchen, nur zu Hause, wo es ja nicht so schlimm ist, wenn etwas daneben geht.
Ich nehme mir das immer für die nächste Woche vor, damit anzufangen, aber wenn die nächste Woche kommt verschiebe ich es wieder.

Hat jemand vielleicht eine Idee, wie es besser klappt?

Peter
Benutzeravatar
Peter P.
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 15
Alter: 56
Registriert: 17 Jul 2004 22:21
Wohnort: Ruhrgebiet
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Psychosomatische Inkontinenz

Beitrag #2 von mehlbox2001 » 23 Jul 2004 23:51


Hallo Peter,

ich denk --soweit das nach so einem Posting geht -- das Kernproblem sind Antriebslosigkeit und Angst- und Panikattacken. Am besten dagegen sind Routinen und Motivationen, aber da bin ich wohl nicht der erste, der dir sowas sagt ... Antriebslos sind wir Menschen immer mal, und Angst haben wir auch immer mal wieder, die Frage ist oft nur in welcher Intensität wir das ausleben und zulassen. Manchmal helfen zur Persönlichkeitsänderung einfache Erfahrungen mit Menschen, denen es viel schlimmer geht. Ein paar Tage ehrenamtliche Tätigkeit im nächsten Altersheim könnten dir vielleicht Erkenntnisse bringen -- sooo schlimm geht's dir wirklich nicht!

Wenn ich deinen Text so lese, hinterlässt du den Eindruck, dass du nicht gerade doof bist, sondern gut strukturierte fehlerfreie Texte schreiben kannst. Nutz diese Fähigkeit zu strukturiertem Denken auch anderweitig, lass dich nicht unterkriegen. Nein, meinTipp ist nicht zu Hause zu sitzen um zu warten, ob und wann denn nun was nass ist -- das schafft bloß frustrierende Situationen ... Stattdessen: Geh lieber gut eingepackt und mit gut kaschierender Kleidung in die Stadt, in die Natur, such dir zum neuen Arbeitseinstieg einen Minijob mit ein paar Stunden körperlicher Arbeit pro Woche (nimm's ein bisschen als kostenloses Sportstudio) -- und lenk dich so gut wie möglich von deinem Inkontinenzproblem ab.

Auch wenn du ein absoluter Experte für die eigene Inkontinenzversorgung wirst (auch eine Herausforderung!), wird irgendwann im Laufe der Zeit, wenn dein Kopf mal wieder frei wird von negativen Gedanken, vermutlich deine Kontinenz von selbst wieder zurückkommen. Immer daran denken ist hingegen kontraproduktiv. Vielleicht hilft die Erkenntnis, dass selbst voll inkontinente Menschen zu großen Leistungen fähig sind. Der amerikanische Präsident Roosevelt saß schon 24 Jahre im Rollstuhl, als er 1945 in Jalta mit Stalin und Churchill die Nachkriegsordnung für Europa diskutierte -- und damals gab es nicht so komfortable Inkontinenzhilfsmittel wie heute!

Ich hoffe, ich hab dir ein bisschen Mut gemacht ...
Andreas
Benutzeravatar
mehlbox2001
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 470
Bilder: 1
Alter: 54
Registriert: 06 Mai 2003 01:33
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: drang / bettnässen
Hilfsmittel: slips / stoff

Beitrag #3 von Peter P. » 24 Jul 2004 23:18


Hallo Andreas,

ich danke dir für deine lieben Zeilen! Es ist doch schön, von einem Menschen Trost zu bekommen.
Ich glaube, du hast schon sehr viel richtige Anregungen gegeben, es ist halt nur so vieles negatives in meinem Leben passiert.

Leider machen es sich die Ärzte alle sehr leicht, sie stellen sich nicht vor, was in einem Menschen vorgeht. Ich mache doch nicht absichtlich in die Hose, wenn mir vor 5 Jahren ein Mensch gesagt hätte, das mir soetwas mal passiert, ich hätte ihn ausgelacht.
Das Problem ist halt leider nur, jeder Rat ist leicht ausgesprochen, es ist eben nur schwer ihn dann zu befolgen. Irgendwie hat sich mein ganzes Leben verändert und die Inkontinenz ist eben für mich der Hemmschuh wieder auf die Beine zu kommen.
Vom Verstand habe ich mich gut damit abgefunden, ich weiß mich zu schützen, ich habe die Abneigung gegen die Windel überwunden und sehe sie jetzt als Verbündeten.

Ich habe nur immer noch Probleme mich mit der Windel unter Leute zu trauen, obwohl ich vom Verstand her weiß, diese Angst ist Quatsch, es wird keiner merken und wenn doch, ist es eigentlich auch egal.
Aber es kommt immer diese Angst hoch, das Haus zu verlassen. Ich habe allles probiert, den ganzen Tag nichts getrunken, weil ich mir dann vorgenommen habe, mal kurz ohne Windel rauszugehen, ich hab mich nicht getraut.

Mit den Tabletten ist es jetzt schon etwas besser, weil ich einfach gelassener bin. Aber trotzdem ich fühle mich total unsicher. Kaum geht etwas in die Hose kommt gleich die totale Panik auf, obwohl ich ja von zu Hause weiß, das einmal etwas einnässen für die Windel kein Problem darstellt.

Ein weiteres Problem ist für mich halt der psychische Aspekt der Inkontinenz. Irgendwie habe ich das Gefühl nicht richtig ernst genommen zu werden.
Mein Arzt sagt mir immer, ich soll auf die Toilette gehen, ich kann das.
Er sagt, ich schiebe die Inkontinenz nur vor, um eine Begründung für meine Krise zu haben.

Er sagt einen Mann in Windel findet keine Frau attrativ, einen Menschen mit Inkontinenz stellt keiner ein. Und so habe ich für mich die Entschuldigung, das ich verlassen wurde und keine neue Stelle finde. Er meint ich würde mich in die Inkontinenz flüchten und die Windel gar nicht brauchen.
Es ist aber wirklich so, dass ich von ohne Vorwarnung Urin verliere und nichts absichtlich mache.
Wenn ich denke wie die Entwicklung bei mir abgelaufen ist, da kann ich keine freiwillige Entscheidung für die Inkontinenz finden und erst recht nicht für die Windel.
Ich habe nachts erst mit den Windeln angefangen, als ich jede Nacht eingenässt habe und es nicht mehr anders ging. Die ersten 4 Wochen mit Windel nachts waren so schlimm, ich konnte nicht schlafen, ich hatte so eine Abneigung von den Dingern. Ich lag oft Stunden wach, bin eingeschlafen, nach 1 Stunde war ich wieder wach und nass, mustte mich frisch machen und konnte dann wieder nicht schlafen.
Es hat lange gedauert, bis ich nachts wieder richtig durchschlafen konnte.

Als es dann tags über auch anfing habe ich fast nichts mehr getrunken und mich selbst geqäult, als es dann so schlimm wurde, das ich auch nicht mehr ohne Windel auskam, konnte ich dieses Versagen nur mit Alkohol ertragen, ziemlich zeitgleich als ich auch tagsüber mit den Windeln anfangen musste, habe ich angefangen zu trinken,.
Anfangs habe ich die Windeln nur ausserhalb der Wohnung getragen, aber bereits nach wenigen Wochen habe ich dann ständig Windeln gebraucht.

Na ja und jetzt sagt man mir, ich bräuchte das alles gar nicht.
Aber irgendwie glaube ich den Ärzten auch nicht.

So ist jetzt sehr lange geworden.

Danke fürs mitlesen!

Gruß Peter
Benutzeravatar
Peter P.
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 15
Alter: 56
Registriert: 17 Jul 2004 22:21
Wohnort: Ruhrgebiet
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Psychosomatische Inkontinenz

Beitrag #4 von mehlbox2001 » 25 Jul 2004 02:35


Hallo Peter,

das hört sich aber arg danach an, dass du mal den Arzt wechseln solltest. Was sind denn das für skurrile Ansichten? Hat der noch nie davon gehört, dass Leute, die deutlich schwerer behindert sind, lieben und arbeiten? Wir sind doch nicht mehr in den 50er Jahren!

Was das "Rausgehen" angeht -- quäl' dich nicht. Zuwenig Trinken ist sehr ungesund, und leider eines der großen gesundheitlichen Probleme von "versteckt" inkontinenten Personen. Nimm lieber eine Windelstärke dicker, wenn du aus dem Haus gehst, das gibt Sicherheit. Hast du eigentlich schonmal für den Tag ableitende Hilfsmittel (Kondomurinale) probiert? Ist manchen Leuten von der psychischen Seite her sehr wichtig ...

Bei 'nem einfachen Minijob -- so zum Anfangen und Antesten, ob du wieder regelmäßige Sachen hinbekommst -- kannst du bei der Einstellung ruhig lügen und sagen, du wärst gesund. Die härteste Strafe ist, dass sie fristlos kündigen, mehr kann gar nicht passieren.

Mir wird gelegentlich humorvoll von der Familie vermittelt, mein Wahlspruch sei "Es gibt Schlimmeres" -- aber damit bin ich immer gut gefahren. Vielleicht ist da auch für dich was dran?

Courage!
Andreas
Benutzeravatar
mehlbox2001
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 470
Bilder: 1
Alter: 54
Registriert: 06 Mai 2003 01:33
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: drang / bettnässen
Hilfsmittel: slips / stoff

Beitrag #5 von frosch » 25 Jul 2004 13:10


Hallo lieber Peter!

Ich fühle mich geradezu herausgefordert zu antworten. Auch ich leide unter Angstzuständen, Panikattacken und Depressionen. Inkontinent bin ich nur nachts, also leide unter enuresis nocturna. Hinter mir liegen drei Jahre mit schwerem Leidensdruck. Mir haben Psycho-Therapien und Entspannungsübungen geholfen, die Krankheit Stück für Stück einzuschränken.
Auch ich habe lange gerätselt, wie die Zusammenhänge insbesondere mit dem Einnässen zusammenhängen. Darauf habe ich eine Antwort gefunden. Ich wurde mit knapp drei von meinen leiblichen Eltern getrennt und wuchs bei Pflegeeltern auf. Jeder Psychologe sieht bei solcher Aktion die Gefahr der Entstehung von Identitätskrisen und Angsterkrankungen. Das Einnässen war ganz früher eine Möglichkeit meine schon damaligen Ängste zu reduzieren. Windeln geben Schutz und Sicherheit, so hat sich das für mich eingeprägt. Und genau dieses Einnässen und auch die Windeln suchen auch heute noch danach Ihre alte Funktion zu erfüllen. Naja, und nun kann ich mir das Einnässen auch gestatten, es hat eben eine Funktion. Dir wünsche ich einen unverkrampften Umgang und würde mich auch über eine Mail von Dir sehr freuen.

Alles Gute, René
Benutzeravatar
frosch
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 266
Registriert: 26 Apr 2003 14:55
Wohnort: oben am Kompass
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: adulte Enuresis
Hilfsmittel: saugend

Beitrag #6 von Ramona » 25 Jul 2004 15:17


Hallo Peter!

Ich kann Dir auch nur empfehlen den Arzt zu wechseln. Für die Psyche ist es eine enorme zusätzliche Belastung, wenn man vom behandelnden Arzt überhaupt nicht ernst genommen wird. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Ich wurde länger von einen Azrt nicht ernstgenommen. Psychisch ging es mir immer schlechter. Nachdem ich aber den Arzt gewechselt habe ging es mir doch um einiges besser. Dabei konnte dieser auch nichts wirklich ändern. Daher kann ich Dich nur dazu ermutigen einen neuen Azrt aufzusuchen.

Gruß Ramona
GESTERN ist vorbei,
MORGEN ist noch nicht da
und HEUTE hilft der Herr.

Hermann Bezzel
Benutzeravatar
Ramona
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 408
Bilder: 1
Alter: 46
Registriert: 14 Apr 2003 00:00
Wohnort: Bielefeld
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: Entleerungsstörung Blase + Darm
Hilfsmittel: Attends Active Slip + Peristeen

Beitrag #7 von Peter P. » 25 Jul 2004 22:44


Hallo an alle hier!

Mensch ist das schön hier! Da geht es mir gleich etwas besser, endlich mal andere Menschen, die einen verstehen!
Ich weiss gar nicht was ich sagen soll.

Vielleicht sollte ich wirklich mal den Arzt wechseln, aber ich habe schon mal einen anderen versucht. Das war für mich sehr sehr schwer, wieder alles erzählen zu müssen und ich bin dann ganz schnell zum alten Arzt zurück. Weil ich habe das Gefühl mit dem Verschreiben von Windeln und Medikamenten bei psychischen Erkrankungen tun sich die Ärzte schwer.
Ich habe damals mit Mühe die Windeln verschrieben bekommen, habe aber damals auch nur nachts und ab und zu am Tage welche gebraucht.
Jetzt hat sich der Verbrauch doch erhöht und auch das Diazepan hilft mir schon.
Ich glaube ich brauche noch einige Zeit beides.
Mit den Medis kann ich die Inkontinenz viel besser akzeptieren, früher war ich oft richtig verzweifelt, wenn etwas passiert ist, jetzt ist es einfach so, ich bin zumindestens zu Hause seit ich die Medis nehme total entspannt, ich trinke wieder normale Mengen und wenns dann passiert dann bleibe ich genauso entspannt und bin nicht mehr so unzufrieden mit mir.
Dann denke ich auch manchmal, es gibt schlimmeres.

Ja die Gedanken von Rene haben mich auch etwas an meine Kindheit erinnert, schön war meine Kindheit auch nicht gerade, aber so schlimme Erlebnisse hatte ich auch nicht.
Aber ich werde da auf jeden Fall noch mal in mich hineinhorchen, vielleicht fällt mir dazu auch noch etwas ein?

Kondomurinale habe ich noch nicht probiert, habe etwas Sorge, das soetwas bei mir hält, bin untenrum eher klein gebaut.

Trotzdem ganz vielen Dank für die vielen Tips!
Ich denke hier ist die richtige Gemeinschaft beisammen!

Bis bald Peter!
Benutzeravatar
Peter P.
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 15
Alter: 56
Registriert: 17 Jul 2004 22:21
Wohnort: Ruhrgebiet
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Psychosomatische Inkontinenz

Beitrag #8 von mehlbox2001 » 26 Jul 2004 02:06


Hallo Peter,

ich denk mal, hier hat jeder schonmal mit solvhen Gedanken gekämpft wie du, wenn auch in unterschiedlicher Intensität. Ist halt im alltäglichen Leben eine spürbare Behinderung, mit der man nur leben kann, wenn man sich sicher fühlt.

Vielleicht ist es übrigens ganz gut, an Ärzte zu geraten, die eher vorsichtig sind mit Psychopharmaka. Zwei Freunde haben in den 80er Jahren Psychopoharmaka-Karrieren hinter sich, und ihnen wurde damals von Ärzten vermittelt, das wär fast sowas wie Smarties futtern, und das würde jeder machen. Gerade wenn's nicht nach heutigen Maßstäben indiziert ist, kann manchmal der Entzug schwer sein ...

Ich denk, am besten, du probierst etwas rum im Leben, Zeit hast du ja genug, wenn ich's recht verstanden hab ...

Viele Grüße
Andreas
Benutzeravatar
mehlbox2001
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 470
Bilder: 1
Alter: 54
Registriert: 06 Mai 2003 01:33
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: drang / bettnässen
Hilfsmittel: slips / stoff

Beitrag #9 von Peter P. » 29 Jul 2004 22:52


Hallo ,

ich wollte mich mal wieder melden, ich war die letzten Tage ziemlich müde und antriebslos und hatte gar keine Lust mich an den PC zu setzen.
Ich habe mir viele Gedanken gemacht, den Arzt zu wechseln, aber irgendwie ist das so wie alles in meinem Leben, ich mache mir zwar Gedanken darüber aber irgendwie mag ich doch nichts ändern.
Mein jetziger Arzt kennt die ganze Geschichte, ich habe viele Untersuchungen dort machen lassen und dort bekomme ich problemlos die Windeln und meine Medis verschrieben.
Beim nächsten Arzt geht alles wieder von vorne los und irgendwie möchte ich das nicht wieder alles erzählen und mitmachen.
Vielleicht versteht ihr das auch ein bischen?
Irgendwie hab ich so wenig Energie was neues anzufangen oder das Haus zu verlassen, ich bin zwar auch unzufrieden mit mir und der Situation, aber irgendwie zieht mich die ganze Sache mit der Inkontinenz schon sehr runter.
Bin ich zuhause, geht das alles schon, ich mach mir die Windel um und das Problem ist für mich erledigt. Ich habe da wirklich gar keine Energie mehr es mit der Toilette zu probieren so wie der Arzt das immer empfiehlt. Als ich mit den Tapletten angefangen hab, hab ich die ersten Tage es mal probiert, noch rechtzeitig auf WC zu kommen, manchmal hats geklappt, manchmal nicht. Wenn es nicht geklappt hat, war vieles nass geworden ich musste das Bad putzen.
Nach ein paar Tagen habe ich dann frustriert aufgegeben und ich muss ehrlich sagen, ich habe mich dann besser gefühlt, weil die Enttäuschung es nicht geschafft zu haben weggefallen ist.
Gut es ging zwar in die Windel,, aber das hab ich jetzt ja schon ein paar Jahre so gemacht, ist auch OK.
Es ist halt nur ausser Haus ein Problem, weil da hab ich Sorge, es fällt auf.

Vielleicht probier ich es nächste Woche nochmal, ich weiss noch nicht.

Ich glaub jetzt geh ich ins Bett, ich bin sehr müde.

Gruß Peter
Benutzeravatar
Peter P.
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 15
Alter: 56
Registriert: 17 Jul 2004 22:21
Wohnort: Ruhrgebiet
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Psychosomatische Inkontinenz

Beitrag #10 von mehlbox2001 » 30 Jul 2004 01:54


Hallo Peter,

in dieser Situation ist es glaubich wirklich das wichtigste, dass du zu einem absoluten Experten für "Außer-Haus-Versorgung" wirst. Soweit, dass du dich in jeder Situation sicher fühlst, auch was Sichtbarkeit unter Klamotten angeht. Einfach eine weite Jeans aus dickerem Stoff, hinten links und rechts eine Packung Tempo rein, so hat bei mir noch niemand was gesehen.

Ich kenn das manchmal selber, dass ich am Wochenende lustlos zu Hause rumhäng, aber wenn ich erstmal vor der Tür bin und mich beweg, ist das mit dem Trübsalblasen wie weggefegt. Dann sieht man auf einmal doch die sprichwörtlichen Blumen am Wegesrand, die man so gern übersieht ... Und wenn du unbeschwert vor die Tür gehen kannst, ist das wichtigste gewonnen -- vorher läuft nix!

Also: Schau genau, in welchen Situationen was wie passiert und abläuft, damit du sicher sein kannst im Leben vor der Haustür. Eigentlich kann da insbesondere im Stehen noch viel weniger passieren als zu Hause -- wenn du also erstmal unsicher bist, dann setzt du dich in der Straßenbahn nicht hin, usw. Probier's halt aus ... ... ... Die Punkte stehen für sooo viele Sachen, die du rausfinden kannst, um dein Selbstbewusstsein jeden tag ein bissschen zu steigern ...

Viele Grüße
Andreas
Benutzeravatar
mehlbox2001
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 470
Bilder: 1
Alter: 54
Registriert: 06 Mai 2003 01:33
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: drang / bettnässen
Hilfsmittel: slips / stoff

Nächste

Zurück zu Inko Forum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron